Anarchonauten News

    • Offizieller Beitrag

    Neues Video, der nächste Song von der Virus-E.P.:


    Und dann möchte ich euch an dieser Stelle noch die neue E.P. von Dub De Rippa empfehlen, der ja auch schon ein paar Anarchonauten-Songs gemacht hat. Ist von seinem Zweitprojekt "Radiodubtive", rein instrumental und elektronisch, komplett anderer Stil als das was die Anarchonauten machen. Aber ich sag mal so: Falls ihr hin und wieder bewusstseinserweiternde Substanzen konsumiert und dabei gern spacige, gechillte Mucke hört, könnte das was für euch sein. :)
    Ist auch völlig umsonst, und kann man sich hier anhören und runterladen:
    The Incubation Period Of Dub | Radiodubtive

    • Offizieller Beitrag

    Wir sind zurück mit einem neuen Song. Ja, nochmal Corona, ich weiß... langweilig... aber ich hab in den letzten Monaten so viel Obrigkeitsgläubigkeit und Gleichschaltung in diesem Land miterlebt... und wenn ich dann noch darüber nachdenke, wie viele Künstler jetzt ums Überleben kämpfen, dass mein Lieblingskino pleite gegangen ist, und dass die da oben uns schonmal darauf einschwören, ihre unnützen Schwachsinns-Maßnahmen noch für lange Zeit zu ertragen... dann muss das einfach von den Anarchonauten noch einmal ausführlich kommentiert werden.
    Ein neues Album ist ebenfalls geplant. Rechnet mal Ende des Jahres damit. Das Motto lautet diesmal ganz klar: Neue deutsche Welle. Und so wollen wir auch klingen.

  • Habe deinen Track geschaut und ich bin beim Thema Corona sehr zwiegespalten.


    Auf der einen Seite verstehe ich die ganze Thematik um Freiheit.


    Aber auf der persönlichen Seite kann ich Corona sehr viel abgewinnen. Der Himmel ist wieder blau, die Natur kann durchatmen, das Amt nervt mich nicht mehr mit Eingliederungsvereinbarungen und die Menschen draußen halten einen gesunden Abstand. Ich bin mir nicht sicher, ob man diese Lage/Situation nicht auch als Chance betrachten sollte bzw sogar muss, denn ändern wird sich erstmal schnell nix und es gab schon eindeutig schlechtere Ausgangslagen.

    • Offizieller Beitrag

    textlich mir zu sehr an die Wutbürger angelegt. Hoffe ihr bekommt noch die Kurve.

    Das Lagerdenken hab ich mir in den letzten Monaten gründlich abgewöhnt. Ich fühle mich nirgendwo politisch zugehörig, weil der Schwachsinn heutzutage leider auch keine politischen Grenzen mehr kennt.
    Jemand kann politisch links stehen, in vielen Dingen mit dir einer Meinung sein, und trotzdem dann im nächsten Moment total faschistoiden Schwachsinn verzapfen und das kranke System verteidigen. Umgekehrt wird es vermutlich auch Rechte geben, die nicht den ganzen Tag nur den Hitlergruß machen, sondern hin und wieder auch ihr Gehirn benutzen und ein paar vernünftige Dinge von sich geben. Wieso sollte ich die dann komplett verdammen bei allem, was sie tun, während ich anderen jede Idiotie durchgehen lasse, weil sie ja (vermeintlich) auf der ideologisch korrekten Seite stehen?
    Sorry, aber ich sehe keine korrekte Seite mehr in den heutigen Zeiten... ich sehe nur noch Idiotie, Spießertum und Doppelmoral überall, daher werde ich in nächster Zeit auch gerne mal die Linken aufs Korn nehmen, wenn es mir angebracht erscheint. Und wenn dann demnächst mal auf einer Demo, bei der auch viele Rechte mit rumstehen, unser Song gespielt wird und Attila Hildmann dazu abtanzt, dann haben die meinen Segen. ;)


    Aber zur Wutbürger-Band werden die Anarchonauten dadurch garantiert nicht werden! Auf ein vernünftiges Statement aus der Wutbürger-Ecke kommen gleich darauf meistens 3 oder 4 Aussagen, wo ich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln kann, wie moderne, gebildete Menschen noch so doof sein können. Und so lange das so ist, besteht da denke ich keine Gefahr, dass wir uns dieser Szene irgendwie zugehörig fühlen könnten. Das wird nicht passieren. Wenn ich mich überhaupt noch irgendwo zugehörig fühlen kann, dann zu den Anarchisten (aber auch nur zu den undogmatischen, die mir nicht vorschreiben wollen, was ich mir aufs Brot schmieren darf. :D )

  • Der Song gefällt mir musikalisch auch gut, aber textlich da kann man, wenn man möchte, sich drüber streiten.


