Beiträge von Lonewolf

    Ja, der ganzheitliche Fokus inkl. Schwerpunkt auf Waffen ist für mich auch sehr wichtig. Wenn dir die Motivation fehlt, solltest du vielleicht tatsächlich einen Blick in Hayes' Bücher werfen - wie gesagt, mich haben sie damals sehr inspiriert ;)

    Wobei du z.B. mit philipinischen Stilen wohl eine schnellere Lernkurve hättest. Auch die europäischen Kampfkünste sind klasse. Aber du scheinst ja generell eine Affinität zu Japan zu haben, oder?

    Lonewolf Ich hadere damit, mich in einem dojo einschreiben zu lassen.

    Aber ich hätte schon irgendwie lust, dass durchzuziehen und einen Weg zu verfolgen.

    Aber noch ist der funke nicht ganz übergesprungen. Am meisten kann ich mich mit der ninjutsu philosophie identifizieren.

    Hattest du nicht mal erwähnt, dass du mit Krav Maga begonnen hast?

    Als Kind bzw. Jugendlicher wollte ich, inspiriert durch die Bücher von Stephen K. Hayes, auch 'Ninja werden' ;-)

    Hayes hat schon eine sehr romantische, blumige Art, das Ganze rüberzubringen. Dieser Sinnspruch ist mir in Erinnerung geblieben:

    'Dies ist ein Weg, unsichtbar zu werden.

    Einfach ein kleiner Teil der Nacht zu werden.

    Mit Wind und Schatten zu ziehen,

    so dass keine Seele einen spürt,

    und kein Herz einen hört.'

    Jahre später, als die Faszination schon etwas abgeklungen war, habe ich mal für einige Monate 'Ninjutsu' trainiert. Da mein Fokus mittlerweile sehr auf Realismus lag, bin ich aber wieder davon abgekommen. Die Frage ist eben, was wir den 'Autoritäten' auf dem Gebiet glauben wollen. Die reinen Techniken des Bujinkan sind ja größtenteils etwas angestaubte Jiu Jitsu Moves der Samurai. Vieles entspricht meiner Auffassung nach eher historischem Reinactement. Das heißt nicht, dass man es nicht funktionalisieren kann... aber dann werden schnell kritische Stimmen laut, die anmerken, dass das Ganze dann nicht mehr 'authentisch' sei. Siehe z.B. Moshe Kastiel, einen eher anwendungsbezogenen Praktizierenden, und seine Schüler, wobei das Ganze eben wohl eher eklektisch ist und sich auch anderer Kampfkünste bedient.

    Und was die Philosophie angeht, ist es eben die Frage, was hiermit genau gemeint ist. Shinobi waren Kundschafter und Spione im feudalen Japan. Sofern sie eine 'Philosophie' hatten, war die wohl eng mit der jeweiligen kulturellen Tradition verbunden. Die Verbindung zum Shugendo und dem kriegerischen Bergmystizismus finde ich am faszinierendsten, aber hierüber weiß ich zu wenig bzw. habe zu wenig Quellen gefunden.

    Was verbindest du mit 'Ninjutsu' bzw. 'Ninja-Philosophie?

    Ich habe mich vor Jahren mal im Rahmen eines Uni-Seminars mit Intelligenztheorien befasst und Gardners Ansatz insgesamt auch als am 'sympathischsten' in Erinnerung. Soweit ich mich entsinne, war es Piaget, der als Erster einen solchen Test entwarf, um leistungsschwache Kinder zu identifizieren und entsprechend zu fördern. Infolge wurde die Intelligenzforschung tatsächlich häufig zur Form der Selektion von Menschenmaterial für den kapitalistischen Markt, mit sehr unrühmlichen eugenischen Ansätzen, insbesondere in den USA der 30er und auch danach. Wird gerne vergessen, da Eugenik in erster Linie mit Nazi-Deutschland assoziiert wird.

    Unter Druck setzen würde ich mich diesbezüglich also nicht unbedingt ;) Intelligenztests sind immer vom jeweiligen System und seinen Anforderungen abhängig.

