Die neue rechte Leitkultur

Es gibt 424 Antworten in diesem Thema, welches 167.327 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Januar 2022 um 23:21) ist von Unmensch.

  • Mich überrascht das ein bisschen das du das so verteidigst, da es ja durch aus Argumente gibt, diese art von Diskursführung als ein Beispiel für die Massenmanipulation zu behandeln, von der du immer so gerne redest (Obwohl ich das jetzt nicht unbedingt so sehen würde).

    Wenn wir jeden Begriff abschaffen, den irgendjemand irgendwann einmal irreführend verwendet hat, dann stehen wir morgen auf der Weide und blöken nur noch.

    Solche Begriffe umzumünzen sehe ich schon als ein ganz wesentliches Instrument der Massenpropaganda. Der größte Erfolg, den eine PR-Kampagne haben kann ist doch, wenn die leute statt "Taschentuch" nur noch "Tempo" sagen. Da brennt sich das narrativ in den Konsens ein, wie sonst nirgendwo.

    Ich denke das ist auch keine Verdrehung des Begriffs Extremismus sondern Extremismus ist einfach an sich die Menge der Ideen, die außerhalb der momentan vertretenen Politischen Ideologie, liegen.

    Das ist eben das, wohingehend der Begriff (irreführend?) geframed wurde. Ich habe ihn aber bisher immer anders aufgefasst. Mehr im Wortsinne.

    Mir ist schon bewusst, was die 2 meinen. Ich würde einiges, was die Politik, vor allem die exekutive, heute treibt als extremisitisch bezeichnen, in dem Sinne den ich genannt habe.

    Du siehst, der Begriff lässt sich auch anders verwenden.

    Danke für das overtone window.

  • Im Englischen (vielleicht auch im Deutschen, nur kenne ich ihn nicht) gibt es dafür ein schönen begriff. Nämlich das overton window.

    im deutschen sagt man wohl "Meinungskorridor" dazu. Dass der immer weiter eingeschränkt wurde, habe ich mit einer bekannten schon ~2008 irgendwann festgestellt.

    Chomsky sagte mal: Der beste Weg, die Masse zu kontrollieren besteht darin, ein breites Feld der Debatte zuzulassen und dabei die zugelassene Sichtweisen zu beschränken.

    Im Bezug auf die öffentliche Debatte hat das mittlerweile absurde Züge angenommen. So beschränkt sich doch jede mögliche Reaktion auf "dafür oder dagegen" und wie man zu entscheiden hat, ist doch meist auch schon mit dem allerersten Artikel in der Presse unmissverständlich kommuniziert.

  • Für jemanden, der sich für einen kritisch denkenden Menschen hält, gehst du erstaunlich unkritisch und unreflektiert mit den Kategorien um, die dir das 'Establishment' und der herrschende Diskurs zur Verfügung stellen

    Nun, das kann auch genau den umgekehrten Grund haben: Dass es mich relativ wenig kümmert, wie die Begrifflichkeiten verdreht wurden und ich sie einfach so verwende, wie man sie imo richtig verwendet.

    Aber natürlich bin auch ich auf vielerlei weise von der Propaganda beeinflussbar und dauernd damit beschäftigt, da aufzuräumen.

  • Begriffe formen unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit.

    Im Bezug auf den Begriff "Extremismus": Die Wortherkunft und damit auch der Archetyp ist doch hier der Begriff "Extrem".

    Dieser Begriff wird mit "Radikal, gewalttätig" geframed, was schonmal falsch ist, denn jemand kann auch - im Kontrast zu einer extrem gewaltbereiten umgebung - "extrem" friedlich sein. Es ist genaugenommen schon falsch, das extrem ausschlieslich als negativ zu deuten, den es ist neutral betrachtet einfach nur ein auffällig hoher oder niedriger Wert auf irgendeiner Skala.

    Den Begriff dann auch als "verfassungsfeindlich" zu framen ist insofern faschistoid, als das suggeriert wird, die Verfassung (und damit die Handlungen der Regierung) seien der einzig wahre Weg und alles, was dem widerspricht ist extrem, radikal, gewalttätig. (Wie man das in Einklang mit GG §146 bringt ist auch so ein Mysterium ;-) )

    Insofern ist es imo zutreffender - im Bezug auf die Methoden, die von der exekutive aktuell breit getreten werden - nicht nur von Extremismus sondern von Terrorismus (sic) zu sprechen. Denn es werden hier - ua. mittels angstpropaganda - Leute terrorisiert. Und das nicht erst seit gestern.

    Ich verwende aber den Begriff Extremismus hin und wieder schon - eben für extrem (gewalttätige) Ansichten oder Methoden, aber bestimmt nicht in der Form wie Behörden. Damit muss ich mich dann nicht zum Lakeien machen, erst recht nicht, wenn ich das Establishment als extremistisch einstufe. (Was nach deren Definition ja ein Widerspruch in sich wäre)

  • Jo die sagen schon auch manchmal, was richtiges. Aber das sagen sie halt nur, weil sie Leute ködern wollen, genauso böse zu werden wie sie selber. Weil es böse Menschen sind, die uns guten Menschen zerstören wollen. Und wir müssen uns wehren gegen diese Gefahr und deshalb gleich mal fleißig diffamieren und entlarven, diese bösen Verschwörungstheorien. Am besten sperren wir alle Verschwörungstheoretiker zu Hause ein. Gut, Nahrung würde ich ihnen bringen, damit sie nicht verhungern, aber auch nur, weil ich so gut bin. Lieber wäre es mir natürlich, wenn das der Staat für mich macht, weil dann brauch ich mir nicht die Finger schmutzig zu machen.

