Beiträge von Lonewolf

    Deine Aussage war, dass die Rechten 'freiheitlichere' Positionen vertreten würden als Linke. Und das ist eben eine ziemlich schräge Wahrnehmung, mehr noch, es ist genau dieses rechte Narrativ, wie es vom Trump-Lager und anderen verbreitet wird. Ausgerechnet diejenigen, die für Gewalt gegen Minderheiten, für Polizeistaat und Ausbeutung stehen, inszenieren sich als 'Verteidiger der Freiheitsrechte'.

    Hier geht es weniger um angebliche Freiheiten, sondern um Privilegien. Was klar macht, dass der Adressat dieser 'Freiheiten' nur eine ganz bestimmte Gruppe von Menschen sind, während für den Gegner Law and Order und Marginalisierung gefordert werden. Das ist eine Eigenschaft sämtlicher rechter Gruppen von Trump bis zur AfD.

    Die FDP ist eine Klientelpartei, deren Pendel weg von bürgerlichem Liberalismus und hin zu wirtschaftlichem Liberalismus ausschwingt, weshalb sie selbstverständlich in der CDU ihren natürlichen Koalitionspartner sehen. Und wieder geht es hier nur um die Verteidigung von Privilegien.

    Ein linkes Freiheitsverständnis ist zumindest dem Anspruch nach universell, es geht tatsächlich um alle Menschen - ausgenommen natürlich diejenigen, die von der Unfreiheit anderer profitieren.

    Natürlich geht es mir nicht, wie gesagt, um diese oder jene Partei oder Gruppe. Die Linkspartei kannibalisiert sich selbst, und viele linke Gruppen sind im Grunde fleischgewordene Satire wie aus einer Southpark-Folge entsprungen. ich kann sehr gut verstehen, dass man dieses Klientel weder wählen noch sich mit ihnen abgeben will.

    Es geht mir daher eher um den Grundanspruch 'linken' Denkens. Denn nochmal: Was ist denn die Alternative? Und wenn du ein gesellschaftliches Ideal, das auf Gleichberechtigung, Solidarität und Freiheit basiert, mit einem anderen Wort als 'links' beschreiben willst, dann nur zu. Es ändert nichts an den Inhalten.

    ich für meinen teil gebe meine stimmte wie bisher der spaßpartei "die partei". vielleicht werd ich auch mal irgendwann taktisch wählen.

    ansonsten hab ich keinen bedarf irgendeine der etablierten parteien zu wählen, und auch nicht die Linke, nicht die AfD und auch nicht die mögliche neue wagenknecht partei. ich halte alles für mist in einem anderen gewand.

    Die PARTEI ist alles andere als eine reine Spaßpartei, und natürlich ist auch sie im weiteren Sinne politisch links einzuordnen.

    Stichwort 'Cancel Culture', 'Meinungsfreiheit' und 'rückständiges Gesindel, das ins Land gelassen wird': Wie sieht es denn mit diesem netten Herrn hier aus: https://www.change.org/p/boykottiert-…%CC%81s-konzert

    Oder mit irgendwelchen islamistischen Predigern, die ähnliche Positionen vertreten? Alles legitim im Rahmen der 'Meinungsfreiheit' oder sollte man die nicht besser 'aus dem Abschiebeflieger abwerfen', um einen großen anarchistischen Denker unserer Zeit zu zitieren? ;)

    Ich würde eher sagen, dass das Zweite leichter umzusetzen ist, da sich die Gesellschaft insgesamt dahingehend liberalisiert. Da sind wir eben wieder beim Problem des Reformismus. Wie soll denn eine linke Partei grundlegende radikale Forderungen gegen den Widerstand von Wirtschaft, Konservativen und Liberalen durchsetzen? Wir reden hier davon, dass sie überhaupt in Regierungskoalition kommen, und nicht ohnehin in der Opposition sitzen.

    Dass sich ein Großteil linker Gruppen nur an Rechten abarbeitet ist nicht mein Eindruck. Vielleicht in der Provinz, wo sowieso kaum was passiert und Linksalternative eben meist dann öffentlich sichtbar werden, wenn sie gegen Rechts auf die Straße gehen (wobei ich für jeden dankbar bin, der sich dahingehend gerade macht).

    Der Schwerpunkt liegt doch in größeren Städten mittlerweile eher in den Bereichen Gentrifizierung, Freiräume, generelle Gestaltung des urbanen Raums etc.

