Beiträge von Lissaminka

    Er hatte in seinem früheren Job viel Geld verdient, und verbrachte seinen Lebensabend dann auf irgendeiner gemütlichen Berghütte in den Alpen. Da kann man auch mal optimistisch sein. ;)

    Tja, dann sei es ihm gegönnt.

    Oh Gott, ich hoffe ich muss den dann nicht auch wieder für dich zusammenfassen.

    Keine Sorge, das bekomme ich schon alleine hin. Nicht, dass du noch durchdrehst und dich der Schul-Wahn noch in deinen Träumen heimsucht, obwohl du ihn längst fair überstanden hast. :D

    Es geht mir nur darum, die Texte zu teilen, weil der eine oder andere interessante Gedanke drinsteckt, aber ja, deine Kritik an diesem hier kann ich gut nachvollziehen. Unser Lehrer versucht auch nicht, absichtlich widersprüchliche Thesen aufzustellen, sondern zeigt lediglich unterschiedliche Perspektiven auf. Das kennst du bestimmt noch aus deiner Schulzeit, sie dürfen uns Schülern keine direkte Meinung aufzwingen. Tun sie natürlich trotzdem.

    Im Text von Konrad Lorenz hieß es ja eher, dass der ständige Wettkampf, der Stress und die Hektik die Menschen kaputt machen. Sowas kann ich prima nachvollziehen. In dem neuen Text hingegen scheint die Annahme ja eher zu sein, dass die Menschen mehr der Hektik verfallen, weil ihnen der Sinn fehlt, weil die Traditionen/Religion etc. abhanden gekommen ist

    Ich kann eigentlich beide Seiten gut verstehen. Gerade das zweite führt ja wieder zurück zum ersten und Lorenz' Annahme, dass sich Menschen vor dem mit-sich-Sein fürchten. Es ist miteinander vernetzt, Stress und Hektik entmenschlichen und um sich den wichtigen Fragen des Lebens zu entziehen, stürzen sie sich in noch mehr Stress und Hektik.

    Edrey, deine Gelassenheit ist mir ein Rätsel. Ne, also mich zermürbt recht vieles an dieser Welt. Klar ist alles sinnlos, aber ich müsste schon gefühlskalt sein, um gelassen über den ganzen Scheiß hinwegsehen zu können.

    Ich sollte für dieses Schul-Religions-Geschwafel vielleicht einen extra-Thread (jetzt kann ich das Wort nimmer schreiben, ohne ständig daran denken zu müssen - danke Celdur ;) ) aufmachen und diesen hier nicht länger mit konstruktiven Gesprächen zumüllen.

    Meine melancholisch sinnentleerten Beiträge natürlich außer Acht gelassen.

    Passt thematisch übrigens auch irgendwie super zu dem Interview mit Hans A. Pestalozzi, das wir Anarchonauten damals für unseren Song "Systemlosigkeit" gesampelt haben.

    Danke für den Link, ich habe früher mal erfolglos nach diesem Interview gesucht, jetzt konnte ich es mir mal ganz anhören.

    Da sind jedenfalls wirklich gute Ansätze dabei, nur geht mir Pestalozzis überschwänglicher Optimismus manchmal ziemlich gegen den Strich. Auf der einen Seite begründet er dies damit, dass es seine Lebenshaltung sei, die seinem Willen, seinen Überzeugungen entspricht, er kritisiert Strukturen, Dynamiken und die Gesellschaft, so, wie sie jetzt ist - doch er schließt den Kreis damit, dass seine Lebensweise keine Veränderung intendiert und wirft letztlich den Nihilisten vor, dass sie es seien, die immer auf dem gleichen Standpunkt verweilen werden.

    Solange es gesellschaftlich zu überwindende Hürden gibt, wird auch niemand aus einer anarchischen Überzeugung heraus mit seinen Mitmenschen leben können, weshalb das Streben nach einer Veränderung schon im Grunde impliziert werden muss.

    Ja - er möchte darauf hinaus, dass man trotz anhaltender Konflikte seine Überzeugung lebt, doch in diesem Sinne schaufelt man sich zusätzliche Steine auf den Weg.

