In der Theorie wirken viele Ansätze ersteinmal gut. Und problematisch wird es, wenn reale Menschen sie umzusetzen versuchen mit ihrer Begrenztheit, ihrem Nichtverstehen und falschen Annahmen.
"Nation" scheint mir eigentlich nie wirklich statisch zu sein, die Traditionen entwickeln sich weiter, andere verblassen. Aber es gibt immer Leute, die eine Sache so beibehalten möchten, wie sie sie kennen. Ich würde sogar sagen jeder Mensch nimmt in irgeneinem Punkt seines Lebens eine solche Haltung sein.
Was die Identität eines Menschen angeht würde ich sagen, daß jeder sich damit beschäftigen sollte, wer er ist, was sein Wesen ausmacht, welche Bedürfnisse er wirklich hat, ob sein Verhalten im Alltag von ihm so wie er es lebt wirklich gut gefunden wird. Zu reflektieren, in die Stille zu gehen und sich zu betrachten ist für viele Menschen etwas zu dem sie sich schwer nachhaltig durchringen mögen. Sie werden mit schmerzhaften Dingen konfrontiert, werden von ihrer Lebensrealität herausgefordert. Erstarrung scheint mir ein Leben zu sein, das sich nicht oder kaum hinterfragt, kaum Rückanbindung an die eigentliche eigene innere Natur sucht. Und ich denke, daß wenn ein Mensch sich für so ein Leben entscheidet, dem eine Sehnsucht entspricht, die eben von echter Lebendigkeit abgewandt ist. Z.B. soetwas wie Sehnsucht nach irgendeiner Anerkennung indem man sich in irgendwelche gegebenen Bestätigungssitten einfügt. Man kauft sich ein neues Auto, weil man Menschen kennt, die auf das neue Auto in bestimmter Weise reagieren. Oder noch wichtiger alle Menschen ausgenzen, die den Konsumterror nicht mitmachen und äußerlich daher anders erscheinen, z.B. "ungepflegt", "verwahrlost", "arm" Das sind genau betrachtet oft brutale Sektenstrukturen. Aber die Frage ist ja tatsächlich: Wo sind die Menschen, die das relativ konsequent nicht mitmachen? Wenn man eben schon sein Leben teilweise mit Menschen verbingen möchte, die zu einem passen. Aus Erfahrung kann ich sagen: Gar nicht so einfach. Und ich denke da müßte man eventuell ansetzen?