Beiträge von Lonewolf

    Weißt du was: Wenn du mir mithilfe von seriösen Studien nachweist, dass ein sofortiges Verbot des Rauchens das Gesundheitssystem in den nächsten Monaten soweit entlasten würde, dass dies sich signifikant auf die Bettenbelegung bzw. die Corona-Bekämpfung auswirkt, unterschreibe ich sofort eine entsprechende Petition ;-)

    Nur fürchte ich, dass die Menschen hier ebenso Sturm laufen würden wie gegen eine Impfpflicht, wenn nicht noch mehr. Unter freiheitlichen Gesichtspunkten ist dies eben wieder eine Frage der Abwägung. Mir geht es eher darum, die Debatte wieder mehr Richtung persönlicher Verantwortung zu lenken, ohne dabei ein System an die Wand zu fahren, auf das auch Menschen angewiesen sind, die kurz- bis mittelfristig nix an ihrer Lage ändern können.

    Natürlich ist das ein Ablenkungsmanöver. Denkst du etwa, das Risiko ändert sich kurzfristig für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören? Denn darum geht es: kurzfristige Entlastung. (Auch wenn von heute auf morgen alle Menschen zu Nichtrauchern werden würden, darf bezweifelt werden, dass dies in den kommenden Monaten sichtbare Effekte hätte.) Und hier ist natürlich die Impfung ein Baustein, wenn auch nicht der Einzige. Ich verstehe nicht, wo das Problem liegt. Wer sich nicht impfen lassen will, sollte schon wenig mehr Konsequenz in seinem Handeln und seinen Forderungen zeigen, anstatt darauf zu pochen, dass ihn das System am Ende rettet.

    Wir haben dieses 'Argument' schon weiter vorne im Thread betrachtet. Die aktuelle Überlastung des Gesundheitssystems ist natürlich auf Corona-Patienten zurückzuführen, die eben im Gegensatz zu Rauchern kurzfristig in zu großer Anzahl in den Kliniken vorstellig werden. Natürlich könnte man darüber nachdenken, Raucher stärker zur Kasse zu bitten, nur ändert das kurzfristig nix. Eine ausreichende Anzahl an Geimpften allerdings schon. Also sehe ich keinen Sinn in solchen Ablenkungsmanövern .

    Meine Erfahrung mit Impfgegnern ist eher, dass die insgesamt ein großes Vertrauen in ihr Abwehrsystem haben, nicht nur in Bezug auf Corona. Insofern würde ich überhaupt nicht unterstellen, dass die insgeheim auf das System vertrauen oder große Nutznießer sind - ich hab selbst einen Impfverweigerer-Bekannten, der bisher allein mit seiner 'alternativen Medizin' durchs Leben gekommen ist und dem es im Grunde egal sein könnte, wie das System als solches aufgestellt ist.

    Humanität liegt hier eben im Auge des Betrachters. Ich finde den jetzigen Zustand zutiefst inhuman, in dem Menschen ohne eigenes Verschulden keine OP bekommen, weil sich das Personal um Impfgegner kümmern muss. Wenn wir tatsächlich den Gedanken der Eigenverantwortung höher hängen würden, wäre das für mich akzeptabler und vermittelbarer als dieser im Grunde sowohl unwürdige als auch unfreie Zustand, in dem wir derzeit leben.

    Wenn Ungeimpfte das Hauptproblem bzw die Hauptbelastung für das Gesundheitssystem sind, ist es eben nicht hinnehmbar, dass die Freiheiten aller anderen gleich mit eingeschränkt werden. Ich habe die Misere zum Teil miterlebt - Krankenhäuser im Lockdown, verschobene Operationen, spät entdeckte Krebserkrankungen, dazu die Aussagen von Bekannten, die im System arbeiten - daher habe ich gerade keinen großen Zweifel daran, dass Ungeimpfte tatsächlich das Problem darstellen. Daher habe ich auch kein Problem damit, wenn diesen eine Behandlung verweigert wird, WENN die Kapazitäten nicht mehr ausreichen. Menschen, die unverschuldet medizinische Hilfe benötigen, sollten natürlich dann vorgezogen werden.

    Das Gesundheitssystem als solches muss natürlich auch unabhängig von Corona massiv reformiert werden, da besteht doch eigentlich kein Zweifel. Das sehe ich nicht als 'Geschenk' an Ungeimpfte, auch erscheint mir das Argument der Förderung von Leichtsinnigkeit nicht besonders überzeugend.