    Es ist genau das gleiche Prinzip: Jemand hängt auf der Arbeit in seinen Ketten und flucht zähneknirschend darüber, wie sehr ihm seine Lebensweise auf den Senkel geht, aber auch eine andere Lebensweise verändert nichts daran, dass er ständig in Konflikte geraten wird, weshalb er es einfachheitshalber beim Status Quo belässt und sich weiterhin beklagt. Er kann es sich vielleicht im Rahmen einfacher gestalten, dagegen spricht nichts, dann hat er zwar z.B. freiberuflich noch immer Zeit- und Gelddruck und arbeitslos eben den Druck vom Staat und andere Abhängigkeiten, kann sich denen allerdings auf keine Weise entziehen.

    Das heißt, der Konflikt bleibt bestehen, aber fast beeindruckend, dass sich der Pestalozzi mit seinem kritischen Blick auf die Welt und trotz keiner Intention in seinem Grundsatz noch an den Optimismus heranwagt.

    Was meinen Lehrer angeht, wir sollten unsere Ergebnisse der Hausaufgabe gegenseitig unserem Sitznachbarn vorstellen und dann waren wir dazu aufgefordert, uns zu melden, wenn wir glaubten, dass die Ausarbeitung unseres Sitznachbars gelungen war. Sie hat mich nach der Vorstellung einfach nur schief angeglotzt, dabei hatte sie selber maximal zwei Stichpunkte stehen, die sie vielleicht kurz vor dem Unterrichtsbeginn eben hingekritzelt hat. :D

    Danach konnte man freiwillig sein eigenes Zeugs vortragen und er hat ein paar Ergebnisse eingesammelt ... darunter auch meines. Wird schon hoffentlich nichts schlechtes heißen - im Zweifelsfalle nur der Schulpsychologe. ;)

    Der nächste Textausschnitt scheint mal vor Zuversicht und Lebensfreude förmlich zu strahlen.

    Viktor Emil Frankl. Unser Religionslehrer schrieb offenbar seine Abschlussarbeit über ihn und seinen Text, oder so.

    Viel Vergnügen!

    Zitat

    Viktor Emil Frankl: "Das Leiden am sinnlosen Leben"

    Viktor Emil Frankl (1905–1997) war, ebenso wie Sigmund Freud, Psychiater. Er begründete die sogenannte Logotherapie. Eine Zeit lang war er tätig als Arzt für Selbstmordgefährdete in einem Wiener Krankenhaus.

    Tatsächlich wenden sich heute mehr und mehr Patienten an uns mit dem Gefühl einer inneren Leere, wie ich sie als „existenzielles Vakuum" beschrieben und bezeichnet habe, mit dem Gefühl einer abgründigen Sinnlosigkeit ihres Daseins. [...] Dieses Sinnlosigkeitsgefühl tritt in Erscheinung in Form von Gleichgültigkeit und Langeweile. Nun, die Langeweile kann, wie ja schon die Sprache lehrt, eine „tödliche” sein; tatsächlich wird von manchen Autoren behauptet, dass Selbstmorde letzten Endes auf jene innere Leere zurückzuführen seien, wie sie der existenziellen Frustration entspricht. Heute kommt all diesen Fragen eine besondere Aktualität zu. Wir leben in einer Zeit zunehmender Freizeit. Aber es gibt nicht nur eine Freizeit von etwas, sondern auch eine Freizeit zu etwas; der existenziell frustrierte Mensch jedoch kennt nichts, womit er sie ausfüllen könnte. [...] Wenn ich gefragt werde, wie ich mir die Heraufkunft dieses existenziellen Vakuums erkläre, dann pflege ich die folgende Kurzformel anzubieten: Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muss, und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditionen mehr, was er soll. Nun [...] scheint er oftmals nicht mehr recht zu wissen, was er im Grunde will. So will er denn nur das, was die anderen tun - Konformismus! Oder aber er tut nur das, was die anderen wollen - von ihm wollen - Totalitarismus. [..] [Immer wieder beobachten wir], wie das Bedürfnis und die Frage nach einem Lebenssinn gerade dann aufflammen, wenn es einem am dreckigsten geht. [...] Auf der anderen Seite beschwört [...] auch die Befriedigung der niederen Bedürfnisse, etwa im Rahmen der „Überflussgesellschaft” [die Sinn- frage herauf]. [...] Das existenzielle Vakuum kann auch larviert, maskiert bleiben, und wir kennen diverse Masken [...]. Denken wir bloß an die Krankheit der Manager, die sich aus ihrer Arbeitswut heraus in die Betriebsamkeit hineinstürzen, wobei der [...] „Wille zum Geld” [...] den Willen zum Sinn verdrängt! [...]

