Beiträge von johnmirra

    Das klingt nach einem sehr pragmatischen Ansatz.

    Wenn Du damit gut fährst, kann ich Dir dazu wünschen, dass es möglichst lange, idealerweise ein Leben lang ohne relevant zu werden, gut geht.

    Dass Leute heute mehr aufs Handy starren, weniger Bewegung haben und ihre Haltung darunter leidet, dürfte schwer zu bestreiten sein. Andererseits sehe ich auch genügend Vierzig- und Fünfzigjährige, die jede freie Minute über irgendeinem Bildschirm hängen, ihren Kindern das Smartphone als digitalen Schnuller in die Hand drücken und anschließend die Generation TikTok für das Ergebnis verantwortlich machen.

    Ein Werkzeug würde ich nicht per se verteufeln. Über Kurzvideos und die perverse Algorithmenlandschaft habe ich mich allerdings schon mehrfach ausgelassen. Wenn man Milliarden investiert, um möglichst viele Menschen möglichst lange an eine Plattform zu ketten, sollte man sich nicht wundern, wenn dabei keine aufgeklärten Renaissance-Humanisten herauskommen. Es handelt sich um nachweislich schädliche und auf Abhängigkeit ausgelegte Mechanismen – entsprechend fände ich deutlich mehr Transparenz seitens der Konzerne und eine wesentlich kürzere Leine durch die Politik angebracht. Die Förderung von Polarisierung, geistiger Verflachung und einer internationalen Empörungskultur ist nicht unterstützenswert.

    Ach, und der Nacken wird das vermutlich überleben. Menschen haben jahrtausendelang Wege gefunden, ihren Bewegungsapparat zu ruinieren. Für wesentlich problematischer halte ich die permanente Botschaft an junge Leute, dass sie in einer kaputten Welt leben, keine Perspektiven haben und ohnehin an allem schuld sind. Das erscheint mir langfristig schädlicher als ein paar Grad zusätzlicher Krümmung der Halswirbelsäule. Sie sind nicht diejenigen, die TikTok erfanden.

    Ein guter Einwand: Eltern machen es sich nicht selten einfach(er), indem sie die Nachkommen der Ablenkung preisgeben und somit eine frühzeitige Gewöhnung ermöglichen.

    Wenn wir uns allerdings schon von der Verallgemeinerung weg bewegen wollen, beleuchten wir am besten auch ein paar Aspekte, die noch fehlen.

    Was ist beispielsweise mit gesellschaftlichem Druck beziehungsweise Gruppenzwang? Wenn alle in der Schulklasse ein Smartphone haben außer Timmy, ist das eine Form von Ausgrenzung oder Aussetzen von Spott und Häme? Wie weit sollte der Schutz vor unangemessenen Inhalten gehen?

    Inwieweit ist das Smartphone tatsächlich nur ein Werkzeug, wenn es so dermaßen verlockend ist, dass man im Vergleich zu älteren Geräten einen ganzen Schreibtisch füllen könnte bei dem Versuch, vergleichbare Antiquitäten wie Schreibmaschinen und Videokameras zu füllen?

    Deinen Wunsch nach Transparenz seitens der Konzerne und eine kürzere Leine durch die Politik verstehe ich nicht. Es wäre nett, wenn Du das erläutern könntest.
    Konzerne tun das, was sie da tun, um die Nutzer auf deren Plattformen zu behalten, meines Erachtens sehr gezielt. Wie würde Transparenz hier konkret aussehen?
    Politischer Einfluss ist meines Erachtens schwierig zu beurteilen, weil die Grenze der Angemessenheit und der Eigenverantwortung sehr individuell bewertet wird - ja, sogar umstritten genannt werden kann - und es auf beiden Seiten schwerwiegende Argumente gibt.

    Gegen Dein Argument zur Gewichtung der Folgen für den Nacken gegenüber der Botschaft bezüglich Schuld und Perspektive ist nichts zu sagen. Aber vielleicht ist es am Ende ausgerechnet ein orthopädisches Problem, das zum Erwachen und Entzug führt?

