Anarchonauten News

    • Anarchonauten News

      Heute habe ich mich mit dem Schwabenrevoluzzer auf dem Friedwald getroffen. Er hat mir den Baum gezeigt, unter dem er dereinst begraben werden möchte. Und dann haben wir auch noch ein bisschen über Musik geredet.

      Ich kann hiermit nun also verkünden, dass es eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schwabenrevoluzzer geben wird. Allerdings wird er nicht mehr an jedem Song produktionstechnisch beteiligt sein, sondern nur noch die Vocals für ein paar Tracks beisteuern. Die anderen Aufgaben übernehme ich weitestgehend selbst, so dass die Anarchonauten in dem Sinne auch keine richtige Band mit festen Mitgliedern mehr sein werden, sondern eher so ein wechselndes Kollektiv mit unterschiedlichen Mitwirkenden unter meiner wohlwollenden "Schirmherrschaft" (und selbstverständlich auch weiterhin mit meinen genialen Lyrics, hehe)
      So wird es beispielsweise auch wieder eine Zusammenarbeit mit dem Reggae und Dub-Experten Dubbergeddon geben, der damals auch die Indigo-Rinder mit mir gemacht hat. Das wird dann wohl auch die nächste Videoauskopplung bzw. Single werden, rechtzeitig zur Fußball-WM, ein schmissiger Song über fahnenschwenkende Fußball-Idioten und dümmlichen Patriotismus im allgemeinen. Darauf könnt ihr euch schonmal freuen, das Teil wird richtig gut.

      Im weiteren Verlauf von 2018 wird es dann auch endlich das dritte Anarchonauten-Album geben.
      Da kaum jemand mehr CD's kauft und auch viele gar nicht mehr über die nötigen Gerätschaften verfügen, um sowas abzuspielen, sparen wir uns aber wohl eine Veröffentlichung im CD-Format. Stattdessen wird es einen MP3-Stick zu erwerben geben, prall gefüllt mit 13 neuen Songs und den 28 bereits bekannten aus den beiden vorherigen Alben, teilweise vielleicht auch noch neu abgemischt oder leicht aufgemotzt. Also gewissermaßen ein Best Of + neues Album. Dazu gibt es noch alle bisherigen Anarchonauten-Songs in Instrumental-Versionen, perfekt zum Autofahren oder Egoshooter-Zocken, wenn ihr einfach mal nur die coole Musik ohne unsere nervigen Stimmen genießen wollt. Oder natürlich auch gut geeignet, um eine Anarchonauten-Karaoke-Party zu organisieren. beer
      Musikalisch werden die neuen Songs den üblichen bunten Stilmix bieten, mit Schwerpunkt auf Synthpop und poppigem EBM... also im Prinzip ähnlich wie schon auf dem "Tanz auf den Trümmern"-Album. Vielleicht mit noch ein bisschen mehr Ohrwurm-Potential und eingängigen Melodien, aber ohne dass die Qualität der Texte darunter leiden wird. Die Lyrics, die ich bis jetzt habe, sind schon auch wieder richtig gut, immer kritisch, provokativ und teilweise auch richtig böse.
      Also was ich sagen will: Qualitativ wird Album Nr. 3 definitiv kein Rückschritt werden. Und es braucht auch niemand Angst haben, dass sich die Anarchonauten jetzt in eine komische Richtung entwickeln und irgendwie kommerziell werden oder einen komplett ungewohnten Sound abliefern werden. Ihr kriegt genau das, was ihr erwartet. Ich mag keine Bands, die plötzlich meinen, sie müssten jetzt Klassik machen oder Jazz, anstatt das zu tun, womit sie bekannt geworden sind und was sie am besten können. ;)

      In diesem Sinne:
      Macht euch auf was gefasst. 2018 wird noch ein interessantes Jahr werden. Heil, Arbeit, heil!
    • is' schon wieder weihnachten?! da fragt man einmal an, ob es noch ein drittes album geben könnte und boing... beer saucoole sache!!! meine vorbestellung für den usb-stick hast du schonmal. am liebsten wär mir natürlich was auf vinyl mit schönem cover für die wohnzimmerwand, aber dass andy wieder mit vocals am start ist ist natürlich die nächste bombe hail :thumbsup:

      und auf vinyl kommen ja meistens auch nur noch nach 30 jahren die best-of's raus, wenn ihr im rentenalter seid. gibts oder gabs eigentlich mal irgendwo 'nen live-gig? wunschliste wird weitergekritzelt.. gamer santa
      FSU - Militant Straight Edge... :ninja: (National Geographic, 2008)
      youtube.com/watch?v=VjWt1FUSIIU&t
    • Naja, ein bisschen Energie hab ich wieder. Aber meistens ist die auch schnell wieder weg. Also es ist mir aktuell fast unmöglich, mal längere Zeit am Stück an einer Sache konzentriert zu arbeiten. Irgendwie hab ich immer für ein paar Minuten Lust, und dann falle ich meist schnell wieder in die alte Lethargie zurück. Es fehlt halt irgendwie die richtige Muse, die ein Künstler eben braucht, um fanatisch an einer Sache arbeiten zu können und alles um sich herum zu vergessen.
      Gut, dass ich die allermeisten Songs schon lange halb fertig habe und nur noch der Feinschliff gemacht werden muss. Weil nochmal ganz von null anzufangen würde ich sicher im aktuellen Zustand nicht hinbekommen.

