Oder die heutige Sitte sich am zählbaren Erfolg irgendwelcher Unternehmungen, der oft auch einfacher "Anerkennung" durch andere (sich entfremdete) Menschen eröffnet, zu messen würde z.B. ins "die Welt verbessern" mitgeschleppt und es stellt sich dann wieder ein Empfinden von Entfremdung ein.
Klar, das ist schon im Bereich des Möglichen, gerade wenn man viel Energie in eine Sache steckt, mit der man sich vielleicht gar nicht so hundertprozentig identifiziert, und die man eher tut, weil sie einem nötig oder einfach richtig erscheint. Aber so altruistisch bin ich gar nicht unbedingt (nur manchmal vielleicht). Für mich ist das egoistische Motiv vermutlich schon größer gewesen von Anfang an. Die Weltverbesserung wäre ein schöner Bonus, den ich gern mitnehme, aber angefangen hab ich das vor allem, um mir selbst Luft zu verschaffen, um meinen Frust kundzutun, meine Werke zur Schau zu stellen, und vor allem zu Beginn auch aus der Sehnsucht nach Kontakt zu Seelenverwandten. So gesehen sicher auch Sehnsucht nach Anerkennung. Klar, wenn man etwas schafft, freut man sich natürlich auch, wenn es andere interessiert, ich denke, das ist ganz normal.
Das was ich schaffe, könnte aber nie austauschbar sein... also ich könnte mir nicht vorstellen, mit anderen Themen anzutreten, nur weil ich mir davon mehr Anerkennung oder Erfolg verspreche. Wenn es danach ginge, müsste ich sowieso ganz anders auftreten, gewisse Ratschläge anderer Leute berücksichtigen, wie man moderne junge Menschen erreicht, etc. Aber so "flexibel" bin ich nicht. Ich zieh mein Ding durch, das war mir immer das allerwichtigste. Ob 1000 Zuschauer oder 0. Nur wenn es wirklich irgendwann 0 sein sollten und komplett die Rückmeldung fehlen würde, würde es natürlich schon das Gefühl der Entfremdung und Andersartigkeit verstärken. Und dann kann auch die Frage aufkommen, wenn man wirklich niemanden erreicht und einen niemand versteht, kann es dann überhaupt sein, dass man auf dem richtigen Weg ist?
Wobei es ja auch Götter geben soll, die verlorenen Schafen nachgehen. Du als Gott würdest eher "gute Systeme" erschaffen?
Ich bin mir nicht so sicher, ob ich als Gott geeignet wäre, und ob diese Welten jedem gefallen würden, die ich erschaffen würde.
Ich habe aber auch gar kein Bedürfnis, anderen meine Schöpfung oder meinen Geschmack aufzudiktieren. Es ging eher darum, eine Welt für mich selbst zu erschaffen, in der ICH mich zuhause fühle.
Wäre ich wirklich Schöpfer einer Welt für andere, würde ich vermutlich eine langweilige Welt ohne Zwänge und Verfallsdatum erschaffen, in der dann jeder sein eigenes Holodeck programmieren kann, falls es ihm nach mehr Dramatik und Spannung gelüstet.