Beiträge von Dobii

    Verständlich. D.h bewerte ich das eher neutral und weniger drastisch, da es dem schlechten Ruf einer Lüge irgendwie gar nicht nahe kommt Deine Reaktion gegenüber deiner Mutter könnte man demnach getrost zum erwarteten Schein zählen, denn solche praktischen Basislügen gehören durchaus zur guten Mine zum bösen Spiel. Dadurch hattest du deine Ruhe vor dem Unverständnis deiner Mom schätze ich mal.

    Ja, das ist schon richtig, wobei es nicht an dem Unverständnis lag sondern eher daran, dass ich die Folgefrage und Sorgen ihrerseits vermeiden wollte. Zurückblickend dennoch nicht das Beste was ich machen konnte, denn hätte der Selbstmordversuch geklappt wär kein Reden mehr möglich. Da wäre es besser gewesen vielleicht doch früher mit einer Therapie zu beginnen als sich zurückzuziehen und immer tiefer zu fallen!
    Inzwischen halte ich das Anders, denn man kann die Fragen nach dem Befinden auch sehr gut beantworten ohne zu Lügen (weil die Leute sowieso in den seltensten Fällen wirklich daran interessiert sind): "Wie gehts Dir?" -> "Danke, Dir?" -> Entweder das Gespräch ist nach einer kurzen Antwort des Fragestellers getan, oder er hat noch etwas mehr zu erzählen, aber dass "Danke, Dir?" absolut NICHTS aussagt hat bisher noch niemanden gestört ;) Selbst "Muss und Dir?" was ja sogar schon mehr Einblicke gibt kommt nicht an, selbst bei den Leuten die ich zu meinem "engeren Kreis" zähle.. Tragisch eigentlich

    Jetzt mal auf auf ein paar konkrete Erlebnisse bezogen, das kenne ich auch, waren dann alles Vertrauenspersonen und mein fehlender Mut Aber nur zu ungern öffne ich mich im kleinsten Detail vor anderen und daran scheitert es meistens (im gleichen Rahmen). Im Internet fällt mir das aber schon einfacher, *schmunzel*

    Definitiv, sich Menschen zu öffnen im echten Leben ist oftmals viel schwieriger, da fällt sowas im Netz schon viel leichter ;)


    Noch zum Thema, mein Beitrag oben ist ja eigentlich nur halb fertig:
    Inzwischen habe ich das Lügen zu einem sehr großen Teil abgelegt, selbst das aufgesetzte Lächeln in der Arbeit habe ich abgelegt und auch wenn ich echt dachte, dass das problematisch werden könnte - Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil: Wo ich mich früher oft bei (privaten) Gesprächen mit Kunden (habe leider seeehr viel Zeit in meiner Arbeit) darin gefangen gefühlt und nur reagiert habe, obwohl ich keinen Kopf dafür hatte, habe ich heute eher meine Ruhe. Fühlt sich auch gut an diese gespielte Maske abzulegen und zu meinem Tief zu stehen, denn diese Diskepanz zwischen dem, wie es mir geht und dem, wie ich mich nach Außen hin gegeben habe, hat mich langsam aber sicher zermürbt!

    Darum bin ich der Meinung:
    Selbst wenn die Wahrheit meinem Gegenüber nicht passen oder verletzen könnte, selbst wenn die Wahrheit einem Selbst in ein schlechteres Licht rückt, ich würde lieber dies in Kauf nehmen als zu Lügen. Bevor Ich das tue sage ich lieber nichts darauf und enthalte mich meiner Meinung, ich muss sie ja nicht mitteilen - aber so tun als hätte ich eine andere Meinung hat mir schon viel öfter Probleme bereitet.

