Beiträge von Abfallverwertung

    Wenn hier schon die MGMT Electro Hippies wiederverwertet werden, finde ich, dass das nachfolgende, wirklich schräge Klassiker-Video von ihnen auch nicht vorenthalten bleiben sollte. MTV hatte es damals leider (wegen zu vieler Beschwerden) zensiert...



    MGMT höre ich schon seit fast einem Jahr sehr gerne, aber leider werden sie viel zu oft auf Kids, Electric Feel (bäh) und Time To Pretend reduziert. Letzteres deutet aber auch schon gut an, das die Band durchaus recht anspruchsvolle Texte kreiert. Ein paar einfache Beispiele






    Aber es geht auch subtiler:




    Ja, das höre ich nicht zum ersten Mal. Ironischerweise kommt das aber immer von Leuten, die das Forum oder meine Gedanken anfangs überhaupt nicht als pessimistisch empfunden haben... im Gegenteil: Anfangs war das Forum sowas wie ein Lichtblick für sie. Hier hatten sie das Gefühl, endlich irgendwo ernstgenommen und verstanden zu werden, und sie haben aus diesen Gedanken und diesem Ort hier positive Kraft gezogen.Und dann... irgendwann... ein paar Jahre in der Zukunft... gilt ihnen das selbe Forum und die selben Gedanken plötzlich als der Inbegriff der Negativität. Vergessen ist das gute Gefühl, endlich einen Ort gefunden zu haben, an dem man seine "kranken" unkonventionellen Gedanken nicht verstecken musste, sondern sich mit anderen austauschen konnte.
    Vermutlich macht sich auch eine gewisse (verständliche) Ernüchterung breit, wenn man realisiert, dass man trotz all der schönen Gedanken aus seinem privaten Alltags-Sumpf trotzdem nicht rauskommt. Und dann sind irgendwelche utopischen oder gesellschaftskritischen/misanthropischen Gedanken irgendwann nur noch frustrierend und nicht mehr erhebend, und man möchte sie lieber komplett aus seinem Leben verbannen, weil man hofft, sich dann besser mit den Umständen arrangieren zu können.

    Exakt so ist es mir ergangen, und leider auch ein paar Freunden. (na ja, die kannten aber das Forum auch meistens nicht). Aber für mich scheint Reddit da ebenfalls ein wichtiger Faktor zu sein, es ist zwar keine intellektuelle Spitze, verschafft einem aber sehr unterschiedliche Blickwinkel. Dieses Forum wäre dort wahrscheinlich als "edgy" verschrien, was ich persönlich für eine dämliche Kategorisierung halte. Der Anti-Intellektualismus ist einfach ein großes Problem. Andererseits bin ich mittlerweile nicht mal mehr sicher ob Kapitalismus an sich das Problem oder die Lösung ist, oder ob ich Kommunismus als gerecht oder als Sklaverei ansehe. Alles erscheint mir durch jene Plattform deutlich differenzierter, eben weil es sich bei korrektem Umgang nicht um eine Filterblase handelt.


    Zitat von Dian


    Das Problem ist nur: Die Gründe, die euch einst dazu gebracht haben, euch in dieser Welt fremd zu fühlen (und dieses Forum gut zu finden), sind dadurch ja nicht verschwunden, nur weil ihr nicht mehr so viel darüber nachdenken möchtet. Ich glaube nicht, dass es einem auf die Dauer guttut, wenn man seinen Frust aus Angst vor zu viel Negativität in seinem Leben nicht länger thematisiert, sondern ihn nur vor sich herschiebt bzw. unter den Teppich zu kehren versucht. Irgendwann bricht es ja doch wieder alles hervor.
    Aber wenn es dir hilft und du dich ohne das Forum besser fühlst, dann mach das ruhig so! Ich weiß sehr wohl, dass die Macht dieses Forums sehr begrenzt ist, und daher werde ich an dieser Stelle auch ganz sicher niemanden zum Mitmachen überreden wollen, dem das hier nichts mehr gibt. Ich lege einfach nur Wert darauf, dass die Unity MEINER MEINUNG NACH nicht per se ein pessimistischer Einfluss ist. Es ist immer eine Frage, aus welchem Blickwinkel man das ganze betrachtet. Aber die Negativität ist nicht hier drin und lauert auf unvorsichtige User, die sich davon anstecken lassen oder sowas... die ist in euch und in dieser Gesellschaft, genauso wie die eventuelle Positivität oder die Hoffnung, die euch das Forum vielleicht früher einmal gespendet hat.

    Dann bin ich tatsächlich immer weiter mit der hässlichen Realität konfrontiert, und zwar deutlich stärker als noch vor 2 Jahren. Die Schulpflicht ist kein diffuses Gesetz mehr für mich sondern ein nerviger Paragraph, verwoben mit vielen weiteren über die ich viel zu viel recherchiert habe. Das desensitiviert mich ein bisschen, aber trotzdem ändert dies wenig an meinem Handeln und Planen - ich habe weiterhin weder vor in Deutschland zu leben noch einen normalen Beruf zu ergreifen, ich will einfach nur weg und in einem Van wohnen. Doch dafür brauche ich natürlich trotzdem Geld. Aber auch wenn ich mich weniger mit dem Scheiß der Welt beschäftige, würde ich nicht sagen das er mich weniger interessiert. Ich gehe nur pragmatischer und rationaler damit um als in der "Anfangsphase".


