Beiträge von Jack

    In der Schule (auch im Kindergarten, später im Arbeitsleben werden wir konsequent so beeinflusst, dass wir gezwungen sind, im Matrixprogramm zu verbleiben. Z.B. wird eine mehr als 100 Jahre veraltete Physik unterrichtet, ohne gewisse wichtige Aspekte der Quantenphysik, und die wiederum ist heute bereits teilweise veraltet. Die Wissenschaft ist absichtlich mit Fehlern versehen worden, so dass das Erwachen erschwert wird: So ist das 2. Gesetz der Thermodynamik so formuliert, dass darin Freie Energie unmöglich funktionieren kann. Gemäss Relativitätstheorie ist die Lichtgeschwindigkeit die höchste mögliche Geschwindigkeit. Überlichtgeschwindigkeit, in der die Raumschiffe zwischen den Sternensystemen fliegen, ist damit nicht möglich.

    Hab ich schon erwähnt, dass ich mich lange mit Esoterik-Spinnern und Verschwörungstheoretikern getroffen hab?
    Kenn mich aus mit alternativen Ideen ...

    Zudem bin ich blöderweise derjenige, der den Lehrplan kennt und Physik lehrt. Somit einige Klarstellungen:

    - Quantenphysik im Sinne der Esoterik wird nicht gelehrt (von mir immerhin erwähnt). Aber der Lehrplan wurde erneuert und ist auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Die aktuelle Deutung des Doppelspaltversuches wird durch zahlreiche Anwendungen und Ergebnisse bestätigt. Und wenn du jetzt mit Quantenheilung kommst ... sorry, ich kenn da einen persönlich, der ohne mit der Wimper zu zucken Vorträge hält und unkundige Esotanten so sehr mit Fachausdrücken schwindlig labert, dass der Eindruck entsteht, er wüsste etwas.

    - Das Gesetz der Thermodynamik ist so formuliert, dass es zu den aktuellen Beobachtungsdaten passt. Vor allem der These, dass Energie erhalten bleibt. Freie Energie verletzt dieses ziemlich harte Gesetz. Interessante Ansätze zur freien Energie erklären woher die nutzbare Energie kommt. Gibt es eine plausible Energiequelle gibt es keine Verletzung des Gesetzes der Thermodynamik. Fehlt die Erklärung, ist das Gerät höchstwahrscheinlich Fake. Auf jeden Fall wäre ich sehr interessiert an einem Gerät, das Energie aus dem Kosmos saugt (Beste Ansätze sind übrigens: Vakuumenergie oder die Energie der uns ständig durchfließenden Neutrinos - Beides innerhalb der Standardphysik denkbar)

    - Lichtgeschwindigkeit als oberste Barriere ist mehrfach gesicherte Erkenntnis. Überhaupt, würde kein GPS funktionieren, wenn Einsteins Formeln Unfug wären. Überlichtgeschwindigkeit ist zumindest mathematisch denkbar - ich sag nur: Tachyonen. Aber wer sichs mal richtig durchdenkt, erkennt, die Lichtgeschwindigkeit ist eine logische Barriere. Ohne sie käme es zu logischen Widersprüchen, Paradoxien.

    Täglich ärgere ich mich, wie begrenzend unsere Standardmodelle der Welt sind und bleibe davon überzeugt, dass der Großteil inkorrekt, zumindest aber verbesserungsbedürftig. Aber je mehr ich über diese Dinge nachdenke, desto mehr erkenne ich, dass die Grenzen des machbaren bereits von jungen Physikern ausgelotet werden. Jedes Gesetz wird wieder und wieder auf die Probe gestellt. Lies doch mal "Sie belieben wohl zu Scherzen, Herr Feynman". Hier erklärt ein großer Physiker wie Wissenschaft funktioniert bzw. funktionieren sollte.

    Allein die absolut unterirdische Qualität der ganzen "faszinierenden" Youtube Videos zu Ufos, Paranormalem etc. beweist für mich zweifelsfrei, dass die Welt so ist, wie die Wissenschaft es uns zeigt. So langweilig das einem erscheinen mag, bleiben noch genügend spannende Fragen und Lücken, die mit genügend Aufwand vielleicht doch eines Tages, stabile Wurmlöcher, Reisen zu anderen Planeten, aber vor allem, die absolute Kontrolle über die Biologie ermöglichen.

    Das ist die Regel. Nennt sich Arbeitslohn und ist so verkehrt nicht. Wenn ein Fehler nicht zu beheben ist, der Mechaniker dafür nichts kann, er sich aber redlich Mühe gegeben hat, dann sollte er für seinen Versuch nicht bestraft werden. Andernfalls wird er es zukünftig gar nicht erst probieren. So wie auch ein Arzt, würde er erfolgsbasiert vergütet werden, chronisch Kranke oder Todgeweihte gar nicht erst empfangen wird. Und das kann wohl keiner wollen.

