Aktuelle Filme

Es gibt 131 Antworten in diesem Thema, welches 88.412 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (11. September 2026 um 00:40) ist von Dian.

  • Ich habe noch ein paar Filme nachzutragen, die ich in den letzten Wochen angeschaut habe...

    Wie der erste Teil auch, ist "Dune 2" ein epischer Sci-Fi-Film mit guten Darstellern und überzeugenden Spezialeffekten, dem man eigentlich nicht viel vorwerfen kann, außer irgendwie einer gewissen Sterilität. Verglichen mit der alten Verfilmung von David Lynch fehlt mir ein bisschen so... naja, vermutlich der Einfluss von David Lynch. Oder vielleicht auch nur die 80er Jahre-Vibes. Als ob früher trotz der natürlich veralteten Effekte alles irgendwie bunter, blutiger, durchgeknallter und spektakulärer war, insbesondere natürlich die Harkonnen. Und wo sind diese coolen Schallwaffen, mit denen die Fremen im alten Film gekämpft haben? Vielleicht kam das ja im Buch nicht vor, aber ich fand das eine der kultigen Momente, die ich vermisst habe. Stattdessen bekämpfen sie sich meistens nur mit Messern und Schwertern. Ok, ist Kritik auf hohem Niveau. Ich will ja nur sagen, dass ich jetzt nicht total überzeugt behaupten kann, die Neuverfilmung ist besser, weil mir einfach ein paar Dinge dann doch früher besser gefallen haben.

    Bleiben wir beim Thema 80er-Jahre:

    Der erste Ghostbusters ist ja so ein Film, mit dem die meisten, die in den 80ern aufgewachsen sind, positive Erinnerungen verbinden. Der mittlerweile vierte Teil bringt zumindest einige dieser Erinnerungen zurück. Es gibt viel Fanservice, und auch die Story geht in die richtige Richtung, nachdem der letzte Teil ja nicht in New York spielte sondern irgendwo auf dem Land, und es sich daher für mich einfach nicht so wirklich nach Ghostbusters angefühlt hat.

    Das Einzige, was mich wirklich nervt, und was mir auch schon bei Ghostbusters Legacy auf den Sack gegangen ist, sind diese nervigen Teenies. Und ich meine nicht Phoebe! Phoebe Spengler mag ich, und sie akzeptiere ich auch als sinnvollere Modernisierung des Teams. Aber die anderen Gestalten... es wirkt alles so verkrampft auf "Wir müssen jetzt eine junge Zielgruppe für das Franchise begeistern" gemacht. Aber wozu? Die TikTok-Generation interessiert sich doch trotzdem nicht dafür. Und überhaupt... damals haben Jugendliche auch Ghostbusters cool gefunden, obwohl die Hauptdarsteller keine Jugendlichen, sondern Erwachsene waren, und es kein Familien- und Teenie-Drama darin gab. Wieso meint man also, man müsste das heutzutage unbedingt einbauen? Ich gebe zu, es ist nicht ganz so nervig wie im Vorgänger, aber es wirkt immer noch fehl am Platz für mich in einem Ghostbusters-Film, daraus einen Familienfilm zu machen.

    Und dann hab ich gestern noch "Monkey Man" angeschaut.

    Wirkt ein bisschen, wie wenn man "John Wick" mit "Slumdog Millionaire" gekreuzt hätte. An letzteres erinnert vor allem der Hauptdarsteller, das Setting und die sozialkritischen Elemente. Im Grunde ist es aber natürlich eine simple Rache-Story, die aber durch die Ästhetik und das unverbrauchte indische Setting doch ziemlich originell wirkt. Die Kampfszenen sind gut choereographiert und nicht ganz so over the top wie bei den neuen "John Wick" Teilen, es bleibt größtenteils bei bodenständigen Martial Arts ohne übertriebenes Geballere.

    Wackelkameras bei Actionszenen mag ich eigentlich nicht, hier fand ich es aber angemessen, weil es wirklich zu der Ästhetik des Films passt und eben so eine starke Dynamik erzeugt. Generell hat der Film so einen für einen Actionfilm ungewöhnlichen Arthouse-Vibe. Also wer mal wieder kompromisslose harte Action sehen will, aber auch mit einem gewissen cineastischen Anspruch verbunden und nicht so trashig wie der übliche B-Movie, der macht mit "Monkey Man" sicher nichts falsch.

