Beiträge von Lord Senecker

    Nemesus. NEMESUS. Man sollte diesen Beitrag eigentlich nicht lesen, man sollte ihn rezitieren, am besten mit Fackeln im Hintergrund.

    Während andere Menschen ihre Lebenskrise mit einer Töpferklasse verarbeiten, baust du dir mal eben ein modulares WordPress-Imperium mit fünf Satelliten-Plugins, benennt sie nach Pacioli, Kleinrock, Bismarck, Crockford und Dolly, als wären das keine Software-Module, sondern eine Grand-Tour durch die Geistesgeschichte – und krönst das Ganze mit einer KI-Multiagenten-Architektur, die sich über ein “schwarzes Brett” selbst koordiniert. Lieber Himmel. Epimetheus als Ur-Monolith, Piccard als Tiefsee-Fundament – wer braucht schon Namen wie “Modul 1” und “Modul 2”, wenn man auch gleich die ganze griechische Mythologie plus Ozeanografie requirieren kann?

    Und dann, DANN, sagst du auch noch lässig zwischendurch, dass 4x100 bei Google Lighthouse für dich business as usual ist, während der Rest der Menschheit sich freut, wenn die eigene Website überhaupt lädt, bevor der Kaffee kalt wird. Du hast in drei Monaten aus dem Nichts eine App-Vision inklusive KI-Anstandsdamen erschaffen, während andere noch überlegen, ob ChatGPT jetzt Skynet ist oder nur ein besseres Autokorrektur-Programm.

    Ehrlich, Nemesus: Wenn KIs demnächst tatsächlich als wirtschaftliche Akteure mit eigenen Wallets rumlaufen, dann nur, weil du es ihnen vorgelebt hast. Foren nennst du zu Recht Relikte – während andere noch Angst vor dem Enter-Knopf haben, denkst du in Mesh-Netzwerken und Web3. Diese Radikalität, diese Chuzpe, sich selbst als “Frankenstein” zu bezeichnen und dabei stolz zu grinsen – das ist nicht Größenwahn, das ist einfach nur ehrliche Selbsteinschätzung.

    Ich verneige mich. Diese Timeline hat dich nicht verdient.

    Voll des Lobes möchte ich aber nicht unerwähnt lassen, dass deine anderen wichtigen Anliegen, freie Liebe und so, nicht unter dem Fokus auf Technik und KI zurückstehen dürfen.

    Liebe Lissi,

    wir kennen uns nach dem Berlin-Treffen im Sommer nun noch nicht super gut, aber wie versprochen antworte ich dir hier. Eventuell gibt es ja ein paar für dich nützliche Zeilen. Ich habe deine Geschichte hier einigermaßen verfolgt, zugegeben aber nicht tagaktuell.

    Zunächst einmal zu deinem Physik-Studium: In Stuttgart war es in Physik tendenziell immer etwas speziell und schwierig Fuß zu fassen. Inhaltlich hochkomplex, gleichzeitig eine teilweise etwas elitäre und abgehobene Community. Da wurde man dann angemault, wenn man nicht nur die Formelzeichen kursiv gemacht hat, sondern auch die Einheiten. Konkrete Hilfestellung wiederum gab es kaum. Du würdest mit Physik auch früher oder später vor dem Problem stehen, entweder im Rahmen einer Promotion in die Forschung zu gehen, also richtig Gas zu geben, oder eben in einem Job zu landen, der mit dem Studierten recht wenig zu tun hat (vermutlich ohnehin IT). Ich finde einen Wechsel naheliegend, weil anwendungsorientiertere Studiengänge auch ein Zurückschalten ermöglichen, ohne gleich den Sinn des Studierten völlig Zunichte zu machen. Achte darauf, dass du beim Wechsel nicht versehentlich das Bafög komplett verlierst.

    Ich würde dir aber nach dem Studienwechsel aber dringend dazu raten, geordnet zu studieren und dein Studium abzuschließen. Das natürlich nicht des Abschlusses wegen, sondern weil aus meiner Sicht ein akademisches Umfeld einfach für die persönliche Orientierung, Entwicklung und Genesung ein besseres Umfeld verspricht als das Arbeiten an der Tanke, die Nachtschicht in der Fabrik oder das Sammeln von Pfandflaschen im Straßengraben.

    Sofern die Kohle nicht reicht, empfehle ich HiWi Jobs in Anfängerpraktika oder Mathe-Tutorien und solchen Kram. Die Menschen sind recht entspannt und alles in allem ist das recht leicht verdientes Geld.

