Ok, dann wirst du vermutlich keine Psychose haben. Zumindest war ich mir bei mir selbst immer ziemlich bewusst, wenn ich in die Richtung gegangen bin oder mitten drin war. Den Spruch, dass jemand der "verrückt" ist, niemals oder auch nur tendenziell nicht wisse, dass er "verrückt" ist und wenn jemand sagt, er wisse, dass er "verrückt" ist, das ein Zeichen dafür sei, dass er nicht verrückt ist, kann ich von meinen Erfahrungen her also nicht bestätigen.
Also nachdem ich eine ziemlich schwere Psychose hatte kann ich nur sagen: Wenn man eine hatte, merkt man das. Ok, es gibt Leute, die merken es nicht und bauen dann richtig scheisse, wie bei einer Halluzination, um deren Umstand man nicht weiß und es für bare Münze nimmt. Das spielt aber auch bei chronischer Schizophrenie eine untergeordnete Rolle. Einer in einer Doku, der sehr stark betroffen war, hat es mal so auf den Punkt gebracht: Es spielt keine Rolle, ob all die Wahnideen, Ängste, Stimmen blose Einbildung sind oder nicht - denn sie sind präsent und man bekommt sie nicht weg.
Unter einer Psychose wird glaub auch oft der erste akute Schub einer psychischen Erkrankung verstanden, also eine Zeit, in der die Symptone sehr krass zu tragen kommen, wobei man die Symptomatik eingegrenzt hat auf das, was irgendwann bei jeder psychischen Störung kommt, wenn sie sehr ausgeprägt ist. In einem Wort zusammengefasst würde ich sagen, es läuft auf eine Zerstörung des menschlichen Egos hinaus.
Der einleuchtendste Satz, den ich mal von einem Psychiater gehört habe war: "Psychische Erkrankungen lassen sich nicht klar trennen, man fällt die Diagnose nach den deutlichsten und schwerwiegendsten Symptomen". Solange das "nur" schwere Verstimmungen und Dpressionen sind, kann man sich noch glücklich schätzen. (Soll jetzt mehr Mut machen, als eine Verharmlosung darstellen)