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Es gibt 131 Antworten in diesem Thema, welches 88.326 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (11. September 2026 um 00:40) ist von Dian.

  • Warum zur Hölle ist der neue Spiderman-Film so erfolgreich? Ich dachte, das Thema wäre endlich mal durch...

    Er hat ja schon in der ersten Woche fast The Odyssee überholt, obwohl der schon zwei Wochen länger läuft und ebenfalls sehr erfolgreich ist. Aber bei Spiderman kann ich es halt irgendwie deutlich weniger nachvollziehen. Meinetwegen geb ich dem Film Credits dafür, dass er ein bisschen weniger hohl ist als die letzten DC- und Marvel-Filme, aber dafür bedarf es ja auch nicht all zu viel. Davon abgesehen ist es aber halt ein stinknormaler Superheldenfilm, der vierte Teil des Reboots vom Reboot, und genau so fühlt er sich eben auch an.

    Aber offensichtlich scheinen das sehr viele Menschen anders zu sehen. Das ganze fucking Kino hat applaudiert am Ende der Vorstellung! Und ich hab mich nur gefragt: Haben die irgendwie alle einen anderen Film gesehen als ich? Und die Kritiken sind auch fast ausschließlich positiv. Bester Spiderman bla bla, bester Marvel Film seit Ewigkeiten, bla bla.

    Daher gerne nochmal: Es ist ein stinknormaler Superheldenfilm, wie es schon dutzende gegeben hat. Alles schon mal gesehen, alles schon mal dagewesen.

    Die Filmanalyse war immerhin kritisch, und schießt sich darauf ein, dass Spiderman den autoritären Überwachungsstaat verherrlicht. Aber sind wir mal ehrlich, tun das nicht die meisten Superheldenfilme?

    So gesehen denke ich, dass er das mal wieder ein bisschen überinterpretiert. Aber natürlich vermitteln solche Filme unterbewusst auch ein bestimmtes Denken, und wenn man sieht, wie viel (vor allem junge) Leute in den Film gehen, die dann mit Messages wie "Die Polizei, dein Freund und Helfer" wieder nach Hause kommen, mag diese Kritik durchaus berechtigt sein.

    Ich finde aber, damit nimmt man den Film schon viel zu wichtig.

    Es ist einfach nur ein weiterer, meinetwegen gut gemachter Superhelden-Film, der aber meines Erachtens mit zunehmender Laufzeit vor allem daran krankt, dass er einfach keinen fiesen Superschurken hat. Und Superhelden-Filme ohne Superschurken, bei denen die Superhelden hauptsächlich gegen andere Superhelden kämpfen, die eigentlich auch alle gar nichts Böses wollen, sind halt irgendwie lahm.

  • Ich stehe ja seit jeher auf Ritter- und Mittelalterfilme, und "The Uprising" ist tatsächlich mal wieder ein historischer Film ganz nach meinem Geschmack. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, war ich mir zuerst nicht ganz sicher, was mich hier erwarten wird... wird es ein episches Werk wie "Braveheart", oder eher ein belangloser Actionfilm im Mittelaltergewand a la "Wilhelm Tell"?

    Nach Betrachten des Films würde ich sagen, vielleicht irgendwo dazwischen, aber auf eine positive Weise. Der Film ist unterhaltsam und hat einige blutige Kampfszenen, ohne sich zu sehr darauf zu fokussieren, also die Action ist hier ganz klar nicht drin, weil eben alle paar Minuten irgendwas knallen muss, sondern nur, wenn es die Story erfordert. Das Mittelalter wird auf jeden Fall etwas glaubwürdiger dargestellt als in "Wilhelm Tell" (über den ich ja jetzt schon genug abgelästert habe), aber trotz des dargestellten Bauernaufstandes, der natürlich wie man aus der Geschichte weiß nicht gut ausgeht, fehlt dem Film so das Grimmige von Braveheart, und erinnert am Ende dann eher etwas an Robin Hood. Das meine ich jetzt auch gar nicht negativ. Ich hatte auch gar keinen Bock auf einen Film, wo der Held am Ende dann langsam zu Tode gefoltert wird, sondern mag auch ganz gern so den Abenteuer- und Gesetzlosen-Aspekt eines Robin Hoods, und das liefert der Film dann auch sehr gut ab. Die aufständischen Bauern wirken durchaus modern, wenn sie für ihre Rechte und mehr Mitbestimmung eintreten, auch wenn die Bauern natürlich in ihrem Glauben an Gott und König verhaftet sind. Aber es schwingt durchaus gelegentlich etwas Klassenkämpferisches mit, und man kann gar nicht anders, als sich beim Betrachten des Films zu fragen, wie das wäre, wenn heutzutage einfach alle Menschen plötzlich die Schnauze voll von ihrer Regierung hätten und die Amtsstuben stürmen würden, um alle dort gesammelten Daten zu vernichten, damit ihnen niemand mehr irgendwas nachweisen oder von ihnen fordern kann. Denn genau das machen die Bauern.

    Und als manche der Aufständischen dann auch anfangen, sich daneben zu benehmen, als sie in der Zentrale der Macht angekommen sind, fühlt man sich nicht zuletzt auch an den Sturm auf das Kapitol erinnert, und da zeigt der Film dann auch schön, wie es in echt vermutlich auch abgehen würde, wenn sich die aufgestaute Wut der Leute entlädt, und sich unter den wütenden Mob auch Chaoten und hasserfüllte Dummköpfe mischen.


    Wenn ich dem Film etwas ankreiden würde, dann dass er die ganz großen, epischen Bilder dazu nur teilweise abliefert. Es ist alles handwerklich gut umgesetzt, aber ich vermisse vielleicht dann doch etwas richtig krass Dramatisches und Bildgewaltiges, was längerfristig in Erinnerung bleibt, oder eine herausragende schauspielerische Leistung. Dann hätte mich das Ganze bestimmt noch mehr begeistert. So ist es eben nicht das ganz große Epos geworden... aber wie gesagt, wer auf Robin Hood, Mittelaltergeschichten und Freiheitskampfromantik steht, wird definitiv auf seine Kosten kommen.