Beiträge von Lonewolf

    . Und eine toxische Beziehung mit einem anderen Menschen, der genauso kaputt ist wie du, brauchst du auch nicht.

    er ist nicht kaputt. er muss nur stabil werden und sein selbstbewusstsein aufbauen

    Nun gut, dann ersetze 'kaputt' durch 'beschädigt'. Ich würde dies so gezielt angehen wie eine Reha-Maßnahme für körperliche Gebrechen. Gesundwerden ist ein (langsamer) Prozess und die mentale Haltung ist entscheidend. Das Problem ist, dass es sehr viele mögliche Ausreden und Vermeidungsstrategien gibt, die das individuelle Wachstum bzw. den eigenen Heilungsprozess sabotieren. Eine besteht darin, die Verantwortung für die eigene Situation auf 'die Gesellschaft' abzuwälzen. Es gibt bestimmte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, sprich die finanzielle Absicherung, die eine Rolle spielen, aber davon abgesehen ist man letztlich selbst für sich verantwortlich.

    @Pat92: Da die Ausgangsfrage in deiner Überschrift war, 'wie schafft IHR es, weiterzumachen', mein kleiner Ansatz hier im Forum ist dieser Thread als Gegengewicht zu Opferhaltung und dem Fingerzeig auf die böse Gesellschaft, was Unity-typische Reaktionen sind: Der Weg des Kriegers

    Wie schon in den anderen Postings angedeutet, ist der beste Ratschlag, den du hier bekommen kannst, dich selbst in Form von Babysteps wieder aufzubauen. Ich würde mich Schritt für Schritt auf die Dinge fokussieren, die in deinem direkten Einflussbereich liegen (Schluss mit Drogen jeder Art, gesunder Schlafrhythmus, körperliche Fitness, 'Achtsamkeit' bzw. bewusste Wahrnehmung usw.), und hier einen langsamen Fortschritt anstreben. Es macht keinen Sinn, das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen (der Aufbau von Beziehungen ist ein klassisches Beispiel). Selbstachtung zu entwickeln ist ein schwerer Prozess, besonders mit problematischer Vorgeschichte, aber wie soll es ohne gehen?

    Wenn das Problem tatsächlich (und deine Aussagen lassen den Schluss zu) eher sexuelle Verklemmtheit/Frustration und weniger das Fehlen einer Beziehung ist, halte ich die Empfehlung, zu einer Prostituierten zu gehen, nicht unbedingt für falsch. Keine Straßenhure und kein Laufhaus oder Atelier, sondern eher was in Richtung Hobbyhure, wobei du vorher in einem Email-Kontakt dein 'Problem' schildern kannst. Ist eben nicht ganz billig, aber dann muss eben an anderer Stelle gespart werden (Alk, Drogen, Kippen). Unter der Voraussetzung, dass die Frustration schon sehr belastend ist. Wenn in der Hinsicht etwas 'Dampf aus dem Kessel raus ist', hilft die das vielleicht auch dabei, etwas unverkrampfter mit Frauen umzugehen. Dass sich eine Beziehung in deiner jetzigen Situation sehr schwer gestalten würde, muss dir wohl niemand erzählen. Und eine toxische Beziehung mit einem anderen Menschen, der genauso kaputt ist wie du, brauchst du auch nicht.

    Toll, jetzt sind wir wieder auf dem Niveau von vor ein paar Wochen angelangt...

    Ja, weil es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder man ignoriert die Spatzenhirnfraktion und überliest deren Beiträge, oder man arbeitet sich daran ab. Ersteres führt dazu, dass jede Menge Scheiße bis hin zu antisemitischem Müll unwidersprochen bleibt, was man aufgrund der Riesenreichweite dieses Forums vielleicht verschmerzen kann, und letzteres hat zur Folge, dass das 'Niveau eben sinkt' (wobei ich mich mittlerweile frage, wie du diesen Begriff definierst), denn mittlerweile kann man wirklich sagen, dass soviel Dummdreistigkeit eine Premiere in 20 Jahren Forumsgeschichte darstellt. Da hilft auch kein Verweis auf Spinner wie Spiegel oder dumme Nazischweine wie Darkeastwood.

