Beiträge von _604_

    Ich kann nicht behaupten, dass ich mich in diese Philosophie arg tief eingelesen hab, die idee habe ich aber erfasst und das reicht eigentlich immer, um die daraus folgenden Schlüsse nachvollziehen zu können. Lange bevor ich auf den Begriff gestossen bin, ist mir aber die Tendenz der Leute aufgefallen, alles als "relativ und bloße geschmacksfrage abzutun".

    Es ist ja nicht das erste mal, dass die blöde masse gescheite Dinge, die von klugen köpfen auserkoren wurden, auf eine dümmliche Sicht reduzieren und damit aufs Maul fallen. Aus "Der Mensch hat eine subjektive Sichtweise" und "seine Wahrnehmung wird durch seine Gesinnung und Meinung beeinflusst" wird [1]: "Es gibt keine objektive Realität" - zumindest und auf jeden Fall dann nicht, wenn mir die valide Sichtweise meines Gegenübers nicht in den Kram passt. Das schließt ja dann direkt an Schopenhauers eristische Dialektik an, die auch einige Leute als den Stein der Weisen erachten, obwohl Schopenhauer darin nur die dümmliche Argumentationsweise dokumentiert hat, was ihn an seinen Mitmenschen ankotzt. Ein weiteres Beispiel, wie die breite Masse valide Dinge in ihr Gegenteil verdreht.

    Ja das stimmt natürlich, dass man im Diskurs seine Sichtweisen verfeinern oder auch mal korrigieren sollte. Nur sich von Leuten widerlegen zu lassen, die z.b. mit solchen Fehlschlüssen [1] "argumentieren" ist ja wohl aber auch nicht im Sinne eines radikalen Konstruktivisten - oder wenn Leute immer wenn sie an den Punkt der kognitiven dissonanz kommen beleidigen und dummschwätzen, so wie der @Unmensch das gerne betreibt. :) Dagegen ist diese Verdrehung der idee des radikalen Konstruktivismus ja noch fast als intellektuell zu bezeichnen...

    In dem Fall verwehre ich mich also gerne einer Einsicht in diese verkehrte Welt. Obwohl ich schon einiges an Energie dafür vergeudet hab, diese Leute bei sowas nachzuvollziehen. Es ist einfach verkehrt. Das ist das passendste Wort das ich dazu kenne - da gibt es keine Logik, die einen dazu treibt.

    Aber eine konkrete Frage an dich, _604_ , wenn du dich schon damit auskennst: Für was steht noch der Begriff "Radikal" an der Stelle?

    Ich vermute, dass ich Dich entweder einfach falsch verstehe, oder Du tatsächlich eine Kausalität siehst, wo keine ist.

    Die Leute verhalten sich so, als hätten sie sich mit radikalem Konstruktivismus auseinandergesetzt und würden diesen jetzt Missbrauchen, um eine generelle absolute Beliebigkeit in jeglicher Hinsicht zu "argumentieren". Du beobachtest das lange Zeit, bis Du irgenwann über den Begriff des "radikalen Konstruktivismus" stolperst und diese Parallele siehst, dass die Leute Ideen, mit denen sich _auch_ die Philosophie des radikalen Konstruktivismus auseinandersetzt, missbrauchen. Also es gibt 2 oder 3 Ideen/Perspektiven/Grundannahmen/Grundanschauen, derer sich sowohl die Philosophie als auch Leute, die sich argumentativ in eine Beliebigkeit flüchten, bedienen. Beide sind und machen aber in Wirklichkeit etwas völlig anderes. Und beide haben tatsächlich direkt nichts miteinander zu tun, außer dass sie sich einiger weniger, gleicher oder ähnlicher Konzepte bedienen.

    Du sprichst von der Art, wie Unmensch kommuniziert. Aber indem er inhaltlich ja fast nie auf irgendetwas, oder wenn dann nur auf "eine Fußnote" und wenn auf die Fußnote, dann nicht bis in letzter Konsequenz, sondern bis er sich eben in der Auseinandersetzung mit diesem Sub-Thema von der inhaltlichen wieder auf irgendeine Art von persönlicher Ebene zurückzieht, kommt es ja überhaupt nie dazu, dass er etwas widerlegt. Es kann ja auch gar nicht dazu kommen, schließlich muss man sich zuerst einmal weitestgehend darüber einig werden, dass man einander versteht und tatsächlich "vom gleichen" spricht, damit in weiterer Konsequenz einer den anderen in irgendeinem Punkt widerlegen kann.

    "Radikal" bedeutet einfach "an der Wurzel", also am möglichst Grundlegenden überhaupt ansetzend. Im radikalen Konstruktivismus ist das einfach "die Tatsache", dass wir sämtliche Wahrnehmung ausschließlich in unserem eigenen Bewusstsei verorten können. Wenn tatsächlich niemand ausschließen kann, dass er vielleicht nicht mehr als ein Gehirn in einem Gurkenglas ist, das elektrisch stimuliert wird, mit welcher Begründung sollte man diesen Umstand dann einfach ignorieren können und behaupten "Nein, nein, wir können über "da draußen" natürlich Dinge wissen und zweifelsfrei feststellen."

