Beiträge von Lonewolf

    Nicht ganz neu, aber 'Nobody' ist für mich fast der bessere John Wick. So ganz ist der Wick-Hype für mich auch nicht nachvollziehbar, aber ich bin auch generell weniger ein Fan von zu sehr überzeichneten Action-Szenarien. Da sagen mir Sachen wie 'Ronin' oder die Bourne- und Taken-Filme eher zu.

    Dass die Einführung eines BGE zeitgleich mit dem Wegfallen von zig Jobs passiert, halte ich für eine recht 'optimistische Einschätzung', vor allem in Deutschland.

    Die Eigenleistung bei studentischen Arbeiten sehe ich weniger in Bezug auf Kreativität oder Innovation, sondern darin, dass zumindest mal Gedankengänge verschriftlicht werden. Man mag das für banal oder überholt halten, dass Menschen irgendwas zu Papier bringen und sich selbstständig mit irgendwelchen Themen, Theorien etc. auseinandersetzen, aber was am Ende fehlt, wenn KIs jede Form von Textproduktion übernehmen, sieht man eben dann, wenn es zu spät ist. (Und überhaupt, wenn die KI der bessere vorurteilsfreie Denker ist, wieso überlassen wir ihr dann nicht auch das Verfassen von Gesetzen und das Sprechen von Urteilen (nun bin ich kein Freund der Justiz, aber das Szenario von rechtsprechenden Maschinen hat nochmal eine andere Qualität)? )

    Dass es beschissene und überflüssige Arbeiten und Texte gibt, ist jetzt kein Grund, das Schreiben aufzugeben. Wobei ich denke, dass die soziale Akzeptanz für KI-Literatur noch nicht so schnell kommen wird, das Publikum schätzt dann doch noch die menschliche Komponente, und die Tatsache, dass es überhaupt noch Buchhandlungen gibt in Zeiten von amazon und Co., zeigt, dass man doch (noch) nicht gewillt ist, das ganze Drumherum aufzugeben, das mit 'Textprodukten' einhergeht.

    Wie gesagt - wenn hier Transparenz besteht, und klar ist, wo die KI ihre Finger im Spiel hat, sehe ich weniger das Problem. Aber genau das scheint eben fraglich.

    Die Entwicklung steht ja erst am Anfang. Mittelfristig sehe ich tatsächlich eine große Bedrohung insbesondere für die wissenschaftliche Eigenleistung, insofern Unis es nicht schaffen, den Gebrauch von KI klar zu begrenzen und entsprechende KI-Produkte auch zu identifizieren. Wenn wir erstmal soweit sind, dass KI's alle möglichen Texte inhaltlich und formal korrekt verfassen können, wo ist dann noch Platz für menschliche Autoren?

    Ich bin kein Vertreter einer 'Woke-Szene' und erkläre auch weder Frauen noch 'Nichtweißén', was sie wahrnehmen oder von wem sie sich bedroht fühlen sollen. Ich höre zu. Und das solltest du vielleicht auch mal machen. Deine Aussage klang zugespitzt so wie die des rechten Frauenschützerlagers: Übergriffe geschehen vorrangig durch 'Fremde', was man ja aus PC-Gründen nicht sagen darf, Sexismus und Rassismus durch die hiesige Gesellschaft sind hingegen alles Einzelfälle etc.

    Und natürlich fühlt sich der Schwabenjunge selbst unter arabisch sprechenden Menschen auch unwohl - Du solltest Berlin-Neukölln meiden (obwohl man da noch ziemlich billig gutes Falafel bekommt) ;-)

    Ich hab übrigens an keiner Stelle Übergriffe durch Zugewanderte geleugnet oder relativiert. In der Hinsicht bin ich nebenbei bemerkt auch alles andere als ein 'Durchschnittslinker' - das Klientel darf meinetwegen gerne 'aus dem Abschiebeflieger abgeworfen werden', wie du so schön zu sagen pflegst.

    Nur bedenke ich Folgendes: Ich weiß ja nicht, wie viele Frauen du in deinem Umfeld hast, mit denen du dich mal offen über sensible Themen austauschst. Wenn ich sehe, dass Erfahrungen von sexuellen Übergriffen nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel sind, dann schließe ich daraus durchaus auf ein gesellschaftliches Problem. Und hier geht es meistens nicht um den Neger oder Muselmann, sondern um den Onkel, den Stiefvater, den Ex-Freund, den Stalker.

    Es geht nicht darum, wie viele Männer (deutsch oder nichtdeutsch) übergriffig werden, sondern um Muster und Strukturen. Wenn du oder ich angegriffen werden, dann wird das nicht wegen unseres Geschlechts (oder unserer Hautfarbe) geschehen. Wenn bestimmte Menschen aufgrund gewisser Merkmale vermehrt zur Zielscheibe werden, dann ist das ein gesellschaftliches Problem - weil es eben nicht um individualisierte Gewalt geht, sondern um gruppenbezogene. Das sollte ernstgenommen werden. Über 'woke' Fehltritte (aus unserer Sicht) haben wir hier schon genug diskutiert (Critical Whiteness, bestimmte Formen des Feminismus etc.). Nur ändert das nix am Problem als solchem.