    Oh ja, speziell in meiner Jugend habe ich sehr viel gelogen, begonnen hat das mit einem einfachen "Mir geht es gut" obwohl ich am Abgrund war, nur um meine Mutter nicht weiter zu beunruhigen - ich wusste ja selbst nicht wieso es mir so schlecht ging und die Frage "Wieso geht es Dir schlecht?" wäre definitiv als Nächstes gestellt worden. Das wollte ich vermeiden.
    Problematisch ist dass dieses regelmäßige Lügen irgendwann die Hemmung davor wieder zu Lügen schwinden lässt und so wurde es immer Öfter dass gelogen wurde und auch die Größe der Lüge wuchs damit an.

    Es hat lange gedauert das abzugewöhnen und dieser Prozess war hart, erforderte sehr viel Mut: denn während man gar nicht mehr nachdenkt bevor so eine kleine Lüge die Lippen verlässt weil es eben schon so normal wurde, hat man dann die Aufgabe diese Lüge direkt danach vor dem Gegenüber einzugestehen und zu korrigieren! Hat echt lange gedauert den Mut dafür aufzubringen und ebenso lange diesen Automatismus auszuhebeln.

    Auch problematisch waren bei mir die Lügen, die ich mir selbst aufgetischt hatte und diese aufzulösen ist nochmal eine Ecke schwieriger. Da braucht es dann entweder eine gehörige Portion Bewusstheit oder Selbstreflektion, oder eben ein Event das geschieht und einem aufzeigt, dass man sich selbst auf den Leim gegangen ist. Wer weiß wieviel in mir noch verborgen ist von dem Ich überzeugt bin die Wahrheit zu kennen, obwohl sich da nur eine alte Lüge schon viel zu lange versteckt.

    Man erkennt, theoretisch könnte ein Mensch eine Hülle und Fülle schöner Eigenschaften annehmen, aber es werden an besagter Stelle nur zwei sozial bemessene Faktoren übertrieben beachtet, Stärke und Schwäche. Und ja, das durchdringt leider so ziemlich jeden soz. Bereich, auch bei denen diese Faktoren nur minderwertigen Beitrag leisten.

    Nützliche Stärken wären z.B, dass ich mich bemühe, sprachlich einigermaßen verständlich auszudrücken, falls ich das Privileg besitze oder wenn ich jemanden helfe, falls ich gerade die Kraft habe. Aber hirnlose Stärken sind z.B: Wie viel Alkohol jemand verschlingen kann, wie schnell man seine Kiste tunen kann, damit sie auf halsbrecherische 300 km/h kommt, oder wie vergeblich Cool jemand wirkt, wenn er einen Menschen auf der Straße umhaut, wer zum Ende des Monats mehr Geld in seine Taschen zaubert usw, wer "männlicher"/"weiblicher" rüber kommt, wer sich mehr Marken leisten kann, usw usf.

    Kann ich genau so unterschreiben, speziell diese "tollen" Vergleichsmöglichkeiten mit null Mehrwert auf persönlicher oder gesellschaftlicher Ebene. Da gäbe es weit bessere Möglichkeiten seine Zeit zu nutzen!

    Natürlich ist mir die Situation, sich der Unauffälligkeit halber nicht verstellen zu wollen, all zu vertraut. Geschieht doch eher selten, dass man sich jemanden gegenüber wirklich gerne öffnet

    Absolut, darum auch die Anführungszeichen bei "mein wahres Ich"! Ich glaube auch, dass ich nicht einmal selbst weiß wie mein "wahres Ich" aussieht - schließlich ist man durch Erziehung, Kultur und Gesellschaft verändert, geprägt und diese Prägung gehört meiner Meinung nach nicht zu dem wahren Selbst (zumindest als von außen zugeführte Veränderung). Doch selbst wenn ich nur das nehme, was ich MIT diesen Prägungen bin, glaube ich mich noch nie einem Menschen wirklich geöffnet zu haben!

