Beiträge von Lonewolf

    Das ist nicht der Punkt denke ich. Vertrauen ist etwas, das ich meiner Frau und meinen Freunden entgegen bringe. Eine Vertrauensbasis ist in solchen Beziehungen zwischen Bürger und Staat oder Konsument und Medien schlicht fehlt am Platz.

    Ein schöner subjektiver Text zum deutschen Luxuspazifismus:

    Bei solcher Art von Artikel lese ich nur den Einleitungssatz und weiß, was mich erwartet. Wie man einen solchen Bullshit ernst nehmen kann ist mir ungelogen ein Rätsel.

    So geht's mir bei jedem deiner Beiträge ;-) Aber da Textverständnis nicht deine Stärke ist: Der Aussage des Artikels stimme ich sicherlich nicht in allen Punkten zu (ist ja im Grunde auch nur ein persönlicher Erfahrungsbericht), aber im Kern hat er eben Recht: Der deutsche 'Pazifismus' der Kalter-Krieg-Generation ist primär eine Luxushaltung auf dem Rücken derjenigen, die den 'waffenstarrenden Frieden' aufrechterhalten haben.

    Weiss ich nicht, ich hab solche Probleme nicht - in meiner Welt. Ich habe in meinem Leben genau 2 mal stress gehabt mit Leuten, die mich schlagen wollten und habs auch irgendwie rumgegriegt - ohne einen Schlägertrupp zu organisieren oder selber draufzuhaun, was schon aus physichen Gründen suoptimal wäre ;-).

    Is halt nicht so einfach. Was wäre denn, wenn man sich nie gegen einen gerichtete Aggressionen wehren würde? Wäre halt auch ein Zeichen an den Aggressor: hey, mit Gewalt kann ich mir alles holen, hab ja gar keine Konsequenzen zu befürchten! Auf die Weltbühne übertragen könnten dann Länder beliebig in andere einfallen und sie schlucken - wehrt sich ja keiner.

    Ja, ich find Gewalt halt auch scheiße und es wäre schön, wenn es sie nicht gäbe. Nur erzähl das den Ukrainern, denen Gewalt angetan wird. Wenn da sich keiner wehrt, ist das n Freifahrtsschein für den Aggressor (Russland), und wahrscheinlich würde deren Hunger nach mehr dann noch größer werden. Aber kein Plan.

    Ein schöner subjektiver Text zum deutschen Luxuspazifismus:

    Politisierung Anfang der 80er: Warum meine Generation eine Mitverantwortung für den Ukrainekrieg trägt - Essay von Jens Glüsing
    Unser Autor ist Jahrgang 1960, er leistete seinen Wehrdienst bei der Marine und nahm an der Bonner Friedensdemonstration teil. Heute wirft er sich vor, dass…
    www.spiegel.de

    Davon auszugehen, dass sich jemand wie Putin mit der Ukraine zufriedengeben würde, ist eine etwas fragwürdige Hoffnung. Die Propaganda gegen Polen, die 'Marionette des Westens', ist ebenfalls Teil des russischen Narrativs. Und danach stünde Russland direkt vor 'unserer Haustür'. Das Ganze nur als einen russisch-ukrainischen Konflikt zu sehen ist eben naiv. Auch die anarchistischen Gruppen in der Ukraine haben - im Gegensatz zu großen Teilen der hiesigen Linken mit ihrem ewiggestrigen Antiimperialismus/Pazifismus - erkannt, das es hier keine 'neutrale' Haltung geben kann. Neutral heißt: pro-russisch. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber jede Lieferung militärischer Ausrüstung an die Ukraine ist momentan sinnvoller als das wohlfeile Geschwafel auf irgendwelchen 'Friedensdemonstrationen', die ohnehin nur dann veranstaltet werden, wenn der primäre Gegner NATO/USA heißt.

    Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    gab es da nicht einen eklat für die brd bzw. den staatsfunk, der das genaue gegenteil nahe legt... irgendwann vor 2 oder 3 jahren oder so? XD so eine art "osama bin laden light auf doitsch" ?

    Vonseiten der US-Regierung gab es wohl mal den Versuch, das Asow-Regiment als terroristische Gruppe einzustufen, der wohl gescheitert ist. Anscheinend wurden deren gesperrte Kanäle auf einigen sozialen Plattformen auch wieder freigeschaltet - bin mir aber gerade nicht sicher, ob dies stimmt. So oder so hatte bzw habe ich häufig den Eindruck, dass die Problematisierung rechter Gruppen seitens 'Mainstream-Politik' häufig eher in einem primär instrumentellen Kontext erfolgt. Für Putin sind diese Gruppen natürlich auch nur ein Strohmann-Argument. Ehrlicher wäre es dennoch, zu sagen, Ja es gibt ein Problem mit rechen Milizen in der Ukraine (auch wenn diese sich parlamentarisch nie etablieren konnten), aber dies hat nichts mit den wahren Motiven für Russlands Krieg zu tun.