    Ich würde dir auch zustimmen, die Unity ist per se kein schlechter Einfluss - aber die Dosis macht das Gift. Wem würde es helfen, hier einen Großteil seiner Zeit zu verbringen? Natürlich ist es schlecht seinen Frust zu unterdrücken und es ist gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Aber man gleicht sich mit der Zeit dem eigenen Umfeld an, und wenn dieses sehr frustiert ist wird man es selbst. Ist für mich wahrscheinlich auch ein bisschen ein Nocebo, einfach weil ich mich ein bisschen mit Depressionsbehandlung beschäftigt habe und Muster erkenne.




    Zitat von daryus

    Ignoranz ist eines der grausamsten Verbrechen, zu denen die Menschheit fähig ist - darüber kann ich viele Geschichten erzählen.


    Das ist klar, aber auch sehr kurzsichtig. Ignoranz ist nicht Akzeptanz, siehe meinen zweiten Absatz.

    Mir ist gerade aufgefallen das mein letzer Beitrag knapp ein halbes Jahr alt ist... Bei mir ist viel passiert, aber ich habe in den letzten Monaten immer weniger Zeit durch die Schule. Erst recht nach den Ferien wird das noch schlimm da ich "dank" der Schulpflicht für mindestens ein Jahr in Vollzeit als Praktikant/Azubi tätig sein muss. Immerhin bin ich dann von meiner jetzigen Schule weg, meine momentane Klasse ist definitiv die spießigste, angepassteste und verschlossenste die ich je hatte. Es passierte eine ganze Menge an Scheiße während ich hier "inaktiv" war (gelesen habe ich schon noch ab und zu), sowohl mit der Schule als auch Psychologen. Aber das ist viel zu viel um es hier zu schreiben...


    Generell hat sich mein Denken ein bisschen verändert, ich bin zwar weiterhin (na ja, annährend) Panarchist, habe aber irgendwie meine Kreativität ein bisschen verloren. Mein Gedächtnis verschlechtert sich, vor allem seitdem ich mehrere Male besoffen war - aber ich bin definitiv nicht suchtgefährdet, keine Sorge. :P Tatsächlich bin ich momentan gezielt bis Mitte nächsten Monats abstinent (statistisch gesehen konsumiere ich nur 1/10 so viel wie der Durchschnittsdeutsche?). So versuche ich doch, Ordnung in mein Leben zu bringen. Halbwegs feste Schlafzeiten und regelmäßige Workouts. Aber mein wahres Selbst verblasst ein bisschen während ich versuche nicht wegen Schulpflichtverletzung im Knast zu landen. Andererseits überdenke ich weniger und habe zumindest bei nicht-Autoritätspersonen weniger Sozialphobie.


    Ich weiß nicht, ob ich hier in absehbarer Zeit wieder normal aktiv werde. Das ist nicht böse gemeint, aber ich versuche schon seit einiger Zeit, pessimistische Einflüsse aus meinem Umfeld zu meiden um nicht selbst noch weiter heruntergezogen zu werden.

    Ich bin einfach nur sehr erschöpft durch die Schule, 36 Wochenstunden plus 2 (jetzt nach den Ferien 4) Freistunden sind einfach zu viel für mich. Zwar konnte ich nach mehreren Gesprächen aushandeln das ich einen Kurs nicht mehr besuchen brauche (Abi ist nicht mehr möglich), aber ich habe immernoch 1,5 Jahre Schulpflicht und weiß nicht was ich nach dem Sommer machen soll. Ich habe verschiedene Ambitionen, unter anderem Musik, Bücher und Videos zu erstellen aber durch die Schule fehlt mir einfach die Kraft dazu (außer für Videos ab und zu die aber eher eine Selbsttherapie sind; PM falls Interesse besteht). Generell schwankt meine Stimmung stark und ich tendiere recht schnell zu pessimistischem Nihilismus, während ich im echten Leben meine Rolle als Außenseiter immer ausgeprägter wird. Ich hatte vor einem Monat sogar eine Party besucht, aber das war ziemlich neutral... Ich weiß nicht ob ich mal wieder aktiver posten werde, ich versuche seit einigen Monaten eher schlechte Stimmung nicht mit weiterer Negativität zu verstärken (nicht böse gemeint).

    Jede Form von Kapitalismus funktioniert doch nur mit einer Form von Geld. Wer garantiert mir in einer herrschaftslosen, gesetzlosen Welt den Wert meines Geldes? Wer druckt das Geld? Ich mein, als wahrer Anarchist würde ich mir die Scheine doch selber drucken (am besten mit meinem Kopf drauf).
    Ich kann mir Geld ohne eine zentrale Instanz, die für Verteilung und Werterhalt der Währung sorgt schwer vorstellen. Folglich widersprechen sich für mich Anarchismus (Herrschaftsfrei) und Kapitalismus (ein Oxymoron, wie lonewolf schon meinte)

    Im Ancap hättest du schlicht kein zentrales Geldsystem. Es gibt viele alternative Geldsysteme wie Kryptowährungen oder z.B. Gold die keine zentrale Verwaltung erfordern.