Beiträge von _604_
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Es geht um nicht um deine Angehörigen , sondern diejenigen von Patienten, die im Fall der Fälle selektiert werden. Genau um diese Entscheidung von Ärzten und Pflegepersonal bzw. die ethische Dimension geht es. Und ich sehe tatsächlich keinen Grund, wieso wir nicht die Frage des Selbstverschuldens mehr in den Fokus rücken sollten. Momentan ist das ausschlaggebende Kriterium die Aussicht auf Erfolg der Behandlung. Nur dürfte diese Einschätzung in vielen Fällen schwierig werden, z.B. wenn man einen 70jährigen doppelt Geimpften und einen 45jährigen Nichtgeimpften hat (und zusätzlich vllt noch ein Verkehrsopfer), aber nur einen von beiden behandeln kann. Wir können noch bis morgen früh auf den Scheißstaat schimpfen, der durch Unterversorgung solche Situationen zumindest nicht in dem Maße verringert hat, wie es möglich gewesen wäre. Nützt aber kurzfristig nix und nimmt auch niemandem die Entscheidung ab.
Unter dem Gesichtspunkt der prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen ist "Aussicht auf Erfolg" auch das einzig rationale Kriterium. Etwas anderes ist es, wenn es um eine effektive Bestrafung oder eine vorsorgliche Strafandrohung gehen soll oder um das Fördern und Verfestigen einer Bewertung einer alles anderes als kleinen Bevölkerungsgruppe als Menschen zweiter Klasse. Denn keine anderen Funktionen würde eine Selektion nach diesem Kriterium des vermeintlichen Selbstverschuldens haben.
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Zitat
- Du sagst im Prinzip, dass ein Teil des Staates einen anderen Teil des Staates nicht dulden soll. Das kann man sich wünschen, es ist aber ein naiver Wunsch, dass ein Großteil der etwas weniger degenerierten Politiker dem Teil der völlig korrupten Mitgliedern seiner Klasse massiv, sozusagen in das eigene, Fleisch schneidet.
Sagt der, der die unzureichende medizinische Versorgung durch den Staat anprangert und mehr vertrauenswürdiges Handeln des Staates fordert. Ja was denn nun? Zum sozialen Fürsorgestaat gehören zwangsläufig die genannten Punkte.
Punkte: "Kampf gegen Korruption und bessere Angebote bzw Aufklärung."
Genau, das gehört dazu. Aber das passiert ja eben völlig offensichtlich in absolut unzureichendem Ausmaß. Meiner Meinung nach genau aus dem von mir genannten Grund: Die Politik schneidet sich nur so weit in das eigene Fleisch, wie es noch für die einzelnen Politiker selbst opportun ist.
"Ja was denn nun?" Zum dritten mal, eben genau folgendes: Der apathische Bürger möge sich seiner Verantwortung bewusst werden, soweit seine Lebenssituation das eben irgendwie zulässt und tatsächlich persönlich politisch aktiv werden. Und damit meine ich sicher nicht Kreuzchen machen und wenn überhaupt auch nur sehr eingeschränkt ein aktiv werden innerhalb des etablierten politischen Systems.
Wie sähe denn dein anarchistischer Kampf für ein besseres Gesundheitssystem aus? Ich kann mich da nur wiederholen: es ist völlig egal, wie man zum Konstrukt Staat steht, eine umsetzbare Perspektive für eine umfassende Versorgung der Menschen erfordert irgendeine Form von Gemeinwesen, und wir stehen aktuell eher vor dem Problem, dass dieses eben weniger staatlich sondern wirtschaftlich geführt wird. Wie soll ein Plädoyer für weniger Staat in der Gesundheitsversorgung also deiner Meinung nach aussehen?
Ich nehme tendenziell lieber Abstand davon, mich als Kämpfer zu sehen oder zu beschreiben. Mit einem Kampf geht automatisch etwas verzweifeltes und feindschaftliches einher. Ich sehe mich außer Stande in kurzer Zeit auf eine große Anzahl von Menschen Einfluss zu nehmen und kann keine Rezepte für Allheilmittel, die für alle funktionieren verschreiben. Ich bin der Auffassung, dass sich ein positive und nachhaltige Änderungen im Bewußtsein und Leben von Menschen nur durch direkte, persönliche, freundschaftlich-wohlgesonnene Interaktion herbeiführen lassen können, niemals durch "Predigten" von einem Einzelnen an die Dummen/Unterlegenen. Ich helfe Menschen, die aktiv oder zum Teil auch "passiv" an mich herantreten, solange diese das wollen und ich beim Gegenüber von einer prinzipiellen Haltung der Reziprozität ausgehen kann. Wenn man einen Querschnitt aus der Bevölkerung als kleine Sub-Gruppe hernimmt, sind da mehr als genug Ressourcen vorhanden, dass bei gegenseitigem Vertrauen für alle mehr als genug da ist, selbst wenn jemand Krankheits- oder Unfallbedingt mal mehr brauchen sollte.