    Was Funkenbrand angesprochen hat, bezieht sich eben wieder auf das, was ich in meinem ersten Posting angesprochen habe, also die Frage, wer eigentlich der Adressat von feministischer Politik sein soll - wirklich nur biologische 'cis-Frauen' , oder nicht vielmehr alle Menschen, die von patriarchaler Gewalt betroffen sind, weil sie eben als 'nichtmännlich' wahrgenommen werden. Daher kommt das FLINTA-Akronym. Man kann das kritisch diskutieren, sollte dann aber schon genauer hinschauen, was eigentlich mit bestimmten Begriffen gemeint ist.

    Nur ein paar Zahlen: https://www.lvz.de/politik/region…6RIXY3UHIA.html

    Und wieder frage ich mich: Woher willst du das denn wissen? Du bist weder jemand, der mit ausländischem Namen auf Wohnungssuche geht oder mit dunkler Hautfarbe durch eine ostdeutsche Stadt oder einen bayerischen Bahnhof läuft, noch bist du eine Frau und kannst beurteilen, welches Klientel besonders belästigend und übergriffig auftritt.

    ICH behaupte, dass das Problem der Belästigung und Gewalt gegen Frauen in den meisten Fällen erst dann gesellschaftlich wahrgenommen wurde, wenn es vom 'Fremden' ausging. Es gab lange eine sehr große Toleranz gegenüber Gewalt, die sich gegen marginalisierte Gruppen richtet, auch gesetzlich verankert (Straffreiheit bei Vergewaltigung in der Ehe, nur als Beispiel). Das ändert sich jetzt langsam, auch dank 'Propaganda', da immer mehr Betroffene den Mut finden, zu schildern, was ihnen so passiert.

    Ich verstehe schon, dass der genannte 'woke shit' hier als kontraproduktiv wahrgenommen wird, vor allem wenn er selbst übergriffig wird ('Verbot' von Frisuren oder Kleidungspräferenzen). Aber wir sollten auch nicht aus den Augen verlieren, wo das eigentliche Problem liegt. Die Gesellschaft ändert sich leider nicht 'von allein'. Es ist ein Vor und Zurück, bei dem die Wohlmeinenden auch Fehler machen. Aber auf rechte Ablenkungsmanöver hereinfallen sollten wir dann doch nicht.

    Das Gegenstück, Cancel Culture von rechts, greift auch immer mehr um sich:

    Florida: Schulleiterin zum Rücktritt gezwungen – nachdem sie Michelangelos »David« zeigte
    Weil sie im Kunstunterricht die weltbekannte »David«-Statue zeigte, verlor eine Schulleiterin in Florida ihren Job. Einem Kollegen, der dagegen protestieren…
    www.spiegel.de

    Und wieder mal behalten die Simpsons Recht. Die Realität macht jede Satire mittlerweile fast überflüssig.

    Ich wurde zur Chefin zitiert ... habe jedoch dem Termin nicht zugestimmt und habe sie stattdessen angerufen.

    Was nach dem Drucken geschah: Die Betreuerin (eine besonders woke, gendernde Veganerin) hat das Werk gelesen, war entsetzt, dann haben es ALLE MITARBEITERINNEN gelesen (was recht unfair ist, ohne zu fragen) und nun nimmt die Firma es als BEWUSSTE PROVOKATION wahr. Darüber hinaus hätte ich laut Chefin die junge Studentin extra so gestaltet, dass man beim Lesen darin die Berteuerinnen ihrer Firma wiederfindet.

    Ich versteh das nicht so ganz. Kennst du die anderen Betreuerinnen überhaupt? Wieso sollte dein Roman eine Anspielung auf die genannten Personen sein? Hat die das irgendwie begründet bzw. ausgeführt, worin diese 'Provokation' genau besteht?

    Zu Rowling: Interessant ist, dass sie bzw. ihr Werk nun sogar schon mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert wird.

    Vor dem von dir erklärten feministischen Hintergrund macht es dann vielleicht irgendwie Sinn, dass sie beim Thema Transen aggressiv reagiert und den Frauen ihre Einzigartigkeit oder Weiblichkeit genommen sieht, oder was auch immer da das Problem ist... Es scheint mir aber bei ihr, genau wie bei ihren Gegnern, schon ein sehr konstruiertes, intellektuelles Problem zu sein, dass man viel zu viel Energie in eine banale Sache steckt, um irgendwas zu bekämpfen, woran die Welt nun wirklich nicht zu Grunde gehen wird... was einem aber aus der eigenen, subjektiven Sichtweise heraus wie ein rotes Tuch erscheint, auf das man sich sofort wutschnaubend stürzen muss, um die Werte zu verteidigen, die einem wichtig sind.