    Hmm. Woher weiß der Arzt, dass die Person chronisch krank bzw. todgeweiht ist? Woher weiß der Mechaniker, dass das Auto nicht mehr reparabel ist?
    Die Voruntersuchungen sind meist kostenlos.
    Ein chronisch Kranker, kann durch Medikamente sein Leiden mindern.
    Und bei Todgeweihten finde ich es gerade besser, man würde sie nicht unendlich und vor allem unmenschlich am Leben erhalten.

    Aber ich verstehe deinen Punkt. Man könnte dennoch versuchen, das Modell etwas erfolgsorientierter zu betreiben. Jedem Arzt könnte man z.B. ein Revier zuordnen und ihn danach bezahlen, wie viele Menschen darin gesund sind.
    Oder für jede Untersuchung nur einen Bruchteil an Geld locker machen, als wie für den erfolgreichen Abschluss der Behandlung plus weiteres Bonus bei fehlendem Rückfall.
    Im Moment fehlt doch jeglicher finanzielle Anreiz, chronisch Kranke überhaupt gesund zu machen - im Gegenteil, das sind die Traumpatienten jedes Arztes.

    Wie meinst du das denn?

    Ich sage nur: Es gibt nicht die EINE Verschwörung. Es gibt viele Gruppen von Menschen, die sich zu allen möglichen Zwecken gegen andere verschwören. Global interessieren dabei nur Gruppen, die viel Geld haben. Daher ist die einzige weltumspannende Weltverschwörung die Verschwörung des Geldes gegen die Menschheit.

    Hm, die große Pharmaverschwörung stelle ich mir schon irgendwie anders vor. Was kommt als nächstes? Die Schulverschwörung? Lehrer lassen Schüler bewusst sitzenbleiben, damit sie auch noch im nächsten Jahr ihren Arbeitsplatz gesichert sehen?

    Hehe, das Ende des Schuljahres nähert sich. Interessante Idee ... Aber nach deiner Theorie wäre es wieder gut, dass es Lebenszeitverbeamtungen gibt - mein Arbeitsplatz ist unabhängig davon, wie viele Leute ich "durchfallen lasse". Aus irgendeinem Grund erhalte ich übrigens eher gegenteiligen Druck von oben. Unsere Durchfallerquoten sind immer zu hoch, obwohl sich angeblich seit Jahren das Leistungsniveau senkt.
    Aber zurück zur Pharmaindustrie und den Ärzten. Soweit ich das mitbekommen habe, gibt es durchaus Werbeveranstaltungen diverser Pharmaindustrien in denen Ärzte ziemlich viele "Geschenke" bekommen - das lässt mich schließen, dass sich das finanziell irgendwie auszahlen muss (Der Kunde/Patient zahlt, wie immer).
    Über die Krankenhausaufenthalte meines Vaters habe ich erfahren, dass es da einige Routineuntersuchungen gibt, die bei jedem durchgeführt werden, unabhängig, ob sie irgendeinen Sinn haben, weil man sie eben abrechnen kann.
    Ein System das Leute bezahlt, für den Versuch jemanden zu heilen und nicht Erfolgsbasiert, ist natürlich immer fragwürdig. Oder würdet ihr einen Mechaniker bezahlen, der das Auto zwar Tage lang bearbeitet hat, aber ohne dass es danach fahrtüchtig ist?

    Verschwörungstheorien?

    Schaut keiner hier "Die Anstalt" der öffentlich rechtlichen?

    In einer der letzten Sendungen haben sie durch fundierte Recherche herausgefunden, dass eine kleine Gruppe die gesamte Wirtschaftspolitik der letzten Jahre gemanaged haben.

    Dann haben sie erklärt, dass es nur 5 oder 6 verschiedene Mediengruppen gibt, die unsere gesamten Printmedien unter Kontrolle haben.

    Und in einer weiteren haben sie praktisch bewiesen, dass Hartz IV ein Produkt der Bertelsmann Stiftung war.

    Ich sehe keine Verschwörungstheorien, das sind Fakten.


    Am Ende gibt es nur eine Gewissheit:

    Reiche haben sowohl alle Mittel als auch das Motiv auf Kosten aller reich zu bleiben!

    Ich glaube nicht, dass es darüber hinaus auch nur eine Verschwörung gibt. Oder gar noblere/höhere Motive. (Jeder anderen Verschwörergruppe fehlen simpel die finanziellen Mittel, um überhaupt ins Gewicht zu fallen)

    @daryus

    Jepp, so ist das.
    Manchmal habe ich das Gefühl, Schulen sind hauptsächlich dazu da, die Kinder zu beschäftigen, damit sie nicht soviel Unsinn machen und die Eltern zur Arbeit gehen können, ohne einen Babysitter beschäftigen zu müssen.

