Beiträge von Madhias

    "Den Händedruck, werden wir vermutlich verlieren, eine Geste des Friedens!" ....aber wir haben ja jetzt die Ghettofaust!!!
    Die Symbolik der Ghettofaust spricht eigentlich eine andere Sprache. Oder nicht?
    Der homo hygienicus und der Hygienismus - Matthias Burchardt im Gespräch - YouTube

    Hat sich das einer mal angeschaut ich finde das ist echt ein wahnsinnig tolles Gespräch was viel erklärt in Bezug auf das aktuelle Geschehen. ;)
    Absolut empfehlenswert!!!

    Die Orientierungslosigkeit unserer Generation und auch die aktuelle Tendenz zu mehr Totalität wird thematisiert.

    Das Bezog sich auf die solawi und auf Lebensmittel, die können kompostiert werden.Anderweitig hast du natürlich recht. Es wird produziert um es von vornherein wegzuwerfen. Die meisten Güter scheinen eine eingebaute Sollbruchstelle zu haben. Ich hab deswegen schon gar keine Lust mehr etwas neues zu kaufen. Da investiere und vote ich mit meinem Geld besser in eigene und erneuerbare Projekte. Der Übergang dorthinaus zeichnet sich leider noch nicht großflächig ab, aber immerhin gibt es hier und da mutige Menschen, die sich zeigen und den Anfang machen.

    Ja und ich denke diese Entwicklung kann man halt nicht rein dem Kapitalismus in Schuld schieben. Das hat was mit kurzfristigen Handeln und Denken zu tun. Dafür braucht es Bewusstsein. Da können wir schon noch hinkommen. Das mit den eigenen und den erneuerbaren Projekten, genau so seh und handel ich auch. Das genau die richtige Richtung.

    Bzgl. Gewalt sehe ich es bis zu einem Punkt eben auch so, aber nicht in der Notwendigkeit von Militär oder Miliz. Zumindest bin ich der Meinung wir können da hin kommen. Vielleicht in 50 oder auch erst in 1000 Jahren, keine Ahnung wie lange das dauern wird.

    Deshalb sehe ich ja gerade noch den Anarchokapitalismus als die Praxis-orientierteste Variante, weil er Gewalt in Form von fairer Konkurrenz integriert und ich denke das reicht auch auf dem Weg, um diese Urenergien zu bündeln und zu lenken.

    Es muss nur die Mehrheit keinen Krieg mehr wollen und sich auch so verhalten, dann wird der Rest sich schon nach und nach anpassen. Vor allem wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind und man eine große Auswahl zur Selbstverwirklichung hat und eben keine komischen Führer, welche ihre Macht missbrauchen. Es eben viele kleine Zellen gibt, die möglichst unterschiedlich sind. Da kann dann jeder was für sich finden.

    Wegen der Öl-/Gas Sache. Anarchokapitalistisch gedacht könnte ein anderes Unternehmen, dass Ölfeld an einer anderen Stelle anbohren. Es gibt ja kein direktes Besitzrecht auf Land oder Rohstoffe. Da wo natürlich entsprechende Einrichtungen drauf stehen ist die Grenze.

    Es ist ja auch ein theoretisches Modell, da muss man immer einen Bezug und Kontext haben. Allerdings haben wir ja da Monopole, also kanns eigentlich nur besser werden. ;)

    Außerdem ist es ja nicht so, dass es so seltene Rohstoffe gibt, dass nicht woanders Konkurrenz entstehen kann, die das Geschehen dann reguliert. Genauso verhält es sich eben mit sehr Großen Quellen, diese dürfen natürlich von anderen auch angezapft werden. Es gibt ja kein Länderecht mehr oder Besitzrechte auf Boden, so wie wir sie heute kennen.

    Auf der anderen Seite gibt es Abhängigkeiten. Der Handel schützt immer vor Krieg!