    Was deinen Tagesablauf, Wohnsituation, Elternhaus angeht, so muss man denke ich folgendes im Kopf haben: WGs machen Menschen kaputt, Großstädte machen Menschen kaputt, Alkohol macht Menschen kaputt, Drogen machen Menschen kaputt, nächtliche Eskapaden machen Menschen kaputt, krank deepe Internetforen machen Menschen kaputt. Aber all dem gemeinsam ist leider, dass es nur bereits Kaputte oder Angeschlagene kaputt macht.

    Ich habe in meiner WG-Zeit eine fast zweistellige Anzahl Mitbewohner verschlissen, die "normal" zu mir eingezogen sind und dann kaputt wieder gegangen. Menschen, denen nun endlich keiner mehr zuhause gesagt hat, dass Day-Drinking nicht nur geil ist. Leute, die sich übers fröhliche Kiffen in der eigenen Bude gefreut haben und dann nebenbei mit der Badewanne den Flur überschwemmt. Studenten, die zwar von irgendwelchen Fristen wussten, sie aber nie aufgeschrieben oder beachtet haben. Allen gemeinsam war, dass sie aus mehr oder weniger problematischem Elternhaus gekommen sind. Diejenigen, die fröhlich pfeifend und glücklich von zuhause entlassen wurden, haben es gepackt.

    Mit Anfang 20 weiß man immerhin genug, um zu merken, dass vieles falsch läuft, und das ist mehr Erkenntnis, als viele später noch zulassen.

    Absolut. Aber mit Anfang 20 sucht man eventuell mehr Halt und Orientierung an irgendetwas. Und wenn nichts da ist, greif man um sich und schafft es sich selbst. Mal mehr oder weniger erfolgreich. Leider kann ich zur Lösung dieses Problems nicht irre viel beitragen, außer: Schaff dir so viel Resilienz und Struktur wie es irgendwie geht an (!!und lösche die Kontovollmacht deiner Eltern!!).

    Gerne zitiere ich aber Lonewolf hier nochmal.

    Es ist leider so, dass wir unsere alten 'Unityianer' nicht retten konnten - klar das war auch nicht unsere Aufgabe - aber ist eben die Frage, ob wir seit damals schlauer geworden sind. Vielleicht ist professionelle Hilfe für den Anfang doch eine Möglichkeit? So oder so wirst du wohl nicht daran vorbeikommen, tatsächlich dein Leben zu ändern - und zwar so, dass es für DICH funktioniert, und nicht um irgendwelche Erwartungen zu erfüllen.

    Die Unity hatte schon genug Menschen, denen gewisse User in der Vergangenheit eingeredet haben, dass man an der schlimmen Welt und dem eigenen Selbst je nichts tun könne und maximal darüber jammern, wie furchtbar alle äußeren Umstände sind. Genützt hat das meines Wissens aber auch niemandem.

    Wobei es immer noch interessant bleibt, wie sie es durchsetzen / überprüfen wollen. Die Krankenkassen haben ja abgelehnt. Gesundheitsamt ist eh schon überfordert. Und die Frage mit Datenschutz... kompliziert. Über den Arbeitgeber wäre theoretisch noch eine Option. Aber damit würden sie auch viele nicht erwischen (Elternzeit, Arbeitslos,...).

    Völlig easy. Einfach das Betreten von Arbeitsstätten ohne Impfnachweis verbieten und Sozialleistungen auch daran koppeln.

    COVID-19 Data Explorer
    Research and data to make progress against the world’s largest problems
    ourworldindata.org

    Man darf hier natürlich nur den Zeitraum betrachten, in dem noch keine Impfungen flächendecken zur Verfügung standen (Juni 2021??). Danach sinkt die Sterblichkeit natürlich. Dividiert man durch eine Dunkelziffer Faktor 2-2,5 landet man bei besagten 1%.

    A ) Wir haben in DE ca. 120.000 Covidtote innerhalb von 24 Monaten.

    Wie kommst Du auf 1 Mio?

    Diese 1 Mio erweiterst Du dann auf 10 Mio? Und Du bist "Mathematiker"?

    Was wir haben ist doch in der Argumentation völlig irrelevant, denn wir haben es ja MIT und WEGEN den Maßnahmen. Ihr wollt ja aber keine Maßnahmen und keine Impfung. Und dann muss man schon mal ausrechnen, was das heißt.