    Dennoch kann ich den Precht nicht leiden. Habe mir zwei oder drei Hörbücher von dem angehört - überzeugt mich nicht. Ich stimme mit ihm überein, dass Gleichmacherei doof ist und selbstständig denken gefördert werden sollte.
    Seine Art zu Denken ist jedoch asozial. Was offenbar auf seinen Sohn übergegangen ist, wie er selbst zugibt. Ich mag keine Eltern, die das asoziale Verhalten ihrer Bälger als freidenkende Glanzleistung darstellen.

    Erinnert mich an eines seiner Bücher, in dem er offenbar (logisch gefolgert aus seinen Aussagen) die Meinung vertritt, dass man Menschen nicht umbringen darf, egal wie Scheiße sie sich benehmen. Bzw. er möchte nicht in einer Welt leben, in der Tyrannen sich vor ihren Mitmenschen fürchten müssten. Typischer Utilitarismus-Gegner und Kantianer. Und typisch deutsch: Wir müssen Arschlöcher gewähren lassen, um unser Recht zu schützen, uns selbst ebenfalls egoistisch, rücksichtlos und asozial verhalten zu können.

    Bei mir fungierte der Wahl-O-Mat lediglich als Bestätigung für zuvor schon Bekanntes. Und ich glaube fast, dass es den Meisten so geht.

    Es gibt genug Menschen, die sich wundern, dass bei ihnen die CDU oder AfD so gut abschneiden (oder SPD etc.).
    Selbst bei mir gab es so einige Überraschungen und ich hätte nach dem Wahl-o-mat noch kleinere Parteien wählen müssen, als ich es ohnehin getan habe. Wenn ich mich recht entsinne, hab ich sogar die Grundeinkommenspartei nur deshalb wahrgenommen und gewählt - aber Okay - ich bin ein Sonderfall.
    Die meisten bekommen Bekanntes raus. Wäre ja komisch, wenn man sich politisch interessiert und von einer Partei überzeugt ist und im Wahl-o-mat merken würde, dass die ein komplett anderes Wahlprogramm haben als man dachte.
    Und sehr viele prüfen eh nur die Parteien, die bei Umfragen vorne liegen (ratet mal, wieso die in den Umfragen vorne liegen)

    ann nicht mehr die Schule oder das Elternhaus zu seinen Feindbild, sondern Datenkrake Facebook oder ADHS-erzeugende Handyspiele.

    Weiß nicht, was ihr in anderen Bundesländern macht, aber Facebook und Handyspiele als Feindbild ist bei uns Schulkanon bzw. die SchülerInnen besitzen bereits ablehnende Meinungen dazu (Handyspiele machen sie trotzdem, aber statt Facebook sind die alle bei WhatsApp oder Instagramm - ja ich weiß, dass das zu Facebook gehört, aber die Presse hat das noch nicht breit getreten, daher checken das viele nicht, dass das das Gleiche in Grün ist).

    Die Menschheitsgeschichte ist schon etwas komplexer, als dass sie nur aus Steinzeit und anschließenden Kinobesuchen mit 3D-Brillen besteht.

    Etwas, aber nicht viel.
    Wenn du Yuval Harari gelesen hast/hättest weißt/wüßtest du, dass die Steinzeit vor der Entdeckung der Landwirtschaft das letzte goldene Zeitalter der Menschheit war. Wenn du eine bessere Zeit für den Durchschnittsmenschen suchst, bist du bereits in der Neuzeit mit Umweltverschmutzung und Kapitalismus.
    Jeder Penner auf der Straße (in Deutschland) hat heute Zugriff auf mehr Wohlstand als jeder Kaiser vor etwa 200 Jahren (und erst die Gesundheitsfürsorge - wir leben im Schlaraffenland) (Selbst für Obdachlose haben wir Wohnheime)

    Dieser ganze Reichsbürgerquatsch beruht ja lediglich auf einen Verwaltungsfehler. Ich bin schon länger dafür, einfach noch mal einen gesonderten Friedensvertrag aufzusetzen und mit diesem Stück Papier das ganze Fundament der Reichstrottel einstürzen zu lassen. Denn mehr steckt nicht dahinter.

    Die Reichstrottel sind einerseits zu doof, zu erkennen, dass jegliches Papier wertlos ist, wenn die Mehrheit denkt, dass es dieses nicht braucht (vor allem glaubt niemand, Deutschlanf befinde sich immer noch im Kriegszustand mit den Alliierten)
    Andererseits informieren sie sich nur einseitig: Wir haben seit der Wiedervereinigung einen "Friedensvertrag":
    Zwei-plus-Vier-Vertrag – Wikipedia
    Man hat ihn nur nicht Friedenvertrag genannt, weil niemand daran dachte, es gäbe Volltrottel, die wegen einem, für die Gültigkeit der Sache überflüssigen Wort, eine "kommissarische Reichsregierung" gründen würden.