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Tja, dann sei mal froh, dass du nicht derjenige bist, der seine Entscheidung am Ende Angehörigen verklickern muss. Und in diesem Kontext wäre eine breite Debatte darüber, wen man retten wird, WENN es nur eine begrenzte Anzahl an Möglichkeiten gibt, zumindest ein weiterer Weckruf.
Ja, dann stolper mal gerne weiter, ich bin immer offen für neue Infos, die meinem bisher sehr eindeutigen Erfahrungshorizont widersprechen. Denn das wäre doch das beste Argument gegen die Auffassung, dass die Überlastung des Systems vorrangig durch Ungeimpfte verursacht wird.
Ich muss das mit Sicherheiten keinen Angehörigen verklickern. Meine Mutter weiß ganz genau, dass ich nach ihrer Frage, ob sie sich impfen lassen soll oder nicht, 2 Wochen intensivst recherchiert habe, bis sie gesagt hat, ich muss das nicht für sie tun. Mein Bruder ist so von Grund auf rational eingestellter Hardcore-Empiriker und kennt mich gut genug, dass ich ihm meine Entscheidung nicht erst umständlich verständlich machen muss und meine Tante ist spirituell derartig weit entwickelt und mir derartig ähnlich, dass von jede "Erklärung" von Haus aus überflüssig ist. Und sonst gibt es da niemanden.
"Weckruf": Du sagst damit nichts, außer, dass Du anstelle von "Weckruf" nicht etwas anderes sagen willst, was eine Auseinandersetzung mit anderen Meinungen ermöglichen würde.
Und ich wiederhole mich: Selbst wenn im Vergleich zu Geimpften unverhältnismäßig mehr Ungeimpfte mit Corona behandelt werden müssen, wäre das allein an sich noch kein rationaler Grund, eine Triage-Debatte von Anfang an um dieses Kriterium herum aufzuhängen.
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Welche 'gegenteiligen Stimmen' sollen das sein?
Das ist eine simple Rechnung bzw. Entscheidung, die im vorliegenden Fall getroffen werden muss. Wer bekommt die Behandlung und wer wird 'auf den Flur rausgeschoben'? Keine Bange, weder du noch ich werden diese Entscheidung treffen müssen. Aber sie wäre tatsächlich mal ein lohnenswerter Teil einer öffentlichen Debatte, ebenso wie ein genauerer Blick in die Krankenhäuser.
Ad "Welche [...]": Wenn mal wider drüberstolper und daran denke, lass ich es Dich wissen.
Diese Entscheidung ist alles andere als simpel und hat tatsächlich wenig mit einer gemeinen/simplen Rechnung gemein.
"Öffentliche Debatte" - Haha, der war gut. Meinst Du damit, dass die Medien entscheiden welche Leute wie darüber diskutieren dürfen? Oder doch irgendwas anderes?
Eine tatsächliche, sachliche Diskussion wäre zu begrüßen, aber das von Anfang an in Hinsicht auf "ungeimpft Corona-Patienten" auszurichten ist ein völlig fehlgeleiteter Ansatz.
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Sagt der, der die unzureichende medizinische Versorgung durch den Staat anprangert und mehr vertrauenswürdiges Handeln des Staates fordert. Ja was denn nun? Zum sozialen Fürsorgestaat gehören zwangsläufig die genannten Punkte.
Ich prangere nicht die unzureichende medizinische Versorgung durch den Staat an sich an. Iich prangere die lethargische Bevölkerung an, die den Staat als ganzes, eingenommen seiner wuchernden korrupten Anteile in Schutz nimmt und genau nichts zu einer Veränderung in dieser Hinsicht beiträgt (und nein: Kreuzchen machen kann ich hier nicht einmal ansatzweise zählen lassen) und die Politische Hetze gegen Menschen, die verständlicherweise das Vertrauen in "das System" (das "Konglomerat" aus Staat, Wirtschaft und Medien) verloren haben und das ausspielen dieser Bevölkerungsgruppen gegeneinander, sowie vieler andere Bevölkerungsgruppen, je nach dem, nach welchen Kriterien man diese Gruppen diskriminieren (unterscheiden/auseinanderdividieren) möchte.
Welche Punkte meinst Du?
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Die Frage ist doch, wieso man irgendwelche Spacken (sorry) aus fragwürdigen Zusammenhängen als Kronzeugen aufführen muss, wenn es doch angeblich auch seriösere Quellen gibt.
