"Sisu 2" ist erfreulicherweise mal eine gelungene Fortsetzung, die auch komplett ohne Kenntnis des ersten Teils funktioniert. Wie bereits im Vorgänger gibt es knallharte Action irgendwo zwischen "Mad Max" und "Inglorious Basterds", gepaart mit atmosphärischen Landschaftsaufnahmen und einer Portion finnischer Schrulligkeit, vor allem aufgrund des Hauptdarstellers, der den ganzen Film konsequenterweise kein einziges Wort sagt, und der so ziemlich der coolste Actionheld der letzten Jahre sein dürfte.
Mein persönlicher Eindruck ist, dass der zweite Teil sogar noch besser ist als der erste, weil die Action noch eine Spur spektakulärer wurde, und weil ich das Hauptmotiv des Helden diesmal einfach noch passender finde, da es diesmal nicht einfach um Gold geht, das er auf die Bank bringen möchte, sondern um das Haus seiner ermordeten Familie, das er auf einen Lastwagen packt, um es über die Grenze zu bringen und woanders wieder aufzubauen. Das gibt der ganzen Handlung irgendwie auch noch eine gewisse Tragik, und der Film hält da eigentlich bis zum Schluss eine recht gute Mischung zwischen ernster Dramatik und witzigem Brutalo-Trash. Nicht zuletzt dank des genialen Hauptdarstellers, der es irgendwie schafft, gleichermaßen knallhart zu wirken und doch auch glaubwürdig Emotionen zu vermitteln und letztlich eben doch Mensch zu sein, statt so ein typischer unfehlbarer, glatter Hollywood-Actionheld.
Wäre schön, wenn sie die Reihe noch zur Trilogie ausbauen würden. Die Vorgeschichte ist immer noch unerzählt (außer dass sie eben in den ersten beiden Filmen kurz erwähnt wude). Also entweder dann ein Prequel mit seinen Kriegserlebnissen, das vor dem ersten Teil spielt, oder meinetwegen auch noch einen normalen dritten Teil. Gerne dann diesmal auch von der Länge her noch etwas epischer. Warum geht der Film nur knapp 90 Minuten, während andere Filme (vor allem, wenn Leonardo di Caprio mitspielt), ihre Geschichte auf 3 Stunden auswalzen, obwohl sie auch nicht mehr zu erzählen haben???
Einerseits finde ich es ja angenehm, dass sie sich kurz gefasst haben, aber gerade von Sisu würde ich mir problemlos auch eine zweieinhalb Stunden-Fassung anschauen können, gerne dann auch mit noch mehr Zeit für ein paar langsame, schwermütige Szenen zwischendurch, die aufgrund des hohen Tempos des Films leider etwas zu kurz kommen, aber die ja gerade auch viel zu diesem typisch finnischen Charakter beitragen.