Beiträge von Lonewolf

    Hier geht's doch nicht darum, irgendwen in Schutz zu nehmen. Im Gegenteil, ich will endlich mal davon wegkommen, sich nur an (vermeintlichen) 'Schwurblern' abzuarbeiten. Wenn ich einen Blick auf die bekannten linksradikalen Portale werfe, bekomm ich den Eindruck bzw. stelle fest, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Krisenregime überhaupt nicht stattfindet. 'Pandemieaktivismus' findet bei den meisten nur in Form von Gegenprotesten gegen Querdenker statt. Und da ich auch lange Zeit ins selbe Horn geblasen und dieselben antifaschistischen Schwerpunkte gesetzt habe, stelle ich fest: 'Querdenker' sind vielleicht, je nach Region, eine Querfront- bis offen von rechts aus organisierte Veranstaltung, aber sie sind nicht Pegida. Protest gegen die Maßnahmen oder auch gegen eine Impflicht als solche ist kein rechtes Narrativ, aber genau das wird teilweise von linken Zusammenhängen so propagiert, nach dem Motto: Das sind alles Wohlstandsverwahrloste, die im Namen ihres asozialen Egoismus die Schwächeren über die Klinge springen lassen wollen.

    So einfach ist es eben nicht. Hier zeigt sich der Pandemieautismus - Corona als Geißel der Menschheit, die Wegducken und Verzicht erfordert, Opfer des Lockdowns sind hingegen irrelevant. Klar, wer sich vor den Zug wirft ist selbst schuld. Wer sich dem kapitalistischen Wettbewerb anschließt und nun Pleite geht, auch. Monatelange Folgen aufgrund von Impfreaktionen, hey hab dich nicht so. Solche Sprüche bekomme ich tatsächlich von 'solidarischen' Mitmenschen mit.

    Und hier klinke ich mich aus, bis die entsprechenden Kreise wieder Vernunft angenommen haben - und ich habe mittlerweile den Eindruck, dass das 'ne Menge Linke und Antifas genauso sehen, nur eben halten die sich eher schweigend im Hintergrund.

    Ist ja nicht so, dass es nicht kritische Positionen von linker Seite gäbe: https://www.xn--untergrund-blttle-2qb.ch/gesellschaft/p…sagen-6754.html

    Ich habe an sich kein Problem damit, dass jemand an irgendetwas Geld verdient. Das ist für mich nicht unbedingt das Thema. Deutlich wird das kapitalistische Krisenregime vor allem an dem, was in dem Video kurz anklingt: Dass sämtliche Maßnahmen und auch die Impfkampagnen auf den Erhalt bzw. die Profitmaximierung ausgerichtet sind - 'stay at home', aber bitteschön auch weiterhin in überfüllten U-Bahnen und Bussen zur Arbeit oder Schule antanzen. In reichen Ländern am besten alle viermal impfen, und den Abfall nach Afrika schicken. Schön 'Solidarität' einfordern, aber Menschen weiterhin deportieren oder aus ihren Wohnungen werfen. 'Mitmenschlichkeit' predigen, aber den Kollateralschaden schulterzuckend hinnehmen, findet ja auch im blinden Fleck statt. Vielleicht stehen Reichsbürger und Nazis aus den falschen Gründen bei Politikern vorm Haus - mein Mitleid bekommen letztere dennoch nicht.

    Ich oute mich: ich gehöre zur alten Punk Garde.

    Du hast dich schon lange als Depp geoutet. von daher ist kein weiteres von nöten ...

    Was das Ganze mit 'Punk' zu tun haben soll, erschließt sich mir aber nicht.

    Was soll es auch damit zu tun haben? Verstehe die Frage nicht.