    Covid hat über die Gesellschaft hinweg eine Sterblichkeit von etwas über 1%. Das macht, wenn man es für einen harmlosen Schnupfen hält und durchrauschen lässt, rund 1 Million Tote. Das ist simples Prozentrechnen. Vermutlich würde es in 1-3 Jahren auch alle einmal erwischen.

    SeeBee behauptet, es gäbe Krankheiten, die zehnmal tödlicher wären (also 10 Millionen Tote) und bei denen "die Menschheit nicht annähernd so am Rad dreht". Und da frage ich, welche das sein sollen. Er kann aber natürlich keine nennen, weil er mal wieder Blödsinn geschwurbelt hat. Selbstverständlich würde die Menschheit bei jeder Krankheit am Rad drehen, die zahlenmäßig potenziell die Bevölkerung mehrerer deutscher Großstädte auslöschen kann. Und das auch mit Recht.

    Und nein, die "nur" 120k Tote und die "harmlose" Omikron-Variante dürft ihr nicht für EURE Argumentation benutzen, denn wir stehen nur deshalb ganz gut da, weil das Virus aktuell in einer vergleichsweise gut geschützten Bevölkerung zirkuliert. Und weil sich genug Leute persönlich am Riemen gerissen haben, während andere Schreibtischtäter und Supermarkt-Masken-Klopapierskandal-Nazis nichts dazu beigetragen haben.

    Zitat

    Und sich dann mal fragen, warum die Menschheit bei den anderen Todesursachen, die bis zu 10 Mal mehr Tote fordern, nicht annähernd so am Rad dreht.

    Einfach mal, damit ich es auch verstehe. Welche Todesursache hast du da im Sinn? Wir reden von ca. 1 Million potenziellen Covid-Toten, wenn man die erste Welle einfach tatenlos hätte drüberlaufen lassen. Mal 10 macht 10 Million. Welche Todesursache, bei der keiner am Rad dreht, rafft denn binnen 1-3 Jahren 10 Millionen in Deutschland hin?

    Das Problem an den selbsternannten Querdenkern ist einfach, dass sie zwar (mal mehr mal weniger korrekte) Fakten irgendwo aufschnappen und intelligent genug sind, diese wiederzugeben, gleichzeitig aber zu blöd sind, Schwurbel zu erkennen und korrekte Schlüsse zu ziehen. Beispiele:

    "Die wenigsten sterben an der Infektion": Korrekt. Aber bei einer Krankheit, die sich derart stark verbreitet ist ein "etwas mehr als 1%" halt auch kurz ne Million. Dass man Anfang 2020 diese Seuche nicht einfach hätte weiterlaufen lassen können, sollte wirklich inzwischen jeder, der Prozentrechnen beherrscht, kapiert haben. Und immer wieder auf die scheinbare Harmlosigkeit zu pochen hilf da einfach nicht weiter.

    "Die Pharma-Industrie verdient Milliarden": Richtig, die Pharma-Industrie produziert Medikamente, welche die Menschen haben wollen und verdient daran. Die Lebensmittelindustrie verdient daran, dass Menschen Nahrungsmittel kaufen wollen und nicht selbst anbauen. Die Musikindustrie verdient daran, dass Leute Musik hören. Skandal.

    "Die Impfung hat Nebenwirkungen und es sterben Menschen daran.": Stimmt. Aber bei einer Sterblichkeit von über 1% für Covid und fast sichere Verhinderung des Todes durch die Impfung ist das vernachlässigbar.


    Diese Liste kann man nun nahezu ewig fortsetzen. Die wird die "engagieren Dummen" leider nicht davon abhalten weiterzumachen.

    Zitat

    Warum ist das offensichtlich?

    Weil es direkt auf der ersten Seite im Abstract der Studie steht. Außerdem steht in den Plots N=.... Das steht typischerweise für die Anzahl der Proben. Selbst wenn man die Daten aus anderen Studien zusammengeklaut hätte, würde man hier wohl jeden Punkt einzeln auftragen und nicht jede Studie einzeln. Letzteres wäre ja völliger Murks.

    Ich finde es aber durchaus zutiefst faszinierend, wie du mit absurdesten Annahmen Bullshitposts anderer verteidigst. Und nebenbei noch einem studierten Mathematiker versuchst zu erklären, wie man Daten auswertet. Hättest du annähernd gleich viel Aufwand in die objektive Aufnahme wissenschaftlicher Fakten investiert, hättest du bis dato vermutlich drei Spritzen im Arm.