Beiträge von Wonderboy

    Gibt es denn überhaupt keine Sachen mehr, die für Dich interessant sind oder Dir Freude bereiten?

    Du hast geschrieben, dass Du ein großes Interessenfeld hast, ist davon wirklich schon alles erschöpft?

    Hast Du wirklich schon alles ausprobiert?

    Das sind wirklich die richtigen Fragen, um sie mir zu stellen, danke dafür. Ich habe definitiv noch nicht alles ausprobiert, habe jetzt notgedrungen endlich wieder mit dem Lesen angefangen, also ein Buch zu lesen. Mein Kampfsport-Gedöns kann mich auch immer noch mal wieder rausziehen, ich habe ein gutes Set-Up, wenn ich mich überwinden kann aus der Niedergeschlagenheit, um einfach drauf los zu ozen und zumindest soweit alles rauszulassen, bis ich an die Belastungsgrenze komme, die zu überschreiten eine längerfristige Verletzung und damit Kampfunfähigkeit bedeuten würde.

    Das mit dem Schreiben/Formulieren/Fabulieren... Das gibt mir aktuell nicht mehr viel. Früher hatte ich sehr gerne einfach irgendwelche Listen erstellt, ich hatte auch wieder eine angefangen, aber es dann irgendwann nicht mehr weiterverfolgt. Bildern Untertitel hinzuzufügen, das könnte ich mir noch vorstellen, dass mich das beschäftigen könnte, da kann ich mich sogar kurz fassen und alle Spielarten von Zynismus bis Augenblickmagie mit einfließen lassen.

    Was mir aber am meisten Freude bereitet, das war auch schon immer so, ist der direkte Umgang mit Tieren, also meistens mit Haus- oder Weidetieren, einfach zu spielen, zu knuddeln, umherzutollen, egal ob Katze, ob Hund, ob Kuh, ich mag im Grunde alle Tiere. Hier, wo ich wohne, ist die Nachbarskatze in weitem Umkreis mein einziger Freund, aber wir sehen uns nur unregelmäßig und im Winter wird sie wohl nicht rausgelassen, ich kenne die Leute nicht mal. Aber ein eigenes Haustier zu halten, bei der ganzen vermaledeiten Unsicherheit, wie das verdammte Haus und wann es umgebaut werden soll, diese Unsicherheit wollte ich keinem anderen Wesen mit aufbrummen, auch wenn ich es rückblickend einfach hätte machen können. Ich hätte hier sogar theoretisch eine Kuh halten können, so groß ist das Außengelände, aber man weiß hier nie, was morgen sein wird...

    Ich könnte mir vorstellen, auf einem Gnadenhof zu leben, einem Gnadenhof für Tiere UND Menschen, aber ich weiß einfach nicht, wie ich da hin kommen soll, weil als offiziell dort Arbeitender kann ich mir das nicht vorstellen, es ist alles zu viel DRuck für mich. Ich würde lieber in flachen Hierarchien leben, dann würde so vieles viel einfacher gehen, symbiotischer, Tiere und menschen, Menschen und Menschen, man unterstützt sich gegenseitig und lebt einfach, dann lassen sich auch schwierige Probleme angehen und lösen.

    Aber das sehe ich derzeit nicht für mich verwirklicht. Trotzdem versuche ich, diesen Gedanken wenigstens nicht zu vergessen. Als Kind wollte ich später immer so etwas wie meine eigene spezielle kleine Farm haben mit ganz vielen unterschiedlichen Tieren, die alle in Harmonie miteinander leben würden. Ich weiß nicht, wann dieser Traum genau begraben wurde, aber er liegt da noch irgendwo...

    In gewisser Weise müsstest du dich neu erfinden. Nochmal ganz von vorn anfangen. Zurück gehen zu dem Punkt, an dem es schief gelaufen ist, und versuchen, die Dinge geradezurücken. Ich meine jetzt vor allem gedanklich, da Zeitreisen ja leider mit unserer heutigen Technologie nicht möglich sind. Aber zumindest im Kopf kann man zurückreisen in die Zeit, in der vieles kaputt gegangen ist, und sich überlegen, wie es sich anfühlen würde, wenn diese Dinge nicht kaputt gegangen wären. Und wenn man sich das vorstellen kann, kann es theoretisch auch Realität werden.

    Auf jeden Fall erst mal danke für deine Betrachtung auf meine Situation. Tatsächlich ist wohl das, was ich verloren gegangen glaube, in Wirklichkeit überlagert worden von vielerlei Negativerfahrungen, es ist nicht weg, aber es ist zu viel ungewolltes Neues da.