    Oder was schwebt dir konkret vor?

    Davon abgesehen war es ja Holzfällen, der sich so auf die rein soziale Schiene festgelegt hat. Das ist natürlich verdammt wichtig, aber genauso wichtig ist mir auch, dass autoritäre Strukturen abgebaut werden und mehr Freiräume entstehen, in denen man sich entfalten kann. Was auch die Meinungsfreiheit mit einschließt. Und die Linken sind nun in den letzten Jahren auch nicht gerade als radikale Meinungsfreiheit-Befürworter aufgefallen.
    Auch hier sehe ich eben Diskussionsbedarf. Wollen wir eine Meinungsfreiheit, so wie wir sie heute haben? Wollen mir mehr Meinungsfreiheit? (ich persönlich sage: Ja). Oder sollen die Grenzen des Sagbaren in die Richtung verschoben werden, wie es sich die Woke-Fraktion vorstellt?

    Wie genau soll dieses 'Aufeinander zugehen' aussehen, wenn die politische Agenda vollkommen klar ist? Diskussionen machen nur dann Sinn, wenn zumindest theoretisch so etwas wie Konsens oder Kompromissfindung denkbar ist. Wir reden hier allerdings von Punkten, die nicht verhandelbar sein sollten. Der einzig denkbare offene Ausgang wäre also, dass rechte Gruppen eine 180-Grad-Wendung vollziehen. Als Beispiel könnte man hier radikale Abtreibungsgegner anführen. Hier gibt es nix zu diskutieren

    Die radikalen Abtreibungsgegner sind zum Glück eher ein USA-Problem, weniger bei uns, weil die Rechten hierzulande schon eher ein distanzierteres Verhältnis zur Religion haben, verglichen mit den Amis.
    Was Homosexuelle und Transexuelle etc. angeht, ich denke, hier könnte man schon Kompromisse finden. Es ist ja nun nicht so, dass die AFD-Anhänger diese Leute ins KZ stecken wollen. Vielleicht gibt es ein paar. Aber wenn man sich so mit dem durchschnittlichen AFD-Sympathisanten unterhält, ist der Tenor eigentlich eher der: "Die dürfen von mir aus gern machen, was sie wollen. Aber nicht so in der Öffentlichkeit."
    Dass jemand schwul ist, stört die nicht so sehr, aber eben so, wie Medien und Politik heutzutage "erzieherisch" auf die Menschen einwirken. (Ich persönlich hab damit überhaupt kein Problem, ich gebe nur wieder, was die eben denken.)

    Also ich finde, da ließen sich theoretisch schon Kompromisse finden, dahingehend dass man die Aufklärungsarbeit vielleicht ein bisschen zurückfährt und nicht so übertreibt, aber trotzdem die rechtliche Gleichstellung gewährleistet.

    Ich verstehe, hier zählt also die vielgepriesene 'Meinungsfreiheit' nicht mehr viel. Transen und Schwule sollen sich also bitteschön bedeckt halten, um die Befindlichkeiten von Konservativen nicht zu verletzen. Ist das dein Ernst?

    Ich denke, du unterschätzt massiv die langfristigen Absichten des AfD-Lagers.

    Aufklärungsarbeit - auch in der Schule - ist eine grundlegende Bedingung für Toleranz. Was soll da bitte 'etwas zurückgefahren' werden?

    Bei deinem ständigen Gerede von der 'Woke-Fraktion' vereinfachst du wiederum komplexe Debatten, die gerade innerhalb der Linken kontrovers geführt werden. Hier gibt es jedenfalls keine einheitliche Front 'von links aus', sondern eher Auseinandersetzungen innerhalb von linken Gruppen.

    Ich habe hier nirgendwo geschrieben, dass links sein bedeutet, irgendeine Partei zu wählen bzw. die derzeitige Regierung zu unterstützen. Es geht darum, Ideen zu entwickeln und selbst an einer progressiven Entwicklung mitzuwirken, anstatt Entschuldigungen dafür zu finden, dass sich Verblendete und Ewiggestrige rechten Konzepten zuwenden.
    Du spinnst dir hier wiedermal eine einzige große Polemik zusammen und erweist dich nach wie vor als faktenresistent. Ich hab tatsächlich langsam das Gefühl, dass ich genauso gut eine Parkuhr anquatschen könnte ;-) Der Kampf gegen Überwachung und die Einschränkung von Freiheitsrechten wird ausschließlich (!) von links aus geführt, womit natürlich nicht Grüne und SPD gemeint sind. Die Etablierten haben alle die Verschärfung von Gesetzen und die Erweiterung der polizeilichen Befugnisse mitgetragen. Dass wir nach und nach eine Liberalisierung in einigen Bereichen erleben, ist wiederum den zumindest 'eher linken' Kräften innerhalb der Etablierten mit zu verdanken, aber dahinter steht natürlich auch der Druck sozialer Initiativen.

