Krieg in der Ukraine

Es gibt 528 Antworten in diesem Thema, welches 117.093 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Juli 2026 um 10:12) ist von Yatan.

  • Den Mut muss man mal haben, entgegen der Androhung von Strafe, die für solche Art von Meinungsfreiheit in Russland gilt, das zu machen.

    Angesichts der ihr drohenden Strafe (und das kann unter Putin bekanntermaßen direkt die Ermordung sein), ist es tatsächlich höchst respektabel und eine vorbildliche Aktion des Widerstands.

    Hierzulande geht man unter Polizeischutz spazieren und wähnt sich in einer Diktatur. Und das schon, wenn der Spritpreis zu hoch ist. Ost und West sind nach wie vor sehr verschieden.

  • Nichts davon rechtfertig Putins Angriffskrieg, aber unter den Tisch fallen lassen sollte man die Existenz rechter Milizen auch nicht. Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    Auch wenn das Asow-Regiment 'nur' 1000 Mann hat, war diese Gruppe direkt am Kampf gegen die Separatisten beteiligt, da ist es leider nicht abwegig, dass zumindest an manchen russischen Vorwürfen (gezielte Gewalt gegen die russische Minderheit) etwas dran ist.

    Why do we fall?

  • Nichts davon rechtfertig Putins Angriffskrieg, aber unter den Tisch fallen lassen sollte man die Existenz rechter Milizen auch nicht. Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    Auch wenn das Asow-Regiment 'nur' 1000 Mann hat, war diese Gruppe direkt am Kampf gegen die Separatisten beteiligt, da ist es leider nicht abwegig, dass zumindest an manchen russischen Vorwürfen (gezielte Gewalt gegen die russische Minderheit) etwas dran ist.

    Grade erst gestern gelesen. Passt sehr gut dazu. Danke für die Beiträge. Werde ich mir gleich mal anschauen.
    https://www.belltower.news/interview-zur-…m-krieg-128347/

  • Celdur 25. März 2022 um 20:41

    Hat den Titel des Themas von „Konflikt Ukraine-Russland“ zu „Krieg in der Ukraine“ geändert.
  • Interessanter Kanal, auf dem jemand in Russland Bewohner zur aktuellen Situation befragt:

    1420
    www.youtube.com
  • Naja, es sind zumindest Lichtblicke in einer finsteren (Parallel-)Welt.

    Bass uff, am Ende gibt es in Russland mehr Meinungsfreiheit als in der tollen westlichen Demokratie. XD

    Soweit ich mich entsinnnen kann, hat Deutschland RT mit den Sendelizenzen stress gemacht, wochen bevor Russland westliche Berichterstatter ausgewiesen hatte.

    In der BRD geht man halt (noch) nicht juristisch gegen unerwünschte Meinungen, aber da gibt es genügend linientreue Radikale und querlaufende Antifa-Spinner, die die Meinungsdiktatur auf den verschiedensten ebenen durchdrücken. Es ist die Frage, welche diktatur die schlimmere ist, die die von Oligarchen einem Volk juristisch aufgezwängt wird, das nicht dahintersteht oder die, die in den Köpfen der Leute beginnt. Naja, seit der Corona irrsinn ein jähes Ende gefunden hat (Anscheinend hat der Virus auch Angst vorm Russen) hat sich die Lage ein bisschen entspannt, das liegt aber vielleicht auch nur subjektiv daran, dass ich die Ukraine Propaganda nicht mitverfolge.

    Ich hab nur mitbekommen, dass wieder einschlägige Wortschöpfungen ala Putinversteher usw. in Umlauf gebracht worden sind und vermutlich wird man auch für die Erwähnung der Sache "Nato-Ost-Erweiterung" gesteinigt... Oder doch lieber ein bisschen Whataboutism und auf Syrien und co verweisen? ^^

    Der Krieg in der Ukraine wird ja - so wie ich das mitbekomme - wenigstens als Notwendiges Übel verkauft und nicht als so ein heroisches Ding. ist aber nur der Eindruck, den die Kriegsberichterstattung bei mir um 3 Ecken hinterlässt. Aber eigentlich sollte ich mir da schon mal was anschauen, denn eigentlich sollte man nach dem Corona Theater etwas propagandistisch massiveres erwarten als eine sachliche Berichterstattung...

    Naja, nachdem man die Leute abwatschte, die sich mit der Impfzertifikatspflicht ans dritte Reich erinnert sahen, war man sich schonmal nicht zu Schade, den Hitlervergleich mit Putin aufzumachen... XD Das hab ich noch mitbekommen.

  • Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    gab es da nicht einen eklat für die brd bzw. den staatsfunk, der das genaue gegenteil nahe legt... irgendwann vor 2 oder 3 jahren oder so? XD so eine art "osama bin laden light auf doitsch" ?

  • Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    gab es da nicht einen eklat für die brd bzw. den staatsfunk, der das genaue gegenteil nahe legt... irgendwann vor 2 oder 3 jahren oder so? XD so eine art "osama bin laden light auf doitsch" ?