  • 'Dune 2' hat mich nicht so sehr begeistert wie der erste Teil, aber dies liegt vielleicht daran, dass ich die Handlung dieses Mal kannte und stark auf die Umsetzung geachtet habe. Ja, er ist wieder recht gut umgesetzt, aber wurde nun doch in einigen Punkten etwas geändert, die in der Fortsetzung möglicherweise problematisch werden könnten bzw. erst wieder 'eingefangen' werden müssen. Statt Walken hätten sie aber mal lieber z. B. Patrick Steward als Shaddam-Darsteller genommen, das wäre ne geile Bezugnahme auf den Lynch-Film gewesen.

    Cool und überzeugend war dafür wieder mal Timothee Chalamet. Und diesbezüglich empfehle ich absolut 'Bones and all', in dem er ebenfalls die männliche Hauptrolle spielt. Unbedingt anschauen, der Film ist Unity-Material. Eine überzeugende Mischung aus Coming-of-Age, Roadmovie und Kannibalen-Romanze. Klingt schräg, wirkt dabei aber alles andere als trashig, und das ist schon ein Kunststück für sich.

    Why do we fall?

  • Als er im Kino lief, war ich kurz davor, ihn mir anzuschauen. Aber ich glaube, zur selben Zeit kam auch gerade "Terrifier 2", und den hab ich dann vorgezogen.

    Sollte ich vielleicht bei Gelegenheit mal nachholen, denn der Trailer wirkt schon interessant.

    Krass, ich sehe gerade, das ist ja auch schon wieder bald anderthalb Jahre her. Kam mir vor wie ein halbes.

  • Wer kein Problem damit hat ruhigere Filme ohne Action zu schauen, dem kann ich den neuen Film von Wim Wenders ans Herz legen. Aber man muss diese Art von Filmen schon mögen.

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi

  • Die Koreaner haben es einfach drauf, Anspruch und Unterhaltung zu verbinden und tatsächlich noch originelle Geschichten in ihren Filmen zu erzählen. Man denke nur an "Oldboy" oder "Parasite". Und genauso ist es auch bei "Concrete Utopia". Es ist an der Oberfläche eine Mischung aus Katastrophen- und Endzeitfilm, aber hat gleichzeitig auch noch eine tiefergehende Ebene, die man auch als eine Art Gesellschaftssatire oder Systemkritik interpretieren kann.

    Es geht um die Bewohner einer Wohnanlage, die auf wundersame Weise als einzige von einem großen Erdbeben verschont geblieben ist, während die ganze Stadt (oder die ganze Welt?) um sie herum in Trümmern liegt und keine Hilfe in Sicht ist.

    Die Bewohner beschließen, zusammenzuhalten und ihren Alltag gemeinsam zu organisieren, wie so einen kleinen Mini-Staat, mit eigener Polizei und demokratischen Wahlen. Aber dann wollen immer mehr Leute von außerhalb in die Wohnanlage (man könnte auch sagen: "Flüchtlinge"), und die Bewohner entscheiden, sich abzuschotten und die Hilfesuchenden notfalls mit Gewalt abzuweisen. Doch je mehr die Vorräte ausgehen, desto unmenschlicher wird das Verhalten der meisten Bewohner, sie werden misstrauisch gegenüber allen Andersdenkenden, und es entwickeln sich faschistische Strukturen aus der einst gut gemeinten Idee, sich zu organisieren und zusammenzuhalten. Und es gibt einen populistischen "Führer", der gut bei den Leuten ankommt, aber in Wahrheit nicht das ist, was er zu sein vorgibt.

    Das alles lässt sich natürlich wunderbar auf die politischen Entwicklungen heutzutage übertragen, und man fragt sich als Zuschauer, wie man selber reagieren würde in der einen oder anderen Situation. Dabei kommt der Film jedoch ohne Schwarz-Weiß-Malerei aus... auch die "Bösen" bzw. unsympathischen Figuren haben ihre Motive und Gründe für das, was sie tun, und sind im Grunde auch nur Menschen.

    Letztlich hat der Film, obwohl es in ihm nicht viel Hoffnung gibt, eine starke humanistische Message. Und das ist vielleicht genau die richtige Message zur richtigen Zeit. Ein Jammer, dass es hierzulande kaum jemand mitbekommen wird, wenn der Film nicht gerade sieben Oscars gewinnt oder von Hollywood in ein paar Jahren neuverfilmt wird. Kann aber nur schlechter werden, wenn sie das versuchen... denn wie gesagt, sowas haben die Koreaner einfach besser drauf.

