Ich bin seit mehreren Jahrzehnten Anarchist. Hatte zuerst auch Vorbehalte. Aber ich bin 2020 zu den Demos hin und habe mich mit vielen Menschen persönlich unterhalten.
[...] Aber ich vermute mal, dieselben, die heute auf die Straße gehen und ohne Maske Polonaise tanzen, waren früher eher auf der Seite derjenigen, die gegen faule Griechen oder Hartz-4-Empfänger gehetzt haben, oder sie sind es immer noch.
Ich kann Dir sagen, dass das so nicht stimmt.
Es ist genauso heterogen wie bei den Linken.
Jedenfalls gibt es dort nicht mehr Vorbehalte wie es Linke mit dem Lumpenproletariat bzw. dem Prekariat hat.
Hier wird vor allem über die Impfung gestritten.
Von viel größerer Bedeutung aber, ist das, was die Impfkampagne nach sich zieht....
--> digitaler Impfpass, Greenpass (Folge u.a. Verfestigung der Staatsgrenzen, Erschwertes Leben für illegale Flüchtlinge)
--> zunehmende Überwachung und Erhöung von Restriktionen (Strafen, Repressionen) wie automatisierte Zugangsbeschränkungen u.ä.
--> ein autoritärer und zunehmend zentraler werdender Staat
Das ist ist ein hauptsächlich anarchistisches Forum.
Wer für die staatliche Impfkampagne ist, der soll sich auch Gedanken über die Folgen der Impfkampagne machen. Ein Anarchist kann obiges Fettgedrucktes nicht wollen.
Das Mindeste wäre, gegen die oben genannten Folgen der Impfkampagne zu kämpfen!
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Gegen diese autoritären Formen moderner Herrschaft kämpfen verschiedene Initiativen schon lange, daher ist es umso interessanter, dass all diese Punkte, die über Unzufriedenheit mit Corona-Maßnahmen hinausgehen, in der Regel keinerlei Berücksichtigung bei 'Querdenkern' finden. Es ist eben ein Spießeraufstand.
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Nein. Sorry, versuche mal mit den Menschen persönlich zu sprechen.
Während wir Anarchisten und Linken früher regelmäßig gegen z.B. das WWF in Davos demonstriert hatten, ist dieser Protest von unserer Seite her weitgehend verstummt.
Deine so genannten "Spießer" waren es, die mich (als ich dort als Beobachter/Diskutierer auf die Demo ging) weitgehend mit grundsätzlicher Systemkritik gegen das WWF und Klaus Schwab & Co erneut konfrontierten.
Ebenso von vielen Deiner so genannten "Spießer" kam die ganz klare Ansage: Der Neoliberalismus, der Kapitalismus hat fertig! Die Mächtigen versuchen ihren Reichtum und Privilegien mit der Methode eines diktatorischen Staates zu retten. Und das verhinden wir jetzt.
Viele der Ungeimpften bzw. Kritischen, die gelegentlich auf die Demos gehen, die ich persönlich kenne/kennengelernt habe, äußern massiv Systemkritik gegen den autöritären Staat.
Viele ehem. DDR Bürger sagen: wir können uns gut an den autoritären Staat errinnern. Nie. Nie wieder!
Ich war eher erstaunt wie Meschen ihr persönliches Freiheitsrecht verteidigen und gleichzeitig globale Systemkritik äußern.
Noch mehr war ich erstaunt, dass mindestens die Hälfte meine lanjährigen anarchistischen/linken Polit-Freunde eher gemäßigte Kritik äußern. Irgendwie so, als wäre wären sie sehr satt. Irgendwie so, als tangiere sie das alles nicht. Die Meisten haben sich irgendwelche Nischen gesucht: eine Firma gegündet, ein Hausprojekt, eine Familie gegründet und dann spendet man noch irgendwohin oder so und ist eigentlich sehr zufrieden mit der Welt.
Dennoch brauchen wir natürlich eine Bewegung, die die Coronapolitik genauso angeht wie jede andere Form neoliberaler Zumutung auch
Ja.
Dann schau dir mal die Grünen an.... Die waren früher wenigsten ideologisch auf unserer Seite und hatten uns sogar den einen oder anderen Anwalt gestellt. Heute sind sie äutoritärer und entfremdeter denn je.
Wir müssen erstmal lernen, mit den Menschen auf der Demo auf Augenhöhe zu sprechen.
Und dann natürlich auf die Demos und unsere Inhalte reinbringen.
Die Bewegung ist längst da. Nur wir (Linke, Anarchisten, Antifas) fehlen.