    Interessant. Wie viele Hausbesetzungen hast du denn schon praktisch miterlebt, um dir ein Urteil hinsichtlich der Motivation der Besetzer erlauben zu können?

    Genauso wenige wie Bankräube. Dennoch wage ich aus den gleichen Gründen (man könnte es Menschenkenntnis nennen) zu behaupten, dass die wenigsten Bankräuber ihr Vorhaben aus dem edlen Motiv des Protestes gegen die Geldwirtschaft gemacht haben.

    Menschen sind in den seltensten Fällen Idealisten. Die meisten schimpfen nur solange auf das Geldsystem bis sie selbst soviel haben, dass es günstiger für sie ist, FDP zu wählen.

    Ach ja, die Medien. Gute Arbeit leisten die.

    Ich bild mir immer schon meine eigene Meinung ;-)

    Flüchtlinge stören mich, denn ich finde, wir haben sowieso zu viele Menschen. Und meine bayerischen Mitmenschen versuchen durch deutsche Kinder gegen zuhalten. -> Noch mehr Menschen :killself:

    Den Islam finde ich unter allen aktuellen Religionen eine der, wenn nicht sogar die schlimmste.

    Integration funktioniert nur, wenn man Flüchtlinge gleichverteilt. Also z.B. 2 auf 100 Einheimische. Wenn die untereinander bleiben, werden sie sich nie integrieren.

    Der Fremdenhass steigt mit der Anzahl von Fremden.

    Leitkultur ist ein dummes Wort. Das Grundgesetz könnte doch synonym verwendet werden (Besser als "Werte des christlich geprägten Abendlandes").

    Unsere Rechtsstaat ist mir manchmal zu lasch (Wenn mich 150 ungeladene Gäste im eigenen Haus zusammenschlagen, schmeiß ich die einfach raus und wer nicht gehen will, wird erschossen assaultrifle - ich weiß, in Deutschland müsst ich friedlicher reagieren - aber man sieht, nicht alles an Amerika find ich doof)

    Waffenlieferungen find ich zumindest fragwürdig (vor allem in Gebiete aus denen die Kriegsflüchtlinge kommen, über die sich hier so viele beschweren)

    Ich hoffe Deutschland fliegt in der Vorrunde raus und Schweden wird Weltmeister.

    Aber wie sieht denn die Realität aus? Wie viele von denen, welche die Schule zur Zufriedenheit ihrer Lehrer abschließen, werden hinterher Sprayer, Hausbesetzer oder ziehen in einen Bauwagen?

    Daher war dein Argument eher ein Anti-Argument, denn es zeigt doch sehr deutlich, dass der Zuspruch sehr gering ausfällt, weil die Maße der Einheitsmenschen schlicht überproportional hoch ist.

    Inwieweit hat denn das aufsaugen von dummen Informationen die Menschen jetzt klüger werden lassen?

    Ich denke, wir es gibt deshalb so viele "Einheitsmenschen", weil wir biologisch sehr ähnlich aufgebaut sind. Abgesehen davon, dass ich von Sprayern und Hausbesetzern nicht wirklich viel halte (seien wir ehrlich: Den meisten geht es beim Haus besetzen eher um eine kostenlose Bleibe als um den berechtigten Protest gegen den Mietzins)

    Der Grund warum die Menschen mit ihrem Wissen und der ihnen gegebenen Freiheit so schamlos umgehen, ist vor allem, weil es ihnen unglaublich gut geht. Sowohl Gestapo als auch Stasi sind nicht ernsthaft zu vergleichen mit unserer "Systempolizei" (bei der offenbar sogar mehrere Reichsbürger arbeiteten).
    Die Realität ist, wir leben in einem der freiesten Länder der Welt.
    Und ja! Nicht so frei, wie du und ich uns das wünschen würden. Und ja! Mit dieser Freiheit kann es morgen zu Ende sein und sie muss täglich verteidigt werden.

    Systemkritiker werden immer in der Minderheit sein, solange es Menschen in dieser Art gibt. Wir sind so, dass wir uns in Rudel aufteilen und einem Rudelführer folgen. Deswegen wird Anarchie mit Menschen nie funktionieren. Es braucht mindestens ein Grundverständnis des sozialen Miteinanders, in dem sich alle einig sind und jemanden, der bei Verstößen korrigierend reagieren kann.

    Klar, wenn jeder so denkt wird das nie etwas, aber meine Stimme wäre letztendlich für den Müll, denn bei den wichtigen Entscheidungen im Bundestag wird sie letztendlich nicht mitmischen. Und diese eine Stimme kann dann schon entscheidend sein, wenn die CDU mal wieder plant, die Daumenschrauben noch etwas enger anzieht.