    Ein recht gutes kritisches Buch zum Thema, das mir in Erinnerung geblieben ist: https://www.suhrkamp.de/buch/stephen-j…t-9783518281833

    Danke für den Link bzw den generellen Hinweis, ich werde mich mal mit dem Ansatz näher befassen. Wie schon angedeutet, kann ich existenzphilosophischen Ansätzen nach wie vor viel abgewinnen. Für mich steht die menschliche Existenz in der Welt im Fokus, vereinfacht gesagt stehen wir nicht nur in einer Subjekt-Objekt-Beziehung zur Welt, sondern sind vielmehr immer Teil des Ganzen. Die Frage nach einer Wahrheit oder einem 'Ding an sich' erscheint für mich daher ebenso wenig relevant wie ein radikal konstruktivistischer Ansatz.

    Dem postmodernen Werterelativismus würde ich entgegnen, dass wir Menschen als kulturschaffende Wesen natürlich immer auch Werte schaffen und nicht irgendwo auf Steintafeln vorfinden. Das heißt aber nicht, dass man in einen Ethnopluralismus verfallen muss, wie du ihn mit dem Menschenrechtsbeispiel andeutest. Simples Beispiel: Selbst wenn eine Mehrheit in einem arabischen Land der Meinung ist, dass Frauen Menschen zweiter Klasse sind oder dass Schwule kein Daseinsrecht haben, muss ich das nicht akzeptieren, solange auch nur ein Mensch dort lebt, der das anders sieht. Da kommt der philosophische Anarchismus (rationaler Anarchismus, individualistischer Anarchismus, wie immer man es nennen mag) ins Spiel. Letztlich ist ein Werturteil immer Sache des konkreten Menschen. Kollektive sind ja im Grunde nur ein Zusammenschluss von Einzelnen, der größtenteils aus Gründen der Konvention besteht. Bei Werturteilen Kollektiven absolute Deutungshoheit zuzusprechen, ist daher wenig überzeugend.

    Die Postmoderne ist ein Stückweit eine Sackgasse. Laut Foucault verschwindet der Mensch am Ende wie ein Gesicht, das in den Sand gezeichnet wird. Die ganze Misere der rechten wie linken Identitätspolitik spiegelt sich hier wider. Der Einzelne wird nur noch als Repräsentant einer Gruppe wahrgenommen, als Produkt eines Beziehungsgeflechts. Es ist tatsächlich an der Zeit, den freien einzelnen Menschen wieder stärker zu verteidigen, er steht genug unter Beschuss.

    Okay, Stichwort Naturerfahrung: Irgendwas geht vor sich. Nachts sind mitten in der Stadt bzw. in den Parks große Gruppen von Waschbären unterwegs. Zudem sind mir in den letzten Tagen mehrfach Wildschweinrotten auf normalen Wander- und Fahrradwegen begegnet. Wahrscheinlich läuft da gerade eine Mobilmachung im Tierreich. Die vielen Glühwürmchen im Wald sind sicher auch nicht so unschuldig, wie sie aussehen. Meine Begegnung mit der Fischotterfamilie vor einigen Wochen, die seelenruhig in meiner Gegenwart an ihrem Bau werkelte, erscheint nun auch in einem anderen Licht.

    (Das nur als Beispiel, das die Natur natürlich mehr zu bieten hat als widerliche Insekten, die einem unter die Haut kriechen :monster: )

    Was meint ihr, wie kann man sich motivieren um im leben durchzustarten oder überhaupt seinen antrieb und seine motivation wiederzufinden?

    ich lebe sehr zurückgezogen und wollte dass mal ändern.dazu muss ich sagen dass es nicht immer in meinem leben so war, ich stand mal mehr oder weniger im leben.