    Ich kann mich an diese Nicknames gerade nicht wirklich erinnern... aber wir hatten halt auch schon so viele User im Lauf der Zeit...
    Jedenfalls schön, dass du nach all den Jahren zurückgekehrt bist, um wieder ein bisschen mitzumachen. Neue (oder neue alte) User sind immer willkommen hier, vor allem, wenn sie auch neue Gedanken und Erfahrungen mitbringen. :welcome:

    Hätte ich auch ehrlich gesagt nicht erwartet, viel eher hätte es mich verwundert wenn Ich nach über 10 Jahren noch immer ein Begriff gewesen wäre. Ist sicherlich auch genug passiert in der Zeit, so wie bei mir auch - nur dass ich irgendwie nicht das Gefühl habe mich allzu weit von dem Punkt in meiner Jugend entfernt zu haben. Dass es mir nicht viel Anders ergeht ist wahrscheinlich auch der Grund für diesen Geistesblitz wieder nach diesem Forum zu suchen.

    Was meinen damaligen Abschied angeht: Ich hatte einfach eine heftige Sinnkrise, und habe gewissen Personen eine viel zu hohe Bedeutung in meinem Leben eingeräumt. Ich wollte einfach auch mal im "realen" Leben ein bisschen Glück haben, und mich nicht schon wieder, wie ich es tausendmal zuvor schon getan habe, aufgrund meiner enttäuschenden Erfahrungen mit real existierenden Menschen wieder zu meinen fiktiven Charakteren in den virtuellen Raum flüchten.Dieses Mal nicht. Dieses Mal sollte es anders laufen! Aber am Ende ist dann doch wieder nur die Erkenntnis übrig geblieben, dass real existierende Menschen und ich nicht so gut zusammenpassen. Und so bin ich eben wieder zurückgekommen und tue das, was ich am Besten kann, und was mir vertraut ist. Und die Kreativität scheint so langsam auch wieder zurückzukommen, und vor allem auch die Freude daran. Das habe ich zu dem Zeitpunkt, als ich mich hier verabschiedet hatte, irgendwie gar nicht mehr gefühlt.

    Oh Mann.. Ja, das habe ich schon gelesen, hast Du ja in diesem Thread schon leicht umrissen - schade, dass Dein Versuch nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat, gerade wenn nach so langer Zeit der Hoffnungslosigkeit Hoffnung aufkommt und wieder zerbricht ist dieser Akt noch um ein Stückchen schwerwiegender!
    Verstehe Dich leider sehr gut, habe in den letzten Jahren ja auch (vermeintlich erfolgreich) versucht meinen Platz in der Welt zu finden - im Prinzip jedoch haben sich seit damals nur bestimmte Kernpunkte wiederholt, nur mit anderen Menschen besetzt. Wieso ich überhaupt aufgehört habe bei mir zu bleiben und statt dessen mich für Andere zu verbiegen, noch dazu wo Ich doch hierher kam weil ich mich ursprünglich nicht verbiegen wollte, ist mir bis heute ein Rätsel - es wird aber schon seine Gründe gehabt haben, ich kann zumindest nicht von mir behaupten es nicht versucht zu haben.
    Dass bei Dir langsam die Kreativität und Freude darüber wieder Einzug hält klingt aber schonmal gut! :) Schön, dass Du diesen Rückschlag "so gut" überwunden hast und es soll natürlich so weitergehen!

    Das freut mich wirklich. Ist nämlich selten geworden, dass jemand wegen den Büchern hier ist... üblicherweise kennen mich die Leute heutzutage nur noch wegen den Videos, und sind dann eher überrascht, wenn sie merken, dass es auch Bücher gibt. Dabei hab ich doch damals nur mit Büchern angefangen, und die Videos und die Musik kamen dann erst viel später dazu. Und die Videos ja ursprünglich sowieso nur, um die Bücher oder dieses Forum hier ein bisschen bekannter zu machen.
    [...]

    Und wieso hast du noch keine Videos schauen können? Zu wenig Zeit? Oder zu schlechtes Internet?

