Disclosure Day

Es gibt 1 Antwort in diesem Thema, welches 324 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (13. Juni 2026 um 03:57) ist von Dian.

  • Ab jetzt im Kino... (Ich mache besser mal ein eigenes Thema dafür auf.)



    Als vor ungefähr einem Jahr das UFO-Thema (zumindest in den USA) medial ziemlich hochkochte, und sich ja sogar ein Ausschuss des Parlaments damit befasste und Whistleblower aussagten, dass die Regierung mehr über Aliens weiß, als sie zugibt, erregte die Ankündigung, dass Steven Spielberg einen Film über das Thema machen wollte, in der Szene einiges an Aufmerksamkeit. Schließlich hat kaum ein Regisseur das Sci Fi-Genre und die öffentliche Wahrnehmung von Aliens so geprägt, wie Spielberg. Einerseits durch "E.T.", der den damals doch relativ neuen Ansatz vertrat, dass Aliens aus einer anderen Welt keine bedrohlichen Monster sein müssen, sondern ja vielleicht auch ganz knuddelige Freunde sein könnten. Und natürlich auch mit "Unheimliche Begegnung der dritten Art", der die Vorstellung der Menschen, wie echte Außerirdische aussehen könnten (nämlich klein, grau und mit großen Augen), bis heute geprägt hat.

    Und ich hab damals sogar Stimmen von Leuten gelesen, die der Meinung waren, dass es kein Zufall sei, wenn ein wichtiger Regisseur wie Spielberg, der es eigentlich nicht mehr nötig hat, ausgerechnet jetzt mit so einem Film kommt, und dass er vielleicht sogar mehr wissen könnte als die Öffentlichkeit... und dass eventuell eine echte Enthüllung kurz bevor stünde und man auf diese Weise die Menschen etwas darauf vorbereiten wollte.


    Nun ist das Thema seither zwar viel zerredet worden, aber wirklich spektakuläre Enthüllungen außer ein paar neuen, stark zensierten Filmchen gab es nicht wirklich, und es ist auch nicht absehbar, dass das unter Trump noch irgendwas werden könnte. Und die Meinung zum Film scheint mir auch eher gekippt zu sein, je näher der Release kam, vor allem, weil er nicht so viel Hype mit sich brachte, wie man es noch in den 80ern oder 90ern von einem neuen Spielberg-Film gewohnt war.

    Dennoch war ich natürlich sehr gespannt, was mich da nun im Kino erwarten würde.

    Um es gleich vorweg zu sagen: Der Film wirkt zu keiner Zeit so, als ob Spielberg mehr wüsste als jeder andere UFO-Nerd auf diesem Planeten, aber man merkt zweifellos, dass er auch so ein UFO-Nerd ist und sich durchaus auskennt bei dem Thema. Nachgestellte Szenen wie der Roswell-Absturz oder eine Alien-Autopsie wirken teilweise sehr authentisch, teilweise wird es aber auch etwas kitschig und klischeebeladen, etwa wenn dann noch relativ sinnbefreit so ein Kornkreis auftaucht, einfach nur, um das auch noch mit reingepackt zu haben.

    Also ich würde mal so sagen: Der Film ist zweifellos ein gelungenes, und für einen modernen Blockbuster erstaunlich ernsthaftes Plädoyer zur Veröffentlichung der UFO-Akten, und dass die Regierungen die Öffentlichkeit nun endlich einweihen sollten. Und um den Bedenkenträgern die Angst davor zu nehmen, was schlimmes passieren könnte, wenn die Menschheit von der Existenz von Aliens erfährt. Das dürfte Spielbergs hauptsächliche Absicht gewesen sein, diesen Film zu machen, und das ist ihm auch zweifellos gelungen.


    Aber wie ist der Film nun einfach als Film geworden?

    Ich würde sagen, angenehm altmodisch in dem Sinn, dass er sich auch Zeit für Dialoge nimmt, und nicht nur von einer Actionszenen zur nächsten springt. Überhaupt gibt es eigentlich gar nicht viel Action, aber wenn, dann ist sie gut gemacht und spannend inszeniert.

    Man merkt, dass Steven Spielberg (der ja nun auch schon auf die 80 zugeht) sein Handwerk nicht verlernt hat.