    Danke für das passende Zitat, Lonewolf.

    Auch wenn es durchaus eine Erklärung liefert - ist es nicht weiterhin erstaunlich, wenn es schmerzlosere, schnellere Methoden gibt, die man ebenfalls in der Wildnis durchführen könnte? Ich begreife es nicht. Allerdings ist das auch etwas sehr persönliches, und daher geht es auch gar nicht um mein Verständnis.

    Okay. Einen solchen genehmige ich mir im Rahmen der 70/30 Regelung auch noch, nur viel seltener als früher.


    Aber weniger weil ich fürchte, irgendwann beim Arzt meinen Cholesterinwert verteidigen zu müssen. Sondern eher, weil ich den Gedanken irgendwie gut finden gelernt habe, dass mein Körper dann wertvolle Stoffe bekommt; wie eine Fabrik, der die nötigen Mittel für einen Bau zur Vefügung gestellt werden. Abstrakt, aber nützlich.


    Außerdem hilft mir der Gedanke, dass kapitalistische Firmen wohl alles tun würden, um auch im nächsten Quartal noch eine Grafik mit Metriken steigender Tendenz im Vorstandsmeeting zeigen zu können. Auch, wenn dabei Lebensmittel in Abfallqualität heraus kommen.

    Wie war das mit Jamie Oliver und seiner Klage gegen McDonalds in den USA, weil die Chicken Nuggets hauptsächlich aus Haut und Organen statt dem wertvollen Fleisch hergestellt wurden? In die Richtung geht der Gedanke. Das ist mir zuwider. Wenn ich nicht darauf vertrauen kann, dass mir gutes zugeführt wird, muss ich das eben selbst machen - bis zu einer gewissen Grenze. Letztlich will man ja noch Lebensqualität haben, und dazu gehört für mich auch Geschmack und Bequemlichkeit. Zwei große Worte in diesem Bezug, nicht wahr?

    Historie - sehr gern.

    Dein Screenshot zeigt offenbar das phpBB.

    Die zweite WBB Version kam 2002 'raus, ich wette, das war sie, die wir vor dem Grünen hatten (ansonsten wäre es WBB1). Das Theme war custom; ich meine, es war ein blau-braunes. Screenshots besitze ich selbst leider nicht mehr, und im Netz habe ich nur das blaue im Anhang gefunden.


    Und ab 2008 dann das grau-blaue, das später einen Chat oben hatte - ebenfalls angehangen, aber eher zur Transparenz, das wird Dir ja nicht neu sein.


    Da fällt mir ein.. weil ich es so cool fand, die reverse dns Einträge der user zu sehen, habe ich das als Dropdown menü eingefügt. Rücklickend war das wohl so etwas wie die Baggy Hose in einer Hiphop Ära, also irgendwie peinlich, aber man selbst merkte das damals nicht.

    An das Gesinnungs-dropdown erinnere ich mich auch noch sehr gut. Da gab es auch eine kleine Diskussion über's Anfügen von 'in zu jedem Eintrag - wie eine frühe Version vom Gendern.


    Und eine auch recht schmerzhafte Erinnerung ist jene, wo ich torhafterweise ohne Backup (es kam zum Glück nicht oft vor, aber ich glaubte, genug zu wissen, um es nicht zu benötigen) an dem Forencode herum schrieb und plötzlich nichts mehr ging.

    Das letzte Backup war so alt, dass ein sehr langer Beitrag von einem User aus dem Plateau, der damals auch bei der Unity war, verloren ging (ich meine, es ging um das Weglassen des Wortes "ist") und ebenfalls ein langer Beitrag von Dir, Dian, verloren ging - unter anderem.


    Die Eigenschaft, alles optimieren zu wollen (immerhin waren meine Vorsätze auch damals schon guter Natur) habe ich immer noch. Aber so unvorsichtig wäre ich nicht mehr.


    edit: Sieh an, Lissaminka war schneller. An das blau-schwarze erinnere ich mich tatsächlich gar nicht. Auch nicht an diese Forensoftware. Interessant.