    Traurig, ich habe damals die Philosophie gefeiert (dachte auch zu dem Zeitpunkt dass das Dein einziges Werk ist bzw. war es das auch noch zu der Zeit) und sofort verschlungen, werde mich diesbezüglich sogar per PM melden. Weiß nicht inwiefern ich mit den Romanen was anfangen kann, werde mich da erst via PDF einlesen, zur Not darfst nochmal verschicken ;)

    Zu den Videos: ganz klar - die gab es zu dem Zeitpunkt als ich hier war noch gar nicht, habe das erst bemerkt als ich gestern diesen Thread hier gelesen hab.
    Was ich bisher gehört hab (4 Songs) war zwar nicht meine Richtung, die Texte sprechen mich aber (verwunderlicherweise :P) an. Werd mir die anderen Sachen in den nächsten Tagen in Ruhe geben!

    Ich habe zwar nicht so viel Programmiererfahrung, aber würde mich gerne anbieten wenn Hilfe benötigt werden sollte!
    Habe ein wenig Erfahrung in Java, Python und (lange her) C++, wobei ich mich bei Allen ein wenig einlesen müsste.
    Bei Interesse stehe ich über eine private Nachricht gerne zur Verfügung (wenn es sich einrichten lässt und ich helfen kann) ^^

    Osiris als ich mich damals das erste Mal angemeldet hatte - zwischendurch glaube ich als "Lunatic*", bin mir da aber weder sicher, noch war ich lange hier unterwegs unter diesem Nick ^^

    Es ist echt schwierig zu helfen, wenn Du nicht Deine Antwort auch mit einbindest. Somit wäre es eventuell leichter darauf einzugehen, obgleich es natürlich auch offenen Raum gibt für Anfeindungen bzw. Angriffe Dir gegenüber.

    Zu dem Punkt mit den Erkenntnissen: Es gibt nicht genügend Erkenntnisse die man gewinnen kann und selbst wenn man glaubt, bereits über alle Themenbereiche die einem interessieren Alles heraugefunden zu haben -> Warum diese Erkenntnisse nicht nutzen um noch weitere Gedanken zu spinnen? Neue Theorien aufzustellen die sich vlt. als wahr herausstellen? Was ist mit den Bereichen die man nicht kennt? Sind diese es nicht Wert dennoch auch beachtet zu werden? Ist es nicht sehr kleinkariert zu meinen, es gäbe in diesem Leben den Punkt, an dem es einfach ein Ende hat? Nicht mehr weitergeht? Wo ein Mensch es einfach Satt hat?
    Für mich persönlich ist jeder Gedanke der wider des Lebens geht definitiv ein Gedanke der wider dem Fortschritt steht. Ganz gleich wie wenig Sinn man sieht, sich in die Unbekannte namens Tod zu stürzen gibt mir weit weniger Sinn an den ich mich klammern kann als die Misere des Lebens selbst. Vielleicht mag das auch nur deshalb kommen weil es bei mir nur mehr eine Frage der Zeit war ob ich meinen Selbstmordversuch überlebe oder nicht - doch im nachhinein kommt es mir richtig dumm vor, die Unbekannte (die womöglich noch viel schlimmere Strapazen bereit stellen könnte als das Leben jemals würde) über die Herausforderung des Lebens zu stellen.