    Das ist eben die Frage, ob es die Menschen nicht anders lernen...
    Ich denke doch, dass die Menschen heute eigentlich weit genug sein sollten, verglichen mit vor 50 Jahren, dass sich das ganze auch ohne autoritären Druck von oben irgendwie von selbst regulieren würde.
    Also im Stadion zum Beispiel, wenn ein paar Idioten Affenlaute machen, und dann die große Mehrheit im Stadion "Nazis Raus!" oder sowas rufen würde als Antwort, wäre das auch ein starkes Signal. Ich weiß einfach nicht, ob man immer da dann gleich mit der Polizei anrücken und jeden bestrafen muss, der sich daneben benimmt.

    Wurde früher schließlich auch nicht gemacht, und offensichtlich hat sich die Gesellschaft auch ohne Zwang von oben in eine tolerantere und freiere Richtung entwickelt, ganz von alleine. Und diesen Kurs sollte man meines Erachtens beibehalten, denn er hat sich doch eigentlich ganz gut bewährt, und wir sind seit den 70er Jahren schon ganz gut vorangekommen.

    Auch was Gleichberechtigung von Frauen und Schwulen und ähnliches angeht. Diese Dinge passieren von ganz alleine, so lang der Staat ihnen zumindest keine Steine in den Weg legt, indem er Homosexualität kriminalisiert oder homosexuelle Beziehungen rechtlich nicht gleich behandelt wie heterosexuelle.

    Sowas erwarte ich durchaus von einem modernen Staat, dass er solche Hürden abbaut und für gleiche rechtliche Behandlung von Minderheiten sorgt.

    Nur dieses moderne Umerziehungs-Denken, nach dem Motto "Wir müssen die Menschen jetzt notfalls mit Gewalt tolerant machen" finde ich (und viele andere auch) eben sehr problematisch, weil es halt auch ein Widerspruch in sich ist, einerseits Toleranz einzufordern und andererseits gegen alles vorzugehen, was nicht ins eigene Weltbild passt. Diese Doppelmoral stößt eben vielen sauer auf, und ich kann das bis zu einem gewissen Grad sehr gut nachvollziehen.

    Die Dinge passieren nicht von alleine, sondern weil Menschen mutig genug waren, Veränderungen herbeizuführen. Oder denkst du ernsthaft, z. B. die Rassentrennung in den USA wäre ohne die schwarze Bürgerrechtsbewegung überwunden worden? Was den Staat angeht, stimmt es natürlich, dass Fortschritte nicht mit, sondern gegen die staatliche Autorität errungen wurden und werden, z. B. bei der Diskriminierung von Schwulen und natürlich auch bei Frauenrechten (lange Straffreiheit von Vergewaltigung in der Ehe, Kuppeleiparagraph etc.). Das sollte hier nicht unter den Teppich fallen.

    Das Beispiel mit den Affenlauten war auch eher unglücklich gewählt, mal diplomatisch ausgedrückt. Wenn schwarze Spieler keinen Bock mehr haben, rassistisch beschimpft zu werden, haben sie natürlich Solidarität verdient, weil sie diesen Kampf nicht alleine führen sollen. Wobei im Fußball generell schärfer reagiert werden sollte als anderswo, da in der Kurve soziale Multiplikatoren sitzen. Wer hier den Ton angibt, trägt Überzeugungen auch weiter in die Jugendkultur.

    Für verfehlten Antirassismus gibt's doch bessere aktuelle Beispiele, z.B. die Ausladung einer weißen Sängerin durch eine Fridays for Future Ortsgruppe, weil sie als Weiße Dreadlocks trägt. Oder der Abbruch eines Konzerts, weil eine Reggae-Band aus Weißen besteht. Das sind Beispiele für eine fehlgeleitete Minderheit, sprich die Critical-Whiteness-Bewegung, die mit ihrer Vorstellung von Antirassismus sozialen Bewegungen tatsächlich Schaden zufügen kann durch Spaltungen.

