Alles anzeigenDer Kampf gegen Überwachung und die Einschränkung von Freiheitsrechten wird ausschließlich (!) von links aus geführt
Also ich habe von der FDP durchaus auch schon kritische Stimmen bezüglich der Einschränkung von Freiheitsrechten gehört, nicht nur zu Corona-Zeiten. Bei dieser Partei stimmen nur leider die sozialen Ansichten dann wieder nicht, und die machen nunmal einen Großteil ihrer Politik aus.
Bei der Linken habe ich hingegen den Eindruck, der Kampf gegen Polizeigewalt und autoritäre Maßnahmen ist auch nur Klientelpolitik, nicht anders als bei der FDP, nur dass es eben ein anderes Klientel ist. Wenn die Polizei gegen Hausbesetzer, Asylbewerber oder Schwarzfahrer vorgeht, schreit man empört auf... aber wenn es gegen den politischen Gegner geht, kann die Polizei gar nicht hart genug drauf einknüppeln, da hilft man ja auch gern selber noch etwas mit.
Auch was die Ablehnung von Zwangsgebühren und Steuern angeht (was für mich nunmal auch freiheitliche Themen sind), tun sich die Linken nicht gerade hervor, sondern finden staatliche Eingriffe und Rumschnüffelei eigentlich ganz gut, so lange es die ihrer Meinung nach Richtigen trifft.Nur kannst du eben keine Gebühren und Steuern eintreiben, ohne den repressiven Apparat dahinter, der diese dann auch durchsetzt. Besonders freiheitlich scheint mir das Weltbild dahinter jedenfalls nicht zu sein.
Das ist jetzt vielleicht etwas polemisch dargestellt. Ich will ja auch nicht alles schlecht reden, was von links kommt... im Zweifelsfall sind mir die auch lieber als die Rechten, habe ich ja oft genug betont. Aber dennoch möchte ich eben darauf hinweisen, dass auch die Linken ganz schön autoritär sein können. Das ist eben nicht nur ein einmaliger Ausrutscher zu Corona-Zeiten gewesen, ich könnte viele Bereiche aufführen... Tempolimit (was ja letztlich auch nichts anderes bedeutet als mehr Überwachung und Strafmaßnahmen), Waffenbesitz, etc. In dieser Hinsicht ist die CDU liberaler als die meisten Linken.
Natürlich klar, auch nur, weil sie eben ihre Wählerschaft und diverse Lobbyisten zufriedenstellen wollen.
Aber genau das ist eben Politik. Und genau deshalb ist es immer nur ein Gegeneinander, aber nie ein Miteinander. Mal sind die einen an der Reihe, die eigene Weltanschauung durchzusetzen und allen Andersdenkenden das Leben möglichst schwer zu machen, und mal umgekehrt...
Aber das alles führt eben zu nichts. bzw. wir sehen ja eben, wohin es führt. Zu einer immer größeren Zuspitzung der Konflikte und zu einer Spaltung der Gesellschaft.
Und dass es eben nicht mehr so einfach ist, zu sagen, "Ich will mehr Freiheit, und deshalb wähle ich links". Sondern es gibt hier und da tatsächlich Gründe, warum einige Menschen denken: "Ich will meine Freiheit behalten, und deshalb wähle ich nicht links."
Deine Aussage war, dass die Rechten 'freiheitlichere' Positionen vertreten würden als Linke. Und das ist eben eine ziemlich schräge Wahrnehmung, mehr noch, es ist genau dieses rechte Narrativ, wie es vom Trump-Lager und anderen verbreitet wird. Ausgerechnet diejenigen, die für Gewalt gegen Minderheiten, für Polizeistaat und Ausbeutung stehen, inszenieren sich als 'Verteidiger der Freiheitsrechte'.
Hier geht es weniger um angebliche Freiheiten, sondern um Privilegien. Was klar macht, dass der Adressat dieser 'Freiheiten' nur eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen sind, während für den Gegner Law and Order und Marginalisierung gefordert werden. Das ist eine Eigenschaft sämtlicher rechter Gruppen von Trump bis zur AfD.
Die FDP ist eine Klientelpartei, deren Pendel weg von bürgerlichem Liberalismus und hin zu wirtschaftlichem Liberalismus ausschwingt, weshalb sie selbstverständlich in der CDU ihren natürlichen Koalitionspartner sehen. Und wieder geht es hier nur um die Verteidigung von Privilegien.
Ein linkes Freiheitsverständnis ist zumindest dem Anspruch nach universell, es geht tatsächlich um alle Menschen - ausgenommen natürlich diejenigen, die von der Unfreiheit anderer profitieren.
Natürlich geht es mir nicht, wie gesagt, um diese oder jene Partei oder Gruppe. Die Linkspartei kannibalisiert sich selbst, und viele linke Gruppen sind im Grunde fleischgewordene Satire wie aus einer Southpark-Folge entsprungen. ich kann sehr gut verstehen, dass man dieses Klientel weder wählen noch sich mit ihnen abgeben will.
Es geht mir daher eher um den Grundanspruch 'linken' Denkens. Denn nochmal: Was ist denn die Alternative? Und wenn du ein gesellschaftliches Ideal, das auf Gleichberechtigung, Solidarität und Freiheit basiert, mit einem anderen Wort als 'links' beschreiben willst, dann nur zu. Es ändert nichts an den Inhalten.