Beiträge von Lonewolf

    Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, inwiefern sich ein 'ekstatischer Anarchist' beispielsweise von einem 'philosophischen Anarchist' unterscheiden soll. In beiden Modellen scheint 'Anarchie' vor allem ein geistiger Zustand zu sein. Zu viel Esoterik für meinen Geschmack. Wenn wir von 'Anarchie' sprechen, würde ich mir schon einen lebensweltlichen Bezug wünschen, der sich auch abseits von schön klingenden, prosaischen Sätzen vermitteln lässt.

    Was mir gefällt, ist der Verweis auf die innere bzw. Bewusstseinsarbeit. Äußere Autoritäten ablehnen, aber sich nicht seinen inneren Dämonen stellen, ist ein Problem.

    'Anarchismus' in linker Traditionslinie ist tatsächlich meist zu materialistisch aufgeladen. Das Problem wird im Grunde am Beispiel moderner Identitätspolitik sichtbar, die zwar nicht dezidiert anarchistisch ist, aber aufzeigt, wohin der Anspruch 'umfassender Befreiung bzw. Emanzipation' führen kann, nämlich zu Sektiererei, Dogmatismus und letztlich der Verleugnung persönlicher Freiheit im Namen der angeblichen 'Freiheit aller'.

    Als politisches Projekt ist bzw. war Anarchismus natürlich immer ein bißchen widersprüchlich, denn 'herrschaftsfrei' ist es natürlich auch nicht unbedingt, wenn anarchistische Gruppen in bestimmten historischen Situationen die Macht übernehmen. Hier wurde bzw. wird dann in der Regel mit der Idee des Übergangs argumentiert, obwohl das ja eigentlich eine marxistische Idee ist, die aus anarchistischer Sicht zurückgewiesen wird.

    Wie sieht es denn hier im Forum aus? Tragen alle, die bisher die Corona-Maßnahmen gutfanden, auch weiterhin noch Maske beim Einkaufen etc.? Und wenn ja, wie lange würdet ihr denn noch eine tragen wollen? So lange, bis die Epidemie offiziell für "beendet" erklärt wird? Oder entscheidet ihr das anhand von anderen Kriterien?

    Ich bin jedenfalls heilfroh, dieses Ding nicht mehr überziehen zu müssen. Fühlt sich ein bisschen so an, wie aus einem zwei Jahre währenden Alptraum erwacht zu sein.

    Da ich mittlerweile nicht nur geimpft, sondern auch genesen bin, werde ich wohl auch freiwillig keine Maske tragen, da dass Risiko einer Neuansteckung doch sehr gering ist. Aus Erfahrung kann ich nun sagen, dass eine Testpflicht allerdings in einigen Bereichen schon weiterhin Sinn machen würde, oder zumindest weiterhin kostenlose Tests, insbesondere im Arbeitsbereich. Von der Sinnhaftigkeit abgesehen muss ich ich allerdings auch sagen, dass das Ende sämtlicher Maßnahmen meines Erachtens überfällig ist. Niemand entkommt dem Virus auf Dauer, das muss eben leider so hingenommen werden. Beziehungsweise wäre hierfür ein endloses Gesundheitsregime vonnöten. Ich denke, dies käme vielen tatsächlich vollkommen Recht, insbesondere wenn sie aufgrund ihrer Lebensführung von den Maßnahmen selbst kaum betroffen sind. Insofern plädiere ich für einen nüchternen Fatalismus.

    Eine Botschaft vom Anarchist Black Cross


    Zu den kämpfenden Gruppen:

    Der Genauigkeit halber ist zu erwähnen, dass es hier auch Spaltungen gibt und einige Anarchos z.B. vor der Gruppe 'Revolutionary Action' warnen. Ist aus deutscher Perspektive nicht so ganz zu verifizieren. Das ABC ist aber in jedem Fall eine gute Quelle.

    Zum Thema Faschisierung Russlands:

    https://www.akweb.de/politik/greg-y…tisches-regime/

    "[...] Der Deal lautet: absolute politische Passivität gegen relativen Wohlstand; [...] Sie sind von Selbstmordtendenzen getrieben und steuern unausweichlich auf die Niederlage zu – aber die hat einen hohen Preis, besonders jetzt, im Atomzeitalter."