    Zitat von Dian

    Und wenn dann demnächst mal auf einer Demo, bei der auch viele Rechte mit rumstehen, unser Song gespielt wird und Attila Hildmann dazu abtanzt, dann haben die meinen Segen.


    NEIN! Jeder, JEDER, aber nicht Hildmann!! :!:D

  • Das Lagerdenken hab ich mir in den letzten Monaten gründlich abgewöhnt. Ich fühle mich nirgendwo politisch zugehörig, weil der Schwachsinn heutzutage leider auch keine politischen Grenzen mehr kennt.Jemand kann politisch links stehen, in vielen Dingen mit dir einer Meinung sein, und trotzdem dann im nächsten Moment total faschistoiden Schwachsinn verzapfen und das kranke System verteidigen. Umgekehrt wird es vermutlich auch Rechte geben, die nicht den ganzen Tag nur den Hitlergruß machen, sondern hin und wieder auch ihr Gehirn benutzen und ein paar vernünftige Dinge von sich geben. Wieso sollte ich die dann komplett verdammen bei allem, was sie tun, während ich anderen jede Idiotie durchgehen lasse, weil sie ja (vermeintlich) auf der ideologisch korrekten Seite stehen?
    Sorry, aber ich sehe keine korrekte Seite mehr in den heutigen Zeiten... ich sehe nur noch Idiotie, Spießertum und Doppelmoral überall, daher werde ich in nächster Zeit auch gerne mal die Linken aufs Korn nehmen, wenn es mir angebracht erscheint. Und wenn dann demnächst mal auf einer Demo, bei der auch viele Rechte mit rumstehen, unser Song gespielt wird und Attila Hildmann dazu abtanzt, dann haben die meinen Segen. ;)


    Aber zur Wutbürger-Band werden die Anarchonauten dadurch garantiert nicht werden! Auf ein vernünftiges Statement aus der Wutbürger-Ecke kommen gleich darauf meistens 3 oder 4 Aussagen, wo ich nur fassungslos mit dem Kopf schütteln kann, wie moderne, gebildete Menschen noch so doof sein können. Und so lange das so ist, besteht da denke ich keine Gefahr, dass wir uns dieser Szene irgendwie zugehörig fühlen könnten. Das wird nicht passieren. Wenn ich mich überhaupt noch irgendwo zugehörig fühlen kann, dann zu den Anarchisten (aber auch nur zu den undogmatischen, die mir nicht vorschreiben wollen, was ich mir aufs Brot schmieren darf. :D )


    Den Blick auf's Grundsätzliche sollte man eben nicht aus den Augen verlieren. Wutbürger und rechte Spießer haben eben mit Freiheitsentzug kein Problem, solange es die aus ihrer Sicht Richtigen trifft. Aufgeheult wird erst, wenn die eigene Komfortzone ins Visier gerät. Das Phänomen von Reichsbürgern und Verschwörungstheoretikern schlägt in dieselbe Kerbe - da Herrschaft als solche als begrüßenswert betrachtet wird, muss der Feind eben irgendwo 'außen' lokalisiert werden, damit die eigentlich legitime Ordnung wieder hergestellt wird. Dazu passt auch der DDR-Vergleich, damit wird eben die Erzählung von 'guten Demokratien' und 'bösen Diktaturen' weitergesponnen, so als hätte das eine überhaupt nichts mit dem anderen zu tun.


    Also ich hätte an deiner Stelle ein Problem, wenn ich oder meine Kunst von diesem Klientel positiv aufgenommen werden würde. Wie ich an anderer Stelle geschrieben habe: Die notwendige Kritik an den staatlichen Maßnahmen wird durch diese autoritären Clowns konterkarikiert. Man schadet dem eigenen Anliegen massiv bzw macht es den Fans des Staates sehr leicht, wenn man als Alternative eine rechte Freakshow präsentiert.
    Dass du nichts von Lagerdenken hältst, versteh ich gut, und ich selbst kann mich auch nicht mehr mit dem identifizieren, was viele Linke und Antifas in den letzten Monaten so getan und von sich gegeben haben. Dennoch kam das einzige Vernünftige zum Thema Corona und autoritärem Krisenmanagement, das ich aufgeschnappt habe, aus der radikalen linken und anarchistischen Ecke (und vereinzelt auch von etwas radikaleren Einzelnen aus der Linkspartei). Zugegeben, es werden von vielen leider immer noch falsche Prioritäten gesetzt.


    Ach ja, musikalisch find ich den Song wieder deutlich schwächer als z.B. den über Machno, aber was weiß ich schon über NDW :D

  • Habe deinen Track geschaut und ich bin beim Thema Corona sehr zwiegespalten.


    Auf der einen Seite verstehe ich die ganze Thematik um Freiheit.


