Hab grad das Gefühl, ich bin doch im falschen Forum.
Nicht wer sich über Lärm beschwert oder über Vordrängler aufregt, ist der Asoziale, sondern derjenige, der auf diese gleich mit Prügel und Gewalt reagieren möchte.
Die Deutschen verhalten sich, fällt mir immer mehr auf, wie Urmenschen.
Z.B.: Da stellt jemand sein Auto mitten im Weg ab, weil er zu faul ist, sich wenigstens so ins Halteverbot zu stellen, dass andere vorbeikommen. Kaum wird er angehupt, sagt er sich nicht, naja, ich steh halt auch blöd da, sondern blöfft den Hintermann an, dass er doch irgendwie vorbeikommen würde mit seinem Lastwagen. Ist zwar dann weggefahren, aber woher kommt diese Einstellung "Ich super, alle anderen doof" ?
Klar bin ich ein Spießer, wenn es darum geht, sich zivilisiert zu verhalten. Man kann auch Systemkritiker sein und kein Arschloch.
Die Gesetze für verbesserungswürdig halten und deren Existenz als sinnvoll erachten.
Okay. Für letzteres bin ich vielleicht im falschen Forum. Aber für ein Leben ohne Gesetze und Polizei habe ich einfach zu wenig Muskelkraft. Bin eben Denker und kein Muskelmann.
Wenn jemand zu laut ist, möchte ich eben das Recht haben, dem das zu sagen, ohne gleich verprügelt zu werden. Ist doch asozial genug, weiter laut zu sein (man darf eh erstaunlich viel).
Wenn sich jemand vordrängelt, darf man dem das auch mitteilen. (Im Fall von Dian wäre die richtige Antwort gewesen: "Sie müssen es ja wissen. Sie sind ja offenbar der, der uns Deutschen den Ruf verpasst hat, mit Handtüchern die Liegestühle zu reservieren." und ja, mir fallen die richtigen Antworten auch erst sehr viel später ein. Ich hätte mich da wohl auch nicht hinter seinem quergestellten Wagen angestellt.)
Aber dennoch bleibe ich der Meinung, Anarchie kann mit solchen Mitmenschen unmöglich funktionieren. Solange wir nicht lernen, zu erkennen, wann wir selbst im Unrecht sind, ist Anarchie eine Utopie.
Selbst ich finde es manchmal schwer, die Möglichkeit des eigenen Irrtums anzuerkennen. Aber bei den meisten Menschen scheint die Meinung, man selbst habe die Weisheit gepachtet, zur Grundausstattung zu gehören.
Und Dian: Das richtige Anstehen im Supermarkt etc. gehört zur großen Kunst des zwischenmenschlichen. Es ist so komplex, dass selbst ich, obwohl ich doch der klügste überhaupt bin
, keine Lösung dafür gefunden habe.
Mich kotzt das alles zur Zeit eh so an, dass ich mich mal wieder frage, wieso ich immer noch die Welt zu einem besseren Ort machen möchte. Ich muss doch psychisch krank sein, mich gegen die Bestrebungen meines verhassten Nachbars und seinesgleichens für eine schönere Zukunft für deren verzogene und ebenso asoziale Kinder einsetzen zu wollen?
Wie blöd bin ich denn? dash Vielleicht ist es ein Gendefekt borg .
Mich beruhigt lediglich, dass ich keine eigenen Kinder habe und somit der ernstgemeinte Versuch, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, eine evolutionäre Sackgasse bleibt. dead