    Vonseiten der US-Regierung gab es wohl mal den Versuch, das Asow-Regiment als terroristische Gruppe einzustufen, der wohl gescheitert ist. Anscheinend wurden deren gesperrte Kanäle auf einigen sozialen Plattformen auch wieder freigeschaltet - bin mir aber gerade nicht sicher, ob dies stimmt. So oder so hatte bzw habe ich häufig den Eindruck, dass die Problematisierung rechter Gruppen seitens 'Mainstream-Politik' häufig eher in einem primär instrumentellen Kontext erfolgt. Für Putin sind diese Gruppen natürlich auch nur ein Strohmann-Argument. Ehrlicher wäre es dennoch, zu sagen, Ja es gibt ein Problem mit rechen Milizen in der Ukraine (auch wenn diese sich parlamentarisch nie etablieren konnten), aber dies hat nichts mit den wahren Motiven für Russlands Krieg zu tun.

    Das Problem des 'Putin-Verstehens' hängt eben damit zusammen, wo sich 'Putin-Versteher' selbst politisch verorten, denn diese Haltung ist sowohl bei Rechten, Linken als auch Zentristen zu finden. Manche schätzen den Autokraten und Machtmenschen, andere hassen einfach aus Prinzip die USA, und andere hoffen eben immer noch auf eine friedliche Koexistenz. Abgesehen von meiner antifaschistischen Abneigung gegen Putins Russland sehe ich die Sache eben schlichtweg 'politisch im Sinne Carl Schmitts'. Die NATO sind gewiss nicht die (moralisch) Guten, aber der politische Feind heißt eben Putin.

    Why do we fall?

  • Ich kann "Putin-Versteher" in sofern verstehen, dass ich sehr misstrauisch bin, wenn sich eine Gesellschaft, die mich jahrelang wie Dreck behandelt und mir stets das Gefühl gibt, dass meine Ansichten unerwünscht sind, plötzlich solidarisiert gegen einen "gemeinsamen Feind", Benefiz-Konzerte gibt und alle ins selbe Rohr blasen...

    Ich kann verstehen, dass man jedem Feind dieser Gesellschaft reflexartig alles Gute wünscht, selbst wenn es Osama Bin Laden oder Adolf Hitler höchstpersönlich sein sollten.

    Ich kann verstehen, dass man es als verlogen und heuchlerisch empfindet, wenn derselbe Staat, der uns mit tausenden Gesetzen schikaniert, überwacht und jede mögliche Veränderung im Keim erstickt, plötzlich so tut, als ob er für Freiheit und Gerechtigkeit steht, und der Feind für Unfreiheit und Ungerechtigkeit.

    Nicht verstehen kann ich aber, wenn sie deshalb bereitwillig jede noch so schlechte Propaganda-Lüge des russischen Diktators glauben, jeden peinlich inszenierten Mist auf Facebook teilen und so tun, als ob es in der Ukraine gar keinen Krieg gibt oder die Menschen dort eigentlich alle sehr froh sind über Putins Eingreifen.

    Wer solchen "Informationen" glaubt, der hätte vermutlich im Dritten Reich auch geglaubt, dass die Juden ja nur zu ihrem eigenen Schutz in Schutzhaft genommen und umgesiedelt werden.

    Also ich finde, nur weil einen die Propaganda der einen Seite ankotzt, sollte man nicht gleich die Propaganda der Gegenseite als näher dran an der Wahrheit betrachten.

    Gerade "Querdenker" sollten sich stets bewusst machen, was in Russland mit "Querdenkern" (vielleicht nicht mit Masken-Verweigerern, aber eben mit Leuten, die der Regierung oder dem System kritisch gegenüber stehen oder es gar stürzen wollen) passiert.

    Da gibt es eigentlich wenig schönzureden.

    Wir haben zwei sehr unsympathische Blöcke, die sich gegenüberstehen. Im Zweifelsfall erkenne ich in "unserem" Block noch ein bisschen mehr Individualität und Menschlichkeit als im anderen Block (China, Russland und Co.). Das macht unser System nicht zwangsläufig sympathischer, aber das der Gegenseite eben auch nicht.

  • Ich kann verstehen, dass man es als verlogen und heuchlerisch empfindet, wenn derselbe Staat, der uns mit tausenden Gesetzen schikaniert, überwacht und jede mögliche Veränderung im Keim erstickt, plötzlich so tut, als ob er für Freiheit und Gerechtigkeit steht, und der Feind für Unfreiheit und Ungerechtigkeit.

    Der Widerspruch ist kleiner als du denkst, da man nicht für die Anarchie in der Ukraine kämpft, sondern lediglich gegen den von Putin forcierten Angriffskrieg, der das Land zerbombt, Menschen ins Elend stürzt, heimatlos macht und ihnen ihre Angehörigen nimmt.

    Verstehe ohnehin nicht, wie jetzt noch irgend jemand in die Verlegenheit kommt, sich zwischen zwei Seiten entscheiden zu müssen. Selten war eine Kriegssituation klarer als hier. Was Putin dort treibt, übertrifft alles - selbst wenn die Ukraine, wie jeder andere Staat, natürlich auch ihre Portion Dreck am Stecken haben sollte.