    Und ja, vieles wurde in meiner Kindheit geprägt, quasi hat dort eine Art Programmierung stattgefunden durch eine bestimmte Person, die sich in meine "Familie" eingeschlichen hatte, während meine gesamte Familie selbst nicht die Stärke aufbringen konnte, sich selbst oder eben auch mich davor zu beschützen. Und all das kumulierte dann irgendwann in einem Zusammenbruch im Alter von 12 Jahren, wo ich das alles nicht mehr ertragen konnte, aber dann doch noch nicht ganz aufgeben wollte.

    Ich hatte mich schon immer mal wieder hineinversetzt in die entscheidenden Zeiten von damals, als ich 7,8 war, als ich 12 war, aber auch, als ich mit 22 Jahren die rückblickend beste Zeit meines Lebens hatte, das beste innere Gefühl, wenn es auch nur ein paar MOnate waren und das durch ein besonderes Event dann leider wiederum beendet wurde.

    In diese Zeit damals in 2013 würde ich gefühlt gerne wieder hin und dann die damals ignorierten Warnhinweise ernst nehmen und schweren Herzens eine andere Entscheidung treffen - oder auch nicht, ich bin da immer noch hin und her gerissen, ob ich das damals anders gemacht hätte, wenn ich gewusst hätte, was passieren würde. Aber ich konnte es doch nicht wissen. Ich versuche irgendwie, meinen Frieden damit zu schließen, dass ich mich damals so entschieden habe, wie ich es tat, aber ich stoße immer wieder gegen eine Wand, eine Wand aus schier unmenschlicher Härte, nebulöser Unnahbarkeit und schwarzmagischer Kackscheiße...

    Ich hatte ja hier schon ein paar Sachen gepostet, in einer der letzten kleinen Phasen von Aufbruchsstimmung, wo ich vor ein paar Wochen von dem Forum hier erfuhr, ohne so wirklich darauf einzugehen, warum ich überhaupt (noch) hier bin (...)

    Wer harten Tobak nicht verträgt, bitte nicht weiterlesen. Ich möchte mich hier auf das zentrale Element konzentrieren, was mir am ausblutenden Herzen liegt. Da es mir just gerade in diesem Moment wirklich nicht gut geht, kann es sein, dass es sehr aus der Stimmung heraus geprägt ist, aber ich bin auch schon auf Beruhigungsmitteln und etwas abgestumpfter, vielleicht schaffe ich es auch gar nicht, die Essenz herauszuarbeiten, naja.

    Also ich bin immer schon ein eher eigenbrötlerischer Mensch gewesen, eher schüchtern, leicht beschämt und vergrault, oft fehlte mir der Mut, einem bestimmten Ziel im Leben nachzugehen oder dieses überhaupt zu definieren für mich. Ich war wie ein Blatt, wurde von hier nach da bis dort getrieben und bin nun schon länger auf dem Boden angekommen, liege da und verrotte langsam, der Baum, der mich einst hervorbrachte bereitet sich darauf vor, neuen Blättern eine Chance zu geben und ich spüre, wie ich vergehe, wie sich immer weniger bewegt und um den ewigen Kreislauf des Lebens und Leidens zu schließen, sehe ich mich kurz davor, zur Quelle zurückzukehren.

    Werde bald 33, aber dahin sind es noch einige dunkle, nasse, kalte, windige Wochen, was mir dieses Jahr (gefühlt mal wieder) die dunkelste Zeit seit jeher ist. Konnte erst gestern wieder dem Druck nicht standhalten, der sich aus der momentanen gesundheitlichen, wohnräumlichen, sozialen und natürlich immer auch der moralisch-gesellschaftlich-politischen ergibt.

    Nach fast 5 Jahren alleine in einem renovierungsbedürftigen, großen, alten Haus könnte ich nächstes Jahr vielleicht endlich einen unbefristeten Mietvertrag bekommen, wenn mir eine neue Wohnung hier gebaut wird. Aber bis dahin ist es noch lange hin und die würden diese Zeit dann auch direkt über mir werkeln, wo ich doch sehr geräuschempfindlich bin und eigentlich keinerlei Fremde, egal ob unbekannte oder mir Fremdgebliebene, in meiner Nähe mehr ertrage.