    Die Macher des Videos halten es für notwendig, ihre subkulturelle Attitüde mit Maßnahmenpropaganda bzw. Impfplädoyer zu verknüpfen. Auch wenn ich letzterem zustimme, wirkt die ganze Art und Weise der 'Werbung' für mich eher abschreckend. Zudem wird hier wieder mal das 'uns geht's doch so gut'-Argument genannt in Verbindung mit dem üblichen whataboutism (schaut mal auf die Punks in Belarus etc.). Und hier frag ich mich schon, seit wann es die Aufgabe von 'Punk' ist, diesen Staat vor Diktaturvorwürfen in Schutz zu nehmen. Wenn Punks/Szenelinke das Maul aufmachen, kommt gegenwärtig fast nur affirmatives Gerede. Es war in den letzten zwei Jahren möglich, Großdemos zum Erhalt von Szenelocations sowie generell Szene-Demos auf die Beine zu stellen, aber ansonsten hab ich den Eindruck, dass jeder Anspruch, der bis vor einigen Jahren noch da war - Kritik am kapitalistischen Krisenregime - zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt ins Hintertreffen geraten ist. Dabei wäre die jetzige Situation der ideale Ansatzpunkt für neue Bewegungen gegen neoliberale Politik und staatlichen Autoritarismus, wie wir sie im Rahmen der Gipfelstürmerei, der Platzbesetzungen, der Generalstreiks hatten.

    Und was wieder mal typisch ist: in einem Nebensatz der kurze Verweis darauf, dass man ja aus den richtigen Gründen gegen die Maßnahmen protestieren KÖNNTE, dass diese oder jene Maßnahme EIGENTLICH unlogisch bzw. unfair ist etc., dass man ja EIGENTLICH auch Kritik äußert. Wie oft habe ich diesen Kram von (szene-)linker Seite gehört - und was bleibt als sichtbarer Beitrag dann übrig? 'Stay at Home'-Geblöke, 'Schwurbler'-Vorwürfe und das übliche Antifa-Protokoll.

    Dem Teil muss ich allerdings zustimmen. Dieses schafstreue Gequassel von 'Solidarität' ist nur noch ermüdend bis frustrierend. 'Solidarität' im Sinne einer einzigen bedingungslosen Bejahung von Maßnahmen und Lockdown, wie es diese braven (bürgerlichen) Anti-Querdenker-Protestler bzw. Pandemieautisten einfordern, kann nicht die Antwort auf die Querfrontbestrebungen sein, die sich unter dem Querdenker-Label formieren.

    Streng genommen ist diese Forderung nach 'Solidarität' ein Spiel mit dem Feuer. Der Begriff ist in einem Maße einseitig ideologisiert worden, dass er im Grunde schon sein extremes Gegenstück - den bewussten Sozialdarwinismus - provoziert.

    Man kann sowohl für's Impfen als auch gegen Impfpflicht und autoritäre Maßnahmen sein, ich sehe da keinen Widerspruch. Was das Ganze mit 'Punk' zu tun haben soll, erschließt sich mir aber nicht. Den subukulturellen/identitären Quatsch würde ich hier tatsächlich außen vor lassen.

    Das Volk kämpft gegen das Volk, während sich die Mächtigen und die Milliardäre die Hände reiben, die Welt weiter zerstören, sich die Taschen vollstopfen, Schwarzkoffer hin- und hertragen. So sieht es aus.

    Die Methode der Spaltung hat schon immer funktioniert.

    Welches 'Volk' denn? Wer soll das sein? Was ich sehe, sind verschiedene politische Lager und Weltanschauungen. Das Gerede von einem angeblichen kollektiven Interesse ist doch letztlich auch nur Ideologie bzw. Herrschaftsanspruch derjenigen, die eben vorgeben zu wissen, was im Interesse des 'Volkes' ist.

    In meinen Augen bedeutete links bisher, dass der Staat dem Indivuum und seinen Wohlstand zu dienen hat, während Rechte einen starken Staat fordern, dem sich das Individuum unterzuordnen hat.

    Dass der Staat den Individuen dienen sollte, ist eigentlich eine liberale bzw. liberalistische Auffassung. Im Grunde sollten wir heute so weit sein, dass dies wenigstens ein grundlegender Anspruch in Demokratien ist, und nicht exklusiv links.

    Die Forderung nach einem starken Staat kann theoretisch von jeder Seite kommen, soweit sie den Staat als solchen befürwortet - die Frage ist dann eben, wo genau bzw. in welchen Bereichen der Staat Stärke zeigen, und wo er sich zurückhalten soll.