    Ich finde nicht, dass ich mich kompliziert ausdrücke :D
    'Definitionsfaschismus' ist wieder so ein Quatschbegriff, da kannst du auch von 'KZ-Debatte' sprechen, wenn Menschen in irgendwelche Lager gesteckt werden. Es ist eben eine grobe Verharmlosung, diese Begriffe aus ihrem Kontext zu lösen. Wenn du Dogmatismus meinst, dann nenn es auch so.
    'Cancel Culture' finde ich im kulturellen Bereich (da kommt der Begriff ja her) auch fragwürdig. Lisa Eckhart ist zwar nicht lustig, aber ich würde sie nicht 'canceln'. Wobei sie das auch nicht wurde: Cancel Culture für Anfänger - Kolumne zum Streit um Lisa Eckart - DER SPIEGEL

    Die mangelnde Konstruktivität hat auch damit zu tun, dass die Unity in dem Sinne kein Anarchismus-Forum ist. Wir kommen zwar immer wieder zu abstrakten Gesellschaftsdebatten zurück, aber eigentlich ist die Motivation eher auf persönlicher Ebene zu suchen - die Unity ist ein Ort der Kontemplation für Außenseiter, die sich in der Welt fehl am Platz fühlen, und weniger ein Ort für 'Macher'.

    In diesem Sinne, mein Ansatz für mehr Konstruktivität in der Unity: Der Weg des Kriegers

    "KZ-Debatte" geiler Begriff :thumbsup: ... ich weiß schon das kann man jetzt natürlich Verharmlosung nennen, ich find's aber trotzdem sehr witzig. Und ehrlich die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen, es ist halt eine andere Dosis. Ich finde halt, ich kann das witzig finden und wenn jemand anwesend wäre, der entsprechende Erfahrung hat würde ich ihn auch nicht verwenden oder mich entschuldigen falls er sich verletzt fühlt. Ich möchte damit ja niemanden verletzten. Aber ich find entscheidend ist die Haltung dahinter und da verharmlose ich gar nix. Im Gegenteil ich versuche embryonale Denkmuster, welche meiner Meinung nach, so etwas begünstigen können zu bekämpfen oder zumindest bewusst zu machen. Ich finde man könnte mich auch zu Recht verurteilen, wenn meine Motivation die Verharmlosung wäre. Aber das würde sich dann an anderen Stellen auch zeigen und dann sollte jemand mit mir sprechen und mich aufklären. Einfach sauer sein und zurück beleidigen o.ä. wird nix bringen, außer das es schlimmer wird. Mit Definitionsfaschismus meine ich noch einen Tick mehr. Aber ja Dogmatismus hätte ich es auch nennen können. Aber so wird die Ähnlichkeit vom Denkmuster dahinter klarer. Oder erkennst du nicht das Denkmuster dahinter? Ich schätze dich als sehr logischen Menschen ein.

    Ich sehe einfach eine starke Ähnlichkeit vom Denkmuster, wenn Menschen Menschen aufgrund rassistischer Vorurteile diskriminieren und aber eben auch dafür das sie vielleicht die Etikette nicht waren oder eben Menschen verurteilen, weil sie falsch denken oder eben in einem vermeindlichen anderen Lager sind.

    Ich sehe durchaus auch eine starke Analogie in Bezug auf die Querdenker, Verschwörungstheoretiker, Impfkritiker, .... die Liste wird immer länger. Das sind dieselben Denkmuster welche hinter dem Rassismus stehen.
    Oder siehst du das nicht so? ---eben embryonaler Rassismus

    ...ich finde dieses Embryobild richtig gut, weil es glaube ich klar macht um was es geht.
    Und wenn ich ernsthaft gegen so etwas kämpfen will, muss ich mir dieser Denkmuster und Mechanismen bewusst machen.

    Bzgl.: Konstruktivität
    Ok find ich gut das du das Thema in dem Thread angeschnitten hast. Aber dann ist es doch umso wichtiger dieses Thema hier zu diskutieren!?
    Klar erstmal kritisieren, schimpfen, sich ausheulen, jammern, aber so kanns ja nicht ewig weiter gehen....

    Ich versuchs nochmal anders. Warum ich auf diese Thematik wieder aufmerksam geworden bin liegt auch daran, dass wir jetzt ein Jahr Mitglied bei einer lokalen Solawi waren. Kennt ihr die? Unsere hat einen sehr kollektiv anarchistischen Ansatz. Aber mit einem doch kulturellen kommunistischen Touch, wie ich finde.
    Mit eben einer starken Betonung auf der Gleichheit.
    Alles basiert auf einer kompletten Freiwilligkeit.