    12:24: "Dieses runtermachen von politischen Gegnern ist für mich ein extrem fragwürdiges Stilmittel" :lol:

  • Die neue Rechte ist auf jeden Fall revolutionärer als die alte Linke.

    Ich hab eine rechte und eine linke Hand.

    Beide helfen mir und mit beiden kann ich andere unterdrücken.

    Ich würde mir weder die eine noch die andere abhacken!

    Ist meine linke Hand besser als meine rechte Hand?

    Kommt drauf an, welche mich schlägt! :roll:

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Die neue Rechte ist auf jeden Fall revolutionärer als die alte Linke.

    Leider wahr. Zumal ja auch gar nicht mehr so recht klar ist, was eigentlich rechts ist. Auf jeden Fall kann man politische Gegner damit diffamieren. Das reicht ja auch, um Politik damit zu machen. Aber um Rassismus oder so brauchen wir uns heute ja keine Sorgen mehr machen. Hawai Toast, Afrika-Kekse und Mohrenköpfe sind ja abgeschafft. Pfuuh.... das war aber auch echt knapp... da sind wir ja um Haaresbreite an einem neuen Faschismus vorbeigeschliddert... :thumb_up4:

    Mich hat damals die Kipping als neue Fraktionsvorsitzende aufgrund einer einzigen Sendung ziemlich enttäuscht. Ich weiss nicht mehr um was es ging, aber da hat sie richtig plump so ein Narrativ gezeichnet und mit irgendeiner verdrehten Logik angebiedert. Ich dachte damals nur "omg, jetzt fangen die linken auch mit diesem Bullshit an". Der vl letzte Politiker(in) von der ich noch was hielt war die Wagenknecht aber die hat nach ihrem Abgang und Neuauftritt irgendwie auch verkackt jetzt, es gab da mehrere Situationen wo ich mir dachte "das ist nicht mehr die wagenknecht die ich kenne". Was war eigentlich die offizielle Begründung für ihre > 6 monatige Auszeit? Die ist iwie kommentarlos verschwunden und wieder aufgetaucht... :p

    Beide helfen mir und mit beiden kann ich andere unterdrücken.

    Ich würde mir weder die eine noch die andere abhacken!

    Falls du das so meinst, wie ich das meine, meinen wir das selbe XD Ich denke auch, dass das gezanke links<>rechts heutzutage mehr dem status quo dienlich ist als alles andere. Eigentlich sollte man meinen, also "Konservativer Linker" sollte man gegen die Regierung und den Status Quo arbeiten - noch und gerade heute - und wenn man das tut, sollte einem doch recht schnell die faschistoiden züge in der heutigen regierungspropaganda auffallen. Keine Ahnung, aber in Zeiten in denen ein Chomsky staatliche Zwangsmaßnahmen gut heißt wundert ja gar nix mehr.

  • Ihr merkt halt beide echt nicht mehr, welchen unglaublich dämlichen geistigen Dünnschiss ihr ablasst.

  • Im Bezug auf den Begriff "Extremismus": Die Wortherkunft und damit auch der Archetyp ist doch hier der Begriff "Extrem".

    Dieser Begriff wird mit "Radikal, gewalttätig" geframed, was schonmal falsch ist, denn jemand kann auch - im Kontrast zu einer extrem gewaltbereiten umgebung - "extrem" friedlich sein. Es ist genaugenommen schon falsch, das extrem ausschlieslich als negativ zu deuten, den es ist neutral betrachtet einfach nur ein auffällig hoher oder niedriger Wert auf irgendeiner Skala.

    Den Begriff dann auch als "verfassungsfeindlich" zu framen ist insofern faschistoid, als das suggeriert wird, die Verfassung (und damit die Handlungen der Regierung) seien der einzig wahre Weg und alles, was dem widerspricht ist extrem, radikal, gewalttätig. (Wie man das in Einklang mit GG §146 bringt ist auch so ein Mysterium ;-) )

    Insofern ist es imo zutreffender - im Bezug auf die Methoden, die von der exekutive aktuell breit getreten werden - nicht nur von Extremismus sondern von Terrorismus (sic) zu sprechen. Denn es werden hier - ua. mittels angstpropaganda - Leute terrorisiert. Und das nicht erst seit gestern.

    Ich verwende aber den Begriff Extremismus hin und wieder schon - eben für extrem (gewalttätige) Ansichten oder Methoden, aber bestimmt nicht in der Form wie Behörden. Damit muss ich mich dann nicht zum Lakeien machen, erst recht nicht, wenn ich das Establishment als extremistisch einstufe. (Was nach deren Definition ja ein Widerspruch in sich wäre)

    Es ist, wie gesagt, völlig irrelevant, wie du die Begrifflichkeiten definierst. DU entscheidest nicht über die Verwendung der Begriffe in der Öffentlichkeit. Mit deren Verwendung reproduzierst du lediglich den herrschenden Diskurs.

    Wenn du ein Problem mit Gewalt hast, dann distanzier dich halt von Gewalttätern. Macht der Unmensch meines Wissen auch, da habt ihr schon was gemeinsam.

    Why do we fall?