  • Schon wieder so lang her, dass ich Dune 2 gesehen habe??? Gefühlt war das doch erst vor ein paar Monaten. Waah, die Zeit vergeht echt immer

    schneller.

    Gerade vorhin habe ich mir "The Long Walk" im Kino angeschaut. Ausnahmsweise mal eine Literaturverfilmung, zu der ich sogar das Buch kenne, denn "Todesmarsch" hab ich tatsächlich als Jugendlicher gelesen, auch wenn ich mich heute an keine Details mehr erinnern kann. Daher kann ich an dieser Stelle auch nicht genauer auf die Unterschiede zwischen Film und Buch eingehen. (Ich bilde mir aber ein, im Buch waren die Protagonisten noch etwas jünger...)

    Für sich betrachtet ist der Film jedenfalls ein erstaunlich ernsthafter und emotionaler Film, der seine Prämisse vom Anfang bis zum Schluss konsequent durchzieht. Und ja, das heißt wirklich, die wandern den ganzen Film lang nur durch die Gegend, und wer zu langsam ist, wird abgeknallt, bis am Ende nur noch einer übrig ist. Vielleicht hat es deshalb so lange gedauert, bis sie den Roman verfilmt haben, weil diese Idee einfach nicht ganz so Mainstream-tauglich ist wie etwa die Tribute von Panem (welches eindeutig ja auch von Todesmarsch inspiriert wurde.)

    Aber gerade das hat mir auch damals schon an dem Buch gefallen, dass es für einen Jugendroman schon recht krass ist, wie einer nach dem anderen draufgeht, und es nicht wirklich viel Hoffnung oder eine glorreiche Rettung gibt. Dadurch wirkt es einfach auch deutlich bedrückender und realistischer als die Tribute von Panem, auch wenn man natürlich klar sagen muss, dass Panem das größere Spektakel bietet.


  • "One Battle After Another" wird von den Kritikern gerade ziemlich gehyped. Bester Film des Jahres und sowas, bla bla. Ich war dann natürlich neugierig, und habe mich gefragt, ob der Film wirklich so gut ist, oder ob es eben vor allem an der (tendenziell Trump-feindlichen) Message liegt, dass das viele so gut finden. Da sind ja doch einige Hollywood-Schauspieler wie Sean Penn oder Leonardo Di Caprio versammelt, die sich politisch eindeutig zu den Demokraten bekennen.

    Also zunächst mal: Ich finde den Film politisch ziemlich oberflächlich. Eine wirkliche Message ist außer zwischen den Zeilen eigentlich kaum vorhanden. Zwischendurch geht es mal bisschen um linke Ideale, Migration und so, aber im Prinzip ist es völlig Wurst, ob das jetzt von einer Gruppe linksradikaler Terroristen handelt oder von ein paar Bankräubern. Leonardo Di Caprio spielt so einen dauerbekifften Big Lebowski-Wannabe. Es gibt ein bisschen Action, aber nicht übermäßig viel, es gibt ein bisschen Comedy, aber auch nicht übermäßig viel. Der Film geht ziemlich lang und ist dafür schon recht unterhaltsam und definitiv überdurchschnittlich gut gefilmt... vielleicht ein bisschen Tarantino-Style, aber auch nicht übermäßig viel.

    Das absolute Highlight des Films ist eindeutig Sean Penn als Bösewicht. Wann immer er auftaucht, füllt er die ganze Leinwand mit seiner Präsenz. Er spielt eine ziemliche Witzfigur, aber das halt so dermaßen überzeugend, dass man nicht genug davon kriegt, ihm zuzuschauen. Alles andere ist ok, aber nichts was man unbedingt gesehen haben muss. Vielleicht fehlt dann einfach doch noch die gewisse Portion durchgeknallter Tarantino-Wahnsinn. Irgendso ein legendäres Kill Bill-mäßiges Massaker am Ende, das zwar ständig in der Luft liegt, aber nie so richtig passiert.


  • "One Battle After Another" wird von den Kritikern gerade ziemlich gehyped. Bester Film des Jahres und sowas, bla bla. Ich war dann natürlich neugierig, und habe mich gefragt, ob der Film wirklich so gut ist, oder ob es eben vor allem an der (tendenziell Trump-feindlichen) Message liegt, dass das viele so gut finden. Da sind ja doch einige Hollywood-Schauspieler wie Sean Penn oder Leonardo Di Caprio versammelt, die sich politisch eindeutig zu den Demokraten bekennen.