    Als Hauptkritikpunkt würde ich zum einen die relativ schlecht animierten CGI-Tiere nennen, sowas hat man doch schon besser gesehen. Zumal das vom selben Typ ist, der "Jurassic Park" gemacht hat, mit den echtesten Dinos aller Zeiten! Und auch die Raumschiff-Szenen fand ich jetzt eher nur halbgut ausssehend als wirklich spektakulär, und wirkt für einen Film, der so einen wichtigen Anspruch hat, dann doch etwas billig bzw. ernüchternd.

    Generell könnten vor allem die Szenen mit den Tieren für den einen oder anderen Zuschauer etwas zu viel Kitsch-Faktor sein. (Wenn der Fuchs noch zu sprechen begonnen hätte, hätte es einen auch nicht mehr weiter verwundert...)

    Naja, und wie gesagt, das Ende... puh, ich weiß nicht. Einerseits ist das überraschend gewaltfreie Finale echt gut inszeniert, es wird auch ohne großes Blutvergießen eine enorme Spannung aufgebaut. Aber sagen wir so, ohne jetzt irgendwas zu spoilern, es hat mich nicht so ganz überzeugt, weil eben wieder sehr Klischee, und ich musste schon an "Mars Attacks!" denken und dachte mir, das wäre jetzt witzig, wenn die Aliens sich plötzlich doch als feindlich entpuppen und die naiven Menschen einfach pulverisieren würden. Klar, diese Message wollte der Film auf keinen Fall rüberbringen, aber allein die Tatsache, dass man als zynischer Kinozuschauer mitten in der Szene, die eigentlich emotional und erhaben wirken soll, daran denkt, zeigt mir, dass es nicht hundertprozentig überzeugend gemacht wurde.

    Generell gibt es paar Szenen bei "Disclosure Day", die großes Parodie-Potenzial bieten, für den nächsten "Scary Movie", "Mars Attacks! 2" oder so.

    Davon abgesehen fand ich den Film aber durchaus gelungen und sehenswert, und er kann mit Sicherheit als einer der besseren großen FIlme des Jahres bezeichnet werden. Diejenigen, die sich für die Thematik interessieren, müssen sich das sowieso anschauen.

  • Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass es im Film irgendwie nur so halb klar wird, was die Aliens eigentlich wollen, bzw. warum sie sich mit den Menschen in Verbindung setzen. Ok, sie verleihen halt irgendwelchen zufällig ausgewählten Menschen bestimmte Fähigkeiten, offensichtlich, weil diese Menschen dabei helfen sollen, die Wahrheit über ihre Existenz offenzulegen. Aber was erhoffen sie sich selbst davon? Warum tun sie das?


    Und davon ausgehend stelle ich mir natürlich auch die Frage, falls es auch in der Realität Außerirdische geben sollte, die die Erde bereits besucht haben... was wollen sie hier? Was ist der Mehrwert für sie, wenn sie hier rumfliegen, Kornkreise machen und unsere Kühe sezieren?

    Wenn wir mal vom Guten im Menschen (bzw. im Alien) ausgehen, dann sind sie möglicherweise hier, um uns auf die nächste Stufe der Zivilisation zu führen, weil wir ihre Schöpfung sind und sie daher ein natürliches Interesse daran haben, dass es uns gut geht. Oder sie sind einfach nett und wachen über jede Zivilisation im Universum, dass die sich nicht vorzeitig selbst zerstören, kreisen deshalb über unseren Atomkraftwerken und Raketensilos und sorgen dafür, dass keine all zu schlimmen Dinge passieren.

    Neutral betrachtet sind sie vielleicht eher so drauf, wie in meiner Kurzgeschichte "Der Fremde", und sie studieren uns wie verantwortungsvolle Wissenschaftler aus sicherer Distanz, so wie wir irgendwelche Tiere observieren, ohne diese all zu sehr stören zu wollen. Oder sie tanken an unseren Atomkraftwerken einfach ihre Schiffe auf.

    Und wenn wir es negativ sehen wollen, könnte es natürlich auch sein, dass sie einfach ein Interesse an unseren Ressourcen haben, oder dass ihnen unser Fleisch besonders gut schmeckt.

    In jedem Fall hoffe ich, dass sie nicht wirklich Kontakt zu den Regierungen dieser Welt haben (so, wie es schon ab und zu irgendein Whistleblower behauptet hat). Denn wenn die ernsthaft mit Leuten wie Trump Geschäfte machen oder geheime Verträge abschließen, scheinen sie ethisch nicht viel weiter entwickelt zu sein als die FIFA. Und diese Vorstellung wäre ja schon irgendwie gruselig.

    Was denkt ihr?