    Es gab bei dir nie einen Moment, wo du dich darüber aufgeregt hast, dass die dinge so laufen, wie sie laufen? (=>Wutbürger)

    Ich kann sehr aufbrausend werden, wenn es um persönliches geht, aber für mich ist "der Lauf der Dinge" im Großen etwas, das ich nicht persönlich nehmen kann, und war es noch nie.

    Oder dass du rechtfertigungen gesucht hast, warum die dinge so laufen müssen, wie sie laufen müssen und eine alternative sichtweise auf die dinge gesucht hast und die propaganda sehr deutlich wahrgenommen hast, wie sie dich dabei behindert? (=>Schwurbelphase)

    Mit "Rechtfertigungen" meinst Du glaub ich jetzt, Entschuldigungen für das Verhalten der Masse. Es gibt haufenweise Gründe dafür, warum sich die Menschen so verhalten, wie sie sich verhalten, sowohl als Masse als auch als Individuen. Ich weiß für mich, dass es nichts nützlicheres und befreienderes gibt, als für alles, was auch nur im Entferntesten mit mir zu tun hat, selbst die volle Verantwortung zu übernehmen. Mir scheint das von beinahe unangreifbarer, zwingender Logik. Gleichzeitig ist mir aber auch klar, dass es von außen manchmal nicht so aussehen mag, als würde ich so denken und mich auch dementsprechend verhalten, und ich muss mich daher fragen, um wieviel übernehmen die Leute da draußen wirklich weniger Verwantwortung für ihr eigenes Handeln und ihre Unterlassungen, als ich. Vor allem, da ich grundlegend der Meinung bin, dass sich zwar vielleicht für eine Weile, aber schlussendlich doch niemand der eigenen Verantwortung und den Konsequenzen seines Handelns entziehen kann. Trotzdem erscheint mir das Verhalten der meisten Leute ziemlich dumm, insofern, als dass ich vermuten muss, dass sie eine sehr unangenehme Zukunft für sich selbst erzeugen. Propaganda ist mir nie wirklich aufgefallen. Ich bin mit Werbespots aufgewachsen. Ich war lange Zeit sehr unpolitisch und es erschließt sich mir bis heute nicht wie man den ewig ähnlichen, im Grunde zu nichts führenden tages(!)politischen Geplänkeln und Ans-Bein-Pissereien, so viel Bedeutung zumessen und Aufmerksamkeit schnenken wollen kann. Ich habe erst während der zweiten Hälfte meines Lebens begonnen, meine natürliche ("natürlich" im Sinne von im Vorbewussten verweilender Intutition) Distanziertheit zu und Desinteressiertheit an dem ganzen Geschehen, auch intellektuell verstehen und begründen zu können, als ich mehr und mehr Details und "Fakten" über die verschiedenen Vorgänge in der Geschichte unserer Gesellschaft gelernt und miteinander in Zusammenhang gesetzt habe. Mir scheint tatsächlich, dass erst über genau dieses nun fast vergangene Jahr 2021 die Propaganda in den übernächsten Gang geschaltet worden ist. Was vorher so mehr oder weniger subtil ständig nebenher mitgeplätschert ist, ist inzwischen in ein schrilles Kreischen übergegangen, und es ist mir beinahe unbegreiflich, wie man zur Zeit irgendein anderes Thema als bedeutender betrachten kann. Ich kann das wirklich fast nur auf eine akute, vielleicht nicht ganz bewusste Todesangst zurückführen. Jedenfalls macht es mir diese extreme Entwicklung in der allerjüngsten Vergangenheit gerade schwer, herauszufinden, wie und wann ich in meiner weniger kurz zurückliegenden Vergangenheiten begonnen habe, Propaganda bewusster wahrzunehmen und mich mit dieser Wahrnehmung stärker auseinanderzusetzen.

    So wie ich dich einschätze bist du längst in phase 4... Hätte ich meine Überzeugungen nicht über Jahre ignoriert und mich dem Druck gebaugt wäre es vielleicht nie zu dieser Psychose gekommen. Jedenfalls - und das ist ja meistens so bei solchen Modelen, ist es auch ein iterativer prozess mit vielen schlaufen und rückfällen in alte muster.

    Ich hatte schon 3 "Psychosen". Aber ich kann mich in Bezug drauf nicht als krank, nicht einmal als Opfer meiner Umstände sehen. Ich habe dabei genau die Arten von Erfahrungen gemacht, die ich tatsächlich immer gesucht und mir immer ersehnt habe. Es ist schade, dass dieses ganze Thema mit so viel Stigma besetzt ist. Meiner Meinung nach lernt man sich in solchen Ausnahmezuständen auf Arten kennen, die anderen lebenslang verwehrt bleiben. Ich bin mir sicher, dass - sicher nicht jeder - aber viele Menschen sehr davon profitieren könnten, sich in solche Erlebniswelten zu wagen und wagen zu "dürfen".