    Seid ihr in irgendwelchen Gruppen Organisationen, die so funktionieren oder Erfahrung damit?

    Folgende Problematiken haben sich da für mich herauskristallisiert:

    Einige wenige stecken sehr viel Energie in die Gruppe, die meisten eher nicht.
    Es gibt eben ein paar Idealisten und das Hofteam. Diese sind die Gründer und haben einen zentralen Charakter.

    Es soll jeder immer den gleichen Anteil an Gemüse geben. Aber irgendwie bleibt bei der Verteilung dann was übrig oder ist schon weg wenn die letzten kommen.
    Die Gruppe hat eine notwendige Menge an Ackertagen beschlossen. 4 pro Jahr pro Anteil.
    In der Praxis werden, die aber scheinbar nicht erreicht.
    Alle finden aber die Ackertage ganz toll und schwärmen davon wie schön das auf dem Acker ist.
    Mir macht das keinen Spaß, aber ich weiß das es notwendig ist und deshalb tat ich es. Mehr als die 4x pro Jahr.
    Es gibt gewisse AG's leider laufen einige sehr schleppend.
    Es gibt auch immer Problem die Mitgliedsbeiträge zusammen zu bringen. Anonyme Bietrunden.

    Es sind alles Menschen die sich von der Grundhaltung als sehr sozial und solidarisch ansehen.
    Wieso passiert das?

    Es sind eben nicht alle Gleich. Viele gehen nebenher einem Beruf nach, studieren, ...
    Meines Erachtens würde dieser Struktur etwas mehr kapitalistische Denkweise gut tun,

    Es wäre sinnvoller das Ganze individueller zu gestalten. Nach dem Prinzip, wer nicht auf den Acker will, macht etwas anderes oder zahlt halt einfach mehr.
    Oder wenn ich viel mache, darf ich mir auch etwas mehr Gemüse nehmen.
    Aber das sind kapitalistische Gedanken und das wollen die nicht.

    Durch die Intransparenz in der Gruppe kann sich jeder auf seiner Anonymität ausruhen.
    Es entstehen zu wenig Verbindlichkeiten und Verantwortung.
    Wobei es wirklich erstaunlich ist wie gut es funktioniert.

    Ich fände eben einen Touch in die Richtung, wie es z.b. der Semmler umgesetzt hat, also echte Transparenz sinnvoller. Dadurch entsteht aber mehr Bürokratie aber eben auch Ordnung und Kontrolle/Regulierung.
    Den persönlichen Chef kann man eben durch Transparenz ersetzen. Die Kultur in der Gruppe entscheidet ob daraus Mobbing entstehen kann.
    Die Gefahr sehe ich aber bei diesen Menschen überhaupt nicht.

    Arbeit die keinen Spaß machen sollte besonders gut entlohnt werden. Das Problem die gibt es. Wie will man das antikapitalistisch lösen? Wer opfert sich hier freiwillig, wie viele denkt ihr tun das?

    Der anfängliche Idealismus ist oft schnell verflogen und man findet immer gute ausreden...gerade in der Unpersönlichkeit

    In der Praxis, nach meiner Erfahrung, echt verdammt wenige. Denn jeder ist sich selbst halt mal der Nächste. Asozial verhalten sich oft Menschen die das nicht sehen können oder in einen langfristigeren und tieferen Kontext zu setzen.

    Ich denke genau in der Mitte zwischen Kollektiv und Individuum liegt das Lebensglück.

    Nö, nicht beleidigt. Ich muss auch nicht kotzen (höchstens in Bezug auf deine Forderung nach Meinungsfreiheit für Nazis) :D Deine Argumentation ist nur zunehmend etwas ballaballa und deine Definitionen sind Käse. Ich halte es eher mit der Einfachheit und Vermittelbarkeit.