    Sorry, aber ich habe keinerlei Toleranz für dieses Denken. Fünf-Prozent-Hürde oder nicht, meine Wahlstimme ist mir zu wertvoll als sie nicht genau der Partei zu geben, die meinen Vorstellungen am Besten entspricht. Alles andere wäre tatsächlich eine Stimme für den Mülleimer.
    Und: CDU ist nicht schlimmer als SPD oder die Grünen. Manchmal sogar das genaue Gegenteil. Hartz IV und Zeitarbeitsfirmen waren genauso deren Verbrechen wie Deutschland zum Bordell Europas zu machen. (Die ersten Atomkraftwerke gingen unter SPD-Regierung ans Netz)
    Und heute hat, dank Wahlomat keiner mehr eine Ausrede, die Wahlprogramme wären zu lang (und ja: Natürlich wurde hier wieder eine echte Demokratie gebremst - man kann immer nur fünf Parteien vergleichen).

    Und nein! Meine Stimme hat keinen Sitz im Bundestag bekommen. Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, wie sich das in Zukunft (auch bei Landtagswahlen) ändern wird.

    Aber das ist auch gut so. Ich möchte Systemkritiker bleiben. Selbst das beste System der Welt würde ich weiter kritisieren - Es ist wie mit einer Theorie in der Physik: Eine Weltordnung bleibt nur so lange die Beste, bis man eine bessere gefunden hat bzw. Gegenbeispiele.

    Klingt nach einem ziemlich anarchistischen Schülerleben. Und wenn man jetzt noch Fachlehrer hat, die in frei zugänglichen Räumen sitzen und die man selbstständig aufsuchen kann, um zu seinem Lieblingsthema noch mehr Wissen aufzusaugen, dann ist das eine ziemliche Win-Win-Situation. Für Lehrer und Schüler.

    Hatte genau aus diesem Grund überlegt in die Montessori Schulen zu wechseln. Wenn auch nur, um zu sehen, wie gut das System funktioniert. Verstehe mich nicht falsch. Ich möchte auch ein Schulsystem das die natürliche Neugierde der Kinder ausnutzt und sie von sich aus motiviert die wichtigsten Inhalte zu lernen.
    Wie die Kinder jedoch lernen ist völlig irrelevant, wenn die zur Verfügung stehenden Bibliotheken, Fachlehrer und Eltern die gleichen bleiben. Oder denkst du ernsthaft, "anarchistisch" lernende Schüler, die sich aussuchen dürfen, was sie lernen wollen, würden deswegen nicht genau solche Lemminger werden, wie ihre Eltern?
    Wie sollten sie denn überhaupt auf die Idee kommen, z.B. Karl Marx zu lesen? Vor allem wenn er nur in einer staubigen Ecke der Bibliothek zu finden ist?
    Du überschätzt Menschen. Kinder eifern zu allererst ihren Eltern nach, um dann in jugendlichen Jahren sich an den Schulkameraden und der bestehenden Weltordnung zu orientieren. Die wenigen, die von sich aus nach mehr Wissen streben und andere Wege beschreiten, tun das heute auch schon.
    Und ich gebe zu bedenken:
    Zum Beispiel über Buddhismus hat mich das Religionsbuch und die Religionslehrerin informiert. Kein Verwandter, kein Schulkamerad oder Freund hätte mir davon erzählt. Und die Religionslehrerin schon gar nicht, wenn nicht der böse Staat sie per Lehrplan dazu gezwungen hätte. Es war zumindest für meine Entwicklung entscheidend in jungen Jahren diese Information erhalten zu haben - ich wage zu behaupten, es hat mein Leben verändert.

    Ist halt die Frage, inwieweit man gewillt ist, dafür einzustehen und zum Verzicht oder eben zum Mehraufwand bereit zu sein. Also für mich kenne ich die Antwort.

    Sorry, ich will kein Steinzeitmensch mehr sein. Das war keine schöne Zeit und schon gar keine friedliche.
    Entweder wir werden eine technologische Hochkultur, in der niemand mehr leiden muss oder es wäre besser, die Menschheit würde aussterben.

    Soll man diese jetzt auch rausschmeissen und wieder die Geduckten an die Hebel lassen, weil es ja nur konsequent wäre, Menschen, die an Freiheit und fehlende Unterdrückung - auch im Berufsalltag - glauben, nicht weiter zu beschäftigen?
    Darf mir mein Konto gepfändet werden, weil ich ja Geld verachte und als Machtinstrument der Unterdrückung sehe? Darf man mir auch noch meinen gesamten Besitz wegnehmen, weil ich ja eh gegen kapitalistischen Besitzgüter bin?