    PS: Dein BIP Video will ich mir auch noch anschauen... Es kommt dann noch ne antwort

    No pressure. :D

    Bevor wir hier auf das niveau absacken, uns mit bildchen zu streiten...

    (Ist ja auch wiedermal witzig, dass sich unmensch erst über das niveau beschwert hat, lustige bildchen zu posten und jetzt einen bildchenkrieg angezettelt hat XD)

    Das war die Milch. Die ist einfach zu gut, die Milch, das war ja klar.

    Der "Standard" ist die österreichische (Online-)Zeitung für alle, die sich als Nicht-Unterschicht sehen... OC:


    radikaler Konstruktivismus

    Ich war sehr froh, dass dieser Dämon damals einen Namen bekam, als ich darauf gestossen bin. Es ist ja ohne Frage etwas dran an dieser Theorie. Im Zeitgeist schlägt es sich aber so nieder, dass manche Leute die Existenz einer objektiven Realität fast leugnen und alles als relativ und blose Geschmacksfrage abtun. Dann werden Recht und Werte bis ins Gegenteil verdreht und es kommt zu massiven Verwerfungen. Es lässt sich sehr deutlich beobachten.

    Ich weiß nicht genau, wie Du das meinst, bzw. bekomm ich das "alles als relativ und bloße Geschmacksfrage Abtun" eventuell aus irgendwelchen Gründen nicht so sehr mit. Jedenfalls hat der radikale Konstruktivismus als Philosophie oder Grundhaltung meiner Meinung nach nichts mit Leuten zu tun, die einen ausweichenden und unverbindlichen gegenüber einem mutigen und konstruktiven Diskussionsstil bevorzugen. Ich behaupte mal, dass das Gros der Leute nicht einmal eine ungefähre Ahnung davon hat, was "Radikaler Konstruktivismus" überhaupt bedeutet, denn dann wären sie viel erpichter darauf, ja würden es geradezu darauf anlegen, von anderen effektiv widerlegt zu werden (an diesen Punkten findet laut Radikalem Konstruktivismus das Lernen über die Wirklichkeit statt), anstatt das bestmöglich zu meiden.

    Was ich so gelesen habe, dauert die Entwicklung von einigermaßen sicheren Tot-Impfstoffen wesentlich länger als 1 bis 2 Jahre. Und anscheinend hat Lauterbach selbst gesagt, dass sie Novavax als "Tot-Impfstoff" bezeichnen, nicht weil es einer ist, sondern damit die Leute ihn besser annehmen. "Totimpfstoff" ohne Bindestrich... ja, das hat was. ;D So viel dazu.

    Ich wollte eigentlich entgegen Deinem Wunsch, wieder zum Corona-Mist-Spam zurückzukehren, hauptsächlich etwas zu deiner Gotteshypothese schreiben.

    Auch ich würde Gott mit Natur/Welt/("blumig": Universum) und deren Vorgängen gleichsetzen. Ich habe also kein Problem damit, als Pantheist bezeichnet zu werden. Dass Tod und Leben zusammengehören und einander möglicherweise bedingen, scheint mir schwer von der Hand zu weisen. Dass "der Mensch" Dinge in Gut und Böse, Richtig und Falsch, Sinnvoll und Sinnlos, Gerecht und Ungerecht einteilt, bedeutet nicht, dass er mit seinen Ansichten auch Recht hat und Recht bekommen wird, in dem Sinne, dass die Welt/die Natur(/Gott/die oberste Instanz) ihm Recht geben würden, indem sie sich den menschlichen Wünschen und Vorstellungen gemäß verhalten würden. Auch als Spezies ist der Mensch tendenziell ein Egoist und neigt dazu, sich den Rest der Natur Untertan machen zu wollen, was offenkundig einer gewissen Hubris entspricht, mit der er sich hoffensichtlich nicht so sehr selbst schadet, wie es momentan zusehends den Anschein hat. Gleichzeitig halte ich diese übliche Trennung von menschengemachter "Technik" und "der Natur" für zumindest hinterfragenswert. Wenn die Natur den Menschen geschaffen hat, wie kann der Mensch irgendetwas anders als natürlich sein und wie könnte er, der er selbst "Natur" ist, selbst etwas anderes als "noch mehr Natur" schaffen? "Die Wege des Herren sind unergründlich"... ist das vielleicht nur eine wohlklingendere Formulierung für die Aussage "Der Mensch ist zu dumm, die scheinbaren Grausamkeiten der Natur als nützliche Notwendigkeiten im perfekten Zusammenspiel der Natur und als göttlichen Vorgang zu erkennen"?