Erstens: Der Weltuntergang ist ohnehin schon unvermeidbar gewordenund zweitens:
Eigentlich können wir bloß noch darauf hoffen, dass durch den totalen Kollaps unserer bisherigen Zivilisation, vielleicht irgendwann mal eine vernünftigere Umgangsweise miteinander (oder eine bessere Regelung von XYZ) möglich wird
Ich sehe jedenfalls nicht, wie sich die deutsche Gesetzgebung in substantieller Weise verändern lässt, ohne einen ausreichend großen "Weltuntergang". Zwei Weltkriege haben jedenfalls nicht ausgereicht, um unser Beamtenrecht anzukratzen, meist blieb sogar der Wortlaut so erhalten, wie ihn Bismarck aufgesetzt hatte.
a) MICH juckt es bereits jetzt! - und ich bezweifle, mit dieser Einstellung ganz alleine dazustehen - es gibt schließlich noch etliche Tiere und Pflanzen...
Mich juckt es schon seit mindestens 1999.
b) Diese Welt "schwebt" im Weltraum. Wir haben zwar inzwischen schon eine ausreichende Menge an Bomben produziert, um diesen Planeten ca. 20 mal in Kleinstteilchen zersprengen zu können, aber UNTERGEHEN wird er ganz sicherlich nicht. Zweidrittel der Erde SIND bereits mit flüssigen Ozean-Pfützen übersät - aber außer in Holland oder auf kleineren Inseln ist vorläufig kein Weltuntergang darin zu befürchten.
Jepp. Weltuntergang ist eine ziemlich langwierige, schwierige Gemeinschaftsleistung.
c) Wenn man die totale Vernichtung des einzigen bekannten Lebensraums anstrebt, den wir bisher im Universum kennen, weil hierdurch "eine Verbesserung der Lebensbedingungen darauf" angestrebt werden soll, dann muss man entweder ein völlig durchgeknallter Humanoid sein -oder anderweitig komplett den Verstand verloren haben!!
Richtig. Zum Beispiel gibt es Menschen, die glauben, wenn die Welt untergeht, fährt man ins Paradies ein und lebt bei Gott. Sind leider mehr als man denkt, die hoffen es geht zu Ende, damit alles schön wird.
d) Wenn sich der grobe Ablauf unserer Geschichte bisher (angeblich) immer wiederholte, warum sollte das nach einem überlebbaren Zusammenbruch des bisherigen Systems, plötzlich anders weiterlaufen?
P.S.: Nehmen wir Elon Musk und seine beeindruckende Mars-Mission als hübsches Beispiel: Selbst wenn die dortigen Stürme unseren Planeten völlig reinwaschen würden, so das wir, dort wie hier, absolut neu anfangen könnten:
Naja, manche Sachen wiederholen sich. Aber trotz allem, gibt es heute wenig Menschen, die in Höhlen wohnen und einen Lendenschurz tragen, wenn sie Mammuts jagen.
Und komischerweise sind die erfolgreichsten und reichsten Länder dieser Welt Demokratien mit einem kapitalistischem Wirtschaftssystem. Nach den Revolutionen im 19. und 20 Jahrhundert gab es das erste Mal in der Geschichte Demokratie und die Idee, dass alle Menschen eines Landes gleiche Rechte verdienen. Sklaverei wurde abgeschafft und die Aristokratie existiert fast überall nur mehr aus Tradition. Noch mein Opa machte Aufsehen, als er den Herrn Baron nicht "standesgemäß" angeredet hat. Heute wäre es unvorstellbar, eine Regierungsposition mit "edler" Abstammung zu begründen.
Welche Menschen auch immer auf den Mars auswandern werden, sie können völlig neu starten und werden die Grundlage für etwas neues legen. Genauso wie die Gründerväter von Amerika etwas Neues schufen. Eine echte Meinungsfreiheit, ein neuartiges Rechtssystem etc. Und wie haben sie das gemacht? Sie haben den "Weltuntergang der Indianer" verursacht.
Die Vorstellung, dass man einen Schlussstrich unter seine Vergangenheit ziehen und jederzeit völlig von vorne anfangen kann, ist sehr schön. Die Tatsache, dass einen die eigene Vergangenheit jedoch trotzdem überall hin verfolgt, niemals ganz loslässt, weiterhin jederzeit auffinden kann - und man sich höchstens vielleicht mit dem eigenen Tod endgültig von ihr abzuwenden vermag - nun, diese grausame Wahrheit ist hässlich.
