Ab wann ist Mainstream eigentlich Mainstream?

    • Wenn du es auf ausschließlich die Musik beziehst, würde ich sagen, solange oder sobald die Musik in den Charts läuft und im Radio gespielt wird, dann läuft sie unter Mainstream. Ist sie hingegen nur in einschlägigen Szeneplattenläden, auf unbekannten Internetforen oder wenig geklickten social-Media-Seiten zu finden, dann ist es halt Untergrund. Aber im Grunde kann und muss das jeder für sich selber definieren !
      Toten Hosen ist Mainstream - Schleimkeim hingegen absoluter Untergrund. Auf eine Platte vom Otze wartest du bei Müller oder im Radio vergebens.

      GELDSCHEIN - SCHLEIMKEIM !


      Heute kauft man Blumen für die Liebste ein, doch morgen schon kann ich der Lohn für eine Untat sein !

      Für alles was du brauchst musst du was geben
      Umsonst bekommst du nichts auf dieser Welt
      Du kämpfst täglich ums Überleben
      Dein Helfer dabei ist das süße Geld
      Keiner glaubt, dass Gegenstände leben
      Das ist doch so in der großen Welt
      Doch einen Gegenstand gibt es
      Der nicht dazu gehört
      Wen ich meine ist das süße Geld

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      Solche Lyrics sind wahrscheinlich der Grund dafür !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • Verwerflich ist es sicher nicht, bekannte Bands zusammen mit Insidergruppen zu hören. Bei genannten Beispielen ist ja durchaus derselbe Background vorhanden. Mainstream beginnt auch keineswegs mit dem Einsetzen von Erfolg, sondern eher mit einem Anpassen, einem Ausverkauf oder einem Verhalten, was ziemlich fragwürdig daherkommt. Wobei letzteres natürlich schwer zu greifen ist. Da gibt es immer verschiedene Fanlager und Recht machen kann man es den Fans, die im Fall der toten Hosen nach über 35 Jahren natürlich in mehrere Generationen aufgesplittet sind, ohnehin nicht.

      Die Scherben waren zu ihrer Zeit streng genommen auch Mainstream, da sie einen Nerv der Zeit getroffen haben. Trotzdem fühlte sich jeder total erhaben, der sich im Kreise der Hörerschaft befand und der Schlagermusik der damaligen Zeit abschwören konnte. Für die wiederum war es totaler Untergrund und Musik, die direkt aus der Hölle kam.

      Dass Schleimkeim heute nicht wahrgenommen werden würde, glaube ich nicht. Die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg ist sogar ziemlich groß durch unendlich viele Formate, die es heute gibt. Das kann man nicht mit dem Versteckspiel zu DDR-Zeiten vergleichen. Da hatte es triftige Gründe, lieber verdeckt zu agieren und unbekannt zu bleiben.

