Kann mir mal jemand erklären, wieso Leute Mitglieder in Vereinen werden, die die eigene Lebensweise in Frage stellen oder zumindest als minderwertig betrachten?
Aktuell hat es ja nun den Jens Spahn erwischt, und wenn es einen gibt, dem ich es von Herzen gönne, dass er endlich mal auf die Schnauze fällt, dann ist das zweifellos er. Wie doppelmoralisch kann man bitteschön sein, selbst dafür einzutreten, dass anderen Menschen etwas verboten wird (in diesem Fall die Leihmutterschaft für Schwule), und dann für sich selbst nach Schlupflöchern suchen, damit einen selber dieses Verbot nicht betrifft?
Wieso ist man überhaupt schwul und trotzdem Mitglied einer Kirche und einer christlichen Partei?
Sicher kann man schwul sein und an Gott oder Jesus glauben... aber deshalb auch in einer Institution mitmachen wollen, für die man immer ein Mensch zweiter Klasse sein wird, und wo man insgeheim sowieso von den meisten dort verachtet wird?
Die Alice Weidel von der AfD ist ja auch so ein Fall. Ist die ernsthaft so naiv, dass sie nicht checkt, dass diese Partei vielen, die ihre sexuelle Orientierung teilen, großen Schaden zufügt (und damit letztlich auch ihr selbst, früher oder später)? War sie etwa immer schon als Kampflesbe geboren, hatte nie damit gehadert, dass ihre Sexualität von vielen verteufelt und als abnormal bezeichnet wurde? War sie schon in der Schule so drauf, dass es sie überhaupt nicht gestört hat, anders zu sein?
Selbst wenn wir mal wohlwollend davon ausgehen, dass die Mehrheit der AfD-Wähler Schwule und Lesben nach der Machtergreifung nicht unbedingt gleich ins KZ stecken würden... einen Großteil von ihnen vereint aber ja doch zumindest die Überzeugung, dass man Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, schwul oder lesbisch zu sein, möglichst vorenthalten sollte, und dass man ihnen nicht vermitteln sollte, dass sie genauso viel wert sind wie ein heterosexueller Jugendlicher. Also wie kann man dann guten Gewissens eine Partei mit solchen Werten unterstützen?
Mal abgesehen davon, dass ich ja glaube, dass Leute die homosexuell sind aber trotzdem unbedingt heiraten und Kinder kriegen wollen, sowieso ne Schraube locker haben.
Entweder ich bin anders und stehe dazu, und scheiße dann auch auf die üblichen Konventionen, oder ich lebe halt nach den Konventionen und passe mich an.
Was die Leihmutter-Debatte angeht: Ich persönlich hab kein Problem damit, wenn ein homosexuelles Paar (genauso wie heterosexuelle, die keine eigenen Kinder kriegen können), ein Kind adoptiert, aus Waisenhäusern oder so. Aber jemand extra dafür bezahlen, dass er für einen irgendwas austrägt? Das ist schon irgendwie zumindest bisschen krank, finde ich. Aber würde ich es deshalb verbieten? NEIN. Soll doch jeder für sich selbst entscheiden.. wieso muss der Staat immer überall eingreifen? Würde es ohne dieses Gesetz Sodom und Gomorrha geben und Hunde und Katzen vom Himmel fallen? Vermutlich nicht. Vermutlich wäre es scheißegal, wenn man es den Leuten einfach erlauben würde. Trotzdem verbietet man es, einfach nur, um seine eigene Existenz als Politiker zu rechtfertigen. Nur, wenn man damit genaugenommen seine eigene Existenz eher gefährdet, weil man sogar etwas verbietet, was man selbst eigentlich gerne machen würde, dann ist man.... ähm... einfach nur unglaublich dumm? Dümmer als jedes Tier? Oder einfach nur ein Heuchler vor dem Herrn. ![]()