Verständlich. D.h bewerte ich das eher neutral und weniger drastisch, da es dem schlechten Ruf einer Lüge irgendwie gar nicht nahe kommt Deine Reaktion gegenüber deiner Mutter könnte man demnach getrost zum erwarteten Schein zählen, denn solche praktischen Basislügen gehören durchaus zur guten Mine zum bösen Spiel. Dadurch hattest du deine Ruhe vor dem Unverständnis deiner Mom schätze ich mal.
Ja, das ist schon richtig, wobei es nicht an dem Unverständnis lag sondern eher daran, dass ich die Folgefrage und Sorgen ihrerseits vermeiden wollte. Zurückblickend dennoch nicht das Beste was ich machen konnte, denn hätte der Selbstmordversuch geklappt wär kein Reden mehr möglich. Da wäre es besser gewesen vielleicht doch früher mit einer Therapie zu beginnen als sich zurückzuziehen und immer tiefer zu fallen!
Inzwischen halte ich das Anders, denn man kann die Fragen nach dem Befinden auch sehr gut beantworten ohne zu Lügen (weil die Leute sowieso in den seltensten Fällen wirklich daran interessiert sind): "Wie gehts Dir?" -> "Danke, Dir?" -> Entweder das Gespräch ist nach einer kurzen Antwort des Fragestellers getan, oder er hat noch etwas mehr zu erzählen, aber dass "Danke, Dir?" absolut NICHTS aussagt hat bisher noch niemanden gestört
Selbst "Muss und Dir?" was ja sogar schon mehr Einblicke gibt kommt nicht an, selbst bei den Leuten die ich zu meinem "engeren Kreis" zähle.. Tragisch eigentlich
Jetzt mal auf auf ein paar konkrete Erlebnisse bezogen, das kenne ich auch, waren dann alles Vertrauenspersonen und mein fehlender Mut Aber nur zu ungern öffne ich mich im kleinsten Detail vor anderen und daran scheitert es meistens (im gleichen Rahmen). Im Internet fällt mir das aber schon einfacher, *schmunzel*
Definitiv, sich Menschen zu öffnen im echten Leben ist oftmals viel schwieriger, da fällt sowas im Netz schon viel leichter ![]()
Noch zum Thema, mein Beitrag oben ist ja eigentlich nur halb fertig:
Inzwischen habe ich das Lügen zu einem sehr großen Teil abgelegt, selbst das aufgesetzte Lächeln in der Arbeit habe ich abgelegt und auch wenn ich echt dachte, dass das problematisch werden könnte - Fehlanzeige. Ganz im Gegenteil: Wo ich mich früher oft bei (privaten) Gesprächen mit Kunden (habe leider seeehr viel Zeit in meiner Arbeit) darin gefangen gefühlt und nur reagiert habe, obwohl ich keinen Kopf dafür hatte, habe ich heute eher meine Ruhe. Fühlt sich auch gut an diese gespielte Maske abzulegen und zu meinem Tief zu stehen, denn diese Diskepanz zwischen dem, wie es mir geht und dem, wie ich mich nach Außen hin gegeben habe, hat mich langsam aber sicher zermürbt!
Darum bin ich der Meinung:
Selbst wenn die Wahrheit meinem Gegenüber nicht passen oder verletzen könnte, selbst wenn die Wahrheit einem Selbst in ein schlechteres Licht rückt, ich würde lieber dies in Kauf nehmen als zu Lügen. Bevor Ich das tue sage ich lieber nichts darauf und enthalte mich meiner Meinung, ich muss sie ja nicht mitteilen - aber so tun als hätte ich eine andere Meinung hat mir schon viel öfter Probleme bereitet.