      Als vor Jahren die Popperklopper bei Joko und Klaas auftraten, fand ich das auch ziemlich zweifelhaft. An der Ernsthaftigkeit der Texte, hinter denen sie stehen, daran zweifle ich jedoch bis heute nicht.
      Man muss immer auch die Beweggründe kennen, wieso jemand etwas macht. Eine dogmatische Denkmauer, dass Dinge nur so zu sein haben, wie sie im Handbuch stehen, ist nicht nur ziemlich dämlich, sondern bei der Art von Musik quasi sogar ein Test, vor den man seine Hörerschaft stellt. Die Ärzte z.B. beherrschen diese Kunst jetzt auch schon seit über 30 Jahren.
    • Son Quatsch. Da würde ich gerne mal die Begründung zu hören. Klingt mir eher nach der Missgunst von erfolgslosen
      Neidern. Und warum sollte es verwerflich sein, seinen Musikgeschmack aus Mainstream und Underground zu mischen.
      Das erschließt sich mir ebenso wenig, wie Mainstream ist kategorisch schlecht !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • Du hörst auf Musik zu hören, weil andere das vermehrt tun. Krasse Einstellung. Würde mir nicht im Traume einfallen, auf meine Favoriten zu verzichten, weil sie plötzlich vermehrt von Anderen gehört werden. Ich würde mich eher für ihren Erfolg freuen ! AC DC 2005 in Leipzig gesehen und es standen alle wie Stecknadeln aneinander in der Messehalle. Es war krachend voll. Absoluter Mainstream. War ein sehr geiles Konzert, auch wenn das Publikum mega Aggro war. Schlimmer als auf jedem anderen Konzert, was ich bisher besucht habe. Phrasen wie, "Versuch dich hier durchzudrängeln und du bekommst eine drauf, wir haben hier ewig für die Youngs gestanden und du willst dich nicht nun vordrängeln" waren da mehrfach zu hören. Spießbürgerliche Deppen. Dennoch ändert das nichts an der Genialität der Band !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • AC DC würde ich mir nicht mehr Live geben wollen. Der einzige interessante Musiker ist hier Angus Young geblieben.
      Der Rest ist Tod oder zu krank, weil Taubheit drohte ! ACxDC hingegen würde ich mir immer wieder geben. Kenne da keine Musiker von denen und so ist es mir auch egal, wer die Band leitet ! Einfach nur geile Mucke !
      Slayer sind leider auch vollkommen Tod. Die hätte ich gerne nochmal gesehen.
      Motörhead hätte ich mir auch gerne nochmal angesehen und das nüchtern. Ich habe die Band ca 5 oder 6 mal gesehen. Genau weiß ich das nicht mehr. Und jedes mal war ich endlos besoffen. Nur einmal kann ich mich gerade noch so daran erinnern. Ein Auftritt in Erfurt wurde zur richtigen Alkoholfarce. Ich hatte schon auf der Hinfahrt 10 Bier nach sehr kurzer Zeit im Turm und danach setzt die Erinnerung teilweise bis komplett aus. Irgendwie waren dann auch einige Wertgegenstände verschwunden und ich war ordentlich orientierungslos. Verdammter Alkohol.
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • Alte Eule schrieb:

      Das beste Beispiel für Vereinnahmung einstiger Totalverweigerer sind ja wohl die Sex Pistols. Damals DER Schock schlechthin (dank ihnen denken viele immer noch, der Punk stamme aus GB),
      Das denke auch ich. Woher kommt er denn stattdessen?

      Mainstream gibt auch außerhalb der Musik, ich werfe da lediglich einen Namen ein, bei dem sich bestenfalls bei einigen schon Bilder auftun und ich das dann gar nicht weiter kommentieren muss: Che Guevara

      Ansonsten können nicht nur die Musiker dem Mainstream verfallen, sondern auch deren Fans. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine einstige unbedeutende Kellerband heute ganze Stadien füllt und der kleine Fan von damals, der sich treu geblieben ist, sich das Ticket nicht leisten kann, während der Anwaltssohn direkt mit dem Skip-the-Line-Ticket auf dem I-Phone zur ersten Reihe durchgewunken wird.
    • daryus schrieb:

      wo zu viele Menschen sind, fühle ich mich deplaziert
      Same !

      daryus schrieb:

      ich bin ein außergewöhnlicher Freak - selbst für die Maßstäbe anderer Aliens.
      Aprospo Alien. Bei Yggis Kosmos läuft gerade Stream über Aliens mit LPIndie !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • daryus schrieb:

      Ich dachte mir, wenn ich die Allgemeinheit missbillige, muss ich unbedingt herausragen, um nie mit den Normalos verwechselt zu werden. Unklug, ich weiß.
      Dies ist übrigens identitäres Denken, das in Musikszenen leider weit verbreitet ist. Unklug, weil es Individualität tötet, in dem falschen Glauben besonders individuell zu sein.

      Klassisches Beispiel: Der Metaler, der meint, er dürfte kein Rap hören.

      Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob man "deine Mutter fickt" (Gängsta-Rap), oder ob "man sie isst" (Blackmetal). :pillepalle:
      "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel
    • Willst du jegliche Identität auslöschen? Das nenne ich aber mal unklug. So hast du keinen Bezug mehr zum Leben.
      Ich identifiziere mich zum Beispiel über meine Werte und über meine Musik und über meine Hobby's. Würdest du mir das absprechen wollen, könnte ich auch den Jordan kreuzen. Dann macht mein Leben keinen Sinn mehr !

      PS: Gerade Normalos zu "missbilligen" zeugt doch von einer Menge Individualität !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!