    Es ist aber auf jeden Fall schonmal gut, dass sie sich mit solchen Fragen an Dich wendet: Wärst Du Ihr egal, würd sie dir kaum mehr schreiben bzw. den Pessimismus weglassen. Meiner Erfahrung nach sind Menschen, die bereit sind ihr Leben zu geben, nur bei ihren engen Vertrauten so weit, dass sie eben dieses Gedankengut rauslassen können. Schließlich weiß jeder Einzelne (den ich kenne) dass solche Gedanken zumindest nicht Gesellschaftstauglich sind und somit meist unterdrückt werden, bis man es schließlich doch in die Tat umsetzt. Auf der anderen Seite jedoch muss ich auch gestehen, dass ich viele kenne die solche Aussagen (oder Taten) nur deshalb publik gemacht haben um eben Aufmerksamkeit zu bekommen. Das heißt aber nicht, dass sich diese Person nur ein wenig Aufmerksamkeit erhaschen möchte und man solche Aussagen nur halbherzig nehmen sollte - eher im Gegenteil! Auch wenn so etwas nach Aufmerksamkeit schreit (eine Person die sich das Leben nehmen möchte tut es einfach und geht mit ihren Gedanken nicht hausieren, habe ich weder bei mir so gehalten, noch bei den Menschen die in ähnlichen Situationen waren war das so) so sollte man da Aufmerksamkeit zukommen lassen.

    Noch etwas, was eventuell helfen könnte: Versuche, ähnliche Situationen für Dein Leben zu finden und beschreibe sie ihr, sag Ihr dass Du da ähnlich gefühlt hast und weshalb Du weiter gemacht hast? Nur sollte es so etwas geben - das würde nicht nur eine Verbundenheit schaffen (ich rede mit jemandem der das auch so ähnlich kennt), sondern dann auch eine Lösung anbieten, einen Weg aus der Misere!

    Bezüglich Schicht im Schacht, wer sagt mir das? Niemand. Nur man selbst kann sagen: So, jetzt reicht es, bis hierhin und nicht weiter! Jedem einzelnen Menschen ist diese Option vorbehalten und es steht jedem frei, diese Möglichkeit wahrzunehmen oder nicht. Die Frage ist, nur, wieso hat es diese Person satt? Wieso ist Schicht im Schacht? Wieso hat diese Person es einfach satt? Was war der Auslöser und gibt es eventuell die Möglichkeit daran zu erinnern, dass Fehlschläge auch nur Erfahrungen sind die einem zum Reifen verhelfen? Sind nicht gerade die Momente in denen Alles aus dem Ruder läuft, in denen nichts so will wie man gerne hätte - die Momenten, in denen man am Meisten reift?

    Somit lässt sich für einen geschickten Verhandlungspartner sicherlich einiges an Material zusammensammeln um diese Situation anzugehen - das Problem liegt dabei eher am Geschick UND Einfühlungsvermögen des Gegenübers. Je mehr sich der Partner im Gespräch auf den anderen Einlassen kann, je mehr dieser aus dem Anderen lesen kann, desto geschickter kann derjenige Fragen platzieren, die dem Anderen die Sinnlosigkeit seines Handelns von selbst aus beantwortet. Das ist finde ich der beste Weg, denn Wissen von Anderen ist zwar gut - doch eigene Erfahrung schlägt erlerntes Wissen um Längen! Zu Wissen, dass eine Herdplatte heiß ist wenn man sie noch nie berührt hat ist kaum etwas wert - erst das Berühren der glühend roten Platte bringt dieses Wissen mit Erfahrung zusammen und man weiß aus erster Hand, wie schlecht diese Handlung ist!
    Zum Abschluß: am Besten mit Fragen am Ball halten, so etwas bringt das Gegenüber eher zum Nachdenken als so manche weise Floskel, die man schon seit Jahrzehnten herzlos wiederholt <4

    Als letzter Beitrag für Heute: Ich selbst habe mich eigentlich noch nie in die Lage versetzt gefühlt durch Mitleid Aufmerksamkeit zu erhaschen - eher im Gegenteil: Ich setze ein Lächeln auf obwohl mein ganzes Sein nach Gleichgültigkeit schreit, nur um nicht aufzufallen. Bei den wenigen Menschen bei denen ich wollte dass sie es sehen, da habe ich "das wahre Ich" gezeigt, um natürlich aufgrund von Mitleid Aufmerksamkeit zu erlangen - aber nicht um des selbst Zweckes willen! Ich brauche keine Aufmerksamkeit, doch bei den Menschen die mir wichtig sind erwarte ich schon, dass sie bemerken wie es mir geht und darauf reagieren und wenn das (oberflächlich) nichts bringt, wirds deutlicher.
    Tragisch ist, dass es bisher bei Keinem zu wirklichen Reaktionen gelangt ist, erst wenn das Zeigen mehr als deutlich wurde.. Ich habe mich auch schon oft gefragt ob dies mitunter an der Opfer-Rolle liegt, dass man sich selbst vor den anderen Opfern verschließt, weil ja die Aufmerksamkeit auf "Täter" bzw. "Helfer" liegt