    Kann ich gut nachvollziehen. Der Existenzialist in mir sagt, dass es die Grenzsituationen (Verlust, Erschütterung und Infragestellung des Gewohnten) sind, in denen wir das Leben am intensivsten spüren und uns unserer Freiheit um deutlichsten bewusst werden. Insofern können wir auch aus einer düsteren, tragischen Erfahrung heraus 'das Feuer neu entfachen'. Wenn das Leben eher ein Trott ohne besondere Vorkommnisse ist, ist es etwas schwerer, diese lähmende Routine zu unterbrechen, denn wir neigen zur Bequemlichkeit. Daher wäre meine erste Empfehlung, die Routine zu durchbrechen. Das kann schon mit einer Änderung des Tagesablaufs beginnen, in dem man z.B. morgens früh aufsteht, einen Berg besteigt und den Sonnenaufgang betrachtet. Oder du nimmst dir Zeit, mehr zu reisen oder zumindest Trips an Orte in deinem Umfeld zu unternehmen, die du noch nicht kennst. Letztlich sind das Versuche, den Geist durch neue Eindrücke zu stimulieren. Ich schätze dich als jemanden ein, der eher nach dem Sinn hinter den Dingen sucht. Insofern wäre es vielleicht zielführender, Orte und Menschen aufzusuchen, die du mit spiritueller Erfahrung assoziierst.

    Ich wäre froh, wenn mir nur die fehlende Motivation im Weg stünde, und nicht Verletzungen und andere gesundheitliche Probleme :unknw_gif:

    Ein Grund, wieso ich Superheldenstories und vor allem Batman inspirierend finde: Sie zeigen uns Beispiele, auf progressive Weise mit negativen und traumatischen Erfahrungen umzugehen und stärker zu werden, anstatt sich wie andere in Selbstzerstörung (Alkohol, Drogen etc.) zu flüchten. Vielleicht hilft dir das ja weiter ;)

    Im Zweifelsfall geht's sowieso gleich zum Arzt

    Wie sieht es denn mit einer FSME-Impfung schon zuvor aus? Scheint mir keine schlechte Vorsorge zu sein, wenn man ständig dort unterwegs ist, wo es kreucht und fleucht.

    Ist dieses Jahr sowieso zu spät. Vielleicht nächsten Winter. Bis dahin hilft Wachsamkeit - auch bei Wildschweinbegegnungen ^_^

    Ich bin da wohl etwas sorglos. Liegt auch daran, dass die Zeckenangriffe in manchen Jahren überhaupt nicht vorkamen, und in anderen dafür extrem. Ich vertraue bisher eben darauf, die rechtzeitig zu entdecken. Merlin schwört ja auch auf Kokosöl und Schwarzkümmelöl in Kombination. Ein Hund wäre auch eine gute Idee, aber nix für mich.

    Ich hab tatsächlich einen Bekannten mit schweren Schäden aufgrund von Borreliose. Ich hoffe darauf, das rechtzeitig festzustellen - bisher hatte ich einmal eine Antibiotika-Behandlung nach einem Biss, aber ansonsten keine Probleme. Am 'interessantesten' war die Zecke, die sich an meinem Kopf festgebissen hatte. Zum Glück hab ich mittlerweile ein ganz gutes Gespür, um einen 'normalen' Insektenstich von einem Zeckenbisse zu unterscheiden, auch wenn ich ihn nicht direkt sehe. Im Zweifelsfall geht's sowieso gleich zum Arzt, bevor ich versuche, die selber vollständig rauszubekommen.

    Lonewolf Deine Naturnebenwirkungen lesen sich ziemlich abschreckend. ^^ Das zeigt mir,

    dass ich beim Zusammenbruch der sogenannten Zivilisation völlig aufgeschmissen wäre :D

    Vielleicht sollte ich einfach nur in Begleitung abends/nachts rausgehen.

    Das sollte aber nicht abschreckend klingen ;) Und beim Zusammenbruch der Zivilisation wäre ich früher oder später vermutlich auch aufgeschmissen, sofern die medizinische Versorgung nicht mehr möglich ist. Zum Glück sind wir noch nicht soweit.

    Wenn du nachts nicht mehr allein vor die Tür gehen willst, versteh ich das zwar, aber es ist schon schlimm, wenn solche Entscheidungen in unseren vermeintlich befriedeten Verhältnissen getroffen werden (müssen). Wobei dir nachts in der Natur mit ziemlicher Sicherheit keine finsteren Typen begegnen werden.