Aber der Mann hat es zumindest versucht.
Das mag natürlich sein, aber andererseits bezweifle ich fast, dass er selbst jemals auf diesen Gedanken gekommen wäre.
Es ist ein guter Denkanstoß für die nächste Ethik-Stunde, da wir uns mit dem Text noch befassen werden.
Verfallserscheinungen aus Mangel an natürlicher Auslese...
Was das angeht, so denke ich nicht, dass die künstliche Selektion an Menschen (u.a. gesellschaftlich) gut ausgehen würde, insofern das mit „Bekämpfung” gemeint ist.
Aus dem biologischen Standpunkt heraus kann ich den Gedanken aber gut nachvollziehen - wenn die natürliche Auslese nicht genügt und die Spezies im Extremfall der Gefahr ausgesetzt ist, auszurotten, so ist die Herbeiführung einer effektiven DNA-Sequenzierung sogar ganz sinnvoll.
In Richtung Moral ist es allerdings wie das Beispiel mit dem Raumschiff, in welchem zehn Leute Platz haben, die weit weggebracht werden und für das Überleben der Menschheit sorgen sollen, während der Rest auf der Erde untergeht.
Die selbstlose Frage sollte dann lauten: Wen nehmen wir?
Aus einer gesellschaftlichen oder gar anarchistischen Perspektive betrachtet und von der Ausnahmeerscheinung, dass der Weltuntergang bevorsteht, mal abgesehen, ist es ...
a) nicht richtig, Verfallserscheinungen an einem Individuum oder Kollektiv festzumachen (davon ausgegangen, dass es z.B. nur gesellschaftliche Prägungen sind und keine gesundheitlichen Einschränkungen),
b) falsch, diesen durch einen reinen Ausschluss entgegenzuwirken und
c) heuchlerisch und paradox, überhaupt anzunehmen, dass diese Art der Überordnung (sowie jede andere) langfristig einen positiven Effekt auf die Menschheit hätte.
Dummheit ist wie ein Virus, das sich durch keine Selektion der Welt jemals auslöschen lassen wird.