ZitatDu bist hier derjenige, dem es an differenzierten Sichtweisen mangelt. Im Grunde stellst du hier nur eine Menge Strohpüppchen auf, die sich leicht zerreißen lassen.
Du etwa nicht?
Du scheinst meinen Text hier leider so aufgefasst zu haben als sei ich Aushängeschild der AfD oder würde diese für eine geniale Partei halten. Um es kurz zu machen dem ist nicht so. Ich weiß ganz genau dass die AfD bestimmte Themen nur deshalb bedient weil sie daraus politisches Kapital schlagen will und nicht weil ihnen Frauen, Schwule oder der ungebildete Pöbel an den Stammtischen so am herzen liegen, das ist aber nichts neues das machen die etablierten Parteien auch.
Dass den etablierten Parteien (vielleicht mit Ausnahme der CDU, und selbst hier gibt es dahingehend auch progressiv denkende Menschen), vor allem Grünen und Linken, Themen wie Frauen- oder Minderheitenrechte nicht durchaus authentisch am Herz liegen, würde ich denen nicht unterstellen. Stichwort Selbstbestimmungsgesetz, wo macht man sich denn hiermit Freunde, außer bei einer überschaubaren Minderheit? Es sind einzig und allein Rechte, die immer wieder gegen genannte Gruppen mobil machen. Und es sind neben Neonazis und Hools unter anderem zurückgebliebene Gewalttäter aus migrantischen Macho-Kulturen, die zuschlagen.
Womit wir beim genannten Thema sind, auf das du dich nun offenbar festlegen willst: Probleme mit Zuwanderern. Ich habe hierzu eigentlich schon genug geschrieben, aber nochmal kurz: Die pauschale Ablehnung und rassistisch motivierte Hetze, wie sie von AfD und Konsorten vorangetrieben wird, ist keine legitime Antwort auf die genannten Vorfälle. Weder sind alle Schwarzen Messermänner und Vergewaltiger, noch alle Muslime potenzielle Terroristen. Und da die AfD genau dies suggeriert, ist sie in diesem Diskurs schlichtweg raus und niemand, der nicht völlig bekloppt oder eben ein Faschist ist, wird sein Kreuz bei dieser Partei machen. Darüber gibt es für mich auch nix mehr zu diskutieren.
Die Probleme mit Zuwanderern sind, wie dir bekannt sein dürfte, komplex und in ihren Ursachen vielschichtig, bzw. haben sie mit aktuellen Fluchtbewegungen teils auch gar nix zu tun (siehe Frankreich und seine Banlieus). Teilweise ist die Fluchtabwehr, z.B. im Rahmen des Türkei-Deals, sogar einer der Gründe dafür, dass legalistisch islamistische Strukturen in Ruhe gelassen werden, um es sich nicht mit Erdogan zu verscherzen. Auch die Grauen Wölfe waren einst ein gern gesehenes Gegengift unter deutschen Konservativen gegen den Einfluss türkischer Linker.
Neben dem Kampf gegen islamistische Strukturen brauchen wir meines Erachtens vor allem ein härteres Vorgehen gegen bestimmte Formen der Kriminalität (vor allem sexualisierte und bandenmäßige Gewalt bzw. organisierte Kriminalität). Ich sehe darin überhaupt keinen Widerspruch gegenüber linken Positionen. Und dies gilt auch völlig unabhängig von tatsächlichen oder eingebildeten Problemen, die durch Zuwanderung verursacht werden.
Wobei klar sein sollte, dass Menschen anhand ihrer Taten beurteilt werden, anstatt mit diffusen Ängsten Stimmungsmache zu betreiben, wie es das rechte Lager praktiziert. Im Grund ist deren Verhalten sogar kontraproduktiv, da die tatsächlichen Probleme eher seltener adressiert werden aus Angst, sich mit dem rechten Pack irgendwie gemein zu machen.
Wobei es absolut paradox ist, dem Chauvinismus unter Zuwanderern damit zu begegnen, dass man rechte Chauvinisten wählt. Ist in etwa so, als ob man in ein brennendes Haus mit dem Bulldozer reinfährt, anstatt es zu löschen.
Lustig an dem Wagenknecht-Video sind vor alle die ersten paar Minuten, in denen sich Lanz über ihren 'Man darf ja nix mehr sagen'-Quatsch lustig macht. Genau der richtige Umgang mit denen, die sich von 'Cancel Culture', 'Wokeness' oder 'political correctness' gegängelt fühlen. Ich sage im Übrigen nicht, dass es hier nicht nervige Trends gibt. Aber wie bekloppt muss man sein, um sein Wahlverhalten von sowas abhängig zu machen?