    Hmm auch ein interessanter Standpunkt. Keine Meinungsfreiheit für Nazis. Hmm das mit den Definitionen, ja , ich dachte hier könnte zu der Thematik tatsächlich etwas Klarheit im Diskurs entstehen. Also ich für meinen Teil habe das Gefühl, jeder hat seine eigenen Definitionen und die sind oft sehr unterschiedlich. Man wird sich nicht immer auf die gleiche Defintion einigen können aber man kann versuchen zu verstehen was der andere meint. Ich habe nicht den Eindruck, das hier Konsens besteht in Bezug auf die meisten Begrifflichkeiten. Erlebe ich auch in meinem Umfeld selten. Eher im Gegenteil. Oft wird heiter drauf los diskutiert und keiner checkt, das er von was komplett anderem spricht als der andere. Um da mehr Konstruktivität reinzubringen reicht es sich die Definition des anderen anzuhören und das dahinter zu sehen. Aber Definitionsfaschismus oder Cancel Culture bringt uns halt da auch nicht weiter. Finde ich spannend das du von Einfachheit und Vermittelbarkeit sprichst, deine Texte finde ich mit Abstand am kompliziertesten zu lesen. Zumindest hier im Forum. Aber das meine ich nicht negativ. Im Großen und Ganzen vermisse ich in diesem Forum eine Konstruktivität und Kreativität, der Kritikhammer scheint ein beliebtes Mittel zu sein. ... ein sehr einfaches Werkzeug ...

    Anarchismus bedeutet Herrschaftsfreiheit. Ob also privates Unternehmertum mit Anarchismus in Einklang gebracht werden kann, hängt schlicht davon ab, ob dieses Unternehmertum Herrschaftsverhältnisse voraussetzt oder diese in Folge hervorbringt.

    Genau so sehe ich das auch. Es kommt auf die Menschen drauf an. Der Anarchokapitalismus schließt nur die Möglichkeit von nicht anarchistischen Formen nicht aus. Zieht aber die Grenze beim Austrittsrecht. In einem Monopolkapitalismus kann das sehr unfrei werden und faschistische Züge annehmen. Hat aber eben dann seinen Anarchismus Charakter verloren und ich würde eine andere Bezeichnung wählen. Deshalb die Betonung auf, umso kleiner eine Einheit umso mehr "Wert" sollte sie haben. Ich sehe den Anarchokapitalismus eben als den mir bekanntesten praktischen Weg in den Anarchismus. Der Kapitalismus transformiert sich zum Anarchokapitalismus und dieser zum Anarchismus.

    Keiner zwingt den Menschen, etwas zu tun, das dieser nicht will. Natürlich gibt es Führungspersöhnlichkeiten und Folgende. Das wird immer so sein. Und ist durchaus legitim und es hat Platz in meinem Konzept. Trotzdem(!!) sind alle Menschen gleich. Egal welche inoffizielle Position sie beziehen.Es gibt auch keinen "Chef", sondern Delegierte. Ganz viele. Und je größer es wird, desto mehr gibt es. Alle sind gleich und keiner ist besser. Finde es traurig jemanden anhand seiner Fähigkeiten oder Kompetenzen zu benachteiligen. Von Position ganz zu schweigen.
    WER gibt WEM das Recht zu entscheiden WAS mehr Wert ist und was nicht?

    Niemand. Keiner ist Gott. Und in meinem Konzept gibt es diese Rechtverteilung nicht, weil genau: Jeder gleich ist.

    Von Bedürfnissen und Co. spreche ich hier gar nicht, das ist ein ganz anderes Thema.

    Tja das ist eine "Gleich" Definitionsfrage. Also ich denke die Gleichheit die du meinst wird durch die anarchistische Haltung garantiert. Das sehe ich auch als essentiell. Aber ansonsten finde ich Ungleichheit gut, denn sie macht mich zum Individuum. Wenn man von "gleich" spricht macht es doch Sinn den Begriff auf den ganzen Menschen zu beziehen. Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse die gehören doch in diesen Begriff mit rein. Ich kann mir nichts schlimmeres Vorstellen als eine extreme Gleichmacherei. Dann wird sicher kein neues Wissen mehr entstehen. Es ist der Tod des Dissens.