    Dementsprechend bin ich auch nicht der Auffassung, dass die Mehrheit rassistisch ist und 'umerzogen' werden müsste. Aber in den Bereichen, in denen Rassismus zur Schlechterstellung von Menschen führt oder diese bedroht werden (und hierzu gehören keine Frisuren), sollte schon eingegriffen werden.

    Auf der anderen Seite sollte man nicht jede individuelle Befindlichkeit zum Maßstab der Bewertung machen, ob Diskriminierung vorliegt, ganz nach dem Motto der 'Definitionsmacht', wonach allein Betroffene wissen und bewerten können, und dürfen ob ein Übergriff stattgefunden hat. Und diese Tendenz gibt es eben, vor allem in Zusammenhängen, in denen Antirassismus und Feminismus großgeschrieben werden, was zu den absurdesten Vorwürfen und Streits führt (nicht genug 'schwarze' Musik auf Demos ist diskriminierend, breitbeinig sitzende 'Cis-Männer' versinnbildlichen ein patriarchales Machtverhältnis, Frauen bei Diskussionen unterbrechen ist 'mansplaining', auf linken Camps darf nicht asiatisch gekocht werden, Männer dürfen auch bei Sportveranstaltungen nicht mehr oberkörperfrei antreten etc.).

    Hat zwar nichts mit Geld zu tun, aber da das Forum eh momentan so ruhig ist ;) mal neuen Input:

    Wie seht ihr das mit Rassismus gegenüber Weiße? Gibt's das für Euch?

    Für mich ist es ganz klar: Ja. Rassismus ist gemäß Definition eine Benachteiligung einer "Rasse" (Kultur, Herkunft,... etc.)

    Daher sind für mich Wesen/Menschen, die andere aufgrund der Punkte benachteiligen, egal welche Hautfarbe oder oder, ... sie haben: rassistisch.

    Für die Aussage würden dir wohl einige an den Hals gehen. Das ist eben ein schönes Beispiel dafür, wie eigentlich Einfaches durch 'ideologische Überstrapazierung' verdrängt wird. Wobei das gängige Argument aus der Antira/Critical-Whiteness-Ecke in etwa so lautet: Nichtweiße Menschen sind ebenso rassistisch sozialisiert wie Weiße, allerdings sind sie durch diesen Rassismus nicht in einer privilegierten Situation. Und aus einer strukturellen Perspektive mag dies stimmen. Als Weißer wirst du nicht wegen deiner Hautfarbe häufiger kontrolliert und du bekommst auch nicht wegen deines Namens keine Wohnung oder keinen Job. Du kannst allerdings natürlich auch als 'Kartoffel' Opfer von rassistisch motivierten Übergriffen werden. Insofern sind wir hier wieder in einer Situation, die ein wenig Differenzierungsvermögen erfordert. Einerseits müssen konkrete Missstände benannt werden, die nur ganz konkrete Gruppen betreffen, um zu zeigen, dass ein Missverhältnis besteht. Andererseits sollte man nicht wieder in die Falle der Identitätspolitik tappen und die Unterschiede zwischen Gruppen zementieren bzw. Individuen auf ihre Gruppenzugehörigkeit reduzieren ('nur schwarze Menschen sollten/dürfen xy', 'weiße Menschen können keine Rassismuserfahrungen haben per Definition' etc.).

    Muss ich dich hier tatsächlich erklären, wie wenig Sinn es macht, in einem öffentlichen Forum die Namen von Personen zu nennen, die sich gerade irgendwo in Kampfhandlungen befinden? Soll ich dir vielleicht noch aufzählen, wen ich aus der kurdischen Bewegung persönlich kenne? Welchen Nutzen willst du hieraus ziehen?