    Reichsbürger sind hier ein Spezialfall. Wer seinen Personalausweis verbrennt, keine Steuern mehr zahlt und sich nur noch als Bürger des deutschen Reiches bezeichnet (mit eigener Regierung, Pässen und Führerscheinen) erfüllt bereits einige Bedingungen die man als Beamter, so wie der Beruf definiert ist, nicht erfüllt.

    Ich finde es auch bedenklich, wenn jemand ausgeschlossen wird, nur weil er eine bestimmte Meinung vertritt. Auch Beamten müsste meiner Meinung nach ein Recht auf freie Meinungsäußerung zustehen. Wie die aktuelle Lage dazu ist, könnte ich früher als später selbst heraus finden (wie gesagt, ein Gericht muss noch feststellen, in wie weit ich als Beamter das Recht auf Kunstfreiheit besitze bzw. meine Vorgesetzten dieses beschränken dürfen).
    Auf jeden Fall denke ich, dass wir zu wenig Meinungsfreiheit in Deutschland haben.

    Dennoch ist bei Reichsbürgern der Fall klar.
    Wenn ich Geld verachte, heißt das nicht, dass ich aufhöre mit Geld umzugehen.
    Ebenso kann ich der Meinung sein, wir sind alle Sklaven des Systems und trotzdem zur Arbeit gehen.
    Nur um den Vergleich zu Ende zu ziehen:
    Ein Reichsbürger glaubt nicht an die Existenz der BRD. Das ist einfach falsch. Die BRD existiert.
    Es wäre wie jemand, der glaubt das Wirtschaftssystem existiere nicht und es wäre in Ordnung zu stehlen (und das dann auch tut).
    Oder jemand, der sich selbst in den Chefsessel setzt und behauptet, er wäre jetzt der Chef der Firma und alle müssten ihm gehorchen.
    Reichsbürger sind Flacherde-Menschen.
    Und ja, ich finde es in Ordnung, dass die Personen, die als einzige in Deutschland Gewalt im Sinne des Staates anwenden dürfen, nicht einen offensichtlichen Dachschaden haben (und ja, da müsste man eventuell mehr als nur die Reichsbürger feuern ;-))

    Mit anderen Worten: Der Kündigungsgrund von meiner Seite ist nicht die Meinung der Personen, sondern die Aktionen aufgrund von falschen Behauptungen. Mein Vergleich von oben war ziemlich passend gewählt: Reichsbürger setzen sich oder jemand aus ihren Reihen an die Spitze des Staates und behaupten, sie wären die rechtmäßige Regierung - deswegen auch die Bestrebungen eine Reichswehr aufzustellen, um ihr Territorium gegen die Besatzungsmächte zu verteidigen - sorry, an der Stelle muss ich ausnahmsweise Mal dem System recht geben, wenn sie diese Personen rausschmeißen/einsperren.

    @Shinobi , @Unmensch :

    Wie ich bereits geschrieben habe, das jetzige System gefällt mir auch nicht und mein Vorschlag, funktionierende Methoden zu verwenden, bezieht sich nur bedingt auf mein ideales Bildungssystem.

    Aber grundlegend seid ihr davon ausgegangen, dass ich davon sprach Kinder zu gehorchenden Lakaien auszubilden. Nur weil ein Kind durch Leckerlis etc. dazu trainiert wurde im Unterricht nicht vom Hocker zu fallen und Papierflieger zu werfen, ist es doch noch nicht willenlos.
    Wenn man versucht Meinungen einzupflanzen, gebe ich euch Recht - das wäre fatal. Ein Mensch kann jedoch ohne weiteres der Meinung sein, die Erde wäre flach und gleichzeitig in der Lage sein, das in Worten zu äußern, statt es dem Nachbarn in das Hirn einzuprügeln.
    Zudem bezieht sich das Training allein auf das Verhalten im Klassenzimmer. Deswegen kann doch das Kind zuhause immer noch den Teppich mit Scheiße beschmieren und später einmal Graffitti an Wände kritzeln.

    Und überhaupt, wenn die Schule so gut wäre im Erzeugen von Einheitsmenschen, wie sind dann wir als frei denkende Menschen raus gekommen?
    Ich durfte mir immerhin zuhause Bücher durchlesen, die ich mir selber aussuchen durfte. Und wie ich oben ebenfalls bereits erwähnte, sind die Lehrinhalte aus der Geschichte und vor allem der Ethik-Unterricht Gold wert. Selbst wenn die LehrerInnen noch so indoktriniert sind, werden die Schüler anhand der Taten der Vorfahren alleine erkennen, dass es auch andere Wege gibt zusammen zu leben. Und ich erinnere mich sehr gut daran, von der französischen Revolution in der Schule gelernt zu haben, in der die Bürger sich gegen den dekadenten Adel erhoben haben.

