Beiträge von Lonewolf

    Ich sehe in deinen Verlinkungen keine progressiven Positionen. Solche wären z.B. eine konkrete Forderung nach einem verbesserten Gesundheitssystem. Wo sind die Solidarisierungen mit den Menschen im Gesundheitswesen, mit Streiks etc.?

    Meinst Du das ernst?

    Solche Forderungen werden von der Bewegung wie eine tibetanische Gebetsmühle seit knapp 2 Jahren erhoben.

    https://freie-linke.de/freier-funke/2…t-suspendierung

    Fällt dir was auf?

    "Linke Solidarität mit jedem Menschen aus dem italienischem Gesundheitswesen, dem nun die Suspendierung und der Entzug des ohnehin viel zu geringen Lohns angedroht wird."

    Für mich sieht das eher wie Impfgegnerpropaganda in linker Maskerade aus. Wo ist denn die 'linke Solidarität' mit dem Personal in den Kliniken, das verzweifelt zum Impfen aufruft?

    Ja, dahingegen haben wir wahre Musterbeispiele an Bescheidenheit und Selbstreflexion in den Reihen der Querdenker ;)

    Es ist eben nicht jede Form von Protest automatisch unterstützenswert und die Unterwanderung durch rechte sowie generell fragwürdige Positionen - und damit meine ich explizit Coronaleugner und -verharmloser - in den entsprechenden Demos ist eben nicht nur latent vorhanden, sondern teilweise programmatisch im Sinne von Querfrontdenken. Man kann Linken vorwerfen, dass sie nicht selbst Bewegungen initiieren, aber man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie bestimmte rote Linien ziehen und sich nicht mit alles und jedem gemein machen, was 'staats-' bzw 'systemkritisch' daherkommt.

    Ich sehe in deinen Verlinkungen keine progressiven Positionen. Solche wären z.B. eine konkrete Forderung nach einem verbesserten Gesundheitssystem. Wo sind die Solidarisierungen mit den Menschen im Gesundheitswesen, mit Streiks etc.? Stattdessen haben wir Aufläufe vor Kliniken, Einschücherungsversuche gegen Impfzentren und generell gegen Ärzte, die impfen. Wo genau ist der Platz in dieser Bewegung für Menschen, die die Maßnahmen kritisch sehen und dennoch Impfen für einen notwendigen Hebel halten?

    Wieso sind Linke in einer 'privilegierten Blase'? Zunächst mal sind Linke auch nur Menschen, die in dieser Gesellschaft leben und mit denselben Problemen zu kämpfen haben wie andere auch. Im Gegenteil, wenn etwas Ausdruck einer Wohlstandsmentalität ist, dann diese Form von Protesten. Auch die Bezugnahme auf das Grundgesetz halte ich für verfehlt, ebenso wie den Ruf nach Neuwahlen. Das sind letztlich bürgerliche Illusionen.

    Ich gehe da von meinen Erfahrungen in Leipzig aus; dass die ganzen Proteste anderswo (als im Osten...) heterogener sind, nehme ich mal stark an. In Leipzig waren die Demos von Beginn an 'lost'... klar wurde hier auch 'Systemkritik' geäußert und ich würde ursprünglich auch keine sicher keine rechte Agenda unterstellen, aber es war eben unterm Strich ein völlig diffuses Dagegensein aus einem reinen Bauchgefühl heraus, genährt von allerhand Verschwörungsdenken. Heute haben wir eine völlige Unterwanderung bis offene Übernahme durch Rechte, und die Zusammensetzung der Proteste erinnert eher an die Antiflüchtlingsdemos in Chemnitz und anderswo.

    Aber dies muss auch niemanden wundern, denn auch die linken Gruppen haben weitestgehend versagt, den Kopf in den Sand gesteckt oder sich auf ihre üblichen Antifa-Protokolle verlassen. Leider haben wir heute in der linken Szene oft eine Zusammensetzung aus woken, identitären Millenials, Antideutschen und subkulturellen Kiez- und Event-Aktivisten. Ich bin auch noch mit anderen Strukturen aufgewachsen, mit 'Gipfelstürmern', mit bodenständigen Antifas ('always antifascist, sometimes antisocial').

    Hinzu kommt, dass jede Form des progressiven Protestes, wenn er denn stattfindet, medial oft totgeschwiegen und von staatlicher Seite stärker mit Repression überzogen wird als im Gegenzug rechtsoffene oder Querdenker-Veranstaltungen.

    Es ist sehr deutlich, dass der Staat hier aus Kalkül selektiv vorgeht, um in der Öffentlichkeit nur eine bestimmte Form des Protestes wahrnehmbar als Negativbeispiel 'laufen' zu lassen. Insofern sehe ich Querdenker eher als nützliche Idioten, als Steilvorlage für das Narrativ der Spaltung. Dass die Proteste heterogen sind und auch viele Wohlmeinende mitlaufen, mag sein, aber wo spiegelt sich das in konkreten Positionen wider? Wo dominieren die von dir genannten Inhalte (Solidarität mit Marginalisierten, grundlegende Kritik an Staat und Kapital), wo und wie wird das vermittelt? Sicherlich nicht bei Ballweg und Co, und gewiss nicht bei den 'Freien Sachsen'.