    Bis so etwa 2018 konnten meine gesundheitlichen Einschränkungen (Diabetes seit 1998, erster Psychiatrie-Aufenthalt 2003, multifaktorieller Lupus Erythematodes mit Wärmeregulationsstörungen, Gelenkschmerzen und, vor allem, täglicher Erschöpfung) noch halbwegs bzw wieder einigermaßen im Hintergrund bleiben, aber seit 2018 sind so viele psychosoziale Dinge passiert, viele Diskriminierungen wegen meiner Einstellungen zu Viren- und Gesundheitspolitik, alte Bekannte wurden zu Fremden, Freunde zu Fremden, meine Oma ist im Heim gestorben, familiäre Bindungen sind nur noch mehr zerrüttet, ich musste an meinem großen alten Haus mit Einbrechern, Dieben, Provokateuren und Vermietern entgegenhalten, irgendein Typ, der besoffen seine Freundin auf dem Hof misshandelt hatte, wollte mich am liebsten abknallen und dann gab es neben ganz vielen gruseligen Mikroereignissen und Demütigungen auch mehrere ernstere körperliche Übergriffe, 1x durch einen Nachbarn 2018, der früher mein Schullehrer war, 2021 durch schwarz Vermummte, die einem Kumpel von mir ohne Beine im Rollstuhl eine Friedensfahne klauten, die ich dann zurückforderte und das letzte große Ding war vor genau einem Jahr, als zwei Polizisten im Komplott mit Busfahrer und Fahrgästen versuchten, mich mit Gewalt aus dem Bus zu zerren (was sie nicht geschafft hatten), bloß weil ich mein Maskenbefreiungsattest nicht schnell genug gezeigt hatte.

    Das mal nur so für einen kurzen Eindruck. Seit März/April 2020 würde ich mich als abhängig von Tavor/Lorazepam bezeichnen, weil ich damals voll abgestürzt bin emotional und mental und so viel alleine war und mein Hausarzt mir das auch immer rausgegeben hat ohne Nachfrage, wobei ich dann jemanden das für mich rausholen lassen musste, weil ich selbst mit Attest bei meinem Hausarzt nicht reindurfte. Inzwischen ist die Dosis, speziell seit im Sommer 2021 mein vorheriger Vermieter hier versucht hatte, mich mit Psychoterror und Bedrohungen aus dem Haus zu ekeln, um dem Weiterverkauf nicht im Wege zu stehen, immer weiter angestiegen. Bin im Zuge dessen auch schon auf der Intensiv gelandet bzw hatte noch Glück gehabt.

    Und dann waren da die ganzen Jahre auch einige herbe emotionale Klatschen, wo ich mich frage, was für herzlose Menschen es eigentlich gibt und dass es ihnen offenbar auch keine Herzensangelegenheit ist, zu ihrer naturgegebenen Herzlichkeit zurückfinden zu wollen, was im Grunde alle möglichen Leute betraf/betrifft, etwa auch Mitpatientinnen in der Psychiatrie (wo ich zuletzt Mitte 2020 war), Eltern oder sogar ein ganzes Dorf, wo ich damals ewig im Fußballverein gewesen war.

    Zwischenzeitlich hatte ich mich mit dem Entschluss, mich nun selbst als MMA-Fighter zu bezeichnen, wieder etwas rausarbeiten können, aber dann kamen immer wieder Verletzungen auf, Leute haben mich immer nur verlacht und Anschluss an ein Dojo, Sparringspartner oder gar einen Sensei konnte ich nicht finden. Da die chronische Erschöpfung immer stärker geworden ist und ich kaum noch soziale Kontakte habe, kaum noch Spaß habe an irgendwas und ständig durch Erkältungen, Albträume und kleinste soziale Verwerfungen zurückgeworfen werde und noch auch noch das Tavor knapp wird in den Apotheken und kein Ende in Sicht ist und ich mir auch keinen Entzug-Versuch zutraue, weil dieses Mittel immer noch das einzige ist, was mir noch wenigstens manchmal hilft, mich etwas besser zu fühlen (der Alkohol ist nebenbei auch noch da, aber nur illusorisches beiwerk mit bitterem Nachgeschmack),

    also wegen all dessen und noch viel mehr, gibt es nun schlussendlich einige schon recht konkrete Exit-Strategien, nur wenige kleine Hoffnungsschimmer und noch weniger, sehr schwer abzuschätzende Möglichkeiten, das alles hinter mir zu lassen und ein besseres Leben zu führen. Ganz bitter ist, dass ich früher so viel ausdrücken konnte, in Texten, in Musik, speziell Singen, einfach Bewegung aus Freude an der Bewegung, dem Umgang mit Tieren, mit meiner frechen Art, Partys/Parteien zu crashen oder mir immer neue Interessengebiete zu ergründen. Es scheint vor allem so, dass ein immer massiver werdender Wall plus Graben zwischen mir und den Menschen anwächst, ich kann quasi niemandem mehr vertrauen, auch wenn ich es gerne täte, ich verliere mein Menschsein infolge von nur wenigen positiven Kontakten, social media Kackscheiße, meiner Isolation, Entwurzelung, den Vorstellungen davon, wie alles überall immer mehr kaputt geht in der Welt. Früher konnte ich alles das noch für mich fassbar machen in Rap-Texten mit stringentem Reimschema, aber mir bringen Worte nichts mehr, ich bin so erschöpft, ich will eigentlich nur noch schlafen.