    Der Mensch ist kein Pudel. Und die Pubertät in Kombination mit Bildung bietet genug Mittel und Wege frei zu denken. Und so Kacke wie ich "Jugend debattiert" finde, lernen Kinder damit z.B. sich eben gerade auch mal mit anderen Meinungen auseinander zu setzen...

    Im Berufsleben dasselbe: Widersprich deinem Vorgesetzten. Das wird nicht gut enden, selbst wenn du dir in der Qualität deiner Arbeit nie hast was zu Schulden kommen lassen.

    Das was du hier ansprichst, ist das Rudelverhalten des Homo Sapiens. Wie gesagt, finde ich die Strukturen ebenfalls nicht gut, aber du und ich sind hier evolutionäre Ausreißer. Zumindest ich bin weder Rudelführer, noch Mitläufer, sondern derjenige, der sich mit dem Rudelführer auf der gleiche Stufe sieht. Ich hinterfrage die Entscheidungen des Rudelführers, berate ihn und bin durchaus gewillt lieber das Rudel zu verlassen, als ihm die Position streitig zu machen - auch weil mir oft genug die Stärke und das Auftreten fehlte, um die Mitläufer auf meine Seite zu ziehen.
    Man mag es Kacke finden und von einer idealen Anarchie träumen, aber leider musste ich erkennen, die Menschen sind biologisch nicht in der Lage für eine andere Gemeinschaftsstruktur. Du kannst über manche Mechanismen das Rudelgefüge aufweichen, aber egal wo du hinsiehst, du wirst keine Gruppe Menschen finden, die nicht eine gewisse Hackordnung haben (Hallo, sogar hier im Forum gibt es eben einen der alle rauskicken oder es ganz dicht machen kann)

    Es gibt allerdings noch eine andere Form des Anarchismus. So möchte ich zum Beispiel in Ruhe gelassen werden und mein Ding machen. Gleichzeitig bin ich der Letzte, der durch rücksichtsloses Verhalten andere belästigt oder nicht hilfsbereit wäre, wenn er gebraucht wird. Ein Wort und ich bin zur Stelle!

    Das ist genau die Art von Anarchismus, die ich mir auch wünsche bzw. genauso verstehe auch ich Anarchismus und deswegen bin ich ja auch hier.
    Aber selbst wenn wir es nicht mit nur intelligenten Rudeltieren zu tun hätten - manche komplexere Zusammenhänge sind für Einzelgänger nicht mehr erkennbar. Wie ich anderswo bereits geschrieben hatte. Für einen Einzelnen ist es völlig klar, wenn ich Wasser lassen muss, ist der Brückenpfeiler genauso gut wie alles andere. Auch wird kein Stadtpark der Welt zugrunde gehen, wenn ich da an einen Baum pisse.
    Viele Verhaltensweisen scheinen harmlos (Müllberg nach einer Party etc.), aber sie sind es nicht. Der Mensch hat mit seiner Technik und allein durch seine pure Anzahl ein Level erreicht, in der wir entweder uns irgendwie sinnvoll organisieren/absprechen oder den Abgrund hinunterspringen.
    Sorry, aber wer glaubt, er könne durch anarchistische "Scheiß auf den Staat"-Haltung oder durch Steine werfen auf Polizisten den Zug anhalten, der ist genauso ein Lemming, wie der biedere Durchschnittsbeamte. Während die BRD mit all den braven Bürgern mit Vollgas und freudestrahlend auf die Klippe draufhält, saufen sich viele Anarchisten im Speisewagen zu, rauchen Gras und machen sich lustig über die anderen.
    Ich bin übrigens der, der sowohl den braven Bürgern als auch den Anarchisten mitteilt, dass der Zug anhalten könnte, wenn wir alle gleichzeitig an der Handbremse ziehen, während mir beide Parteien sagen "Du wirst nie alle davon überzeugen können, mitzumachen."

    Ausgerechnet in Bayern, wo man jetzt in jedem öffentlichen Gebäude mit Religion und dem Glauben an eine Märchenfigur belästigt wird.

    Ja, ist schon lustig hier. Hab gelesen, viele Verbrecher ziehen z.B. nach Berlin, weil es ihnen hier zu streng zu geht. ("Was haben die Römer denn je für uns getan?" ...)

    Welche Freiheit noch mal? Jene im Supermarkt zwischen zehn verschiedenen Joghurtsorten wählen zu dürfen, aber bei der Bundestagswahl nur zwischen zwei Parteien?

    In etwa so. Übrigens sind die meisten (alle) Menschen zu doof zwischen zehn verschiedenen Möglichkeiten zu wählen - das überfordert sie nämlich - Studien haben herausgefunden, dass die Kunden dann lieber ohne Joghurt nach Hause gehen, wenn sie zuviel Auswahl haben. Ideal sind zwei oder drei. Oder denkst du es ist Zufall, dass es nur zwei große Parteien gibt?