    Ich halte das beschleunigte Tempo des Lebens von heute für einen wenn auch vergeblichen Selbstheilungsversuch der existenziellen Frustration, denn je weniger der Mensch um ein Lebensziel weiß - nur desto mehr beschleunigt er auf seinem Lebensweg das Tempo. [...] Kein Psychiater, kein Psychotherapeut [...] kann einem Kranken sagen, was der Sinn ist, sehr wohl aber, dass das Leben einen Sinn hat, ja - mehr als dies: dass es diesen Sinn auch behält, unter allen Bedingungen und Umständen, und zwar dank der Möglichkeit, noch im Leiden Sinn zu finden. [...] [Auch der einfache Mann kann] kraft seines Willens zum Sinn kommen [...], und zwar auf drei Wegen. Zunächst einmal sieht er einen Sinn darin, etwas zu tun oder zu schaffen. Darüber hinaus sieht er einen Sinn darin, etwas zu erleben, jemanden zu lieben.

    Echt schwierig, wie macht ihr das?

    Wurdest du in der Schule noch nie ungerecht benotet?

    Die Ruhe möchte ich ja noch erleben können. ;)

    Und was heißt früh genug? Wenn ich noch keine 1/5 meiner Zeit rum habe, ach, weiß nicht.

    Wenn's früher wird, was soll's, dann interessiert mich das spätestens im Nachhinein auch nimmer.

    Edit: Im Bezug auf Maria's Beitrag.

    Danke, Dian!

    Ich habe jetzt einige Stichpunkte hingekritzelt und von dir etwas ergänzen können. Hauptsache, da steht was und dem Umstand entsprechend, dass ich bereits halb schlafe, passt das so.

    Ich versuche das gerade zu vergleichen mit Lissaminka 's Perspektiven.

    Hast du welche für nach der Schule?

    Physik studieren. Und dabei vielleicht so etwas wie meine Ruhe haben ... oder auch nicht.

    Ich finde, das ist ein Zeichen von Resilenz und Stärke. Also leben können, nicht Dinge einfach nur resigniert hinnehmen.

    Ich frage mich, ob es an sich nicht nur ein weiterer belangloser und aus dem Kontext gerissener Aspekt ist.

    Genauso wie der Anhaltspunkt, ob du der Schule zehn bis dreizehn Jahre lang standhalten kannst oder nicht. Wovon zeugt das dann tatsächlich? Von Anpassung? Stärke? Ignoranz?

    Und hier ist es die Frage, ob es dich überhaupt etwas angeht und du "von Natur aus" damit zurechtkommst, bzw. nicht länger darüber nachdenkst oder du auch dann, wenn es dich beschäftigt, noch von genug Willenskraft zeugst und dein Leben im Griff hast ... dabei scheint mir genau so etwas psychotisch zu sein.

    Sonst hätt ich dich ja schon klugscheißerisch darauf hingewiesen und ein paar Bonuspunkte bei dir gesammelt.

    Das wäre noch das eine ... aber einen festgewachsenen Fehler bei einem Schriftsteller zu finden, auf den er noch nicht hingewiesen wurde, ist schon ein fetter Bonuspunkt. :D

    Niemand erwartet von dir, in der Schule die Probleme der Menschheit zu lösen.