    Das Problem des 'Putin-Verstehens' hängt eben damit zusammen, wo sich 'Putin-Versteher' selbst politisch verorten, denn diese Haltung ist sowohl bei Rechten, Linken als auch Zentristen zu finden. Manche schätzen den Autokraten und Machtmenschen, andere hassen einfach aus Prinzip die USA, und andere hoffen eben immer noch auf eine friedliche Koexistenz. Abgesehen von meiner antifaschistischen Abneigung gegen Putins Russland sehe ich die Sache eben schlichtweg 'politisch im Sinne Carl Schmitts'. Die NATO sind gewiss nicht die (moralisch) Guten, aber der politische Feind heißt eben Putin.

    Nichts davon rechtfertig Putins Angriffskrieg, aber unter den Tisch fallen lassen sollte man die Existenz rechter Milizen auch nicht. Die Forderung einer tatsächlichen Entnazifizierung hätte eigentlich frühzeitig vom Westen an die ukrainische Regierung herangetragen werden müssen, aber dies war wohl zu keinem Zeitpunkt eine Priorität.

    Auch wenn das Asow-Regiment 'nur' 1000 Mann hat, war diese Gruppe direkt am Kampf gegen die Separatisten beteiligt, da ist es leider nicht abwegig, dass zumindest an manchen russischen Vorwürfen (gezielte Gewalt gegen die russische Minderheit) etwas dran ist.

    ..und hier nochmal auf Deutsch (auch als kleiner Denkanstoß für alle Dummbatzen, die leichtfertig an den falschen Stellen von 'Faschismus' faseln : https://de.crimethinc.com/2022/02/15/der…-in-der-ukraine

    Die Anarchist*innen in der Ukraine, in Belarus und in Russland unterstützen meist direkt oder implizit die ukrainische Unabhängigkeit. Das liegt daran, dass die Ukraine trotz aller nationalen Stimmungsmache, Korruption und einer großen Zahl Nazis im Vergleich zu Russland und den von ihm kontrollierten Ländern wie eine Insel der Freiheit wirkt. Dieses Land bewahrt solche im post-sowjetischen Raum ›einzigartigen Phänomene‹ wie die Abwählbarkeit des Präsidenten, ein Parlament, das mehr als nur nominelle Macht hat, und das Recht, sich friedlich zu versammeln; in einigen Fällen, wenn die Öffentlichkeit gerade darauf achtet, funktionieren die Gerichte manchmal sogar gemäß ihrem erklärten Protokoll. Zu sagen, dass dies besser ist als die Situation in Russland, ist nichts Neues. Wie Bakunin schrieb: »Wir sind fest davon überzeugt, dass die unvollkommenste Republik tausendmal besser ist als die aufgeklärteste Monarchie.«

    In der Ukraine gibt es viele Probleme, die aber am ehesten ohne die Einmischung Russlands gelöst werden können.

    Ist es sinnvoll, im Falle einer Invasion gegen die russischen Truppen zu kämpfen? Wir glauben, dass die Antwort darauf Ja lautet. Zu den Optionen, die ukrainische Anarchist*innen derzeit in Betracht ziehen, gehören der Beitritt zu den Streitkräften der Ukraine, die Beteiligung an der Territorialverteidigung, der Aufbau von Guerilla Einheiten und die Bereitstellung von zivilen Freiwilligen.

    Die Ukraine steht jetzt an vorderster Front im Kampf gegen den russischen Imperialismus. Russland hat langfristige Pläne, die Demokratie in Europa zu zerstören. Wir wissen, dass dieser Gefahr in Europa bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Aber wenn mensch die Äußerungen hochrangiger Politiker*innen, rechtsextremer Organisationen und autoritärer Kommunist*innen verfolgt, wird mensch mit der Zeit feststellen, dass es in Europa bereits ein großes Spionagenetz gibt. So erhielten beispielsweise einige Spitzenbeamte nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt einen Posten in einer russischen Ölgesellschaft (Gerhard Schröder, François Fillon).

    Wir halten Slogans wie »Nein zum Krieg« oder »Der Krieg der Imperien« für unwirksam und populistisch. Die anarchistische Bewegung hat keinen Einfluss auf den Prozess, daher ändern solche Aussagen überhaupt nichts.

    Unsere Position basiert auf der Tatsache, dass wir nicht weglaufen wollen, dass wir keine Geiseln sein wollen und dass wir nicht kampflos getötet werden wollen. Am Beispiel Afghanistans kann mensch nachvollziehen, was »Nein zum Krieg« bedeutet: Als die Taliban vorrückten, flohen die Menschen massenhaft, starben im Chaos auf den Flughäfen, und die Zurückgebliebenen wurden verfolgt. Dies beschreibt, was auf der Krim geschieht, und mensch kann sich vorstellen, was nach dem Einmarsch Russlands in anderen Regionen der Ukraine geschehen wird.

    Hieß es nicht mal in den Medien, in der Ukraine gäbe es viele Faschisten? :hmm:

    Jetzt scheinen sie der letzte Außenposten im Kampf für Demokratie, Menschenrechte und unser aller Freiheit zu sein, die bald nicht mehr am Hindukusch verteidigt werden wird, sondern im Donbass.