    Und, naja, nicht mehr so alleine sein, ich brauche echten menschlichen Kontakt, zusammen mit anderen etwas unternehmen, Projekte angehen, zusammen sein, all diese unterdrückten Wünsche sind ein weiterer Stachel in meinem Herzen. Es tut einfach weh. Aber wie den Stachel ziehen, ohne dass alles herausfließt? Wie soll ich das, was alles verloren gegangen ist, je wieder dahin zurückbekommen können?

    Ich habe keine Ahnung von der konkreten Lage vor Ort, da wie dort, also lass doch zusammen da runter, ich wollte schon immer mal weiter weg, aber habe weder das Geld gehabt noch die Motivation, den Mut, ein Ziel, oder whatever... Meinetwegen kann ich da auch drauf gehen, aber ich will wirklich wissen, was der wahre Grund ist, warum das sogenannte Heilige Land, das Zentrum von 3 Weltreligionen, also locker der Hälfte aller Menschen, soo bedeutsam ist. Falls ihr Anarchisten o.ä. noch nicht zu sehr am Abgähnen seid über das alles, lass doch einfach eine Delegation da runterschicken und die Wahrheit ans Licht bringen. Ich gehe unbewaffnet, aber mit ein paar Karaté-Skills, also Angst haben muss keine/r/s!

    Ich denke es wäre auch klüger gewesen aus Gaza nicht so ein Ghetto werden zu lassen. Hätte man den Menschen dort nach der Staatsgründung Israels etwas mehr Wohlstand geschenkt wären die sicher heute genauso zahm und betäubt wie die Deutschen nach dem Wirtschaftswunderjahren.

    Kein Ghetto daraus "werden zu lassen" mithilfe von "etwas mehr Wohlstand"... Interessant bis fast schon legendär, wie einfach und wohlgeordnet die Welt für den einzelnen Menschen sein kann.

    Wenn man selbst nicht dabei war, ja durchaus auch, selbst wenn man dabei war oder auch wenn man jahrzehntelang recherchiert, kann man durchaus nicht wissen, was wirklich passiert ist, was die Gründe für die einzelnen Akteure waren, das zu tun oder zu lassen, was letztlich großen Schaden und großes Leid verursacht hat. Alle Optionen sind möglich, die im Rahmen der menschlichen Natur ihre Entsprechungen haben.

    Wenn ich selbst so gar nicht überblicken kann, was da eigentlich ab geht (das südöstlichste, was ich jemals von Deutschland weg war, war Salzburg), mir aber doch ein Bild machen möchte, eine eigene innere Arbeitshypothese und dafür muss ich nun mal jemandem Glauben schenken oder eben das Gegenteil, um mich der Wahrheit anzunähern und da muss ich mich auch festlegen, nicht so fest, dass ich mich quasi gar nicht mehr umbetten könnte, aber eben doch mit Nachdruck, sonst halte ich irgendwie alles für möglich, gebe allen irgendwie ein bisschen Recht und ein bisschen Unrecht, aber habe letztendlich nur einen blassen Schimmer.

    Anderen Menschen bestimmte Ansichten und Motivationsgründe anzudichten, ist nur all zu leicht getan, mache ich auch so, aber wenn man von sachlicher Recherche zweier Muslime, die sich abgeklärt, aber menschlich zeigen, gleich auf diesen ollen Kamellen wie Opfernarrative von anno dazumal schließt, die sie propagieren, weil sie eben Muslime sind, die quasi automatisch eher auf der Seite von "ihresgleichen" stehen, tut man ihnen womöglich Unrecht damit (?).

    Ich meine, das eine sind Fakten, wie Israel entstanden ist, wie die Hamas entstanden ist, was für ein geschundenes Stück Erde der Gaza-Streifen war und ist, aber natürlich auch alles Andere, jeder Pogrom, jede einzelne Unrechtstat von wem auch immer gegenüber wem auch immer, das andere sind diese, naja, "erschaffenen Realitäten" von so irgendwelchen großmächtigen Gruppen oder wem auch immer, die einfach so viel objektiven Einfluss haben, dass sie erstens nicht nur machen können, was sie wollen, sondern es auch tun und die zweitens auf das Leben eines Einzelnen oder vielleicht auch das Leben aller Menschen draufscheißen. Man wird nicht ergründen können, was sie alles tun, wer heimlich mit wem im Bunde ist, oder erst viel später, oder, naja, durch tatsächliche Umgereimtheiten, Fehler und Whitleblower.

