Da gebe ich dir vollkommen recht !
Was kotzt euch heute an?
Es gibt 884 Antworten in diesem Thema, welches 388.862 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (
-
-
Klang von mir ein bisschen danach, als würde ich dir die Schuld an der Situation geben, war aber nicht meine Absicht! Versuchte es nur besserwisserisch durch meine Brille einzuordnen, oder so.
(Och nö, Zweifel-Celdur is back. Ich bin dann mal kurz weg
aber nur kurz) -
Eine Freundin von mir schiebt extremen Liebeskummer, knallt sich mit Tramadol (sagte sie) und Alkohol (vermute ich) voll. Sie ist Künstlerin, da muss sie natürlich entsprechend trauern - sprich voll das Theater machen. Schickt mir Lieder wie von Falco - Out of the dark und so. Und faselt von Suizid, was ich nicht nett finde.
Liebeskummer ist mies, ich habe als Grünschnabel deswegen auch schon Frust geschoben, aber ein intelligenter Mensch muss wissen, dass Liebeskummer keine existenzielle Katastrophe darstellt. -
Inwieweit unterstützt du sie denn, außer dass es dich "ankotzt"?
-
Ich habe ihr mehrfach geraten, in die psychiatrische Klinik zu gehen, in der sie bereits Patientin war. Das ist in so einer Zeit mMn das Beste. Und ich höre ihr aufmerksam zu, sie redet viel, aber ich denke, sie braucht grad einen ruhigen Zuhörer.
-
Ach ja: Was mich daran ankotzt ist ihr Reden von Suizid. Damit setzt man in so einer Situation den Gesprächspartner unter Druck.
-
Ach ja: Was mich daran ankotzt ist ihr Reden von Suizid. Damit setzt man in so einer Situation den Gesprächspartner unter Druck.
Du bist in dieser Situation kein "Gesprächspartner" im herkömmlichen Sinne. Meines Erachtens bist du ihr aber immer noch ein besserer Ansprechpartner, als irgendwelche Kliniken, wo wildfremde Menschen sitzen, die dort nur sind, weil sie Geld bekommen und ansonsten sie das alles überhaupt nicht interessiert. Allerdings zweifle ich auch daran, ob das bei dir soviel anders ist.
Natürlich ist Liebeskummer keine existentielle Katastrophe. Für einen Unbeteiligten. Für sie hingegen schon. Ein genervtes Auftreten deinerseits verstärkt diesen Eindruck nur. Im Zweifelsfall gibt jemanden Bescheid, der ihr näher steht und vielleicht einen etwas empathischeren Zugang findet. -
Natürlich ist Liebeskummer keine existentielle Katastrophe. Für einen Unbeteiligten. Für sie hingegen schon.
Ojjjaaa !
-.-
-
Du bist in dieser Situation kein "Gesprächspartner" im herkömmlichen Sinne. Meines Erachtens bist du ihr aber immer noch ein besserer Ansprechpartner, als irgendwelche Kliniken, wo wildfremde Menschen sitzen, die dort nur sind, weil sie Geld bekommen und ansonsten sie das alles überhaupt nicht interessiert. Allerdings zweifle ich auch daran, ob das bei dir soviel anders ist.Natürlich ist Liebeskummer keine existentielle Katastrophe. Für einen Unbeteiligten. Für sie hingegen schon. Ein genervtes Auftreten deinerseits verstärkt diesen Eindruck nur. Im Zweifelsfall gibt jemanden Bescheid, der ihr näher steht und vielleicht einen etwas empathischeren Zugang findet.
Stand der Dinge: Sie ist Mittwoch in meinem Ort und wir wollten uns treffen. Erst mal dachte ich: fein, sie orientiert sich langsam in Richtung Zukunft.
Doch seit paar Minuten faselt sie vom Strick, und ich finde das unsozial. Damit setzt sie mich unter Druck. Eigentlich müsste ich die 112 rufen. Ich war in den vergangenen Jahren mit schwersten Krisen in psychiatrischer Behandlung, hatte ausreichend Suizidgedanken, habe jedoch diese "Hey ich leide so sehr, hört alle her, ich werd mich umbringen"-Taktik nie gefahren. Das ist nicht fehlende Empathie, das ist Anstand. Denn auch in einer schweren Krise muss man seine Mitmenschen korrekt behandeln.
-
"Natürlich ist Liebeskummer keine existentielle Katastrophe. Für einen Unbeteiligten. Für sie hingegen schon. "
Nein, ist es auch für die Beteiligten nicht. Erst recht nicht für die Frau, um die es geht. Waren erst einige Monate zusammen. Hatten keine Ehe, keine Kinder.
Ich weiß, dass der Schmerz immens ist. Keine Frage. Eine existenzielle Katastrophe sieht aber anders aus.Ich kenne Psychotiker, die invalide sind, keine Arbeit nachgehen können, und nicht voran kommen. Dementsprechend stehen sie sozial im Abseits, arm, einsam.
Die besten Jahre sind vorbei, Alter 50+. Familie hat sich abgewendet. Krankheit wird ums Verrecken nicht besser. Es geht nur noch bergab im Grunde.Das ist eine Katastrophe. Nicht eine Frau in ihren frühen Dreißigern, mit Familie und beruflicher Zukunft, die durch etwas geht, was wir wohl alle kennen.
-