    Aber auf der persönlichen Seite kann ich Corona sehr viel abgewinnen. Der Himmel ist wieder blau, die Natur kann durchatmen, das Amt nervt mich nicht mehr mit Eingliederungsvereinbarungen und die Menschen draußen halten einen gesunden Abstand. Ich bin mir nicht sicher, ob man diese Lage/Situation nicht auch als Chance betrachten sollte bzw sogar muss, denn ändern wird sich erstmal schnell nix und es gab schon eindeutig schlechtere Ausgangslagen.

    Eine Chance auf was genau? Ich hab schon von diversen Leuten, die von der Stütze leben und ohnehin nicht viel raus- bzw rumkommen, gehört, dass sie ganz zufrieden sind, mal in Ruhe gelassen zu werden. Außerdem muss man sich nicht mehr als Gammler fühlen, da ja alle anderen auch einen oder mehrere Gänge zurückschalten.
    Nun kann ich persönlich dem wenig abgewinnen, da nichts davon auf mich zutrifft. Und gesamtgesellschaftlich sehe ich keinerlei Veränderung außer einer Zustimmung zu Technokratie und Autoritarismus in zu großen Teilen der Bevölkerung. Ein nachhaltiger und anhaltender Umweltschutz wird sich kaum ergeben. Wo ist sie also, diese Chance auf Veränderung? Und was sollen wir deiner Meinung nach tun, um sie zu nutzen?

  • Ein nachhaltiger und anhaltender Umweltschutz wird sich kaum ergeben.

    Den gab es aber in den letzten Wochen und Monaten, wie Satellitenbilder zeigen. Und wenn der Planet nur diese kleine Ruhepause bekommen hat, dann ist das schon weit mehr, als es das ohne Corona auch nur annähernd gegeben hätte. Allgemein steigt die Umweltbelastung ja eher, statt dass sie sinkt. Aber jetzt hat man es schwarz auf weiß, dass weniger Abgase durch Autos und Fabriken eben sehr wohl etwas bringen. Was man nun daraus macht, ist eine andere Geschichte.
    Die RAF zeigte auch einen Weg auf, den zwar am Ende die Gesellschaft nicht gegangen ist, aber war sie deshalb ein Fehler? Hätte ohne Corona sich überhaupt einer Gedanken gemacht, oder hätte doch jeder nur weiter in seinem eigenen Trott weitergelebt?


    Ich denke es ist zu früh, um das alles abschließend einzuschätzen. Wer weiß, was da noch kommt. Vielleicht haben Pfleger hinterher ein Bild in der Gesellschaft, was ihnen eher zusteht, als das bisher der Fall war? Vielleicht erkennt zumindest ein Land der Erde, dass nur aufs Kapital zu setzen doch nicht die Lösung ist, und eine Wirtschaft, die nur auf Wachstum aufbaut, sehr schnell zusammenbrechen kann. Vielleicht kommt ja irgendwo das BGE. Vielleicht bleibt hierzulande die Regelung, dass man nicht postwendend seine Bleibe verliert, wenn man mal in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Womöglich fallen bei der nächsten Wahl weit weniger Menschen auf Rattenfänger ein, nachdem sie nun wissen, wie es sich anfühlt ohne Freiheiten zu leben?


    Und wenn das alles doch nicht passiert, dann war das schlimmste, was uns passiert ist, dass wir mal ein paar Monate eine Maske beim Einkaufen getragen haben.

  • Das sind mir zu viele 'vielleichts', als dass ich diesem Mix aus Krankheit und autoritärer Krisenbewältigung irgendwas Positives abgewinnen könnte. Hängt vielleicht auch damit zusammen, dass ich mit der populären Erzählung, alles müsse schlimmer werden, bevor es besser wird, ohnehin nichts abfangen kann. (Die Frage, ob der Weg der RAF in irgendeiner Form eine positive Alternative dargestellt hätte, kann ich persönlich wohl nicht mehr bejahen.)
    Ich sehe keine gesellschaftlichen Impulse für tiefgreifende Veränderung. Für mich persönlich kann ich lediglich festhalten, dass sich ein Stück weit die Spreu vom Weizen weiter getrennt hat, was politische Bündnisse angeht.
    Wobei ich im Erstarken von rechtem Populismus tatsächlich nun eine kleinere Gefahr sehe als noch vor Corona. Und wenn das System Trump Schaden nimmt, mag das auch hiermit zusammenhängen. Aber auch das ist nur ein 'vielleicht'.
    Kein 'vielleicht' ist die Tatsache, dass die ersten in meinem Freundeskreis Pleite gehen und dass der Kulturbetrieb - was macht Städte sonst noch lebenswert? - massiv bedroht ist.
    Mein vorläufiges Fazit ist eine fortgeschrittene Entfremdung von politischen Gruppen, mit denen ich mich nicht mehr identifizieren kann, und eine Verödung der urbanen Landschaft. Im Grunde gute Voraussetzungen für einen inneren und äußeren Rückzug, aber sicher nicht für ein irgendwie geartetes Engagement für die Gesellschaft.