    Das Thema 'rechts-links' wurde in diesem Forum schon rauf und runter diskutiert. Ich halte die Unterscheidung nach wie vor nicht für obsolet, aber sie ist sicher heute noch weniger ausreichend, als sie es vor einigen Jahren war. Oder anders gesagt: Wer sich heute als 'links' bezeichnet, muss sehr deutlicher ausdifferenzieren, was er hierunter versteht und wo er sich verortet.

    Ich wollte noch kurz Dein Post vom 23.12. nicht unbeantwortet lassen.....

    Zu Omikron sind die Einschätzungen wohl noch zu früh. Aber wie es momentan aussieht, schützen auch hier die gängigen Impfstoffe verhältnismäßig gut vor einem schweren Verlauf.

    Das "wackelt" zunehmend.

    Worauf beziehst du dich hier? Zur Wirksamkeit der T-Zellen-Abwehr gibt es schon Erkenntnisse, z.B. https://www.medrxiv.org/content/10.110…8380v1.full.pdf

    Und wie kommst du auf eine Zahl wie 10 oder 20 % in Bezug auf vulnerable Gruppen? Was wir dringend benötigen, sind Studien und Abgrenzungen hinsichtlich des Verdachts einer Long- bzw- Post Covid-Symptomatik bei 20-40 % der Infizierten.

    Dass die Politik inkompetent bzw. ignorant agiert, mag sein. Wobei wir bei Long Covid allerdings nicht von zwei Jahren sprechen, da das Phänomen nicht schon seit Pandemiebeginn betrachtet wird. Das Ausmaß der organischen Auswirkungen einer Infektion wird auch nicht von heute auf morgen erforscht - auch wissenschaftliche Erkenntnisse benötigen ihre Zeit.

    Im vorliegenden Fall kommt sicherlich der fehlende ganzheitliche Gesundheitsbegriff ins Spiel. Gesundheitspolitisch interessant sind eben im Rahmen der Pandemie zunächst nur die Fälle, die kurzfristig Kapazitäten kosten. Das ist natürlich ein Problem. Natürlich hätte ich gerne sehr viel transparentere Berichterstattung über Krankheitsverläufe, das muss auch unter Wahrung der Patientendaten möglich sein.

    Konkret bei Long Covid sollte aber nicht vergessen werden, dass wir hier von einem Graubereich sprechen, wenn wir uns auf die eher 'milderen' Fälle beziehen. Die Langzeitfolgen von hospitalisierten Patienten lassen sich natürlich leichter erfassen als diejenigen, die sich alleine auskurieren und vielleicht irgendwann mal beim Arzt vorstellig werden, weil Symptome nicht weggehen. Und weil eben leider immer noch Daten fehlen, finde ich Erfahrungsberichte wie den verlinkten erhellend. Welche Konsequenzen man jetzt daraus zieht, muss jeder selber wissen.

    Das Problemfeld ist eben noch kaum erforscht - nichts anderes wird behauptet. Insofern finde ich deine Anspruchshaltung etwas überzogen. Bedenklich ist eben das Ausmaß bzw. die noch nicht konkrete erfasste Anzahl an Fällen. Momentan ist die Studienlage noch unklar und zum Teil sicherlich auch widersprüchlich - sind tatsächlich eher milde Verläufe betroffen oder, wie andere Untersuchungen behaupten, doch eher die schweren? Ganz zu schweigen von den konkreten organischen Ursachen. Im vorliegenden Artikel haben wir es eben nur mit dem Erfahrungsbericht einer Ärztin zu tun, die aus dem klinischen Alltag berichtet, und nicht mit einer konkreten Studie. Aber ihre Beobachtung, dass die Impfung anscheinend auch Long Covid vermindert, ist interessant, da hierzu eben keine eindeutigen Daten vorliegen. Insofern kann man nur hoffen, dass sich diese Erfahrungswerte auch in größerem Maßstab bewahrheiten.

    Das Problem mit dem Singen sehe ich nicht so ganz. Im einen Fall geht es um die Verhinderung von Übertragung bzw Ansteckung, und im anderen um die Behandlung von Betroffenen (Atemtechniken, Stärkung der Lunge). Das sind doch zwei paar Schuhe (was nicht heißt, dass ich das Verbot von Singen befürworte ;-)) .