    Es genügt nicht, einfach das Narrativ zu kultivieren, dass Corona eine riesige Verschwörung ist von 'denen da oben', und viel mehr habe ich noch nicht vernommen. Wenn es diese progressiven Ansätze gibt, hoffe ich mal, dass sie zumindest öffentlich wahrnehmbarer werden.

    Gegen diese autoritären Formen moderner Herrschaft kämpfen verschiedene Initiativen schon lange, daher ist es umso interessanter, dass all diese Punkte, die über Unzufriedenheit mit Corona-Maßnahmen hinausgehen, in der Regel keinerlei Berücksichtigung bei 'Querdenkern' finden. Es ist eben ein Spießeraufstand.

    Auch in diesem 'anarchistischen' Forum habe ich bisher keine Alternativen vernommen, die mehr beinhalten als Teesud trinken, nicht Rauchen, mehr Vitamin D oder schlicht und ergreifend leugnen, dass es überhaupt ein Problem gibt. Selbst Dians Videos sind immer herrlich unkonkret in ihrer Konsequenz. 'Anarchismus' sollte eben ein bißchen mehr sein als ein persönlicher Ego-Trip.

    Ich wäre ja wirklich froh gewesen, wenn wir dieses hartnäckige Infragestellen staatlicher Autorität in den letzten Jahrzehnten in der Bevölkerung gehabt hätten, als es um neoliberale globale Sparpolitik ging. Aber ich vermute mal, dieselben, die heute auf die Straße gehen und ohne Maske Polonaise tanzen, waren früher eher auf der Seite derjenigen, die gegen faule Griechen oder Hartz-4-Empfänger gehetzt haben, oder sie sind es immer noch.

    Dennoch brauchen wir natürlich eine Bewegung, die die Coronapolitik genauso angeht wie jede andere Form neoliberaler Zumutung auch - es wäre die Zeit gewesen, ähnlich wie im Rahmen der großen Generalstreiks in anderen Ländern endlich mal wieder einen Massenaufstand auf die Beine zu bringen. Leider haben eben viele der Intelligenten zu lange gezögert oder sich aus gutgemeinten Gründen vom Gefasel von 'Solidarität' einlullen lassen. Meine letzte Hoffnung ist, dass die Rufe nach einem Ende des Krisenregimes lauter werden und sich tatsächlich auch inhaltlich radikaler äußern werden, wenn klar wird, dass es verfehlt ist, eine gelungene Durchimpfung als Bedingung für Freiheit zu betrachten.

    Und jetzt vergleich mal die drohenden Langzeitfolgen durch Corona mit denen einer Impfung.

    Würde ich ja gerne, aber wie soll das gehen, du Schlaumeier. Keine Ahnung, aber die Nebenwirkungen der Impfstoffe bagatellisieren, wenn das RKI zu deinen Langzeitfolgen schreibt:

    "Da COVID-19 als Krankheitsbild erst seit etwas mehr als einem Jahr bekannt ist, sind die Ursachen von COVID-19-Langzeitfolgen, das Risikoprofil der Betroffenen und die unterschiedlichen Symptomkomplexe und Krankheitsverläufe noch nicht vollständig erforscht. Es ist aktuell noch nicht möglich sicher abzuschätzen, wie lange längerfristige Auswirkungen von COVID-19 andauern können, wie gut sie therapierbar sind und wie groß der Anteil der Betroffenen ist, der bleibende Auswirkungen mit sich tragen wird. Besonders über die gesundheitlichen Langzeitfolgen bei Kindern und Jugendlichen ist noch wenig bekannt." (https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ…zeitfolgen.html)

    Man merkt wieder einmal, dass Maßnahmenbefürworter einfach NICHTS verstanden haben.

    Im Gegenteil, diese Einschätzung ist im Grund sogar noch beunruhigender, da ein diffuses Krankheitsbild wie Long Covid eben momentan zwar beobachtbar, aber noch nicht ausreichend eingegrenzt und erforscht ist. Impfnebenwirkungen sind im Vergleich verhältnismäßig selten. Auch wenn ich mich wiederhole: Die individuelle Risikoabwägung sollte natürlich jedem selbst überlassen bleiben, weshalb ich kein Freund einer Impfpflicht bin. Ebensowenig bin ich freilich ein Freund militanter Impfgegner, die auch nicht davor zurückschrecken, vor entsprechenden Einrichtungen aufzulaufen.

    ecMir reichen meine Erfahrungen in Krankenhäusern bzw. die Berichte meiner Bekannten, die in diesen arbeiten, in dieser Frage völlig aus, um mir eine Meinung zu bilden. Ansonsten weiß ich nicht so ganz, was du eigentlich von mir willst. Ich habe nirgendwo Grundrechtseinschränkungen gefordert, im Gegenteil. Und wenn du keine Angst vor Corona hast, dürfte dich auch mein Vorschlag, Ungeimpfte in einer Triage-Situation nachrangig zu behandeln, nicht beunruhigen ;-)

    Schön, dass dir das Leben in einer Blase von Gleichgesinnten ausreicht, um die Gesamtzusammenhänge und die Weltpolitik zu verstehen.