    In meiner Wahrnehmung wurde die Ukraine eigentlich in den westlichen Medien schon seit der 'Revolution' eher positiv dargestellt und die Existenz von Faschisten eher kleingeredet.

    Ein anarchistischer Blick auf die Dinge:

    War and Anarchists: Anti-Authoritarian Perspectives in Ukraine
    Anarchists from Ukraine explore the 2014 Maidan protests, the ascendancy of fascists, civil war, and the threat of war with Russia.
    de.crimethinc.com

    Im Moment geht es wohl nur noch ums Überleben zwischen den Fronten. Aber Wegducken ist auch keine Lösung.

    "Anarchists in Ukraine, Belarus, and Russia mostly support Ukrainian independence directly or implicitly. This is because, even with all the national hysteria, corruption, and a large number of Nazis, compared to Russia and the countries controlled by it, Ukraine looks like an island of freedom. This country retains such “unique phenomena” in the post-Soviet region as the replaceability of the president, a parliament that has more than nominal power, and the right to peaceful assembly; in some cases, factoring in additional attention from society, the courts sometimes even function according to their professed protocol. To say that this is preferable to the situation in Russia is not to say anything new. As Bakunin wrote, “We are firmly convinced that the most imperfect republic is a thousand times better than the most enlightened monarchy.”

    There are many problems inside Ukraine, but these problems are more likely to be solved without the intervention of Russia.

    Is it worth it to fight the Russian troops in the case of an invasion? We believe that the answer is yes. The options that Ukrainian anarchists are considering at the present moment include joining the armed forces of Ukraine, engaging in territorial defense, partisanship, and volunteering.

    Ukraine is now at the forefront of the struggle against Russian imperialism. Russia has long-term plans to destroy democracy in Europe. We know that little attention has yet been paid to this danger in Europe. But if you follow the statements of high-profile politicians, far-right organizations, and authoritarian communists, over time, you will notice that there is already a large spy network in Europe. For example, some top officials, after leaving office, are given a position in a Russian oil company (Gerhard Schröder, François Fillon).

    We consider the slogans “Say No to War” or “The War of Empires” to be ineffectual and populist. The anarchist movement has no influence on the process, so such statements do not change anything at all.

    Our position is based on the fact that we do not want to run away, we do not want to be hostages, and we do not want to be killed without a fight. You can look at Afghanistan and understand what “No to War” means: when the Taliban advances, people flee en masse, die in the chaos at the airports, and those who remain are purged. This describes what is happening in Crimea and you can imagine what will happen after the invasion of Russia in other regions of Ukraine."

    Meines Erachtens wird im Grunde ziemlich nüchtern darauf hingewiesen, wo die Gefahren sind

    Naja, ich sag mal so... wenn man jeden Tag rund um die Uhr auf jedem Sender und in jeder Zeitung "ganz nüchtern" darauf hinweist, dass die Gefahr besteht, nachts in der Stadt überfallen und ausgeraubt zu werden, dann ist dies faktisch sicherlich auch nicht falsch. Es erzeugt aber ein Klima der Angst.

    Bei Corona ist das nicht anders.
    Aber schön, dass es sich mit Omikron nun relativiert hat... ich bin schon sehr gespannt, ob bei der nächsten Welle im Herbst dann mehr Plätze auf den Intensivstationen und mehr Personal zur Verfügung stehen. Meine Vermutung ist aber: Nein, denn man benutzt diese Dinge zwar immer gern als Begründung für jeden noch so großen Schwachsinn, aber es ändern? Und dafür sogar viel Geld in die Hand nehmen? Haha. Auf die Idee kommt vermutlich niemand, es ist doch viel bequemer, den Menschen auch morgen und übermorgen noch vorzuschreiben, wie sie ihre Freizeit zu verbringen haben.

    Und nein, ich hab kein Interesse, das alles hier zum 101. Mal durchzukauen. Es geht mir halt nur auf den Sack, seit jetzt dann bald 2 Jahren.

    Klar, ich bin auch angepisst. Ab März gehöre ich als Impfadel zumindest wieder zu denen, die auf Konzerte dürfen. Aber ganz ehrlich, der 2g/3g-Mist hat sich auch für mich wie Lockdown angefühlt, weshalb ich solche Situationen auch größtenteils ferngeblieben bin bzw. nur teilgenommen habe, um die Betreiber von Einrichtungen zu unterstützen.

    Ich bin mal gespannt, wie die Reaktionen unter den 'Geduldigen' aussehen, sollten im Herbst wieder Lockdowns kommen.

    Kannst du diesen Eindruck auch irgendwie konkret belegen? Meines Erachtens wird im Grunde ziemlich nüchtern darauf hingewiesen, wo die Gefahren sind. Dass Corona für die meisten harmlos verläuft und auch nicht jeder Risikopatient sofort verstirbt, bestreitet doch niemand. Wir können das ja noch zum 100. Mal durchkäuen, aber das Problem ist eben die schiere Masse an Infizierten, und weniger die konkrete Gefahr für den Einzelnen. Mit Omikron hat sich das Ganze (hoffentlich) relativiert.