    Aber was man nicht direkt sehen kann, das sieht man indirekt, man erkennt sie an ihren Taten. Ich wünschte, alle Menschen würden das erkennen können, wir hier, die Menschen in Israel, die Menschen in muslimischen Ländern, alle Menschen, und sich danach alle auf den größten gemeinsamen Nenner einigen, um endlich ein friedliches, wenigstens ein funktionierendes Miteinander zu erreichen, was wahrscheinlich der Urgedanke der Anarchie wäre...

    Ich kenne es auch seit je her nur so, dass in Israel, "Palästina" und Umgebung sehr viel Mord und Totschlag und alles darunter stattfinden. Warum sich Menschen so sehr hassen, habe ich mich immer gefragt, also auf der interpersonellen psychologischen Ebene ("People are people"), zumal ich ja selbst bisweilen extrem ausgeprägte Hass-Gefühle hatte und habe. Das ist eine Frage, die man sich zuerst einmal selbst stellen sollte und man wird zu Antworten kommen, nicht zu allen möglichen, aber eben zu vielen.

    Aber worauf ich hier hinaus will, sind die historischen Zusammenhänge, angefangen vor tausenden Jahren, über die ganz heiße Phase in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hin zu dem fast zustande gekommenen Friedensvertrag zwischen Israelis und Palästinensern Anfang der 2000er und allem Mist, der seitdem passiert ist. Ich wollte immer verstehen, warum die Welt ist, wie sie ist, bin aber sehr, sehr vorsichtig geworden, jemand Anderem zu glauben, der mir dies erklärt, es gibt einfach so viele Verstands-Fänger, Gatekeeper und ideologisch Beschränkte da draußen (und da drinnen), die einem nicht alles erzählen, dichotomisieren und/oder dich selbst einfach nur kirre machen wollen.

    Diese beiden Dudes, die Grenzgänger von den "Grenzgänger-Studios", Tahir und Tariq, zwei sehr sympathische, belesene und progressive Muslime, haben finde ich ein sehr gutes bis fast notwendig anzusehendes Grundlagen-Video zu der ganzen Thematik gemacht, welches ich an dieser Stelle nur jedem Menschen ans Herz legen kann. Ist auch schon 2 Wochen alt, viel ist seitdem passiert (ich will im Grunde gar nicht so genau wissen, was alles, aber ich kann es mir vorstellen), aber offenbar werden die beiden bald einen 2. Teil liefern.

    Gerne kann mit dir darüber diskutiert werden, es gibt ja offenbar einige Leute hier, die was drin und drauf haben.

    Hier mal eines der Gedichte aus der Zeit, als ich im Schreiben noch so etwas wie Erfüllung oder wenigstens Linderung fand:

    Unser Glück (25.9.2019)

    "Wir hatten das Glück
    Es kommt nie wieder zurück
    Teilten eine gleiche Hoffnung
    Doch wir teilten das Land
    Viele Reiche sind entstanden
    Viele Arme sind abhanden
    Unser Herz hat keine Öffnung
    Ist gefangen im Verstand

    Wir haben es nicht erkannt...

    Was die Erde uns gegeben
    Ist viel mehr als dieses Leben
    Was uns fehlt, ist gar nicht viel
    Doch scheinbar reicht es alles nicht
    Sähen wir doch nur die Schönheit
    Selbst in jeder Endlichkeit
    Hätten wir doch nur ein Ziel
    Welches uns nicht widerspricht...

    Wir sind nun in der Pflicht...

    Was wir sind, ist sonnenklar
    Das, was niemals anders war
    Wenn die Nacht uns auch verhieß
    Dass ihre Dunkelheit nie endet
    Unser Weg ist hell erstrahlt
    Weil der Mond uns Schimmer malt
    Seine Kraft uns nie verließ
    Er hat sich für uns verpfändet

    Wenn die Sonne sich abwendet

    Die Erinnerung verzeiht
    Die Schatten der Vergangenheit
    Was wir achtlos so versäumten
    Zeigt sie uns in einem Stück
    Es ist schwer, es einzusehen
    Ohne Schmerz es zu verstehen
    Was wir arglos so verträumten
    Es war unser großes Glück...

    Kommt es je zu uns zurück?"