      Ich hoffe mal, dass wir unseren Patriotismus-Song demnächst veröffentlichen können. Von meiner Seite ist alles getan, aber der Kollege meinte, es geht noch besser, und jetzt versuchen wir gerade noch ein paar Kleinigkeiten zu optimieren. Aber da sollte grundsätzlich nichts mehr schiefgehen, dass der Song noch irgendwann bis Ende des Monats veröffentlicht werden kann.
      Größere Komplikationen sehe ich aktuell noch beim Rest des Albums. Musik zu machen und Texte zu schreiben ist das eine... das beherrsche ich wohl mittlerweile ganz gut. Aber einen Song so abzumischen, dass er dann auch wirklich professionell klingt, ist nochmal was ganz anderes... da bin ich noch nicht ganz dahintergestiegen, wie man das macht. Wenn es so einfach wäre, bräuchte man als Musiker ja auch überhaupt keinen Produzenten und kein Studio mehr, und könnte das alles schön bequem im Proberaum aufnehmen. Ich hab mir zwar schon einige Tutorials auf Youtube zu dem Thema reingezogen, aber ich glaube das lässt sich nicht einfach auswendig lernen und nachahmen, man braucht da so ein Gespür dafür bzw. ein gutes Gehör für absolute Feinheiten, und das hab ich irgendwie noch nicht so richtig entwickelt. Aber ich arbeite dran.
      Das sind halt nur alles so nervige Aufgaben, die Zeit kosten und die ich eigentlich gar nicht machen möchte... genauso wie CDs drucken, Cover designen, Werbung machen oder sonstige Sachen organisieren. Jeder vernünftige Künstler hat für sowas eine Plattenfirma, die solche lästigen Dinge von ihm fernhält, damit er sich ganz aufs Wesentliche konzentrieren kann. Wenn man alles selber machen muss, ist es schwierig. Vor allem wenn man halt so wie ich sowieso schon ständig am Sinn von allem zweifelt, und nicht mehr den Elan und den Eifer eines jugendlichen Emporkömmlings hat, der es unbedingt der ganzen Welt beweisen möchte und deshalb bei allem 200 Prozent gibt. Also wundert euch nicht, falls das alles dann irgendwie doch länger dauert als ursprünglich geplant. Aber früher oder später...
    • Hallo Dian,


      kann Deine Zeilen gut nachvollziehen. Ich hab auch eine lange Zeit Musik gemacht,
      und würde an sich gerne wieder einsteigen, doch habe ich mal die verschiedenen
      Musikprogramme von heute mir angeschaut, und da ist mir dann gleich
      alle Lust wieder vergangen.

      Auch hätte ich keine Lust auf Cd's drucken, pressen und die sonstigen Dinge,
      die dazu gehören.

      Finde die heutige Mp3-Welt und Dj-Welt, die alle mit Programmen arbeiten,
      also beim Auflegen irgendwie doof.

      Es gibt kaum noch Künstler, die irgendwas Gutes produzieren, alles klingt
      gleich bzw. stereotyp.

      Übrigens bezieht sich das auch für mein Empfinden auf die Filmewelt.
      Doch Hollywood ist eh so ein eigenes Thema für sich.

      Glaube, dass es allgemein schwieriger wird, seine Seelenkräfte für so nervige
      Dinge zu kanalisieren.

      Würde also mir keinen Druck machen, bzgl. diesen Dingen, denn das spricht
      für mein Verständniss eher für einen Fortschritt, keinen Bock mehr auf nicht besonders relevante Dinge zu haben.