Widerspricht sich etwas mit Punkt d). Wenn die Vergangenheit uns prägt, dann lässt sich diese nicht wirklich wiederholen. Beim zweiten Durchlauf habe ich nämlich mehr Informationen verfügbar. Beim ersten Mal funktioniert der Trick mit dem trojanischen Pferd, beim zweiten Mal muss man Glück haben, dass der andere die Geschichte nicht kennt.
Die Menschheit lernt aus Fehlern. Das Dumme ist nur, dass sie manche Fehler nur einmal machen kann.
Die größte Gefahr ist im Moment die Vernichtung unserer atembaren Atmosphäre. Ab einem gewissen Grad an CO-2 sterben wir und alle Pflanzen.
Nach meiner Erfahrung wird das wohl so ablaufen: Wenn die Menschen irgendwann so schwer atmen können, dass alle Sauerstoffmasken tragen müssen (zumindest die reicheren unter uns) wird man versuchen die Atmosphäre von den schädlichen Gasen zu reinigen. Das wird für die meisten Tiere und Pflanzen zu spät sein. Am Ende werden alle Menschen, Tiere und Pflanzen auf der Erde in Gebäuden mit künstlicher Atmosphäre leben. Genauso wie die Menschen auf dem Mars, Mond etc.
Bisher sehe ich nicht, wie wir dieses Szenario verhindern werden können.
Aber ich gebe dir insofern Recht: Aufgeben ist auch keine Lösung. Was können wir tun?
Dem Beispiel von Elon Musk folgen. Reich werden und durch gezielte Steuerung der Mitmenschen (Werbung) diese dazu zu bringen, sich anders zu verhalten. Kolonisation des Mars oder Mondes ist eine coole Idee, da sie Menschen dazu bringt darüber nachzudenken, wie man aus leblosem Fels ein lebenswertes Paradies machen kann.
Während ich also noch nicht genügend Geld habe, beschäftige ich mich damit, zu überlegen wie eine ideale Gemeinschaft, eine ideale Moral, aussehen muss. Und vor allem, wie man sie implementiert. Seit mehr als 20 Jahren bin ich am Forschen. Es ist weit komplexer als ich dachte. Nicht, wie es aussehen sollte, das hat Gene Roddenberry mit Star Trek ziemlich gut visialisiert (wenn auch nicht für jeden erkennbar - siehe die neuesten Star Trek -Filme und -Serie oder sollte ich dazu besser "schlechte Star Wars Kopie" sagen). Nein, die Umsetzung mit dem verfügbaren Menschheitsmaterial und dem geschichtlichen Ballast (Staatsgebilde und Verfassungen etc.) macht die Sache extrem hart.
Am schnellsten und einfachsten wäre ein charismatischer Führer, der die Welt unter einer Regierung vereint. Der den Menschen ein gemeinsames Ziel gibt und alles Star Trek Like durchstrukturiert bis er kurz nach seinem etwa 50 Jahre dauerndem Regieren, die Herrschaft in die Hand einer selbstlos agierenden demokratischen Regierung legt.
Die Umstrukturierung kann jedoch praktisch nur gewalttätig vonstatten gehen, da man hiermit vielen Menschen eine neue Weltordnung unterschiebt, die ihnen fremd ist. Aber wenn man die Weltherrschaft mindestens 20-30 Jahre halten könnte, hat man eine Armee von Jungen Menschen, die nichts anderes mehr kennen. Und 20 Jahre später haben sich fast alle daran gewöhnt. Ich denke 50 Jahre Star Trek Gesellschaft (jeder lernt lebenslang, versucht sich selbst zu verwirklichen und dient der Gemeinschaft) und ein Weg zurück wird undenkbar sein.
Naja, kennt jemand diesen charismatischen Führer oder das Land, mit dem man die Weltherrschaft erreichen könnte? Wo ist Peter Wiggin (Enders Game), wenn man ihn braucht?
Noch einfacher wäre es natürlich, sich die Welt mit genügend Geld zu kaufen und das ganze durchzuziehen. Hmm, wie viel kostet die Welt? Denkt ihr ich sollte da mal eine Kickstarter-Aktion starten: "Wer gibt mir das Geld, um aus der Welt eine ideale Gesellschaft zu machen im Vorbilde Star Treks? Brauche etwa 50 Billionen Euro." - Hmm, das bringt mich auf eine Idee .... 