Beiträge von '"'"'

    Also meinst du das in dem Sinn, dass du eigentlich immer schon relativ konstant "Du" gewesen bist

    In einer Weise wohl schon, aber nicht bezogen auf solcherlei Identität oder Person, wie sie vielleicht auf Prägung von außen zurückginge. Ein "Ich", insofern aber diffus. Was sich aber auch nicht so bedeutend anfühlt.

    ohne so einen radikalen Schnitt irgendwann in deinem Leben, an dem du an dir selbst zu zweifeln begannst und beschlossen hast, etwas zu ändern?

    Eigentlich nicht?

    ein fröhliches, extrovertiertes, rumblödelndes Kind, das sich weder in andere reinversetzen konnte noch in irgendeiner Form darüber nachdachte, wie andere auf es reagierten und warum.

    Nicht in andere hineinversetzen? Nicht darüber nachdenken, wieso andere agieren, wie sie es taten? Ich vermute, hier wäre weiter zu differenzieren. In mancher Hinsicht dürften auch kleine Kinder sich in andere hineinversetzen und analysieren, auf was vermutlich wie reagiert wird?

    Dann kam die Pubertät und Teeniezeit, da wurde ich deutlich ernster, unsicherer und introvertierter

    Einen solchen Umbruch kenne ich nicht (auch nach entsprechender Ansicht anderer).

    Alle kamen ständig zusammen, erzählten sich was, lachten zusammen über Banalitäten und Leute, die ich nicht kannte. Als Kind war mir das egal, so lang mir jemand was schenkte oder mit mir spielte. Aber dann als Jugendlicher saß ich nur still daneben, fühlte mich so fehl am Platze, begreifend, dass die Menschen um mich herum ganz andere Prioritäten und Interessen hatten als ich, und ich eigentlich gar nicht so wirklich dazugehörte.

    Und bis heute wirkt das auf dich wie ein "Erwachen" und nicht wie ein "Umnachtetwerden"?

    wo einem dann klar wird, dass man das eigentlich nur unkritisch von seinem Umfeld übernommen hat

    Soetwas kenne ich, aber wohl weniger als etwas Tiefergehendes. Es kann z.B. auf Sympathie zurückgehen? Oder Anpassung in einem Kontakt, ähnlich wie wenn man eine Sprache verwendet, die der andere verstünde?

    Die Story dahinter ist schlicht, dass ich mich ganz am Anfang im Internet "Guardian" nannte, und die letzten 4 Buchstaben davon hab ich dann einfach mal genommen, aus einer spontanen Eingebung heraus.

    Achso, Guardian ist im Internet ja tatsächlich recht reichlich vertreten. Ich fragte vor allem nach, weil "Saint" (heilig) ja durchaus zu Formen von "Deus" (Gott) passen könnte.

    Mir leuchtet die Idee von "Spitzensport" an sich nicht so recht ein. Aber wenn es jemandem Spaß macht sich in Sportwettbewerben zu vergleichen, meinetwegen. Die Verknüpfung von Herrschaftsgebieten und "Leistungen dort lebender Sportler" bis hin zur Inszenierung als einer Art "nationaler Sportarmee" wirkt auch nicht neu.

    Zitat von https://en.wikipedia.org/wiki/Ancient_Olympic_Games

    The ancient Olympic Games (Ancient Greek: τὰ Ὀλύμπια, ta Olympia[1]), or the ancient Olympics, were a series of athletic competitions among representatives of city-states and one of the Panhellenic Games of ancient Greece.
    [...]
    The games became a political tool used by city-states to assert dominance over their rival city-states. Politicians would announce political alliances at the games, and in times of war, priests would offer sacrifices to the gods for victory.

    Zitat von https://www.20min.ch/story/anendophasie-denken-ohne-worte-103320122

    «Einige sagen, dass sie in Bildern denken und diese erst in Worte übersetzen müssen, wenn sie etwas sagen wollen», so die Forscherin gegenüber «Science Daily». «Andere vergleichen ihr Gehirn mit einem gut funktionierenden Computer, bei dem Lautsprecher und Mikrofon anders verdrahtet sind als bei anderen. Und wer doch etwas Verbales im Kopf wahrnimmt, beschreibt es oft als Worte ohne Ton.»

    Worte ohne Ton? Soll das heißen, diese "Forscherin" geht davon aus, 90-95% der Menschen würden eine innere Stimme oder einen inneren Dialog "laut" erleben wie schallende Sprache?


    Wie erlebt ihr sowas innerlich?

    Von da an war ich eben der kreative, einzigartige und manchmal vielleicht auch etwas durchgeknallte "Dian The Saint" und nicht mehr der langweilige Typ mit dem uncoolen Namen von früher.

