Habe dazu bereits einmal einen kurzen Aufsatz verfasst:
Im Grunde ist es aber schnell zusammengefasst.
Nun sag, wie hast du's mit der Religionsfreiheit?
Richtig erkannt, ich bin für komplette Abschaffung der Religionsfreiheit, weil diese für mich bereits durch eine erweiterte Meinungsfreiheit abgedeckt wäre.
Jeder darf glauben und aussagen, was er will. Also auch der Zeuge Jehova an der Tür.
Die Grenzen der Religion sind folglich die Gesetze und das Grundgesetz, d.h. Ruhestörung gilt auch für Kirchenglocken und Muezzine. Kopftücher sind verboten, wenn das Gesetz Kopfbedeckungen jeglicher Art verbietet. Gesichtsverhüllung ist verboten, wenn man die Person identizifieren können muss (z.B. vor Gericht, im Unterricht ...). Sportunterricht und Schwimmunterricht ist Pflicht, auch für muslimische Mädchen. Kein Religionsunterricht mehr. Und Beschneidungen an Minderjährigen sind als Genitalverstümmelungen zu ahnden.
Er fühlt sich womöglich nur verletzt, weil ihm Mohammed persönlich viel bedeutet. Womöglich achtet er auch auf die religiösen Gefühle anderer religiöser Menschen.
Schön für ihn. Aber deswegen habe ich keinen Grund mich zu entschuldigen, ich habe eben keinen Fehler gemacht! Ich sage:
"Aha. Mir bedeutet der Name nichts. Wollte dich nicht beleidigen. Von mir aus können wir dem Bild auch einen anderen Namen geben, wenn es dir so wichtig ist."
Wenn mir dagegen wichtig ist, dass die Figur Mohammed heißt, weil ich ja gerade eine Geschichtsstunde über den "Propheten" vorbereite oder ich eine alte Darstellung von Mohammed im Internet gefunden habe oder den Wert der Karikaturen von Charlie Hebdo diskutieren möchte, dann wird sich zeigen, wie sehr mein Gegenüber bereit ist, mein "religöses" Gefühl (bzw. das Fehlen davon) zu achten (oder gilt gegenseitige Wertschätzung nur für Theisten?).
In deinem Profil steht, du wärst Agnostiker und Pantheist. Wie kann ich mir das vorstellen?
Ich bin Agnostiker, d.h. ich weiß praktisch nichts mit absoluter Sicherheit - alles, aber auch wirklich alles, was ich glaube, kann falsch sein.
Dennoch glaube ich etwas. Das ändert sich zwar mit jeder neuen Erkenntnis, aber im Moment ist es eben eine Form von Pantheismus. Alles was existiert, ist miteinander in Verbindung und ergibt ein großes Ganzes. Vielleicht ergeben alle Sterne des Universums, das Universum an sich oder gar viele Universen zusammen eine höhere Intelligenz als uns. Jemand, etwas, das alle Zusammenhänge verstehen kann, alles weiß und sich selbst bewusst ist, wie wir uns unseres Körpers bewusst sind. Wir sind ein Teil von Allem was existiert. Ohne uns wäre dieses Alles nicht komplett, jeder von uns ist wichtig und alle sind miteinander verbunden.
Klingt vielleicht etwas esoterisch, ist es vielleicht auch. Auf jeden Fall habe ich das Gefühl, alles hat seinen Sinn, alle Zahnräder des Lebens greifen perfekt ineinander und mein gesamtes Leben bleibt unlöschbar für alle Zeit im Gedächtnis des Kosmos (Zeitreisen sind ja prinzipiell denkbar und es gibt mich da Draußen vielleicht sogar in vielfachster Form - Paralleluniversen)
Schließt du also nicht aus, dass es in Wirklichkeit nichts gibt oder schließt du nicht aus, dass es einen personifierten Gott gibt (der das ganze Universum enthält?)?
Das einzige wobei ich mir ziemlich sicher bin, ist, dass es etwas gibt. Ich sehe etwas, höre etwas, fühle etwas. Da ist etwas, das diese Gedanken hat - Somit existiert nicht "Nichts". Aber genauso wie die "Unendlichkeit" kann ich mir "Nichts" ebensowenig vorstellen. Wenn da nichts ist, ist das Fehlen von etwas, nicht ebenso schon etwas??
Ich schließe nicht aus, dass es einen personifizierten Gott gibt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es keinen geben kann. Zumindest sehe ich nicht wie es ihn in der Form geben kann, welche die Religionen ihm zuschreiben.
Am Ende des Tages glaube ich lediglich fest daran, dass Logik funktioniert und die wissenschaftliche Methode der beste bzw. einzige Weg ist, um sich ein maximal korrektes Bild der Realität zu machen.