    Es ist ja tragischerweise kein intellektuelles, sondern ein sehr reales Problem, dass tatsächlich mörderischer Antisemitismus, Rassismus und Sexismus existieren. Mir erscheinen diese Debatten auf kultureller oder wissenschaftlicher Ebene auch eine Kompensationsfunktion zu besitzen - sie bieten die Möglichkeiten, die erlittenen Demütigungen endlich mal heimzahlen zu können, weil man manchen Personen mit Shitstorms und Canceling massiv schaden kann, während man leider an anderer Stelle wenig gegen Gewalt und Unterdrückung ausrichten kann. Hier sind Leute wie Rowling einfach der Blitzableiter.

    Na ja, wenn ich mir nur die Blockade des Bürgergeldes durch die CDU ansehe, fallen für mich 'nervige Wokies' bei der Wahlentscheidung dann doch weniger ins Gewicht. Der Feind steht weiterhin rechts. Ich habe auch den Eindruck, manche verwechseln die Grünen mit der Linkspartei. 'Woke' sind doch eher Erstere, und innerhalb der Linken gibt's unterm Strich mindestens genauso viele Gegner wie Anhänger der neuen Identitätspolitik. nur dass letztere oft am lautesten schreien und daher die meisten Aufmerksamkeit erhalten.

    Zu Rowling: Interessant ist, dass sie bzw. ihr Werk nun sogar schon mit Antisemitismus-Vorwürfen konfrontiert wird. Nach einer langen Rezeptionsgeschichte, in der HP eher als Parabel auf den Faschismus und die Ausgrenzung von 'Andersartigen' gelesen wurde, werden gemäß dieser Interpretation nun die Kobolde zur jüdischen Verschwörung gegen die 'edlen Zauberer' umgedeutet. Auf den Quatsch ist man natürlich erst gekommen, seitdem Rowling zum transphoben Feindbild geworden ist.

    Die Sache ist natürlich etwas komplexer. In der Causa Rowling spiegelt sich ein derzeitiger Machtkampf um die Deutungshoheit über den wahren Feminismus wider. Dabei findet man auf beiden Seiten auch Extreme, d.h. transphobe Old-School-Feministinnen und auch misogyne Queer-Aktivisten. Dazwischen gibt's aber viele meines Erachtens berechtigte Sorgen, die sich außerhalb meines Urteils als Nichtbetroffener bewegen. Sollen Transfrauen in Frauengefängnisse oder Frauenhäuser dürfen? Ab wann und in welcher Form soll eine Selbstbestimmung über das Geschlecht erfolgen? Das sind Themen, die nicht ideologiegeprägt sein sollten, sondern die so bestimmt sein sollten, dass alle Menschen, die Schutz benötigen, mit dem Ergebnis leben können. Denn darum geht's ja letztendlich.

    Rowling gehört eben zu den Old-School-Feministinnen, die sich Sorgen darüber machen, dass Safe Spaces für Frauen nun auch für Menschen offenstehen sollen, die sich nur als Frauen ausgeben. Denn um 'echte' Transfrauen, die keine Bedrohung darstellen, geht's ja nicht. Dabei verbeisst sie sich etwas stark in krasse Einzelfälle. Der Shitstorm gegen sie ist meines Erachtens dennoch überzogen, aber das Übers-Ziel-Hinausschießen ist sowieso ein Kennzeichen dieses neuen rigorosen Moralismus bestimmter Gruppen, die ich eigentlich gar nicht links nennen will, auch wenn sie ebenfalls in der linken Szene existieren, und oft eben gegen linke Gruppen agieren. In Halle haben kürzlich rot-grüne Hochschulgruppen den dortigen Antifa AK aus der Uni geworfen, mit dem Vorwurf der Transphobie.

    Dian: Hast du deine Wagenknecht-Sympathie noch nicht aufgegeben? Ich hab ja lange mit ihr gehadert, aber spätestens mit ihrer Haltung zum Ukraine-Konflikt ist sie ein absolutes No-Go geworden.

    Mir gefällt das Video, weil die enthaltenen Hinweise nicht nur für den Kampfsportbereich gelten. Ehrgeiz ohne Verbissenheit, Pragmatismus statt Ansammeln von unnötigem Wissen, Selbstentwicklung durch bewusste Annahme von bestimmten Rollen bzw. Weiterentwicklung durch Initiative und Übernahme von Verantwortung (insbesondere die Lehrertätigkeit wird hier genannt), all das sind Punkte, die sich auf verschiedene Bereiche des Lebens übertragen lassen. Wenn man anderen hilft bzw. diese unterweist und voranbringt, bringt man auch sich selbst voran. Als Beispiel: Ich bin kein Psychotherapeut, hab mich aber manchmal schon fast in der Rolle gefühlt - und dabei gleichzeitig auch meine eigenen Probleme ein Stückweit aufgearbeitet.

    Der Punkt der Regeneration und Kontemplation ist auch zentral. Mit das Wertvollste, das einem beispielsweise das Training lernt, ist die bewusste Regeneration von Körper und Geist. Anspannung und Entspannung, hart und weich, Yin und Yang - es wird klar, wieso man hier von einem Lebensweg spricht.