    Ist ja schön und gut, alle haben kapiert, dass ich mich im Prinzip völlig "umsonst" reinhänge, ohne einen Grund oder ein Ziel vor Augen zu haben ... aber was soll ich jetzt bitte schreiben? Mir fällt nichts ein, das sich in kurzen Sätzen zusammenfassen ließe ... eigentlich fällt mir überhaupt nichts ein, außer, dass die meisten seiner Aspekte auf den Kapitalismus und die Leistungsgesellschaft zurückzuführen sind. Die beiden Begriffe sind das formulierte Problem (ja, es können auch Stichpunkte sein, obwohl ich eher zu Fließtexten tendiere).

    Und Religion ist ja schon wieder morgen. :waah:

    Und noch weitere Hausaufgaben, mehrere anstehende Tests, ...

    Ich hasse es, aber auf diese Weise kann ich wenigstens dem restlichen Depri-Mist entgehen. Der Zeitdruck zwingt mich dazu, nicht allzu lange von solchen Themen zermürbt zu werden oder die Welt im Laufe der Zeit immer weiter als undurchschauberer, komplexer und beschissener zu empfinden.

    Sollte es nicht umgekehrt sein? Sollte es nicht irgendwann leichter fallen, auch einige Dinge so hinzunehmen, wie sie sind und mit ihnen leben zu lernen? Oder macht das einen wieder zu einem Normal-Sterblichen? :kopfschuss:

    Edit:

    Kann es sein, dass du sowas wie die Reinkarnation von Hermine Granger bist? 8o

    Ich muss übrigens gestehen, noch nie Harry Potter gelesen oder geschaut zu haben, somit weiß ich nicht wirklich, worauf du hinaus möchtest.

    Aber lohnt es sich? Ich kenne einige, die regelrecht besessen von dem Zeug sind.

    Du hast Thread falsch geschrieben. :D

    Um Himmels Willen!

    Das ist mir nie aufgefallen ... ich habe es jahrelang falsch geschrieben. :rolleyes2:

    (Genau wie ich bis vor Kurzem noch dachte, dass da „enttarnte Kunst” und nicht „entartete Kunst” stände.)

    Nein, im Ernst: einen "Lügen"-Thread haben wir schon. ;)

    Achja, dann haben wir schon mal den richtigen Platz, für deine Selbstzweifel und -klagen.

    Und der andere Thread (!) kommt noch irgendwann, da gebe ich dir mein Wort.

    Aber vermutlich kommt das sowieso noch, weil es so im Lehrplan steht.

    Religion hatten wir gestern übrigens wieder.

    Naja, wir steigen nur selten tiefer in die Thematik ein und befassen uns wöchentlich mit einem anderen Text. Vorletzte Woche war es Sigmund Freud, letzte Woche Konrad Lorenz und diese Woche sollen wir zu seinen Kernaussagen ein Problem formulieren, einen "Ist"-Zustand, einen "Soll"-Zustand, die "Warum"-Frage beantworten und es auch noch lösen ... doch wie löst man den Kapitalismus als Hausaufgabe, ohne eine Doktorarbeit daraus zu entwickeln und den Friedensnobelpreis oben drauf einzukassieren?

    Aber irgendwie bezweifle ich, dass es an deiner Baumschule zu einer solchen Diskussion kommen wird, weil das ja schon wieder ein paar Mal um die Ecke gedacht ist.

    Nein, dazu kam es freilich nicht. Außer mir schien es auch niemanden interessiert zu haben, keiner sonst hat sich gemeldet und statt wenigstens einen Dialog entstehen zu lassen, schaute er lieber wartend durch den Klassenraum, ob sich nicht doch noch einer beteiligen wird.

    Wie kommst du auf Baumschule? Es ist eigentlich eine reguläre, öffentliche Schule.

    Ich denke, den Beruf als Lehrer hättest du nach einer Weile ganz freiwillig aufgegeben. Es ist wirklich hoffnungslos.

    Mein Gott, es ist voller Sterne...

    Absolut.

    In echt ließen sich nur die wenigsten Sterne ganz vage erkennen, die Lichtverschmutzung hier ist leider ungeheuer hoch.

    Aber hey, dafür hab ich heute im Avatar von Unmensch zwei Menschen gefunden!

    Ich auch - und oben rechts scheint in dem vollen Bild sogar noch ein dritter zu sein.