    Warum so viele in die Opferrolle verfallen? Meines Erachtens eindeutig: Weil es viel einfacher ist Anderen die Schuld an der eigenen Situation in die Schuhe zu schieben als die eigene Verantwortung zu erkennen und WAHRZUNEHMEN! Gerade mir fällt es mir dem letzten Punkt leider etwas schwer: Ich weiß, dass Ich an meiner Situation mindestens ebenso Schuld trage wie die andere, beteiligte Peron. Ich weiß, dass Ich mein eigenes Verhalten, meine Emotionen und meinen Geist an sich in der Hand habe und somit "mein eigenes Schicksal schmiede kann" - doch weitergebracht hat mich das leider nicht. Diese Erkenntnis der Eigenverantwortung kann sehr wohl auch in die falsche Richtung gehen und somit bin ich von mir selbst abgeschottet von Anderen, gefangen in meiner eigenen Schuld und den damit einhergehenden Vorwürfen gegeüber mich selbst.
    Zu Wissen dass die volle Verantwortung bei einem Selbst liegt ist die Befreiung und Torur gleichzeitig, denn in diesem Gedanken kann mein größtes Heil, aber auch mein größtes Leid liegen, das mich mitunter Jahre in seinem Griff hält!

    Dass viele den Opfern die Aufmerksamkeit darbieten "die sie benötigen" ist klar, das geben Gesellschaft und Medien sehr schön vor und sich dagegen zu stellen könnte sehr starke Gegenwellen auslösen - was der Grund ist, weshalb viele den sogenannten Opfern Alles geben, was sie sich nur wünschen! Nicht um mich falsch zu verstehen, Ich finde es sehr begrüßenswert dass den "Opfern" auch tatsächlich ihr Recht auf gute Behandlung zugesprochen wird - was ich widerrum nicht abkann ist ein bewusstes Opfer-machen!
    Wie gesagt, selbst die Kehrseite sich als Opfer zu fühlen kann einen absolut lähmen - doch ich würde lieber gelähmt da liegen und wissen, dass ich es selbst in der Hand habe meine Situation zu ändern (kommt natürlich auf die Sitatuion darauf an) als mich zu einem Opfer Anderer zu machen, mit dem Finger auf alle möglichen Leute zu zeigen und im Endeffekt erst Recht meinen Lolly zu bekommen!

    Zum Thema Opfer noch ein Schlußsatz, der sehr kontrovers ist und sicher genügend Kritik hageln könnte: Ich bin überzeugt davon dass in einer Situation, in der es ein Opfer und einen Täter gibt, BEIDE zu eben diesem Erlebnis geführt haben. Selbst bei Misshandlungen gibt es eben zwei Partner - den misshandelnden Part und den Part, der mit Misshandlung ein Problem hat bzw. in Bezug steht. Somit hat man den Täter (whsl. dringendes Machtbedürfnis, dazu evlt. problematische Beziehung zur Sexualität, zB Sex als Machtmissbrauch), doch auch das Opfer (whsl kaum hohen Selbstwert, evtl. dadurch Komplexe die durch dieses Machtspiel dann ausleben gekonnt werden) - und mein fester Glaube an das Gesetz der Anziehung. Mag zwar Hart erscheinen, doch ich bin überzeugt davon, dass (bei ganz gleich welchem Ereignis zwischen zwei Menschen) immer beide Partner eine Rolle darin spielen, sich selbst in diese Situation gebracht zu haben. Somit ist zwar ein Opfer meines Erachtens auch weiterhin ein Opfer, kein Grund zur relativierung ala "Du hast genauso Deine Schuld dran!", doch ein Opfer bei dem man dieses Opfergefühl tiefer betrachten sollte. Man sollte mit beiden Teilen Arbeiten - nicht nur mit dem Opfer als Opfer, das mit dieser Situation umzugehen hat - sondern auch mit dem Opfer als Verursacher, das (unbewusst) genau diese Situation herbeigeführt hat.

