Zaibatsu, was ist eigentlich mit deinen nicht vorhandenen Zitaten los?
Ich muss deswegen mühsam nachschauen, worauf du dich gerade beziehst.
Es wird noch sehr lange dauern, bis Roboter in der Pflege sinnvoll eingesetzt werden können. Es wird sicher einfacher, aber den Menschen kann man noch nicht ganz ersetzen. Das Pflegepersonal müsste zudem noch andere Kompetenzen mit sich bringen.
Von einem vollständigen Ersatz war nicht die Rede, oder?
Einen solchen stelle ich mir für bestimmte Personengruppen - wie ältere oder einsame und sozialbedürftige Menschen - sowieso etwas fraglich und unwürdig vor. Zuspruch und tröstende Worte vom Personal lassen sich durch keine Blechbüchsen ersetzen, zum Beispiel in Altenheimen, wo die Menschen (häufig ohne großen Kontakt zu ihren Familien) vor sich hin rotten.
Aber zurück zur Pflege im Krankenhaus: Wenn ich selbst die Wahl hätte, würde ich mich lieber von einer Maschine versorgen lassen als von überarbeiteten, genervten menschlichen Kräften mit unzureichendem Fachwissen. Ich denke, auf gewisse Weise würde ich mich dadurch autonomer fühlen (es ist generell nicht sonderlich angenehm, aus gesundheitlichen Gründen auf andere Menschen angewiesen zu sein, gerade auf fremde) - aber auch intime Pflegeprozesse würden vielen sicher etwas würdevoller erscheinen, wenn sie dabei allein sein könnten.
Viel wichtiger erschiene es mir, Menschen in meinem Leben zu haben, die sich wirklich dafür interessieren, wie es mir geht - und die können ja nach einem schauen, wenn sie das wollen, ganz unabhängig davon, ob ein Mensch oder ein Roboter einen Katheter wechselt.
Aber vermutlich könnte man es sich sehr bald nicht mehr aussuchen, welche Art der Versorgung man präferiert, denn wenn der technologische Fortschritt eine Automatisierung diverser Arbeitsschritte ermöglicht, dann wird das über kurz oder lang auch zum neuen Standard.
Vielleicht könnte man solche Standards allerdings auch etablieren, ohne dass sie gruselig oder unmenschlich wären. Pflegeberufe könnte man dann z.B. so umgestalten, dass sie sich mehr auf psychische Bedürfnisse konzentrieren und weniger auf physische Belange. Man müsste menschliche Zuwendung ja nicht komplett wegstreichen, nur weil ein Roboter ein paar Aufgaben übernimmt. Eher könnte man sie sogar ausweiten und den Bedürfnissen der Patienten viel stärker entgegenkommen, weil die nötigen Kapazitäten frei würden.
Bloß liegt die Betonung wirklich auf "könnte", denn die große Frage ist schließlich, ob das auch in der Praxis so umgesetzt werden würde. Menschliche Zuwendung wird ja bei sowas oft eher zweitrangig behandelt und vernachlässigt - zugunsten des Einsparpotenzials. Im schlechtesten Fall würde persönlicher Kontakt dann zu nem Luxusgut mutieren, das man sich leisten können muss - und ja, das wäre für Menschen, die niemanden haben, der sich freiwillig kümmert, schlimm. Da müsste also schon so etwas wie eine Grundversorgung gewährleistet sein.
Andererseits, wenn man bedenkt, dass das psychische Wohlbefinden eines Patienten auch einen großen Einfluss auf Genesungsprozesse hat, könnte man das vielleicht sogar wirtschaftlich vertreten, wenn reiner Humanismus als Argumentationsgrundlage nicht zieht. 
Und freilich ist das alles aktuell komplett unwichtig, weil unrealistisch. Aber ich denke auch nicht an einen Austausch ganzer Versorgungsprinzipien, sondern an eine Erleichterung in Zonen, die für fast niemanden sehr angenehm sein dürften.
Auch für die Pfleger nicht, die ja auch darunter leiden, im Zeitdruck kaum die Möglichkeit auf einen Austausch haben, obwohl die meisten gewöhnlichen Menschen, die sehr viel Zeit in ihrem Zimmer verbringen, diesen dringend benötigen.
Ein Vorteil, den ich insgesamt noch sehe, ist, dass Pflegeroboter eine große Erleichterung für berufstätige Menschen darstellen würden, die ihre Angehörigen so lange wie möglich bei sich zu Hause selbst pflegen wollen.
Je mehr Belastungen bei der Pflege eines Menschen wegfallen würden, desto eher würden Leute das als machbar empfinden, ohne sich selbst dabei zu überfordern.