Falls sich das auf mich und das von mir verlinkte Video von Herrn Rieck bezieht: Das war einfach Zufall. Wobei Kronzeuge ein völlig irreführender Ausdruck ist, denn ich habe mehrfach klargestellt, dass es mir ganz und gar nicht um die Person, sondern einzig und allein um den argumentativen Wert der gemachten Aussagen an sich geht.
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Warum sorgen die Freiheitskämpfer eigentlich nicht tatsächlich dafür, dass wir frei von Corona werden, sondern bescheren uns eine Welle nach der anderen?

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1. Es sind größtenteils Ungeimpfte, die die Intensivstationen verstopfen, wie oft denn noch.
2. Der 'Anarchist' sollte tatsächlich nicht nur den Staat kritisieren, der seiner "Fürsorgepflicht" nicht nachkommt, sondern auch die unmündigen Menschen, die ihre Entscheidungen nicht losgelöst von staatlicher Propaganda treffen können.
Klar, der Staat soll besser aufklären, niedrigschwelligere Angebote schaffen, Korruption nicht dulden etc etc. Bleibt da irgendwo noch eine Restverantwortung der mündigen aufgeklärten Menschen, die wir 'Anarchisten' uns wünschen? Oder wird die komplett auf 'die da oben' abgewälzt? Wer dem Scheißstaat und den Systemmedien nicht glauben mag, soll sich eben auf eine Rundreise durch die Kliniken begeben.
Ad 1.: Es gibt auch Stimmen, direkt aus den "Intensivstationen", die Gegenteiliges behaupten. Und selbst wenn es der Fall wäre, dass von den Corona-Patienten unverhätnismäßig Ungeimpfte die Intensivstationen überfüllen, ist das nur ein schwaches Argument dafür, genau den Ungeimpften im Notfall die Behandlung zu verwehren. Das ist sozusagen nur der erste Beißreflex, auf den sich die Kleingeister sofort einigen können, da sie es ihrer beschränkten Sicht entspricht und sie in ihrer beschränkten Sicht bestätigt.
"2. Der 'Anarchist' sollte tatsächlich nicht nur den Staat kritisieren, der seiner "Fürsorgepflicht" nicht nachkommt, sondern auch die unmündigen Menschen, die ihre Entscheidungen nicht losgelöst von staatlicher Propaganda treffen können."
- Genau das mache ich ja.
"Klar, der Staat soll besser aufklären, niedrigschwelligere Angebote schaffen, Korruption nicht dulden [...]"
- Du sagst im Prinzip, dass ein Teil des Staates einen anderen Teil des Staates nicht dulden soll. Das kann man sich wünschen, es ist aber ein naiver Wunsch, dass ein Großteil der etwas weniger degenerierten Politiker dem Teil der völlig korrupten Mitgliedern seiner Klasse massiv, sozusagen in das eigene, Fleisch schneidet.
"Bleibt da irgendwo noch eine Restverantwortung der mündigen aufgeklärten Menschen, die wir 'Anarchisten' uns wünschen?"
- Ein Anarchist, der nicht bereit ist, sowohl für die Konsequenzen seines Handels auch für die Konsequenzen seiner Unterlassungen, die volle Verantwortung zu übernehmen, hat sich die Bezeichnung "Anarchist" in meinen Augen nicht verdient und sollte er sich so bezeichnen, so bezeichne ich ihn als Mogelpackung.
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[...] Sich jetzt an der Impfung aufzuhängen, ist schlichtweg eine schräge Priorität.
[...] In Deutschland sterben sie, weil sie das medizinische Angebot der Impfung nicht nutzen - das ist im Grunde ein Armutszeugnis für den aufgeklärten Menschen, den sich auch der Anarchismus wünscht.
...Überhaupt in den Raum zu stellen, "die Impfung" als Triagekriterium schlechthin zu werten ist schräg. Schräg, nicht zuletzt in Hinsicht auf die aktuelle Stimmung in der Bevölkerung. Und das sollte einem auch zu Denken geben.
... Flasch. Das ist in erster Linie ein Armutszeugnis für den Staat. Würde sich der Staat seinen Bürgern gegenüber ausreichend loyal und wohlwollend und wohltuend verhalten wäre auch das entsprechende Vertrauen von der Bevölkerung da. Und um nichts anderes als Vertrauen geht es hier. Vertrauen vor allem in den Staat, aber auch in die Medien und generell Vertrauen in Menschen aus anderen Gesellschaftschichten, die man aufgrund ihrer sozialen Ferne einfach nicht einschätzen kann.