    Wie gesagt, du hängt nach wie vor in deinem Corona-Trauma fest. Und in der komischen Vorstellung, dass 'Meinungsfreiheit' bedeutet, dass jede Meinung unwidersprochen bleiben muss und jeder Depp ungestraft Hetze betreiben sollte. Wobei dies nicht mal irgendwas mit Parteien oder Regierungen zu tun hat, sondern mit lokalen Entscheidungen von Veranstaltern.

    Die Rechten haben sich an keiner Stelle als 'liberaler' erweisen, auch nicht zu Corona-Zeiten. Die AfD hat als Erstes die Abriegelungen von migrantischen Wohnblocks und Flüchtlingsheimen gefordert - sehr 'liberal', nicht wahr?

    Ich weiß, für dich sind so Fragen wie Masken- oder Impflicht natürlich das Maß aller Dinge, wenn es um Freiheiten geht. Möglicherweise haben nicht 'die Linken' (die wie gesagt sehr gespalten in diesen Fragen sind und waren), sondern vielmehr Leute wie du ihr wahres Gesicht gezeigt?

    Letzten Endes geht es um eine Frage der Prioritären. Und gerade WENN man gegen autoritäre Entwicklungen UND für soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft Stellung beziehen will, ist der Platz natürlich im weitesten Sinne 'links'. Wo denn sonst?

    Nochmal dieses ganz konkrete Beispiel:

    Klage vor Verfassungsgericht: Was darf Sachsens Polizei?
    Das sächsische Polizeigesetz gilt seit fast vier Jahren. Jetzt muss der Verfassungsgerichtshof in Leipzig entscheiden, ob Grundrechte beschnitten werden.…
    www.lvz.de

    Ich weiß, schwäbischen Anarchisten, die eigentlich nur ohne Maske einkaufen wollen, gehen solche Nebensächlichkeiten eher am Arsch vorbei ;-)

    und zweitens, das Hauptversprächen der Liberalen Demokratie, nämlich Wohlstand und Selbstverwirklichung für alle, rückt immer weiter in die Ferne. Aber darüber hört man nirgendwo was, wir verschließen alle die Augen. Das ist alles so so so traurig. Wir flüchten alle lieber in irgend eine Fantasie als über die materiellen Gegebenheiten zu reden.

    Ich sehe es ja im Grunde ganz ähnlich wie du, dass diese ganzen erbitterten Pro und Contra Gender-Debatten etc. zu nichts führen und nur vom Wesentlichen ablenken, und höchstens bewirken, dass sich die Linken und Rechten weiterhin aneinander abarbeiten, während die Debatten, die wir eigentlich führen sollten, in weite Ferne gerückt sind.

    Ich denke da nicht nur an eine dringend nötige Debatte über soziale Gerechtigkeit oder die Einführung eines Grundeinkommens, sondern zum Beispiel auch über unser Schulsystem (das, was in dem Video im Schulthread angesprochen wurde.).

    Ist dir entgangen, dass es gerade die Linke ist, die genau diese Punkte adressiert?

    Das ist der Punkt, den ich nicht verstehe: Wenn wir uns hier alle einig sind, dass der Fokus auf sozialen Fragen liegen sollte, wieso kommen wir dann nicht kollektiv zu der Einsicht, dass das Ziel natürlich die Förderung linker Politik sein sollte? Wiese debattieren wir hier immer noch über die Motive von einigen Fehlgeleiteten?