    Deine ganze letzte Antwort zu diesem Aspekt meiner vorher hier geäußerten Gedanken finde ich in dieser Qualität durchaus interessant. Da steckt auch einiges von "Selbstfindung" mit drin? Wer bist du schließlich, "Dian" (sowas wie eine männliche Form von Diana)? Der langweilige Typ? Gar kein "Image" das aus irgendwelchen Gründen von anderen aufgegriffen wird? Offenbar hat es etwas auch recht tief innen mit dir gemacht, wie andere auf dich reagiert hatten? Ich würde sagen, bei mir war das so nicht der Fall gewesen. Weswegen ich mich vielleicht frage, wieso sich jemand fragt "Wer bin ich?".

    angefangen hab ich das vor allem, um mir selbst Luft zu verschaffen

    Inwiefern? Um dich selbst in dir zu befreien, mehr Luft zu bekommen? Um Abneigungen nach außen auszuagieren?

    Für mich ist das egoistische Motiv vermutlich schon größer gewesen von Anfang an.

    Im Sinne von "bei sich selbst bleiben" finde ich es gut, sehr viele bleiben nach meinem Eindruck heute nicht bei sich, bei "ihrer Natur". Das mag an der immer mehr wachsenden gesellschaftlichen Enge in Folge von Ausgeliefertheiten und so weiter zu tun haben (vor wenigen Generationen hatten Menschen nicht unbedingt Geld, aber meist ein Stück Land). Aber da wäre ich doch wieder bei meiner Frage: Wieso geben sich offenbar viele Menschen dem hin, haben vielleicht kapituliert bis hin zu einem massiven Stockholm-Syndrom? Ist es Zufall, ein Unfall, wenn Einzelne einem Bedürfnis nachgehen mehr bei sich zu bleiben? Oder sind diese irgendwie anders? Mir stellt sich ein Zusammenhang zur Art der Körperidentifikaton dar. Sehr viele Menschen sehnen sich offenbar danach körperliche Bedürfnisse zu stillen. Und die machen dann einfach alle politischen Irrungen mit, weil sie sich zuerst um ihr körperliches Wohlleben sorgen? Aber inwiefern wäre das dann für sie "ich selbst"? Auf andere trifft die "Bedürfnispyramide" wie sie heute oft kursiert, hingegen nicht so ganz zu? Wie käme es dazu? Das halte ich für eine entscheidende Frage auch was die Resonanz auf "Hilfsangebote" angeht.

    Für mich ist die Frage „Wer bin ich?“ elementar, um sozusagen, den Grund zu verstehen, was das Leben an sich überhaupt sein soll.

    Ist das Leben für dich nichts, wenn es "nichts soll"?

    Bisher ist die Wiedergeburt für mich am Schlüssigsten, aber nicht in Form der Reinkarnation sondern als neue Manifestation.

    Was würde das nach deiner Vorstellung bedeuten? Wenn man annimmt, ein Aufwachsen würde situative Prägung bewirken, dann würde sich etwas, für manche vielleicht "ich" unter anderen prägenden Umständen neu manifestieren? Aber es gäbe eine Art Kern, die auf äußere Situationen auch in bestimmter Weise in Resonanz geht, manches, anders als andere in gleichen Situationen, annimmt oder nicht?

    Das Auflösen des Egos ist für mich deshalb wichtig, weil das Ego die Menschen voneinander trennt und zu Konflikten führt. Das sieht man ja auch im Streit und die Frage, die sich stellt, ist: Warum streiten wir in dieser kurzen Zeit in der wir auf der Erde sind überhaupt.

    Mein Eindruck ist, viel bedenklicher und schädlicher Streit beruht auf einer Art "Krieg", die aus Uneinigkeit darüber geführt wird, was zur Lebenssphäre eines Menschen gehört und was nicht. Was steht ihm zu und was sollte ein Außenstehender bestimmen dürfen (bei dieser verbreiteten Art Streitigkeit zählt der Versuch das zu tun)? Das führt dann zu Haltungen, in denen z.B. Außenstehende so auf jemandem "einhacken" als würde derjenige ihnen vielleicht durch Widerworte, vielleicht durch anderes etwas wegnehmen. Ideologen streiten oft respektlos, besonders wenn die von diesen vertretene Ideologie gerade ziemlich mehrheitlich Stammtischhoheit hat.

    Du hattest, soweit ich es verstehe, "sich wie ein Zahnrad fühlen" als Beschreibung für ein Sichunbefriedigtfühlen benutzt. Man fühlt sich wie ein Zahnrad und mag deshalb zunächst aus seiner gesellschaftlichen Rolle ausbrechen, sich selbst mehr finden. Und ein solches Empfinden würde sich dann möglicherweise auch einstellen, wenn man sich selbst nach seinem eigenen Eindruck mehr gefunden haben würde und anderen zu helfen versucht "ihren Weg zu finden".