    Der Deal ist überall der gleiche. Die letzte Aussage schürt Angst vor einem Atomkrieg. Habt Ihr schon alle Eure Bunker fertig? Die Selbstmordtendenzen betreffen auch die Menschheit als Ganzes, generell und ganz besonders wenn man von Bereitschaft zu atomarer Eskalation ausgeht.

    Dann hoffen wir mal, dass diese Angst dazu führt, dass alle Beteiligten ihre möglichen (de-)eskalierenden Schritte verdammt gut abwägen. Leider werden weniger greifbare Selbstmordtendenzen wohl erst dann bewusst, wenn einem das Wasser nicht nur bis zum Hals steht, sondern wenn der Kopf sich bereits unter Wasser befindet.

    Zum Thema Faschisierung Russlands:

    Greg Yudin: »In Russland droht ein faschistisches Regime«
    Der Moskauer Soziologe über Putins entfesselten Machtapparat und die Motive hinter dem Angriff auf die Ukraine
    www.akweb.de

    "Das heutige Russland ist ein bonapartistisches Regime, das dem von Marx beschriebenen französischen Regime von 1848–1870, aber auch dem Deutschland der Zwischenkriegszeit sehr ähnlich ist. Es stützt sich auf Wahlen, wobei es von der plötzlichen Einführung des allgemeinen Wahlrechts profitiert, und schürt – im Anschluss an eine großen Niederlage (im Falle Russlands nach dem Kalten Krieg) – aggressiv Ressentiments und Revanchismus in der Gesellschaft. Solche Regime, die von einem Führer mit nahezu unbegrenzter Machtfülle regiert werden, neigen dazu, zu Wahlmonarchien zu verkommen, die alle inneren Widersprüche unterdrücken und feindselig gegenüber ihren Nachbarn auftreten. Sie sind wirtschaftlich stabil, was ihnen hilft, die Massen zu entpolitisieren. Der Deal lautet: absolute politische Passivität gegen relativen Wohlstand; so wird der Rückzug ins Privatleben gefördert. All das führt dazu, dass sie militärisch immer aggressiver werden, innere Konflikte nach außen verlagern, äußere Bedrohungen überschätzen und so schließlich starke Militärbündnisse gegen sich aufbringen. Sie sind von Selbstmordtendenzen getrieben und steuern unausweichlich auf die Niederlage zu – aber die hat einen hohen Preis, besonders jetzt, im Atomzeitalter."

    Menschen, die nicht zum primären Feindbild neonazistischer Gruppen gehören, werden immer den Luxus besitzen, das Problem bis zum bitteren Ende ignorieren zu können. Diesen Luxus haben marginalisierte Gruppen nicht, die bekommen eben schon jetzt einen 'Vorgeschmack' darauf, wie eine Welt aussieht, in der rechte Ideologie dominant ist. Dass sich die größte faschistische Bedrohung derzeit ironischerweise unter dem Deckmantel der 'Entnazifizierung' inszeniert, ist ein Treppenwitz der Geschichte (gegen die 'faschistischen Maßnahmen' wird ja auch gerne gemeinsam mit Neonazi-Gruppen demonstriert). Letzten Endes ist es nur konsequent, wenn sich Covidioten und Querschlenker sowie neue und alte Rechte als Putin-Freunde outen und gegen die dekadenten, impotenten westlichen Demokratien agieren. Das - und nicht 'Ost gegen West' oder gar 'Abendland gegen Islam' - ist der tatsächliche Kulturkampf unserer Zeit.