    Vor einigen Monaten habe ich noch (naiv) geschrieben, dass davon ausgegangen werden sollte, dass die Maßnahmen ein Ende finden, wenn jeder ein Impfangebot erhalten hat. Das Gegenteil ist eingetreten - die Tatsache, dass Impfen als alleiniger Ausgang aus Ägypten propagiert wird, sorgt nun dafür, dass im Namen einer anvisierten Durchimpfung der Gesellschaft nun auf alle Druck gemacht wird: auf die Ungeimpften, damit sie sich endlich den Pieks geben lassen, und auf die Geimpften, damit sie auch weiterhin ihren gerechten Zorn auf erstgenannte richten, anstatt diejenigen ins Visier zu nehmen, die zumindest für den desolaten Zustand des Gesundheitssystems verantwortlich sind.

    Mittlerweile würde ich die Aussage, dass Gesundheit individualisiert werden sollte, in dieser Hinsicht unterschreiben. Heißt in der Konsequenz: Kein Impfzwang und so gut wie keine Maßnahmen mehr, aber auch keine intensivmedizinische Behandlung mehr für Ungeimpfte, sofern die örtlichen Kapazitäten beschränkt sind. Das ist für mich im großen Maßstab die sowohl freiheitlichere als auch humanere Methode, wenn die Alternative lautet, den permanenten Ausnahme-Zustand noch 2,3, 4 oder noch mehr Jahre aufrechtzuerhalten.

    Danke für die Ausführungen. Mit der Empfehlung von Foucault und Schmitt rennst du bei mir natürlich offene Türen ein, ich habe beide mit Gewinn gelesen, wobei ich letzteren freilich 'auf links' drehe bzw. aus seiner Apologie von Herrschaft für mich eine Ablehnung von staatlicher Herrschaft konstruiere ;-)

    Einer seiner zentralen Sätze ist ja: 'Der Souverän ist derjenige, der über den Ausnahmezustand entscheidet.'

    Gerade diesen Satz sollten sich alle vergegenwärtigen, die wahlweise das Grundgesetz vor sich hertragen oder aber es öffentlich verbrennen.

    Eine etwas seltsame Wahrnehmung. Wem haben wir denn Dinge wie Ausgangssperren, Mobilitätseinschränkungen, strengere Polizeigesetze, mehr Überwachung oder schärfere Abtreibungsregelungen zu verdanken? Nur weil sich einige Rechtspopulisten als 'Verteidiger der Freiheit' inszenieren, ist es doch absurd, in Konservativen die Bewahrer irgendwelcher Freiheitsrechte zu sehen.

    Was die Linke angeht, gab es schon immer autoritäre Gruppen und Positionen. Daher auch mein Appell, die 'schwarze Fahne ' (unter Bezugnahme auf das Symbol der antifaschistischen Aktion) bzw. die Bezugnahme auf eine libertäre Tradition wieder stärker in den Fokus zu rücken (was nicht heißen muss, dass sich 'rote' Antifas nicht auch für Freiheitsrechte stark machen können, je nachdem, was sie hiermit verbinden).

    Deine 'Punker-Antifa'-Erfahrungen in allen Ehren, aber ich würde mich doch eher auf konkrete Positionen beziehen, und nicht auf fragwürdige Vorkommnisse bzw Personen auf irgendwelchen Demos. Was Außenwirkung und Slogans angeht, bin ich allerdings kein Freund von Ironie oder Doppeldeutigkeit, da die meisten Menschen hiermit überfordert sind. Der Hang zum 'Witzigseinwollen' ist tatsächlich ein Ärgernis.

    Der Satz klingt so oder so komisch. Schreib doch einfach

    "Gnadenlos brannte die Sonne auf Ahmeds Kopf herab." Die Info, dass er gerade einmal 16 Jahre alt ist, kannst du woanders verpacken. Und das 'heiß' würde ich weglassen, wie soll sie denn sonst brennen? ;)

    Ich bin kein Musiker und hab auch keinen 'technischen Blick' auf Musik. Für mich ist nur relevant, ob Musik bei mir Emotionen auslöst. Dementsprechend ist es mir eher egal, wie technisch sauber irgendwas klingt - im Gegenteil, wenn zu viel 'gefrickelt' wird bzw. irgendwas zu perfektionistisch klingt, kann mich das auch abschrecken. Zu meinen Faves gehören z.B. Bathory - von sauber oder technisch versiert kann man hier nicht unbedingt sprechen, eher von räudigem Minimalismus ;)

    Und natürlich Primordial, die perfekte Schnittmenge aus Bathory und My dying Bride, so vom Feeling her.