    Also zunächst mal: Ich finde den Film politisch ziemlich oberflächlich. Eine wirkliche Message ist außer zwischen den Zeilen eigentlich kaum vorhanden. Zwischendurch geht es mal bisschen um linke Ideale, Migration und so, aber im Prinzip ist es völlig Wurst, ob das jetzt von einer Gruppe linksradikaler Terroristen handelt oder von ein paar Bankräubern. Leonardo Di Caprio spielt so einen dauerbekifften Big Lebowski-Wannabe. Es gibt ein bisschen Action, aber nicht übermäßig viel, es gibt ein bisschen Comedy, aber auch nicht übermäßig viel. Der Film geht ziemlich lang und ist dafür schon recht unterhaltsam und definitiv überdurchschnittlich gut gefilmt... vielleicht ein bisschen Tarantino-Style, aber auch nicht übermäßig viel.

    Das absolute Highlight des Films ist eindeutig Sean Penn als Bösewicht. Wann immer er auftaucht, füllt er die ganze Leinwand mit seiner Präsenz. Er spielt eine ziemliche Witzfigur, aber das halt so dermaßen überzeugend, dass man nicht genug davon kriegt, ihm zuzuschauen. Alles andere ist ok, aber nichts was man unbedingt gesehen haben muss. Vielleicht fehlt dann einfach doch noch die gewisse Portion durchgeknallter Tarantino-Wahnsinn. Irgendso ein legendäres Kill Bill-mäßiges Massaker am Ende, das zwar ständig in der Luft liegt, aber nie so richtig passiert.

    Ich bin mit sehr hohen Erwartungen in den Film gegangen und für mich wurden sie erfüllt. Wie du schon sagst ist er super gefilmt und bleibt über die ganze Länge am Ball. Die Musik sorgt dann auch dafür, dass man irgendwie kaum zur Ruhe kommt außer in ausgewählten Momenten. Die Schauspieler hast du schon erwähnt, ich fand hier auch die Schauspielerin, die die Tochter gespielt hat herausragend (Chase Infiniti Payne). Der Schnitt, der sie auf die Leinwand brachte und dann der ruhige Moment danach waren auch fantastisch.

    Gerade den Bruch mit Tarantino fand ich ganz cool. Vielleicht erinnerst du dich an die Szene mit der Bank, in der dieser Tarantino-Style Monolog plötzlich unterbrochen wird. Durch solche Momente wusste ich irgendwie nie wie es weiter geht und was der Film noch so bringt. Das war erfrischend. Und die Kamera am Ende bei dieser Verfolgungsjagd war für mich auch ein Highlight.

  • Tron war für mich immer ein Meisterwerk der 80er-Jahre, auf einem Level mit Star Wars und ähnlichen FIlmen, und ich konnte nie nachvollziehen, warum es so lange keine Fortsetzung dazu gab und der Film generell so wenig Beachtung fand. Das war visuell für die damalige Zeit absolut bahnbrechend, und hat die ganze damals erst entstehende Videospiel-Welt nicht einfach nur nachgeahmt, sondern hat sowohl viele Spieleentwickler inspiriert, wie auch alle möglichen späteren Filme und Bücher, die in einer virtuellen Cyberspace-Welt spielen, von "Matrix" bis "Ready Player One".

    Tron war einzigartig und es gab nichts vergleichbares.

    All das ist der neue Film halt leider NICHT.

    Er wird niemanden zu irgendwas inspirieren, und es wirkt auch nicht so, als ob er auf der Höhe der Zeit wäre, was das KI-Thema angeht... sondern die gleiche Story hätte man auch 2010 schon erzählen können. Das wäre in etwa so, wie wenn der originale Tron-Film von 1982 den Cyberspace so dargestellt hätte, wie sich die Menschen im Jahr 1967 das Innere eines Computers vorgestellt hätten... das hätte kein Mensch sehen wollen und wäre hoffnungslos veraltet gewesen.

    Und das ist eben das Problem des neuen Tron-Films. Dass er nichts Neues beizusteuern hat, und dass er keinen Kommentar zum aktuellen Zeitgeist und neuen technologischen Entwicklungen abliefert, sondern im Grunde nur ein weiterer Marvel Superhelden-Film ohne Marvel-Charaktere geworden ist.