    Die können nur daran anschließen, was in der Schule in jungen Jahren begonnen wird, in die Köpfe zu pflanzen. Nämlich Leistung, Wachstum und streben nach Erlösung.

    Soweit ich weiß, wurde das Schulsystem erst nach dem Kapitalismus erfunden. Und bereits vor dem Turbokapitalismus gab es Menschen, die mehr wollten als zu essen und zu schlafen.
    Ich ärgere mich übrigens manchmal, dass ich so sehr beschäftigt war das System verbessern zu wollen, dass ich zu wenig Energie darauf verwendet habe, überhaupt zu lernen, wie das System funktioniert, wie es entstanden ist, wer es erfunden hat und welche Kritikpunkte es heute und früher dazu gab.
    In der Physik zum Beispiel wird man neue Erkenntnisse tatsächlich erst dann finden können, wenn man den Schrott einfach lernt. Höhere Mathematik ist der einzige Weg, um mehr über das Universum zu erfahren. Es gibt keine Abkürzung.
    Und ähnlich ist es mit der Demokratie oder dem Bildungssystem. Man muss sich mal genauer anschauen, wie es aufgebaut ist, welche Theorien es dazu gibt, um bessere Wege zu finden.
    Und glaub mir, je mehr "unnötiges" Wissen den SchülerInnen "aufgezwungen" wird, desto besser. Die Alternative ist, wir lassen die Jugendlichen alleine mit ihren Eltern und Freunden. So gern ich glauben will, dass sich alle (!) mit Geschichte, Mathematik etc. beschäftigen würden, viele würden sich nur für ihr Lieblingsthema interessieren.
    Gerade Mathematik und die Naturwissenschaften sind die Bereiche in denen es sowieso am meisten mangelt. Die Politik kann uns nur deshalb Elektroautos oder Energiesparlampen als toll verkaufen, weil man den Lehrern in der Schule nicht zugehört hat. Am Ende klingelt es in der Kasse der Wirtschaft und die Umwelt ist schlechter dran als vorher.

    Du wirst in erster Linie dazu ermuntert eine Meinung zu bilden die den festgelegten Erwartungen der Institutionen entspricht und die dich dazu befähigkeit ein produktives Mitglied der Gesellschaft zu sein.

    Das ist korrekt. Die Grenzen des Rahmens werden aber vom System her gar nicht einmal so stark eingegrenzt. Ich mein den Holocaust darfst du nicht leugnen (Straftat) und in Religion wird man mit der Behauptung, es gibt keinen Gott sicherlich anecken, aber keine Bestimmung verbietet dir, deine kommunistischen oder anarchistischen Gedanken zu äußern.
    Da kommt die Begrenzung eher aus den Köpfen der Mitmenschen (SchülerInnen, Eltern, LehrerInnen). Die gab es auch schon bevor es Schulen gab. Und wird es bei dieser Menschheit immer geben, solange die Mehrheit ähnliche Ansichten vertritt.
    Und ehrlich gesagt, habe auch ich etwas davon, wenn die ausgelernten Erwachsenen produktive Mitglieder der Gesellschaft werden. Wenn jeder Hartz IV Empfänger oder Erbe wird, dann muss ich mir mein Essen selber anbauen - und da hab ich keinen Bock drauf.

    Schon wenn du dich weigerst, den traditionellen und pathetischen Diensteid zu schwören, kannst du das mit deiner Beamtenlaufbahn vergessen.

    Ich bezweifle dass du als offener Gegner des Systems als Beamter arbeiten kannst.

    Beides richtig. In Bayern muss man als angehender Beamter angeben zu welchen verfassungsfeindlichen oder extremen Parteien/Religionen man gehört. Und da wird man als Parteimitglied der Linkspartei es eventuell schwer haben (offiziell zwar nicht, weil ein Aussieben nach Parteiangehörigkeit verfassungswidrig wäre, aber ich bin mir derzeit ziemlich unsicher, wie ernst meine KollegInnen und Vorgesetzten ihren Eid überhaupt nehmen - siehe Söders Kreuz) .

    Hab aber bereits "lebenslänglich" ("auf Lebenszeit ...") gekriegt, bin daher schwer aufgrund meiner Ansichten aus dem Beruf zu katapultieren.
    Es sei denn ich wäre Reichsbürger. Da kann ich die Haltung des Staates aber durchaus verstehen.
    Reichsbürger behaupten, eine BRD gibt es gar nicht und das deutsche Reich bestehe fort. Sie zu entlassen ist nur konsequent. Wie soll man denn ein Beamter der BRD sein, wenn man deren Existenz leugnet? Nicht existente Staaten zahlen keine Gehälter.