Auch in die Breitach??? Das wird aber dann langsam ziemlich voll da! 
Wenn die Breitachklamm dadurch verstopft wird, das Wasser sich zurückstaut und das ganze Tal versintflutet, ist mir das absolut egal. 
Darf ich fragen, wie du auf diesen Gedanken gekommen bist?
Diesen Gedanken habe ich schon einige Jahre und er hat mit diesem Forum gar nichts zu tun. Die Namen Ina und Benway sagen mir nichts und im Archiv habe ich nur kurz mal reingelesen.
Dauerhaft leben könnte ich im Kleinwalsertal definitiv nicht, außer es gäbe dort keinen Tourismus, sondern nur Bergbauern. Bisher war ich nur zwecks Urlaub dort oder in "verfahrenen" Situationen.
Das Kleinwalsertal steht symbolisch für mein Leben ab 2005, als ich gezwungen war, es komplett umzukrempeln bzw. zu entmüllen. Das Tal ist eine Sackgasse und jedes seiner Seitentäler sowieso. Es gehört zu Österreich, ist aber nur über Deutschland mit dem Auto erreichbar. Auf mich wirkt es wie eine Insel, von deren Bergen aus ich auf mein Leben im Flachland blicken kann.
Meinen ersten Urlaub dort verbrachte ich 2005 oder 2006, und zwar in der letzten Ortschaft mit nur ein paar Häusern (ich bin nun mal kein Herdenmensch). Von dort aus erkundete ich die Zuflüsse zur Breitach und ging Wege, wo mir kaum ein Mensch begegnete. Mit klarerem Kopf fuhr ich wieder heim und wußte, wie es weiterging.
2007 steckte ich in einer extrem vertrackten Situation. So wie bisher konnte und wollte ich nicht mehr weitermachen. Ich setzte alles auf eine Karte, da ich wissen wollte, ob an dem Spruch "Wenn du denkst, es geht nicht mehr ..." etwas dran sein könnte. Mit ein paar Reserveklamotten, ein paar Gläsern Eingemachtem, nicht gerade viel Benzin und nur ca. 1 Euro in der Tasche fuhr ich einfach drauflos und kam mit halbleerem Reservetank am Ende des Kleinwalsertals auf einem Parkplatz an, wo ich im Auto übernachtete.
Am nächsten Tag hatte ich erst einmal keinen Plan, wie es weitergehen soll. Zurück konnte ich nicht mehr, da ich weder Benzin, noch Geld hatte. In die Breitach zu springen wäre eine Option gewesen, aber ich stellte sie noch zurück.
Da kam ich auf die Idee, zur Polizei zu gehen und ihr von meinen Suizidgedanken zu berichten, auf daß sie einen Krankenwagen bestellen mögen, der mich in die nächste Psychiatrie fährt, in der ich viele Gleichgesinnte treffe. Aber es kam anders. Da das einzige Polizeirevier im Tal geschlossen war, fuhr ich weiter bis nach Oberstdorf, um dort zur Polizei zu gehen. Aus meinem Vorhaben, in die Psychiatrie eingeliefert zu werden, wurde nichts, denn das Gespräch mit dem Polizisten verlief ganz anders als erwartet. Als der Polizist mit seinem Latein, wie ich aus meiner Situation das Beste machen könnte, am Ende war, zog er seinen Geldbeutel aus der Hose und gab mir einige Geldscheine, um zu tanken und nach Hause oder woandershin fahren zu können. Anschließend gab er mir einen Zettel mit der Adresse des Polizeireviers sowie seinem Namen, damit ich ihm das Geld zurückschicken könne, sollte es mir eines Tages möglich sein. Wenn mir dies nicht möglich sei, dann hätte er eben Pech gehabt, meinte er noch. Tja, mit diesem Geld tankte ich, fuhr wieder heim und konnte mein Leben ein Stück weit besser ordnen. Das Geld schickte ich ihm wenige Wochen später zurück.
Ein paar Jahre später kam es noch krasser. Mit einer Bekannten, bei der ich zwecks Findung eines dauerhaften Wohnsitzes für wenige Tage wohnte, kam ich heftigst in Streit. Wenn jemand sich anmaßt, in meiner Haut zu stecken und sowohl mein bisheriges Leben als auch meine Gedanken besser zu kennen als ich selbst, dann platzt mir der Kragen. Also stand ich wieder auf der Straße. Wo sollte ich hin? Zu Bekannten im Raum München hätte mein Sprit nicht gereicht. Mein ganzes Vermögen belief sich auf nur 30 Cent. Also beschloß ich, mit äußerst sparsamer Fahrweise abermals ins Kleinwalsertal zu fahren. Schon wieder forderte ich das "Schicksal" (wer oder was das auch immer sein mag) heraus. Diesmal war der Reservetank fast komplett aufgebraucht.
Am nächsten Morgen hatte ich erneut den Wunsch, in die Psychiatrie zu gehen, genauso wie 2007. Auf dem Oberstdorfer Polizeirevier gelang es mir abermals nicht, dem Polizisten mein Anliegen zu vermitteln. Stattdessen verlief es so, daß der Polizist versuchte, meinen ganzen Bekanntenkreis abzutelefonieren, ob irgendwer mir weiterhelfen könnte. Überall war niemand zu erreichen, bis auf die Leute bei München, zu denen ich ursprünglich wollte. Diese Leute waren mir noch einiges schuldig. Daher fackelten sie nicht lange, fuhren zu mir nach Oberstdorf, machten den Tank voll und gaben mir obendrein noch Geld. Nachdem wir einen netten Tag im Allgäu verbracht hatten, fuhren wir zu ihnen nach Hause, wo ich ein paar Tage bleiben und mich nach einem längerfristigen Wohnsitz umsehen konnte, was mir auch gelang.
Mein bisher letzter Besuch im Kleinwalsertal war 2014. Bei der Verabschiedung meinte der Betreiber der Unterkunft: "Du kommst wieder! Das weiß ich!". Dessen war ich mir aber gar nicht sicher. Ich meinte nur: "Falls ja, dann muß ich aber vorher durch die Hölle gehen." So kam es auch. Ich ließ mich daraufhin zweimal freiwillig in die Psychiatrie einweisen, in der ich einerseits wirklich die Hölle erlebte, aber auch Leute traf, die auf ähnlicher Wellenlänge waren wie ich. Inzwischen gelte ich von ärztlicher Seite aus als unvermittelbar und stehe theoretisch kurz vor dem Beginn eines neuen Lebens.
Die Psychiatrie-Aufenthalte hatten offenbar ihre Richtigkeit, aber wahrscheinlich erst zur richtigen Zeit.
In den letzten Jahren war ich wirklich oft in Sackgassen, aber ich kam jedesmal wieder heraus mit neuen Erkenntnissen für meinen Weg. Was wäre aber, wenn ich eines Tages versehentlich in eine Sackgasse käme, welche eine Einbahnstraße wäre, in der auch noch Halteverbot herrscht? Tja ... 
