Dians Musik-Thread

Es gibt 22 Antworten in diesem Thema, welches 15.692 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Juli 2026 um 20:56) ist von Dian.

  • Ich dachte, ich führe mal meinen Exkurs in die jüngere Musikgeschichte fort, bzw. fange ganz von vorne an und philosophiere ein bisschen über die Entwicklung der elektronischen Musik, von Kraftwerk bis zu Depeche Mode, und was das alles mit den Anarchonauten zu tun hat.

    Gestern habe ich tatsächlich dann mal etwas gemacht, wovon ich nicht mehr gedacht hätte, dass es noch passieren würde: Ich habe Kraftwerk in München live gesehen.

    Als ich vor ein paar Monaten überrascht festgestellt habe, dass die tatsächlich nochmal auf Tour gehen, habe ich mir gleich Tickets besorgt, immerhin geht das letzte verbliebene Original-Mitglied schon auf die 80 zu, und somit ist es absehbar, dass es vermutlich nicht mehr all zu viele Gelegenheiten geben wird, dieses Kapitel der Musikgeschichte live miterleben zu können.

    Die Show war genau so, wie ich mir ein Kraftwerk-Konzert immer vorgestellt hatte, der Sound war ziemlich gut (was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist bei Konzerten in größeren Hallen), und die relative Untätigkeit der Musiker auf der Bühne wurde durch zur Musik passende Videosequenzen ausgeglichen. Improvisiert wurde natürlich nicht viel, und neue Songs gab es schonmal gar nicht zu hören, von einer Überraschungs-Coverversion einmal abgesehen, die ich so nicht auf dem Schirm hatte.

    Aber man will ja sowieso hauptsächlich die Lieder hören, mit denen Kraftwerk Musikgeschichte geschrieben haben. Und die gab es auch fast alle (nur warum "Schaufensterpuppen" nicht dabei war, verstehe ich nicht. Das ist für mich einer ihrer besten Songs.) Dafür gab es aber "Autobahn" und ein paar andere Lieder in der extra langen Fassung, was vielleicht dann manchmal ein bisschen monoton wirkt, aber diese Monotonie gehört natürlich dazu, immerhin sind sie sowas wie die Urväter von Techno, Synthpop und Industrial, lange bevor es diese Bezeichnungen überhaupt gab.

    Besonders beeindruckend finde ich immer noch, wie gut sich viele Lieder von Kraftwerk bis heute gehalten haben, und wie modern das teilweise noch immer klingt, was sie in den 70ern und frühen 80ern komponiert haben. Es gibt Bands, die sind noch nicht so alt, aber klingen vom Sound her irgendwie outdated. Doch bei Kraftwerk hat man einfach das Gefühl, dass ihre Klänge zeitlos sind. Dieser Minimalismus und die Reinheit der elektronischen Klänge hat immer noch etwas Modernes, wenn nicht sogar Futuristisches an sich.

    Wen es interessiert, hier ein kurzer Bericht über die neue Tour:

  • Gerade höre ich ganz gern Howard Jones, der verglichen mit manch anderen 80er-Jahre Stars hierzulande vielleicht ein kleines bisschen in Vergessenheit geraten ist.



    Wenn, dann kennen die meisten heutzutage wohl nur diesen einen Song von ihm, der auch heute noch in vielen 80er-Jahre-Playlists zu finden ist, und vermutlich auch immer noch gelegentlich im Radio gespielt wird. Aber er hatte definitiv noch paar andere gute Sachen, die sich zu entdecken lohnen.