      Liebe Grüße an das Forum und alle Mitleser :)
    • Endymion wrote:

      Übrigens bezieht sich das auch für mein Empfinden auf die Filmewelt.
      Doch Hollywood ist eh so ein eigenes Thema für sich.
      Weil du es gerade erwähnst...
      Vorletzte Woche war ich im Kino und hab "Deadpool 2" angeschaut. Natürlich alberner Quatsch hoch 100. Gestern war ich wieder im Kino und habe "Feinde - Hostiles" gesehen... so ein richtig altmodischer Western über Indianer und rassistische Soldaten, wie er auch vor 40 Jahren schon hätte gedreht werden können... War jetzt zwar etwas zu langatmig für meinen Geschmack, aber es war trotzdem ein schönes Gefühl, mal wieder einen Film zu sehen mit richtigen Schauspielern und Dialogen, die Sinn ergeben.
      Man hatte einfach den Eindruck: Der Film hat eine Seele. Da wollte jemand wirklich was damit aussagen. Deadpool hingegen ist unterhaltsam und irgendwie "witzig", aber komplett seelenlos, und einfach ein Spiegelbild der heutigen Zeit, in der niemand mehr irgendwas Ernst nimmt und alles nur noch eine Parodie und ein Zitat von irgendwas anderem ist, was irgendwann mal irgendwem irgendwas bedeutet hat.
      (Ich brauche wohl nicht extra erwähnen, dass das Kino in Deadpool brechend voll war, während in dem Western vielleicht insgesamt 15 Leute saßen.)
      Damit will ich den ganzen Superhelden-Filmen jetzt gar nicht ihr Existenzrecht absprechen. Ich kann mich durchaus auch an unterhaltsamen Popcorn-Kino erfreuen. Aber die Gewichtung stimmt meines Erachtens nicht mehr. Früher haben sich auch die Massen mal "schwere" Filme angeschaut. Heute hab ich den Eindruck, die ganzen Blockbuster sind alle nur noch darauf designed, zu unterhalten ohne echte Tragik und ohne echte Gefühle. Und die "schweren" Filme, die gibt es zwar noch, aber sie fristen eben so ein Schattendasein (wenn sie nicht gerade ausnahmsweise voll gehyped werden, weil sie 10 Oscars bekommen haben.) Aber dominieren tun Filme, die nichts mehr ernstnehmen, nicht mal sich selbst.

      In der Musik verhält es sich ganz ähnlich. Sie nimmt sich größtenteils selbst nicht mehr ernst. Und die Fans nehmen sie auch nicht mehr ernst. Jeder Jugendliche auf der Straße wird dir zwar erzählen, wie wichtig ihm Musik ist, und dass er ständig und überall Musik hört. Aber er wird dir höchstwahrscheinlich nichts erzählen können über die Wurzeln der Musik, die er hört... wie sie sich entwickelt hat... woher sie stammt. Denn so tief geht das Interesse dann doch nicht. Es ist kein spiritueller Vorgang mehr, Musik zu hören... man jagt keinen verborgenen Schätzen mehr hinterher. Man hört sich nicht mehr durch den halben Plattenladen durch, um irgendwelche Geheimtipps zu entdecken. (ich denke, wenn du auch schon etwas älter bist, weißt du, was ich meine)
      Also diesen Stellenwert, den Musik für viele junge Leute in den 70ern oder 80ern hatte, hat sie heute meines Erachtens nicht mehr, obwohl sie vielleicht heute sogar mehr Musik hören als damals.
      Vielleicht kann man es am ehesten vergleichen mit einem guten Essen, das früher noch etwas Besonderes war, als die Menschen noch Selbstversorger waren, weil man nur zu ganz seltenen Gelegenheiten dazu kam, und es dann auch entsprechend gewürdigt hat. Während man sich heute an jeder Ecke mit unzähligen Fastfood-Möglichkeiten konfrontiert sieht und sich halt dann irgendwas reinstopft, ohne noch die dahintersteckende Arbeit zu schätzen zu wissen oder das Tier, das dafür sein Leben gelassen hat.
      So ist es halt auch mit der Musik. Der Künstler, der mit seiner Musik für sie gestorben ist, geht ihnen in Wirklichkeit genauso am Arsch vorbei wie der Name des Schweins, das sie gerade als Schnitzel verzehrt haben. ;) Trotzdem sagt man "Gut war's." Und dann weiter zum nächsten Gang.
      Und eine solche Mentalität der Konsumenten bringt dann natürlich auch entsprechende Künstler hervor, die sich als professionelle Unterhaltungsmaschinen verstehen, und nicht mehr wirklich aus Leiden bzw. Leidenschaft ihren Weltschmerz in die Welt hinaus schreien.
    • Ok, werde ich mal zu gegebener Zeit drüber nachdenken. Das hängt aber eben auch vom Speicherplatz ab. Videos fressen nunmal deutlich mehr als so ein paar Lieder. Mehr Speicherplatz kostet dann wiederum mehr Geld, und eigentlich würde ich die ganze Sache gern so günstig wie möglich anbieten. Andererseits gehören die Videos natürlich irgendwie auch dazu, da hast du schon Recht. Mal sehen, wie viel Platz das alles braucht, und was dann noch übrig ist.