Deine Aussage war, dass die Rechten 'freiheitlichere' Positionen vertreten würden als Linke.
Dann habe ich mich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Es ging mir mit meinen Aussagen in diesem Thread vor allem darum, aufzuzeigen, dass man es sich etwas zu einfach macht, wenn man alle Ideen die von rechts kommen pauschal verdammt, und dementsprechend alle Menschen, die ihre Interessen von den Rechten besser vertreten sehen als von den Linken, gleich als Nazis abstempelt. Und dass es eben sehr wohl ein paar Themengebiete gibt, wo die Rechten mehr Freiheit wollen als die Linken.
Dass es langfristig mit der AFD an der Macht nicht auf eine tolerantere, sozialere und freiere Gesellschaft hinauslaufen würde, sollte jedem klar sein.
Aber die Gründe, warum Menschen die AFD wählen, etwas differenzierter zu betrachten als einfach zu sagen "Die sind halt Rassisten und waren es schon immer", würde schon nichts schaden. Und dann vielleicht diese Wähler auch mal anhören und ihnen vernünftigere Alternativen zur Alternative anbieten.
Wobei ich deine Logik nicht so ganz verstehe: Am besten gar nicht reinlassen, aber wenn sie schon mal da sind, dürfen sie hetzen wie sie wollen? Da würde ich schon widersprechen wollen.
Ach, im Grunde weiß doch jeder, dass es homophobe Kulturen gibt... oder sagen wir besser, Kulturen, in denen eine deutliche Mehrheit der Menschen weder besonders demokratisch noch besonders tolerant und progressiv eingestellt ist. (Wäre es anders, würde es ja auch in denen ihren Heimatländern ganz anders aussehen.)
Da würde mir es schon sinnvoll erscheinen, wenn man in irgendeiner Weise, jedenfalls mehr, als dies heutzutage gemacht wird, die Gesinnung dieser Menschen aus solchen Ländern überprüfen würde. Wie sowas konkret möglich ist, ist dann wieder ein anderes Thema. Darauf wüsste ich so spontan auch keine vernünftige Antwort.
Aber diese Dinge werden ja nicht einmal thematisiert. Allein die Aussage "Das ist eine homophobe, rückständige Kultur" würde mich schon zum Rassisten machen bei vielen Linken.
Darum geht es doch hauptsächlich... dass solche Dinge nicht mal angesprochen und vernünftig in der Öffentlichkeit beredet werden, bzw. halt nur von Parteien wie der AFD, die ja genaugenommen selber rückwärtsgewandt ist. Eigentlich sollte es doch auch im Interesse der progressiven, toleranten Parteien sein, den Zuzug von rückständig gesinnten Menschen einzudämmen. Passiert aber halt nicht, und das liefert den Rechten ganz gute Munition.
Was die Meinungsfreiheit an sich angeht... da würde ich das in der Gesellschaft ungefähr so handhaben wie hier im Forum auch. Wenn jemand mal irgendwas inkorrektes sagt, ist das völlig in Ordnung. Wenn einem mal eine Beleidigung rausrutscht in Eifer eines Wortgefechtes, ist das auch ok.
Wenn aber regelmäßig zu erkennen ist, dass nur der pure Hass aus den Worten eines Users spricht, und er gewohnheitsmäßig für Unruhe sorgt und andere, friedliche User beleidigt und belästigt, dann würde ich ihn auch vor die Tür setzen, mit dem Verweis darauf, dass es andere Orte im Internet gibt, an denen er gern weiter seinen Hass verbreiten darf.
Und so könnte man das in der Gesellschaft ja auch handhaben. Die Zivilgesellschaft hat ein gutes Recht darauf, irgendwelchen Nazis die Benutzung ihrer Infrastruktur zu verweigern. Aber wenn sich Nazis in einer Scheune treffen und dort Hakenkreuzfahnen aufhängen und ihre Hass-Reden schwingen, würde ich sie lassen. Anders wäre es, wenn sie selbiges vor einer Synagoge machen würden... da ist es dann eben keine bloße Meinungsäußerung mehr, sonderen Belästigung oder Bedrohung.