Mir schwebt dazu spontan das gruselige social credit system chinas vor xD
Ja, das ist nicht von der Hand zu weisen. Kam mir dann unweigerlich auch in den Sinn, als ich es ausformuliert habe.
Wofür es Karma oder Geld aufs Konto gäbe, müsste ja trotzdem geklärt werden und wenn man sich darüber sozialverträglich einigen kann, braucht man ja eigentlich auch kein Karmasystem. Man wirtschaftet eben so, dass alle profitieren, anstatt Karmagewinner und Karmaverlierer zu haben.
Vielleicht lebt man dort - ähnlich wie auf Erden - jeder für sich, weil es sich langfristig so etabliert hat. Und mit einer größeren "Nachbarschaft" schwindet auch die Bereitschaft, einfach so gemeinschaftlich anzupacken. Sind ja potentiell genug andere vorhanden; da wird schon irgendwer helfen <-- sagt sich ein jeder.
Spätestens wenn nicht im sozialistischen Einheitsleben verweilt wird, braucht man ein Vergütungsmittel. Zum Beispiel weil derjenige, dem einmal bei seinem Hüttendach geholfen wurde, nicht einsieht, erst den Pool für einen anderen auszuheben, und die nächsten Tage beim Einrichten der Gästezimmer zur Verfügung zu stehen. Zwar könnte er mit mehr Karmapunkten sich selbst irgendwann auch einen Palast bauen (lassen), aber es kristallisiert sich eben schon heraus, dass manche das gar nicht wollen und ihre Arbeit nur verrichten, weil sie müssen, und weniger aus einem ehrlichen, sozialen Antrieb.
Das wirft natürlich Probleme und zu erzählende Lösungsansätze auf. Irgend ein fragiles Gerüst muss die Geschichte natürlich schon bekommen. Eine Welt, in der sich jeder nur hilft und alles wie am Schnürchen läuft, ist in der Theorie zwar gut, aber eben auch nur dort.