    Was bleibt, ist ein audiovisuelles Spektakel mit sehr guten Effekten und einem starken Soundtrack von Nine Inch Nails, sowie ein paar nette Dialoge über Depeche Mode und generell die 80er Jahre. Gerade diese nostalgischen Szenen, in denen der Film den Stil des Originals zu kopieren versucht, sind noch die Highlights, und ich frage mich, warum man das ganze Gaming-Szenario nur so ganz am Rand erwähnt als nettes Beiwerk, obwohl die Spieleszene und virtuelle Online-Welten heute ja im Grunde noch viel mehr Bedeutung für unser aller Alltag haben als es damals der Fall war. Gerade da hätte es sich wunderbar angeboten, dass man sich auch ein paar coole neue Gladiatoren-Spiele ausdenkt, die es dann auch zum Selberspielen zu kaufen geben wird, meinetwegen Rocket League mit Licht-Motorrädern oder sowas. Stattdessen geht es storymäßig eher so in die Terminator-Richtung und um die Erschaffung des perfekten Supersoldaten, wie in tausend anderen Filmen auch.

  • Ich war ja zugegebenermaßen sehr skeptisch, ob die Welt wirklich noch eine Dracula-Neuverfilmung braucht. Zu dem Thema ist ja nun eigentlich auch alles gesagt. Aber den Film fand ich dann doch überraschend unterhaltsam. Er bleibt einigermaßen bei der aus unzähligen anderen Filmen bekannten Handlung, erzählt das ganze aber mit einem lockeren Humor und einer gewissen Sympathie für die Hauptfigur Dracula, die eher als tragischer und charmanter Antiheld potraitiert wird, statt als blutgieriges Monster.

    Luc Besson zeigt, dass er immer noch unterhaltsame Filme machen kann und einige kreative Ideen hat, und Christoph Waltz spielt mal wieder seine übliche Rolle, wie man es eben von ihm erwartet und gewohnt ist. Mit Gothic Horror hat das aber alles trotz Wasserspeiern und ein paar netten Kulissen nicht mehr viel zu tun, dafür ist der Film einfach viel zu sehr ein Feel Good-Blockbuster... aber immerhin einer von der sympathischeren Sorte.

    Auch "Predator - Badlands" versucht, ein einstmals völlig ernstgemeintes, blutiges Franchise mit Humor und vielen Spezialeffekten neu zu beleben für die nächste Generation an Zuschauern. Hier finde ich es aber deutlich weniger gelungen. Nicht, dass die Action oder die Effekte schlecht wären. Aber die Story ist einfach dämlich, und der Humor meiner Meinung nach unpassend. Hielten es die Macher ernsthaft für eine gute Idee, ein knuddeliges Monsterbaby mit Kulleraugen, das vielleicht ganz gut zu den "Fantastischen Tierwesen" oder den "Guardians of the Galaxy" gepasst hätte, in eine Reihe einzubauen, die für harte kompromisslose Action steht?

    Und so wirkt der ganze Film eben auch ein bisschen wie Alien Vs. Predator Vs. Avatar Vs. Guardians of the Galaxy Vs. Enemy Mine. Und wenn man die Predators einfach durch Klingonen ersetzt hätte, hätte man ebenso gut ein Star Trek-Spin Off draus machen können. Es ist aber halt alles so generisch zusammengeklaut und seelenlos, dass ich mich wirklich frage, ob das Drehbuch nicht vielleicht von einer KI verfasst worden ist. Es ist jetzt sicher kein komplett schlechter Film, aber muss man denn heutzutage alles so übertrieben witzig und unernst machen wie in einem typischen Marvel-Film? Nicht zuletzt deshalb fand ich "Todesmarsch" ja so erfrischend, einfach mal eine düstere kompromisslose Handlung ohne diesen krampfhaft auflockernden Humor zwischendurch.

    Und dann hab ich neulich noch "Depeche Mode: M" angeschaut.

    Allein für den coolen Sound hat es sich schon gelohnt, dafür in ein IMAX-Kino zu gehen. Optisch macht der Film aber nicht all zu viel her, viele Szenen sind auch noch mit schlechter Kamera aufgenommen oder so künstlich verfremdet. Kann man sich genauso gut später irgendwann mal auf ARTE im Fernsehen anschauen.

    Inhaltlich gibt es ein etwas verkürztes Depeche Mode-Konzert zu sehen, immer mal wieder unterbrochen mit pseudo-intellektuellen Einspielern über die mexikanische Totenkultur und sowas, was halt leider nicht all zu viel mit Depeche Mode zu tun hat und daher oftmals ein wenig beliebig wirkt.

    Als Fan macht man sicher trotzdem nichts falsch. Vor allem wenn man nicht selbst auf einem ihrer aktuellen Konzerte gewesen ist, bekommt man hier einen ganz guten Eindruck davon, als ob man live dabei wäre.