Wenn man sich die meisten Menschen anschaut, weiß man das es mit dem reinen Anarchismus wohl nie was wird.
Danke, du sprichst mir aus der Seele mit deinem ganzen Beitrag.
Dieser letzte Satz ist der springende Punkt. Leute, die sich nichtmal unter Gleichgesinnten einigermaßen gesittet unterhalten können - was soll da passieren, wenn die ganze Menschheit aufeinander losgelassen wird, ohne dass es ein gewaltmonopol gibt das zumindest im idealfall recht spricht - und sei es aus kapitalinteresse - und nicht nur verbrechen juristisch legitimiert.
Will man anarchismus ohne blutbad leben, muss man seinem Gegenüber etwas mitbringen, das kompromislosen Respekt und Liebe hervorbringt. Gewaltphantasien über zerschlagene Hakenkreuze entspringen gewalttätigen Seelen und die suchen sich ihre Nazis und wenn keine zu finden sind nehmen sie alles was gerade parat steht, um ihre Aggressionen auszuleben - und wenn sonst nix zu finden ist, dann nimmt man sich am Ende auch Juden her - hauptsache was zum draufknüppeln. Randgruppen sind immer gut.
Natürlich bin ich auch gegen Judenvergasung und co. Das ist weissgott kein Priveleg von Linksradikalen, gegen Judenvergasung zu sein. Blos wenn ich anfange, jeden zu vergasen und zu steinigen, der nicht zu 100% meine Meinung teilt, dann bin ich eben ein linker Faschist. So einfach ist das.
Die Unart und das böse immer dem Gegner in die Schuhe zu stecken ist billig. Will man wirklich was ändern in der Welt, dann erkennt man, dass man selber nicht besser ist, als seine Feindbilder und richtet seine Aggression gegen seine eigenen Unarten, anstatt seine Feindbilder im Gegenüber zu suchen. Dann würde man vl. mal dahinkommen, die anderen nicht nur zu hassen und das leben wäre zumindest erträglicher.
Zum Volksverpetzer Artikel @mi san thrope
Man kann natürlich Faschismus an Rechten festmachen, dann sollte man eben der deutlichkeit halber von rechtem oder nationalistischen Faschismus sprechen. Ich kann aber auch durch die Gegend rennen und jedem, der es wagt einen zu hohen gartenzaun um sein mühsam angelegtes Blumenbeet zu machen die fresse polieren, diesem nationalistischen Arschloch, der zu hohe Gartenzäune um sein Blumenbeet zieht. Dann bin ich halt ein Antinationalistischer Faschist und Gewalti. Verstanden?