    Interessantes selbstkritisches Statement von der Gruppe, auf die sich der Artikel auf Seite 1 ("Als die Freiheit Gänsefüßchen bekam") bezieht:

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    In fast allen deutschen Großstädten geistert beinah seit Beginn der Pandemie ein breites Sammelsurium an EsoterikerInnen, KleinbürgerInnen, VerschwörungstheoretikerInnen, Nazis, aber auch einfach aus welchen Gründen auch immer gegenüber Corona-Maßnahmen und/oder Impfung skeptischen Leuten herum. Die – unbedingt scharf zu kritisierende – Tatsache, dass bei diesen Protesten auch bekannte Neonazis mitmarschieren, genügt großen Teilen der Linken, den Protest als Ganzes als rechten Protest abzutun und – zu oft peinlich besuchte – Gegenproteste zu organisieren. Klar muss für jede sich links nennende Person sein: Unter keinen Umständen sollte gemeinsame Sache mit dem Nazi-Pack gemacht werden! Der einzig legitime Kontakt zu FaschistInnen liegt in der direkten körperlichen Auseinandersetzung! Wo es geht, gilt es, rechter Ideologie entgegenzutreten!

    Die Reaktion einiger Antifa-Gruppen und bürgerlicher Anti-Nazi-Verbände bzgl. der Corona-Proteste bewirkt leider – mindestens in Nürnberg – das absolute Gegenteil. 1. ist es ein Zeichen der Schwäche, mit 50 Leuten gegen 5.000 zu demonstrieren. In der Öffentlichkeit lässt man so den Eindruck entstehen, man hätte dieser Bewegung nichts entgegenzusetzen. 2. treibt man so die nicht faschistischen Kräfte in dieser Bewegung – die in den meisten Städten den überwiegenden Großteil ausmachen – den Nazis in die Arme. Die fühlen sich durch dieses von der bürgerlichen Presse und dem linken Gegenprotest verbreitete Stigma „Ihr seid alles Nazis!“ diskreditiert – und das zu Recht! Fakt ist: Diese Bewegung ist mit Sicherheit nicht die progressivste, doch sind (mindestens in Nürnberg und sehr wahrscheinlich in den meisten anderen Städten auch) nicht alle der TeilnehmerInnen rechts – der Nazi-Anteil dürfte in vielen Fällen verschwindend gering sein. Leute, die sich einmal als links verstanden oder zumindest offen waren für linke Inhalte, werden sich durch die Blockade-Versuche und die Nazi-Stigmatisierung mit Sicherheit nicht von den richtigen Ideen überzeugen lassen, sondern wenden sich – im schlimmsten Fall – doch eher rechten Antworten zu.

    Die falscheste aller Reaktionen ist unseres Erachtens, dieser breiten Bewegung in Gänze mit Feindseligkeit zu begegnen und sich damit zum Büttel der Staatsmacht zu machen. Klar muss sein:

    – individuelle Freiheit kann nicht per se über kollektiver Gesundheit stehen!

    – mit Nazis zu marschieren verbietet sich für jedeN LinkeN!

    – dem bürgerlichen Staat ein Urvertrauen entgegenzubringen, verbietet sich für jedeN LinkeN!

    Viele Leute sind enttäuscht von der Linken, ob ihres Verhaltens gegenüber der staatlichen Corona-Politik. Vierlerorts entstand der Eindruck, die Linke sei zum staatstreuen Handlanger verkommen, angesichts der Untätigkeit gegenüber absolut schwachsinnigen Maßnahmen wie Kontaktverboten, Ausgangssperren etc. Damit haben wir uns einerseits unglaubwürdig gemacht in unserem viel beschworenen Credo, diesen Staat bekämpfen zu wollen und uns damit unserer eigenen Kampfgrundlage beraubt, andererseits haben wir es (mal wieder) verpasst auf gesellschaftliche Entwicklungen schnell und adäquat zu reagieren.

    Der – verglichen mit den Blockade-Versuchen und dem „Wir impfen euch Alle“-Gebrülle – zumindest richtigere Ansatz ist unseres Erachtens die richtigen Positionen in diese Bewegung hineinzutragen und die falschen Position als das zu entlarven, was sie sind: (klein-)bürgerlicher Individualismus und gefährliche Falschinformation. Aber auch die durchaus berechtigte Skepsis gegenüber der staatlichen Corona-Politik aufzugreifen und eine vernünftige, linke Erzählung zu etablieren – ohne sich anzubiedern oder die eigenen Inhalte zu verwässern.

