Tod

    • Also so wie ich das verstanden habe, bahnt sich gerade ein Tod in meinem engeren Bekanntenkreis an. Aber noch ist nichts sicher. Mit betroffener Person (über 80 Jahre alt) hab ich keinen Kontakt, ist die Mutter meines Stiefvaters, der mit mir unter einem Dach lebt. Ob betroffene Person nun stirbt oder noch nicht, bei mir kam jetzt die Frage auf, wie ich eigentlich mit dem Tod von Nahestehenden umgehen würde.
      Das Standardprogramm ist ja so trauern, weinen, usw... nicht dass ich das scheiße finde, nur normal halt und nichts Schlimmes. Allerdings, und das sag ich jetzt, ich habe noch nie eine richtig geliebte Person verloren, denke ich mir, dass ich nicht konventionell trauern würde, wenn das halt mal einer von mir geliebten Person passiert (könnte natürlich auch anders kommen und mein Hirn schickt mir automatisch Gefühle wie Trauer etc..).
      Aber was will ich eigentlich sagen? - na ja, dass ich den Tod nicht als etwas ansehe, das nachtrauernswert wäre. Ach ja, man trauert ja der Person nach... aber meine Güte, wenn sie an Altersschwäche stirbt, wär ich glaube ich nicht richtig traurig, weil es "ja an der Zeit war" (nicht im Sinne von >ENDLICH<, sondern im Sinne vom natürlichen Alterungsprozess). Anders wäre es vielleicht, wenn die geliebte Person plötzlich und ohne Vorwarnung stirbt. Dem einsetzenden Entsetzen könnte man vielleicht gedanklich damit vorbeugen, zu denken, dass der Tod einer geliebten Person jeden Moment eintreten kann. Also man muss es nicht direkt ständig denken, aber vielleicht im Hinterkopf behalten?
      Ich weiß auch nicht. Muss wohl erst ein mir lieber Mensch sterben, damit ich sehe, was das in mir auslöst.

      Keine Ahnung was das hier werden soll. Verschiedene Ansichten darüber sammeln? Kein Plan, ich wollt das jetzt nur mal loswerden.

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    • Stimmt, der Tod ist nicht unbedingt das Ende der Gedanken an die Person, die gestorben ist. Interessante Ergänzung zu meinem Denken gerade! (also denken tut man natürlich an die Person, auch nach ihrem Tod, ich meinte dieses "sie in sich haben"... ganz ohne Trauer, "voller Verbundenheit" (und jetzt Ruhe))
    • Schau mal in meine Playlist DIE BOTSCHAFT ans Ende. Da sind ca 20 Tracks die sich alle mit dem Ende / oder dem Anfang "der Reise" beschäftigen, wie man es halt nimmt. Einige davon, naja, eigentlich alle finde ich ziemlich gut. Sonst wären sie nicht in der Liste. Vor allem noch der Track von Varg-Seele ist sehr gut. "Den Tod überwindet, wer in Erinnerung lebt" !
      aber mein hirn ist doch müde ...... !!!!
    • In meiner Verwandtschaft sind schon einige gestorben, aber ich glaube, jeder würde mich als totalen Gefühlskalten Menschen bezeichnen, weil ich dabei nichts gefühlt habe.
      Als mein Opa gestorben ist, war ich total verwundert, weil meine Oma fast zusammen gebrochen ist ... ich hab hingegen das ganze nur mit Neugier betrachtet.
      Mein Vater ist gestorben ... mich hat das nicht gejuckt. (lag aber auch an der Vorgeschichte, trotzdem... keine Gefühle deshalb)
      Andere, die gestorben sind ... ich weiß nicht was ich dabei denken oder fühlen soll ... denn ich merke nichts davon.


      Ich bin da noch etwas überfragt, was ich für Gedanken habe, wenn es aufs Ende zu geht ...
      Sind wir nicht alle etwas Bluma???? ^^
    • Kommt doch auch auf diesen Beziehungsstatus zu einer Person an. Jemanden, dem ich jeden Tag mein Herz ausschütte, werde ich wohl mehr nachtrauern, als einer Oma, die ich einmal in 5 Jahren sehe (übertrieben ausgedrückt).
    • Mir ist grad eine Frage eingefallen, die mich ab und zu beschäftigt. Hier im Forum hab ich nach kurzem Blick nichts gefunden. Wenn es schon besprochen wurde, sorry..

      Aber zur Frage: was denkt ihr, wie sich Totsein "anfühlt"?

      Ich weiß es echt nicht. Wie auch. Aber ich kann mir trotz bester Bemühungen nicht vorstellen, dass da NICHTS ist. Kein Gefühl, kein Gedanke, kein Raum, keine Zeit, keine Wahrnehmung in welcher Form auch immer. Dass man so richtig ausgetilgt ist und man nicht mal das Nichts spürt. Irgendwie glaub ich gegenwärtig, dass der Tod nicht das Ende ist.

      Sokrates meint:
      "Eins von beiden ist das Totsein: entweder so viel als nichts sein noch irgendeine Empfindung von irgendetwas haben, wenn man tot ist; oder, wie auch gesagt wird, es ist eine Versetzung und Umzug der Seele von hinnen an einen andern Ort. Und es ist nun gar keine Empfindung, sondern wie ein Schlaf, in welchem der Schlafende auch nicht einmal einen Traum hat, so wäre der Tod ein wunderbarer Gewinn."
    • Ich weiß gar nicht, wann der Mensch damit begann, seinen unweigerlichen Tod zu verleugnen. Offenbar ist es so unvorstellbar, als Mitglied der Schöpfungskrone irgendwann nicht mehr die Hand am Hebel zu haben, so dass man sich eines Tages zu diversen Fantasiegebilden hat hinreißen lassen. Von Wiedergeburt bis hin zum Wandeln der Seele, oder dem Weiterleben in einem variierenden Paradies, war alles schon dagewesen. Zurückgekommen ist trotzdem niemand. Daran hat auch niemand Zweifel, wenn es sich um Tiere oder Insekten handelt. Lediglich beim Menschen kann nicht sein, was nicht sein darf.

      Um es abzukürzen: wenn man tot ist, dann ist man tot. Und hätte es die frühen Märchenerzähler nicht gegeben, hätte daran heute nach rationalen Gesichtspunkten auch keiner einen Zweifel. Es wäre so klar, wie die Kugelform der Erde. Aber selbst das ist für manche unvorstellbar.

      Wieso glaubst du, dass der Tod nicht das Ende ist? Im Umkehrschluss müsstest du auch glauben, dass du schon vor deiner Geburt da warst. Beides halte ich für ausgeschlossen.