Lichtblicke (fast) korrekt sozialisierter und indoktrinierter Bücklinge

  • Hallo zusammen,


    Ihr kennt das : Buckeln, buckeln, Ja sagen, nicken, genau wissen dass man Bullshit (mit)macht und eigentlich Tacheles reden sollte. Welche Gelegenheiten habt Ihr genutzt, um ausnahmsweise mal authentisch und aufmüpfig zu sein?


    Ich mach mal den Anfang: In der Realschule wollte mein Gemeinschaftskundelehrer von mir, dass ich das Grundgesetz unterschreibe. Ich sagte, das mach ich nicht. Er wollte wissen warum etc. ich sagte, ich bin ja nicht einmal volljährig, da darf ich noch nicht unterschreiben außerdem weiß ich nicht, ob das Bauernfängerei ist. Auf seine Beteuerung hin, dass das bestimmt keine Bauernfängerei ist (lol) meinte er, ich solle ja nur symbolisch unterschreiben. Da hab ich gesagt, dann unterschreibe ich halt symbolisch nicht... ^^

  • Ich bin in einem Forum angemeldet, das ähnlich wie so ein Staatsgebilde funktioniert und wo die Führung meint, bestimmte Sichtweisen vorgeben zu müssen. Hab mich dem über Jahre verweigert und trotzdem einfach das gesagt, was ich denke. :S

  • Ich bin eher unabsichtlich aus dem mir total fremd gewordenen 1. Arbeitsmarkt rausgepurzelt. Aber auch als ich da noch aktiv drin war, hab ich das ganze wohl nicht ganz kapiert. Entweder war ich zu blöd für die Arbeiten und Kollegen, oder ich war zu übermotiviert und hab wie eine angestachelte Wildsau gebuckelt.* In beiden Fällen betrachteten mich viele Kollegen wohl ziemlich fremdkörperisch. Fast ein Segen, dass mich mein Kopf (Psychose) ausgebremst hat und ich seitdem ziemlich unbrauchbar bin, was die "normale" (Arbeits)welt betrifft. Naja, keine Ahnung, ob man das als Lichtblick betrachten kann. :D


    * Nicht nur natürlich, aber diese beiden Extreme hatte ich öfters in meinem Arbeitsleben.

  • :hmm: Mal sehen, ... auf dem Flur des Jobcenters 'die Gedanken sind frei' gesungen, allerdings vor verschlossenen Türen, als mir die Sanktion bevorstand.

    Dann hier und da ein Wachvergehen mit Androhung von körperlicher Gewalt beim VEB Gleichschritt, das war im Nachhinein betrachtet echt nice :blush:


    Man kann auch aufmüpfig durch Unterlassung werden. Mein Ex hatte mal als Spion gearbeitet und die gewünschten Infos nicht rausgerückt, da haben sie ihn nach sechs Monaten rausgeworfen.


    Mich würde interessieren ob es bei der Polente auch 'Verweigerer' gibt. Zumindest aus Angst davor aus dem Auto zu steigen, bei erhöhtem Aufkommen an Jugendlichen in einem Park. Ansonsten gibt es dort nicht ohne Grund sehr viele Alkoholiker.


    Ist halt ein unnatürlicher Job geworden, der unglaublich auf die Psyche schlägt.

  • Ist halt ein unnatürlicher Job geworden, der unglaublich auf die Psyche schlägt

    Ja das stimmt. Ich würde vor allem in dieser Zeit wirklich nicht gerne in der Haut irgendeines Beamten stecken.


    Anderseits war es (für mich zumindest) sehr offensichtlich wie das in Etwa laufen würde. "Selber schuld" ist vl. etwas hart ausgedrückt, aber mir würde es niemals einfallen, irgendjemand anderes Regeln mit Gewalt durchzusetzen, auch nicht wenn dieser jemand eine Gruppe Leute mit ganz toller PR darstellt. Vermutlich dann erst recht nicht. Die Leute sind einfach viel zu obrigkeitshörig und mangeln an Bereitschaft der Übernahme von Verantwortung [*]. Wem gegenüber denn auch?


    [*] Dazu gehört wohl auch, dem gegenüber diese Verantwortung zuzugestehen und zu lassen.

  • Ja das stimmt. Ich würde vor allem in dieser Zeit wirklich nicht gerne in der Haut irgendeines Beamten stecken.