    Freilich sind diese Position und die daraus folgenden Schlüsse nicht blind auf andere Städte zu übertragen. In den verschiedenen Städten gestalten sich Konzeption und Konstellation der Corona-Proteste sehr unterschiedlich: In einigen Städten sind Nazis treibende Kräfte, in anderen Bürgis, in wieder anderen hat sich die Bewegung bereits gespalten. Unsere Analyse konzentriert sich auf die Situation in Nürnberg, die sich in ähnlicher Ausgestaltung sicher auch andernorts feststellen lässt.

    Um aber nicht immer nur zu meckern, was „die Linke“ so Alles falsch macht, versuchen wir uns derzeit an einer Alternativstrategie und verteilten einen Flyer (siehe unten) auf den letzten Demonstrationen und Gegendemonstrationen. Da wir recht wenig Ahnung hatten von der Zusammensetzung dieser Demos, waren wir sehr gespannt auf die Reaktionen. Diese sind sehr unterschiedlich ausgefallen: Gerade seitens der OrdnerInnen (Team Menschenrechte) schlug uns erstmal der Vorwurf entgegen, als Antifa-AktivistInnen bezahlt zu werden (wie blöd muss Mensch eigentlich sein, um so einen Schwachsinn zu glauben?!?) und zu versuchen, die Bewegung zu infiltrieren; auch einige BesucherInnen der Proteste begegneten uns mit Feindseligkeit; wieder andere nahmen die Flugblätter gerne an und kommentierten sie teilweise sogar positiv; in den entsprechenden Chat-Gruppen entbrandeten kontroverse Diskussionen.

    Diese Verteilungen sind fraglos sehr unangenehm – doch eines der Hauptprobleme der Linken ist, dass sie meint, Politik machen könne immer gemütlich sein. Den Rechten das Feld zu überlasten, wird uns längerfristig teuer zu stehen kommen. Leute, Politik machen heißt streiten und sich nicht im kuschligen Szene-Pool, wo alle (vermeintlich) gleich denken, verstecken! Kontakt zu den Massen – sei es im Betrieb, in der Uni, Fußgängerzone oder auf den Corona-Protesten – ist nicht immer gemütlich, aber notwendig! Also lasst uns kreativ werden; versuchen, in Kontakt zu treten mit den noch zu rettenden Teilen dieser Bewegung! Tragen wir die richtigen Inhalte in die Gesellschaft!"

    Seit dem Kampf gegen den IS haben zum Glück auch mehr aktive Menschen erkannt, dass es nicht damit getan ist, phrasenhaft Frieden und Abrüstung zu fordern, sondern dass es leider auch militärischer Schlagkraft bedarf, um Frieden herzustellen und zu sichern.

    Ich stimme insofern zu, dass der rein pazifistische Ansatz gegen gewisse Kräfte einfach nicht funktioniert... bzw. klar können wir uns auch einfach auf die Straße setzen und uns aus Protest medienwirksam totschlagen lassen oder verhungern, wenn eine feindliche Armee hier einmarschiert. Leuten wie dem IS oder gewissen brandschatzenden russischen Horden wird es scheißegal sein, wenn dann irgendwann ein paar Millionen verhungerter Deutscher rumliegen. So lange noch genug am Leben bleiben, dass man sie sich als Arbeits- oder Sexsklaven halten kann.

    Was mir aber andererseits auch Sorge bereitet, ist wenn irgendwelche Pseudo-Intellektuellen wie der Typ in dem von dir verlinkten Spiegel-Artikel nun Positionen vertreten, die irgendwann in den 80er-Jahren jeder gute CDU-Wähler abgesegnet hätte.

    Wie gesagt, dem Artikel würde ich in einigen Punkten sicherlich nicht zustimmen. Dazu gehört natürlich die Forderung nach einer Wehrpflicht ;) Im Kern rechnet er ja mit seinem alten Ich bzw. dem Klischee des Friedensdemonstranten ab, und das deckt sich eben schon ein Stückweit mit meinen eigenen Erfahrungen. Diese moralische Selbstgewissheit, gepaart mit Naivität und vor allem einem blinden Fleck und Doppelstandards, was die Bewertung von Aggressoren angeht, die nicht dem Feindbild USA angehören - das ist schon ziemlich typisch.

