Freundschaft?!

    • Ich hatte nur in meiner Schulzeit Freunde. (Na ja, eigentlich nur 2)
      Bei mir ist es ja so, dass ich mit vielen Menschen nichts anfangen kann, deshalb habe ich auch Probleme, einen Kontakt aufrechtzuerhalten. Das kommt mir wie schwere Arbeit vor. Es ist auch so, als würden wir dann aneinander vorbei reden. Ich stehe auf Tiefe und die meisten anderen Menschen eher auf lockere Gespräche.

      Als verlässlich würde ich mich nicht bezeichnen. Ich bin diesbezüglich ziemlich chaotisch. Wobei es schon besser geworden ist. (Weil ich mich gar nicht mehr verabrede? :D)
      Früher habe ich auch Verabredungen kurz vorher abgesagt, wenn ich plötzlich doch überhaupt keine Lust mehr hatte.
    • Eine Tiefe fordern, aber sich gegen eine mögliche Vertiefung durch plötzliche Meinungsabkehr stellen? Passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Auch die fehlende Zuverlässigkeit nicht.
      Wenn ich nach einer Tiefe suche, der Andere aber noch nicht mal bereit ist, mir eine Wertschätzung in Form von Pünktlichkeit oder überhaupt dem versprochenen Erscheinen entgegenzubringen, dann ist mein Verbundenheitsgefühl bereits stark gestört. Eher macht der andere was er will und ich bin der Dumme, der es ernst meint und der Geschichte soviel Bedeutung beimisst, dass ich tunlichst versuche, meinem Gegenüber nicht zu enttäuschen. Eben so, wie ich auch nicht enttäuscht werden möchte.

      Aus meiner Sicht der einzig sinnvolle Weg. Alles andere hat auf Dauer ohnehin keine Perspektive.
    • daryus wrote:

      Ohne ihn (- Nikolai Bonstedt -) hätte ich schließlich nicht mal meine Schulzeit überlebt! Wäre schön, zu wissen, ob er noch lebt und was aus ihm geworden ist
      Er lebt (in Wiesbaden), ist 40 und bietet seine Couch zum surfen an. Macht Musik, lektoriert spirituelle Bücher und arbeitet ansonsten zwischen Development Manager und Hausmeisterservice (keine Ahnung, welche Angaben davon aktueller sind). Fotos gibt im Netz, Kontaktmöglichkeiten auch. Lass ihn nicht zu lange warten!
    • Unmensch wrote:

      Eine Tiefe fordern, aber sich gegen eine mögliche Vertiefung durch plötzliche Meinungsabkehr stellen? Passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Auch die fehlende Zuverlässigkeit nicht.
      Ich habe festgestellt, dass diese Tiefe eben nicht gegeben war und mich einfach zum Smalltalk zu treffen und mir den ganzen 0815 Kram anzuhören, stellte dann eine hohe Barriere für mich dar.
      Ich hätte zwar trotzdem hingehen können, aber ich hätte von dem Treffen nicht viel mitbekommen, weil mein Hirn eh abgeschalten hätte. Es wäre dann Zeitverwendung für mein Gegenüber und mich. Es ist aber keine Form der Arroganz. Es ist einfach so, als wäre eine unsichtbare Glaswand um mich herum.
    • Hundertwasser wrote:

      Früher habe ich auch Verabredungen kurz vorher abgesagt, wenn ich plötzlich doch überhaupt keine Lust mehr hatte.

      Diese Unlust kenne ich. Die übermannt mich immer kurz vor dem Zeitpunkt des Treffens, und ich würde am liebsten ganz ehrlich darauf hinweisen, dass ich gerade keine Lust habe.. ABER! Es lohnt sich diese Unlust zu überwinden und trotzdem sich wie vereinbart zu treffen, also zumindest kann ich das für mich so sagen, denn im Nachhinein bin ich dann immer zufrieden mit dem Verlauf, ja fast glücklich.

      Was ich scheinbar immer falsch mache in einer Freundschaft ist, dass ich mich kaum von mir aus melde. Das hat schon die eine oder andere Enttäuschung beim Gegenüber erweckt.

      Ich habe eigentlich keine Erwartungen an einen Freund, halte es wie daryus. Gut, ok, ich erwarte Ehrlichkeit. Direktheit (Edit: wobei ich mich selbst mit richtiger Direktheit oft schwer tue, weil ich die Reaktion des Gegenüber ein wenig fürchte :/). Auch wenns schmerzt... aber sonst, von mir aus kann ein Freund 57 mal ein Treffen absagen, das würde mich nicht kümmern (überspitzt ausgedrückt).

      Noch ein Edit: Ach ja, und man sollte natürlich zumindest ein wenig kompatibel miteinander sein... wenn mich ein Freund mehr nervt als nicht, dann kann man wohl kaum Freundschaft dazu sagen.
    • Was ich mich frage: wieso trifft man sich überhaupt mit jemanden, zu dem die Bindung offenbar so gering ist, dass es kurz vor dem Treffen in tendenzielle Lustlosigkeit schwankt? Ich meine, wenn ich mich auf dieses Treffen freue, dann verhalte ich mich ja nicht so. Es sei denn, der Andere ist einem doch ziemlich egal. Dann wiederum frage ich mich aber: wozu das Schauspiel? Und vor allem: wieso ist man so, wenn man selber von seinem Gegenüber stets erwartet, dass dieser direkt und vor allem EHRLICH ist?
    • @Unmensch:

      Das ist ein generelles Problem bei mir, das bezieht sich nicht nur auf Treffen mit Freunden. Den Freund habe ich deswegen nicht weniger lieb.

      (und wie gesagt: wenn es dann doch zu dem Treffen kommt, empfinde ich es als schön.)