    Anderseits war es (für mich zumindest) sehr offensichtlich wie das in Etwa laufen würde. "Selber schuld" ist vl. etwas hart ausgedrückt, aber mir würde es niemals einfallen, irgendjemand anderes Regeln mit Gewalt durchzusetzen, auch nicht wenn dieser jemand eine Gruppe Leute mit ganz toller PR darstellt. Vermutlich dann erst recht nicht. Die Leute sind einfach viel zu obrigkeitshörig und mangeln an Bereitschaft der Übernahme von Verantwortung [*]. Wem gegenüber denn auch?


    [*] Dazu gehört wohl auch, dem gegenüber diese Verantwortung zuzugestehen und zu lassen.

    Du ich hab keine Ahnung aus welchen Gründen man Polizist werden will, ausser vielleicht einem Familienmitglied, dem man nacheifert.


    Früher entschied man sich aus Überzeugung dafür oder aus dem Schutzgedanken heraus.


    Wäre mal ne interessante Frage an einen jüngeren Polizisten oder Polizistin. Immerhin soll es anspruchsvoller sein als bei der Verteidigung, zu der viele absteigen wenn sie es dort nicht schafften.


    Beamtenjobs enden trotzdem alle mehr oder weniger kaffesaufend hinterm Schreibtisch, das kann nur frustrierend sein.

  • Du ich hab keine Ahnung aus welchen Gründen man Polizist werden will, ausser vielleicht einem Familienmitglied, dem man nacheifert.

    Viele Kinder wollen später Polizist werden, weil sie das einfach im Fernsehen sehen, dass das coole Helden sind, die böse Verbrecher fangen, schnelle Autos fahren und rumballern dürfen.

    Später, wenn man bisschen älter wird, als Jugendlicher, ist es ja üblicherweise (zumindest, wenn die Entwicklung normal verläuft) eher so, dass die Polizei zum Feindbild wird, weil einen die Bullen ständig irgendwo vertreiben, oder kontrollieren, oder das Mofa beschlagnahmen oder sonstwie den Tag versauen.

    Ich kann mich jedenfalls aus meiner Jugend an keinen einzigen Moment erinnern, wo mal irgendjemand gesagt hat: "Oh, super, da drüben ist die Polizei! Ich fühle mich total sicher, wenn die in meiner Nähe sind, und möchte später gerne auch so etwas werden." :lol_gif:

    Von daher frage ich mich natürlich auch, was im Leben eines jungen Menschen schieflaufen muss, dass man ein positives Bild von der Polizei entwickelt. Außer wenn man halt irgendwie rechts oder Waffennarr ist und gern mal mit dem Knüppel in irgendwelche Demonstranten hauen möchte... aber es gibt ja Gerüchten zufolge tatsächlich viele junge Polizisten, die nicht rechts sind, sondern die das einfach nur machen, weil sie es "spannend" finden und vielleicht sogar wirklich glauben, damit etwas Gutes/Sinnvolles zu tun. Bei denen frage ich mich dann schon, ob die alle vergessen haben, wie sie wenige Jahre zuvor noch panisch weggelaufen sind, wenn sie irgendwo ne Sirene gehört haben, oder ob die wirklich in so gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen sind, dass die Polizei für sie tatsächlich immer nur "Freund und Helfer" gewesen ist.

  • Also an den Hals werfen tue ich denen jetzt auch nicht gerade, aber finde es schon nett, wenn sie Taxi für einen spielen, weil man zu Fuß an der Bundesstraße entlang lief und evtl einen Unfall verursachen hätte können.


    Diejenigen die total drauf stehen und es regelrecht geil macht eine Waffe zu tragen, müssen privat ebensolche psychisch gestörten Wichser sein.

    Solche Menschen provoziert man besser nicht. Das ist wie bei unsicheren Hunden, die aus Angst doppelt schnell zuschnappen.


    Gerade sind es jene Bücklinge beim Bund, die, wenn's drauf ankommt am meisten in die Hosen kacken.

    Zum einen ist es so wie es SeeBee gesagt hat, dass keine Verantwortung übernommen werden kann, da man zu gehorchen hat, und gleichzeitig dieses missverstande demonstrieren der Macht, welches man denkt ausüben zu müssen.


    An was liegt es oft? Ich denk dabei oft an ein zu großes Gefälle, welches man selber schafft.


    Vor allem Deutsche aus einer Gefahrenzone bringen zu wollen ist ein schwieriges Unterfangen. Sie wollen bei allem hautnah dabei sein und lassen sich ums verrecken nichts sagen.