    Dass man nichtsdestotrotz der Gefahr von Blockdenken, Nationalismus und Militarismus widerstehen und gleichzeitig den Widerspruch aushalten muss, auf diese militärischen Kräfte momentan und wohl noch lange angewiesen zu sein, ist eben der Balanceakt, der nun von ukrainischen Anarchisten und progressiven Linken wohl noch mehr bewältigt werden muss, als es bei den Rojava-Brigaden der Fall war. Auch die YPG/YPJ hätten ohne die Hilfe der NATO bzw US-Airforce wohl kaum gegen den IS bestanden. Natürlich sind sie letzten Endes wieder verraten worden. Und das ist der Punkt, der eben immer wieder gegen die Propaganda des 'freien Westens' angeführt werden muss: Dass dieser seinen eigenen Ansprüchen eben so gut wie nie gerecht wird und dass die NATO natürlich im Endeffekt nix anderes ist als eine militärische Interessensvertretung, die in der Vergangenheit eigentlich nirgendwo als Verteidigungsbündnis agiert hat, sondern fast immer als Aggressor.

    Ich hab eben nur ein Problem damit, wenn, wie gesagt, die Ablehnung einer bestimmten Form von Politik gleich zur meines Erachtens naiven Ablehnung von militärischer Vorbereitung bzw. Kampffähigkeit als solcher führt. Das kannst du auch auf gesellschaftliche Bereiche ausdehnen. Auch das Erstarken rechter Milizen in der Ukraine ist eben darauf zurückzuführen, dass die rechten Kräfte besser vorbereitet und bei den Maidan-Protesten dominanter waren als die Anarchos.

    Leider neigen 'politisch korrekte' Menschen meist zu der Annahme, dass sich am Ende die besseren Argumente durchsetzen. Wehrhaftigkeit wird automatisch mit dem rechten bzw. autoritären Lager assoziiert, und die Selbstentwaffnung zur moralischen und intellektuellen Überlegenheit verklärt. In der Welt, in der wir leben, mit den bekloppten und skrupellosen Typen, die sich im Großen wie im Kleinen auf Tag X vorbereiten, ist das einfach eine fahrlässige und selbstmörderische Haltung.

    (Es versteht sich von selbst, dass ich mir statt Wehrpflicht oder mehr Kohle für die Bundeswehr vor allem mehr Möglichkeiten wünsche, auch als 'Zivilist' nützliche Dinge lernen zu können, ohne ins Ausland fahren zu müssen).

    Nur in einem Forum rumzulabern, ändert natürlich nix. Ich denke zwar nicht, dass dies untergegangen ist, aber betone es hier nochmal: Es gibt eine Welle an solidarischen Aktionen über humanitäre Hilfe für Flüchtlinge, direkten Rettungs- und Abholaktionen (sicherer Transport ist auch vor dem Hintergrund krimineller Machenschaften, Menschenhandel etc. extrem wichtig) bis hin zu Spendenaktionen für die Verteidigungskräfte. Es ist also keineswegs so, dass es nix ändert, eine klare Position zu beziehen, oder dass man gar keinen Einfluss hätte. Seit dem Kampf gegen den IS haben zum Glück auch mehr aktive Menschen erkannt, dass es nicht damit getan ist, phrasenhaft Frieden und Abrüstung zu fordern, sondern dass es leider auch militärischer Schlagkraft bedarf, um Frieden herzustellen und zu sichern.

    Natürlich darf man sich nicht in irgendwelche Propagandaschlachten hineinziehen lassen. Sanktionen gegen die russische Zivilgesellschaft sehe ich ebenso höchst kritisch. Was westliche Medien berichten, ist für mich im Übrigen sekundär, ich orientiere mich auch hier - wie in allen anderen Fällen - lieber an dem, was ich von Bekannten und Freunden aus Russland schon seit Jahren über die Faschisierung der russischen Gesellschaft mitbekomme. Ein Asow-Regiment oder rechte Parteien unterhalb der 5%-Grenze sind im Fall der Ukraine zwar immer noch ein ernstzunehmendes Problem, was aber in keiner Relation zur Bedrohung durch Putins Regime für Europa steht.