    Meines Erachtens reproduzieren du und andere eine ziemlich schiefe Wahrnehmung der politischen Realität, wonach 'Rechte und Linke' aufeinander einprügeln, während die 'wahren Probleme' in Vergessenheit geraten. Meiner Auffassung nach werden jedoch die wahren Probleme von vielen Menschen aus sozialen Bewegungen adressiert, die sich gleichzeitig noch um die Drecksarbeit, sprich den Kampf gegen rechts kümmern müssen. Für mich zeigt dies eher eine tiefsitzende Bequemlichkeit großer Teile der Gesellschaft, die sie daran hindert, sich mit radikalen Fragen z.B. im Klimaschutz oder der sozialen Verdrängung zu befassen. Stattdessen bleibt nur die eigene Wohlstandsicherung bzw der Angst vor dem eigenen Abstieg im Fokus. Womit wir wieder bei dem Ansatzpunkt für rechte Ideologie sind.

    Und zu dem Abarbeiten der Lager aneinander. Die Rechten, profitieren ja in erster Linie davon. Also an deren stelle würde ich genau so weiter machen. Was die Linken nur machen ist halt komplett bescheuert.

    Kannst du vielleicht ausführen, wen genau du mit 'die Linken' meinst und was du als 'komplett bescheuert' beschreiben würdest?

    Stell dir doch mal die Frage, ob das, was du im letzten Abschnitt beschreibst, nämlich die Fokussierung auf eine progressive Entwicklung in der Gesellschaft, noch möglich ist, wenn rechte Diskurse die Oberhand gewinnen und rechte Politiker die gesellschaftliche Landschaft gestalten. Ich zitiere gerne nochmal mich selbst (weil du mir hier seit jahren durch die immergleichen Diskussionen Deja vus bescherst): Toleranz ist eine anspruchslose Übung, solange sie folgenlos bleibt. Es ist völlig irrelevant, ob Person xy Schwule oder Transmenschen mag oder nicht, oder ob sie Abtreibung gut findet. Das Problem entsteht dann, wenn sie politisch darauf hinarbeitet, dass die betroffenen Gruppen ihre Rechte verlieren. Und exakt das ist politische Realität in Ländern, die gegenwärtig einen Rechtsruck durchlaufen.

    Daher stelle ich dir die Frage: Wie genau soll dieses 'Aufeinander zugehen' aussehen, wenn die politische Agenda vollkommen klar ist? Diskussionen machen nur dann Sinn, wenn zumindest theoretisch so etwas wie Konsens oder Kompromissfindung denkbar ist. Wir reden hier allerdings von Punkten, die nicht verhandelbar sein sollten. Der einzig denkbare offene Ausgang wäre also, dass rechte Gruppen eine 180-Grad-Wendung vollziehen. Als Beispiel könnte man hier radikale Abtreibungsgegner anführen. Hier gibt es nix zu diskutieren, entweder sie ändern ihre Agenda oder es muss eben alles daran gesetzt werden, dass sie politisch keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Und das Stichwort lautet selbst verständlich Isolation und Ausgrenzung. Im Falle der AfD heißt dies nach wie vor, dass die harte Arbeit, den Diskurs dahingehend zu beeinflussen, dass keine der anderen Parteien Koalitionen mit Höcke und Co. eingehen kann, fortgesetzt wird. Das ist das Mindeste, aber natürlich bei weitem nicht genug, da der Rechtsruck natürlich auch von den anderen Parteien ausgeht. Das ist das eigentliche Dilemma: Eine einseitige Fokussierung auf die AfD, auch in Form von Bündnisarbeit, lenkt den Blick von anderen Problemen ab, und man wird am Ende noch zum 'Verteidiger eines demokratischen Status quo', den man in der Form selbst in die Kritik nehmen sollte.

    Du hast dich ja im Ausgangspost darüber echauffiert, dass du mehr 'Fuck the System' und weniger 'Fuck AfD' lesen willst. Dass beides zusammengehört, sollte klar geworden sein. Antifaschismus ist die Bedingung dafür, dass eine progressive Entwicklung in der Gesellschaft überhaupt möglich wird.

    Drogen sind scheinbar viel verbreiteter, was auch mit der Party-Szene zusammenhängt, die auch eine andere ist als in meiner Jugend. Ich sage das wertfrei, da wir auch ordentlich gebechert haben.

    Durch die sozialen Medien gibt es wohl dieses Gefühl, 'weit weg' von allem zu sein, nicht mehr wirklich. Ich kann mir denken, dass auch gerade dieses Gefühl des 'behütet Aufwachsens' nicht mehr da ist.

    Insgesamt ist alles diverser geworden, was an sich natürlich gut ist, wenn ich bedenke, wie selbstverständlich homophob, sexistisch und verkappt rassistisch wir damals waren.