1 Jahr nach Geburt ?Das ist Mord, da das Kind bereits geboren ist.
Was Mord ist, ist Definitionssache (was ist zum Beispiel mit Frühchen? Wenn du sagst bis maximal 8 Monate, dann müsste doch ein Baby im Brutkasten das gerade im 7. Monat "zur Welt" kam, noch abtreibbar sein)
Eine ausgewachsene Kuh ist weit intelligenter als der Zellhaufen, den wir nach der Geburt Baby nennen. Deswegen spricht da keiner von Mord.
Und wenn du im Krieg deinen Feind über den Haufen knallst, würden das ebenso die wenigsten Mord nennen. Aber es können nicht beide Konfliktparteien behaupten, sie würden sich nur verteidigen, falls die Soldaten mit Notwehr argumentieren würden.
Und Kollateralschäden zählen auch nicht als Mord. Wenn ein amerikanischer Bomberpilot mal wieder eine afghanische Hochzeitsgesellschaft dem Erdboden gleich macht, dann ist das ein Unfall. Wer kann denn ahnen, dass mehrere Tonnen Sprengstoff Unschuldige treffen könnten? So ein Witz. Wer Bomben wirft, rechnet damit, dass Menschen sterben werden und warum soll das nicht auch Mord sein? Er tötet doch vorsätzlich, nur eben die falschen.
Natürlich hast du recht, wenn du sagst, wenn ich ein einjähriges Baby einschläfere, ist das nach aktueller Rechtsprechung Mord und die meisten, inklusive dir, finden diese Einordnung richtig so.
Angesichts der Überbevölkerung, der Umweltverschmutzung, dem Leid an Tieren, die jedes einzelne Baby im Laufe seines Lebens im Durchschnitt zu verantworten haben wird, sehe ich aber nicht ein, warum es ethisch verwerflicher sein soll, das Kind friedlich einschlummern zu lassen als es auf die Welt loszulassen.
Deswegen würde ich die Obergrenze auf etwa ein Jahr und neun Monate nach der vermuteten Empfängnis setzen, bis zu der die Mutter (und nur die Mutter!) entschieden haben muss, ob das Lebewesen weiterlebt oder nicht. Man könnte das ganze auf behinderte oder kranke Babys beschränken (prinzipiell keine schlechte Idee), aber dann geht das wieder los, mit "Du bist ein Nazi!" und "Was ist überhaupt eine Behinderung? Ist ein etwas kürzeres Bein, ein Finger oder Zeh weniger schon eine Behinderung?" - Nee, das würd ich umgehen.
Eine sehr liberale Obergrenze und die Frau entscheidet. Simpel und doch genial.
Und zu eurer Beruhigung: Ich hätte dann kein Mitspracherecht, wenn es darum geht, ob das Kind lebt oder nicht!