    Na, ich bin gespannt wie dieses Thema noch ausarten wird ^^;

    So etwas ist echt schwer von Außen zu beantworten und kommt auch sehr start auf die Bindung zwischen den Personen an..

    Gleich mal Vorweg: Diese Pauschalantworten wie "Ach, dir geht es doch gut, du hast Freunde/Arbeit/scheinende Sonne/Wasauchimmer" oder ähnliches sind pures Gift, es bestätigt einen depressiven Menschen nur drin nicht "normal" zu sein, weil das so die typischen Antworten sind und man sich selbst eben nicht anhand der Dinge erfreuen kann - ergo: es muss etwas nicht stimmen!

    Viel Besser wäre es, wirklich aktiv zuzuhören, wirklich Teilnahme zu zeigen wenn sich die Person öffnet und auch viele Fragen stellen, wie auch @Niemand bereits erwähnt hat. Fragen sind sehr praktisch, weil sie nicht nur zeigen, dass sich das Gegenüber tatsächlich mit dem Gesagten beschäftigt, sondern man gibt auch den aktiven Part demjenigen, der das Problem hat und das ist meines Erachtens nach der beste Weg, jemanden auf seinem Weg zu begleiten. Die betroffene Person navigiert sich somit selbst (durch die Kurskorrekturen der Fragen des Gegenübers) durch sein/ihr Problem und oftmals auch daraus hinaus - und nur die betroffene Person weiß (zumindest unbewusst) wo der Weg zur Lösung liegt!

    Anonsten ist es echt schwer darüber Aussagen zu tätigen, da einem der Bezug einfach fehlt und allgemeine, pauschale Antworten meist nur halbherzig greifen (da eben allgemein). Auch das Führen zu der Einsicht dass eine Therapie angebracht wäre ist sehr kontrovers, da dies (sicher auch hier) viele Leute sehr kritisch sehen. Ich kann nur von mir sprechen: Bin erst seit Kurzem in einer Therapie und lasse mich überraschen - doch erhoffe mich nicht allzu viel! Bin aber auf jeden Fall froh nach jahrelangem Hin und Her jetzt doch die Entscheidung getroffen zu haben, doch eine Therapie anzunehmen. Hat aber, wie gesagt, auch einige Zeit gedauert bis ich wirklich so weit war!

    Als Abschluß: Ich wünsche Dir schonmal viel Kraft und Erfolg auf deinem Weg, ich hoffe dass Dein Bestreben von Erfolg gekrönt ist - doch als Schlußsatz kann ich mir @MiriOm nur anschließen: Sollte es tatsächlich so weit kommen dass Dein Bemühen nicht fruchtet - sich selbst Vorwürfe zu machen bringt weder der Person die du so schätzt etwas, noch Dir! So etwas führt meiner Erfahrung nach nur zu Frust, Selbsthass und in dem Wunsch, Vergangenes ändern zu wollen (das jedoch schon von der Definitiion her Richtung Abgrund zusteuert).. Tu Dein Möglichstes, lasse nicht locker aber verurteile Dich nicht für Etwas, das nicht mehr änderbar ist.. es ist schlicht und ergreifend eine Sackgasse, die Dich im schlimmsten Fall in den Wahnsinn steuert <4