    Also man bricht in gewisser Weise zweimal aus dem Spiel aus: Einmal, weil man sich selbst zu finden versucht und aus seiner gesellschaftlichen Rolle auszubrechen versucht. Dann kehrt man irgendwann, wenn man sich gefunden hat, zurück und erzählt es den anderen und will ihnen dabei helfen ihren Weg zu finden. Und dann hat man das eine Weile gemacht und fühlt sich irgendwann auch wieder nur wie ein Zahnrad in einer Maschine, das eben seine Funktion erfüllt, und diese Funktion ist jetzt eben, Guru zu spielen.

    Meiner Erfahrung nach kann es mit einem "Sichvereinnahmenlassen" zusammenhängen, wenn soetwas geschieht, wenn jemand versucht die Welt zu verbessern, anderen zugunsten lebendigeren Seins zu helfen. Oder die heutige Sitte sich am zählbaren Erfolg irgendwelcher Unternehmungen, der oft auch einfacher "Anerkennung" durch andere (sich entfremdete) Menschen eröffnet, zu messen würde z.B. ins "die Welt verbessern" mitgeschleppt und es stellt sich dann wieder ein Empfinden von Entfremdung ein. So dachte ich es.


    Fragen kann man sich auch, inwiefern ein Guru denn überhaupt selbst "auf der richtigen Spur" wäre. Vielleicht wäre er auch von Ideen überzeugt, die zu recht auf andere nicht so interessant und beachtenswert wirken, weil sie nicht entsprechend geeignet wären den anderen wirklich in etwas aus Ungutem herauszuhelfen, statt Ungutes mehr auszutauschen.

    Und wenn man dann mal davon ausgeht, dass es einen höheren Sinn hat, dass die Welt so ist, wie sie ist, und dass ich auch aus einem bestimmten Grund so bin, wie ich bin, kann man es ja so sehen, dass ich in gewisser Weise genau an dem Ort bin, an dem ich sein soll, um meinen Zweck zu erfüllen, wie ein Zahnrad in einer gigantischen Weltenmaschine.

    Ja.

    Allerdings kann es eben trotzdem sein, dass es einem nicht genügt, dieses Zahnrad zu sein, so dass man selbst, wenn man an dem (in dieser Welt) bestmöglichen Platz für einen ist, unzufrieden sein kann, weil die Bedingungen der Welt vielleicht einfach nicht so ganz kompatibel sind zu dem, was man WIRKLICH sein möchte.

    Auch das könnte interessante Fragen eröffnen.

    würde vermutlich auch nicht in einem popligen kleinen Internetforum meine Zeit vergeuden.

    Wobei es ja auch Götter geben soll, die verlorenen Schafen nachgehen. Du als Gott würdest eher "gute Systeme" erschaffen?

    weil ich mir immer die gleichen Fragen gestellt habe. Wozu überhaupt leben, wenn man eh stirbt

    Soweit ich mich erinnere, fragte ich mich soetwas nicht. Die Titelfrage würde für mich auch mehr lauten: Wieso sind andere, wie sie sind? (Anders als ich, andere "Wellenlängen".)

    Und dann hat man das eine Weile gemacht und fühlt sich irgendwann auch wieder nur wie ein Zahnrad in einer Maschine, das eben seine Funktion erfüllt, und diese Funktion ist jetzt eben, Guru zu spielen.

    Wie ein Zahnrad, tatsächlich? Bedeutet, es gab da ein gewisses "Sichvereinnahmenlassen"? Vielleicht auch eine Art eigener Suche nach Bestätigung durch die anderen Menschen?

    Spiritualität geht da noch ein bisschen tiefer in dem Sinne, dass es nochmal um jeden selbst persönlich geht.

    Spirituelle Lehren haben in der Regel den Anspruch, sich mit Realität auseinanderzusetzen. Insofern würde es mich nicht wundern, wenn eigentlich alles, was spirituelle Lehren (korrekt) über die Realität vermitteln würden auch ohne diese Lehren erkannt werden könnte.


    Aber wieso sehnen sich Menschen nach Verschiedenem und werden von verschiedener Sehnsucht angetrieben? Was sagen uns Beispiele wie das von André Frossard?

    Was, wenn Pflanzen viel empfindsamer wären, als man heute meist annimmt? Es dahingehend keinen so deutlichen systematischen Unterschied zu Tieren geben würde, denen "führende Experten" vor wenigen Generationen in Europa auch weitgehend ein Empfinden absprachen?