Ich bin dafür, Schulbullys und Co angemessen und zeitnah zu bestrafen, um die Opfer zu schützen. Klar muss man auch systemische/strukturelle Fragen angehen, also das Übel an der Wurzel bekämpfen, aber ich poche vor allem auf die Verantwortung des Einzelnen für sein Verhalten. Ich hatte früher auch kein gutes Leben und habe trotzdem keinen gemobbt in der Schule. Die Motive von Menschen, die auch nach gutem Zureden nicht aufhören, Schwächere zu quälen, sind mir wurscht - wichtig ist, dass sie erst mal unschädlich gemacht werden, dann kann man immer noch genauer hinschauen. Kann mir echt Schlimmeres vorstellen, als zukünftige Probleme asozialer Menschen in Südkorea, als staatlich geprüfte Mobber später keinen guten Job zu finden. Apropos asozial und mobbing, habe mir deinen Austausch mit Darth Bodyscan im discord durchgelesen: Das erste was der Typ, der sich als "sehr weit rechts" bezeichnete, nach dem Ausbreiten seines Faschoweltbildes zum Unityeinstieg gemacht hatte, war bodyshaming gegenüber einem freundlichen User und halt ständig mit seiner Bullshitargumentationsschleife dazwischenfunken, um den Coolen zu spielen und sich über "unschuldige Progressive" und ihre schwächliche Moral lustig zu machen. Konsequenz: Man diskutiert lustig mit dem Vogel und produziert tonnenweise Text gegen eine Wand, anstatt ihm mal das Maul zu stopfen, wie er es in meinen Augen verdient hätte. Genau so läuft das auch oft in Schulen und anderswo: "Aber mit dem kann man doch prima Fußball spielen, also meinen Kopf hat er noch nie ins Klo gestopft" Es mag immer gute Argumente dafür geben, nicht zu streng mit anderen zu sein, Kompromisse zu finden usw., aber ich vermute eher eine Überpräsenz von konfliktscheuen, opportunistischen Schleimern und zynischen Ignoranten. Die sind in meinen Augen auch nicht besser, als die überzeugte Ellbogenfraktion, über die immer gern geheult wird und vielleicht ist das auch ein gesellschaftliches Problem, bzw. ein Teil davon. "Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun."
Wenn ich jedenfalls manchen Sozialpädagogen zuhöre, wie sie selbst für das allerletzte Stück Scheisse noch Verständnis aufbringen, könnt ich auch manchmal Amok laufen ;-) Wobei das jetzt kein Lehrerbashing sein soll, meist sind ja auch die Eltern das Problem und das Schulpersonal soll alles auffangen, was schon außerhalb der Schule in der Gesellschaft falsch läuft und weil das oft so viel ist, wird sich anscheinend immer seltener getraut, bei bestimmten Leuten klare Kante zu zeigen, denn sie haben es ja so schwer mit diesem und jenem, oder aber sie bedrohen gleich die zu engagierten Lehrer mit nem Messer zwischen die Rippen. Die gemobbten Schüler wechseln dann halt die Schule oder sollen halt zum Psychologen, damit der arme Bully später nicht unter die Räder gerät, weil man seiner Schullaufbahn geschadet hat oder so ähnlich.