    Hat was mit Uneinsichtigkeit, Arroganz zu tun und weil man so gerne Anti und aggressiv ist, hab ich mir zumindest sagen lassen. Keine Ahnung woher das kommt.

  • Viele Kinder wollen später Polizist werden,

    Also ich weiss noch von meiner allerersten Begegnung mit einer aus dem Lager. Damals als Kind hat man mir erzählt, dass man Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen kann und in dem Kontext war mir diese uniformierte Gestalt mit der dicken Knarre vom ersten Moment an suspekt.

    weil sie es "spannend" finden

    Mir ist mal einer begegnet, mit 14 oder so, der meinte auch, er fände es voll toll in den Krieg zu ziehen und meinte, er muss mich damit vollabern. Dem habe ich gesagt "Ja vielleicht ziehe ich ja auch mal in den Krieg und wenns blöd läuft, knallen wir uns gegenseitig ab". Das hat ihm glaub ziemlich den Kopf gewaschen. Dann isser Punker geworden statt in den Krieg zu ziehen.



    und gleichzeitig dieses missverstande demonstrieren der Macht, welches man denkt ausüben zu müssen.

    Ein Kumpel sagt es immer so: Gib einem Deutschen den Toilettenschlüssel und er fühlt sich wie der Chef, buckelt noch mehr vor der Obrigkeit und tritt fleissig nach unten.


    Ich bin der Überzeugung, dass man sich gegenseitig unterordnet - aber so funktioniert diese Welt nicht. Deshalb werden Leute mit so einer Einstellung wohl immer ohne großen Einfluss bleiben. Bis auf wenige ausnahmen hatte ich zumindest nie Führungsverantwortlichkeit. Wollte ich auch nie, es hat sich dann halt ergeben, dass ich mit Leuten zusammengearbeitet habe und aufgrund meiner Erfahrung dann eben technisch den Hut auf hatte.


    Aber was die Führungskompetenz oder vl. auch Führungsanmaßung angeht, wie es bei manchen vl. besser heissen muss, da denke ich dass die Leute, die bei der Knüppelei in der Welt nicht mitmachen immer am unteren Kette der "Nahrungs" kette bleiben werden.


    Letztens habe ich irgendwo gelesen, dass es ja oft heisst, dass Macht korrumpiert. Auf viele trifft das zu, aber es scheint vielmehr so zu sein, dass Machtpositionen korrupte Leute anziehen. Dementsprechend rau und im endeffekt asozial geht es da dann zu.


    Ich denke früher hatte es viel mit sozialem Einsatz fürs "Vater"land und Nationalstolz, Gerechtigkeitssinn usw zu tun, wenn jmd polizist werden wollte. Deshalb war es für mich auch ganz selbstverständlich, dass Cops eher rechts ausgerichtet sind. Heute hat sich das ein bisschen gewandelt, so kommts mir zumindest vor.


    Der Kapitalismus ist mittlerweile desillusioniert und die paar, die noch dafür halten, tun das mit ideologischer Verbohrtheit was ihnen irgendwann zum eigenen strick wird.

  • Endeffekt ist es doch so, wenn man nicht mitspielt, wird man abgesägt, egal wo.

    Führungsverantwortlichkeit. Wollte ich auch nie, es hat sich dann halt ergeben, dass ich mit Leuten zusammengearbeitet habe und aufgrund meiner Erfahrung dann eben technisch den Hut auf hatte.


    Führungskompetenz

    In der Regel hast du immer jemand über dir, und trotz aller Kompetenzen gibt es hierarchische Strukturen.

    Wenn der der über dir steht echt cool ist, muss der einfach mehr Druck standhalten, dann hast du es einfacher.


    Wie lange hattest du denn den Hut auf, und wie ist es geendet?

    Gute Leute bleiben entweder nie lange genug, oder werden auf ewig zum Kaffee kochen degradiert. Leider schon viel gesehen.


    Ich finde das ja zum verzweifeln, aber so läuft es nun mal, wird immer argumentiert. Und wenn man gut wirtschaftet, wird einem nach und nach das Budget bis zur Unkenntlichkeit gekürzt.


    Diese Kollegin setzt ihren Urlaub jedes Jahr kurz vor ihrem Burnout an und verwechselt das wohl mit Reha. Das ist total traurig weil's niemand interessiert wenn jemand engagiert ist. Läuft halt irgendwie ...


    Es bröckeln die Fassaden und das ist gut so. Arbeiten gehen gleicht immer mehr einem Trümmerhaufen, den man erstmal beseitigen muss, um überhaupt an die eigentliche Arbeit heranzukommen.