    Schon putzig, das ausgerechnet aus dem Mund eines Querdenkers zu hören ;) Deinen Restverstand hast du wohl vor langer Zeit in der kleinen Echokammer abgegeben.

    Ich bin nach wie vor kein Freund irgendwelcher Freiheitseinschränkungen, nur gebe ich mich eben nicht der verblendeten Vorstellung hin, dass Freiheit in der jetzigen Situation und generell ohne einen bestimmten Preis zu haben ist. Wenn Kapazitäten in diesem System beschränkt sind, muss eine Abwägung getroffen werden. Dass das mittelfristige Ziel und die zentrale Forderung sein muss, die notwendigen Kapazitäten zu erhöhen, haben wir hier wohl schon bis zum Erbrechen durchgekaut. Nur hilft uns das kurzfristig eben nichts, und auch Menschen, die für den Betrieb dieses Systems notwendig sind, müssen erstmal motiviert werden, sich im Ernstfall auch um Verblendete und hoffnungslose Fälle wie dich zu kümmern - aber keine Sorge, die von mir vorgeschlagene Triage-Regelung wird wohl ein Gedankenspiel bleiben.

    Es ist schon amüsant bis irritierend, welches Klientel an Spießerexistenzen sich heutzutage als Systemgegner inszenieren und fühlen darf. Dabei bräuchten wir tatsächlich eine Bewegung, die nicht schon durch ihr eigenes Auftreten und Gebaren mediale Propaganda im Grunde überflüssig machen würde.

    Die Kontaktbeschränkungen über die Feiertage sind schon rührselig. Im Ernst, was sagt das über die Gesellschaft aus? Kein Bulle wird am Esstisch nachschauen, wie viele Geimpfte und Ungeimpfte dort sitzen. Wer Wert auf solche Beschränkungen legt, wird sich ohnehin auch weiter verkriechen, und wer nicht, dem gehen solche Regeln ohnehin am Arsch vorbei.

    Hauptsache es wird in aktionistischer Manier staatlicher Handlungswille demonstriert. Wäre ich 'verschwörungsgläubig' , würde ich hier nur einen weiteren Versuch wittern, Menschen zu dressieren und zu zu sehen, wie weit man gehen kann, ohne dass sich Widerstand regt. Im Grunde werden dieselben (ideologischen) Abrichtungstechniken, die im Rahmen der neoliberalen Sparpolitik etabliert wurden, nun gezielt zur Bevölkerungskontrolle im Rahmen der 'Pandemiebekämpfung' eingesetzt.

    Darüber hinaus hat nie jemand in Abrede gestellt, dass es männliche Genitalien und weibliche Genitalien gibt. Klar gibt's die.

    Löblich. Immer auf nummer sicher gehen. War das jetzt so ein versprochenes Sachargument oder? ;-)

    Im Ernst: Es ist doch so: Vor einigen Hundert Jahren wurden "Diverse", schwule, transsexuelle und co gesteinigt und als Aussätzige behandelt. (An deren Stelle sind heute die Covidioten getreten.) Jetzt ist man divers weil es hip und unheimlich in Mode ist. Darüber, verfolgt oder ausgegrenzt zu werden braucht sich von denen heute keiner mehr sorgen zu machen.

    Letztere Aussage ist natürlich ignoranter Schwachsinn, es gibt nach wie vor auch in 'toleranten' Gesellschaften Angriffe auf die genannten Gruppen, und in genug anderen Ländern weltweit auch staatliche Verfolgung. Und da ahnungslose 'Systemgegner' von deiner Sorte den bestehenden Diskurs bzw. die Problematik nicht verstehen, reagieren natürlich viele allergisch auf entsprechende 'lustige' Memes.

    Dabei ist das Meme als solches im richtigen Kontext gar nicht mal so unlustig. Der Queeraktivismus trägt seltsame Blüten bis hin zu Shitstorms und Cancel Culture, derzeit meist z.B. gegen Feministinnen ('terfs') gerichtet, die nachvollziehbare Ängste vor einem Eindringen von tatsächlichen oder vermeintlichen Transpersonen in ihre Safe Spaces haben. Auch die Dekonstruktion von Zweigeschlechtlichkeit/Binarität mit abstrusen Formulierungen wie 'männliche gelesene Person' mutet wie der Versuch an, gender und sex zu vermischen und Befindlichkeiten zu befriedigen, anstatt wirklich den Kern von Diskriminierung anzugehen.

    Insofern geht es mir bei der meisten 'Gender- bzw. Queerkritik' so wie bei der Wagenknecht-Diskussion: Eine notwendige Kritik wird verdrängt durch Polemik von Ahnungslosen, die sich aus dem Diskurs tatsächlich eher heraushalten sollten.