    Nochmal: Ich sehe die einzige sinnvolle Möglichkeit für eine Solidarisierung darin, konkreten Menschen zu helfen, mit deren Ansichten man sich identifizieren kann. Und dies sind im vorliegenden Fall diejenigen, die sagen: 'Wir kämpfen nicht für irgendeinen Staat, sondern für die Menschen, die konkret vom Krieg bedroht sind, und wir haben keine Lust, unter russischer Herrschaft zu leben, egal wie beschissen und korrupt der ukrainische Staat sein mag.'

    Das ist konkret genug, mehr Infos wirst du hier nicht bekommen. Wenn du mehr wissen willst, dann geh zu den öffentlichen Veranstaltungen von ukrainischen Aktivisten, da gibt's dann Infos aus erster Hand.

    Daran ist nichts unkonkret, man muss nur auf die Links klicken.

    https://operation-solidarity.org/

    Du bringst mich hier in die Situation, mich ernsthaft fragen zu müssen, ob Du etwas wirklich nicht verstehen kannst oder ob Du absichtlich an mir vorbeischreibst, um für irgend jemand anderen als Dich selbst irgendeinen Schein zu wahren... Ich weiß nicht, ob es etwas bringen könnte, wenn Du "unser" dopplet verschachteltes Zitat über diesem Absatz, auf das ich mich hier beziehe, noch einmal liest, aber einen Versuch wäre es vielleicht wert. Ich hab auf den Link nämlich geclickt und bin auf eine "generische Website" gekommen, wo ich auf die Schnelle keinerlei Zusammenhang mit einem "Lonewolf in einem Unityforum" herstellen konnte.

    Eine andere Option als die Solidarisierung mit Menschen, für die man Sympathie empfindet, sehe ich nicht. Um für Staaten zu kämpfen, müsste man sowas wie Glaube an das politische System oder Patriotismus haben, und das trifft vermutlich hier auf niemanden zu. Also bleiben Dinge wie Empathie und Solidarität übrig.

    Falls das tätsächlich Deinem Verständnis Deiner eigenen Handlungsmaxime entspricht, erklärt das für mich schon einiges. "Solidarisierung mit Menschen, für die man Sympathie empfindet" klingt mir sehr nach "Gott gibt es den Seinen" und "was ich nicht verstehe mag ich nicht und will ich nicht verstehen". Die "Makro"-Konzepte "Staaten", "politisches System" und "Patriotismus" habe aus meiner Sicht schon lange ausgedient - Empathie und Solidarität gemäß Sympathie scheint mir als Leit-Idee allerdings absolut unzureichend; möglicherweise verstehe ich aber auch einfach nicht, was du mit diesen in dieser 3-er-Konstellation für mich insgesamt sehr nichts-sagenden Wörtern meinst... deshalb frage ich hier lieber mal, wie Du diese 3 Wörter hier für Dich in Zusammenhang setzt und wie sich dieses Verständnis in Deinen praktischen Handlungen niederschlägt, bevor ich daherkomme und _versuche_, "es besser zu wissen".

    Du scheinst eben ein Talent dafür zu besitzen, einfache Dinge nicht verstehen zu wollen. Daher nochmal in aller Klarheit für dich: Mein persönlicher Fokus - und du kannst einen anderen haben, das ist mir persönlich egal - ist die Solidarisierung mit Menschen, deren Wertvorstellungen und Ansichten ich noch am ehesten teile. Im konkreten Falle läuft das eben auf finanzielle Unterstützung für zivile und militärische Zwecke der anti-autoritären und anarchistischen Strukturen in der Ukraine hinaus, sowie auf Hilfe für Menschen, die hierher geflüchtet sind. Im Falle von Rojava habe ich es ähnlich gehandhabt. Das ist für mich ein sinnvoller Ansatz jenseits von Parteinahmen für irgendwelche Regierungen oder staatliche Gebilde, die natürlich 'alle Dreck am Stecken haben' bzw. keinen positiven Bezugsrahmen darstellen.