    Ja. Ich glaube, als problematisch zu erkennen, dass viele Diskussionsteilnehmer sich in gegensätzlichen Ecken sehen, von denen aus die andere Partei gar nichts richtiges von sich geben kann (als Grundsatz) und man somit die andere Seite überzeugen müsse, die vermeintlich einzig richtige Wahrheit anzuerkennen, fast als würde man einer Religion beitreten, die nur eine Gottheit kennt. Wobei der Vergleich womöglich hinkt; immerhin sind sich einige Religionen einig, dass es einen Gott gibt (aber nicht, welcher das ist) - so viel zumindest zu meinem laienhaften Verständnis davon.


    Deine Erläuterung der Widersprüche finde ich gut. Ich selbst weiß viel zu wenig, um mich an einer solchen Diskussion sinnvoll zu beteiligen, aber ich lerne dazu.

    stell dir vor, es wird irgendwann normal sein, dass man nicht einfach ziemlich allgemeingehaltene Filme konsumiert, die (weil sie ja Gewinn abwerfen müssen) für eine größere Zahl an Menschen hergestellt wurden, sondern ganz konkret für dich, auf deine Aufforderung hin, und nach deinen ganz speziellen Vorlieben. Wäre doch cool, der KI zu sagen, du würdest gern ein Drama über eine unverstandene autistische Hochbegabte in einem rückständigen Bergdorf sehen wollen, im Stil von Christopher Nolan, mit einem Soundtrack von Phil Glass, und vielleicht noch dem einen oder anderen überraschenden Sci Fi-Element. Und dann spuckt dir die KI einen Film aus, der direkt aus einem deiner Träume entsprungen sein könnte.

    Das hört sich zwar gut an, aber für mich wäre da schon etwas von der Spannung fort, weil man schon einen konkreten Rahmen setzt. Dieser ist zwar treffsicher, aber je präziser, desto weniger überraschend.

    Allerdings habe ich diese Möglihkeit noch gar nicht gesehen und finde es insgesamt sowohl realistisch als auch nützlich, denn ich habe schon einige Filme gesehen und manchmal auch abschalten müssen.


    Das mit der VR Brille wirkt auf mich fast schon dystopisch. So sehr es verlockend wirkt.. ich sehe da in irgendwelche spacigen Welten abgetauchte Zombie-artige Menschen, die in ihrem ansonsten völlig verdreckten und herunter gekommenen 10qm Apartment vor sich hin vegetieren.

    Die interaktive Komponente hingegen ist für sich genommen sehr spannend. Black Mirror hatte das mal eingebaut.

    Darf es für Dich also einfach ein schneller, schmackhafter Burger sein?


    Im Nahrungsergänzungsmittelgeschäft scheint viel Geld zu stecken. Da Du die Mangelernährung erwähnst - beziehst Du dich da eher auf das Kalorienratio von Verbrauch zu Einnahme, oder eher auf Makro- und Mikronährstoffe? Es ist wohl eher das erstere, denn sonst wären wir wieder beim "riesen Thema" rund um Ernährung.


    P.s.: Ich wollte wirklich nicht auf Ernährungs-Influencer, Darm-Detox Trends oder so etwas hinaus, keine Sorge.

    Willkommen zurück erst mal.

    Da kommen einige Probleme auf die Generation TikTok (Mein Begriff, nicht offiziell) zu, denke ich. Beispielsweise der shrimpnacken beim glotzen auf das Handy. Augenprobleme aufgrund der immer gleichen Distanz. Mangelnde Bewegung. Naja, nun klinge ich wohl endgültig wie ein alter Sack.

    Dieses fast zwanghafte in eine Ecke stellen finde ich auch problematisch, aber du hast es ja wohl selbst erkannt. ;)

    Hallo. Hast mich erwischt; ich bin nicht frei von Makeln - selbst wenn ich diese anderen anhaften vermag.
    Aber sag' mal: Hast Du so etwas auch beobachtet, oder nicht so sehr?